Ludischbo

Ludischbo bei Freitag

07.09.2010 | 01:17

Als ob es hier um Integration oder Meinungsfreiheit gehen würde

(DNZS) Da habe die Konservativen ja wieder ein exklusives Thema gefunden. Und natürlich wird der Noch-Sozi und Unterschichtenhetzer Thilo Sarrazin (Hartz 4 Menü und Kopftuchmädchen) zum Gehetzten gemacht, der angeblich seine Meinung nicht sagen darf. Natürlich darf jeder seine Meinung sagen. Mit dieser PR-Kampagne um sein Buch, dass ich nicht lesen werde, macht er und bedient er offentsichtlich Meinung. Wolfgang Lieb bringt es auf dem Punkt:

"So oder so ähnlich lauten heute hunderte von Zeitungsüberschriften. Angestoßen wurde dieser "Sarrazin-Alarm" von Bild am Sonntag. Dahinter steckt ein perfides Doppelspiel der Springer-Presse: Es ist der Versuch einen Rechtsschwenk in der deutschen Politik herbeizuführen, indem man die Parteien vor einer Gefahr von Rechts warnt, wenn Union und SPD als sog. Volksparteien sich nicht der von der Bild-Zeitung selbst mit angefachten Stimmungslage der Bevölkerung anpassen sollten. Und die meisten Medien fallen auf diesen billigen Trick rechts konservativer politischer Meinungsmache herein weiterlesen

So so.

Es geht hier nicht um Integration,sondern es ist der Versuch einen weiteren Rechtsschwenk zu produzieren.
Meinungsmache, Meinungsfreiheit. Von mir aus kann Sarrazin sagen was er will. Aber ich muss 1. nicht zuhören und 2. darf ich ihn dafür verachten. Das ist auch Meinungsfreiheit.

Und zwar deshalb, weil ich es unerträglich finde, dass der, der eine langjährige PR-Herze gegen die Unterschicht im Prinzip die Meinungsfreiheit missbraucht. Wie sagte es unsere Co-Autorin Bürgerin-Vogelfrei so treffend: Hetze und Euthanasieideen sind Meinungsfreiheit - Gehässigkeit ist Mut - Blödheit ist gesundes Volksempfinden hier weiterlesen
In einem anderen Kommentar schreibt Inge, alias Vogelfrei:

"Damit ist das Problem - sind alle die Probleme - nicht aus der Welt zu schaffen, dass er angegangen wird. Es fehlt gerade noch, dass er zum Märtyrer für etwas gemacht wird, das aus dem Frust eines belogenen, blind gemachten, und verarschten Volk hochkocht." weiterlesen

Und was sagt ihr Gutmenschen nun zur Integration, werden wir vom rechten PI Pöpel jetzt wohl gefragt. Viel, aber das diskutieren wir ganz bestimmt nicht mit einem Herrn Sarrazin.

Wer öffentlich so mit niederen Pauschalaussagen eine Diskussion anheizt, kann nicht ernsthaft verlangen, dass das auch noch sachlich und "ergebnisoffen" diskutiert wird. ......... und schon gar nicht, wenn wieder Meinungsmache mit falschen Fakten im Spiel ist. Also ob es hier um Integration gehen würde. Und um Meinungsfreiheit geht es auch nicht. Man muss nur dran glauben.
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Trotzdem noch die untenstehende Netzschau aus der Bloggerzunft. Dann ist aber:
Ende hier mit Sarrazin. Wir wollen ihm nicht noch mehr Bühne geben. Die öffentlich-rechtlichen von Beckmann, Illner bis Will haben ja ganze Arbeit geleistet.


Blog2BlogDas sagen andere:
"Sarrazin und kein Ende". von Bloggerin Martina P. Wilczynski
"Das Land der Sarazinen"-Fl-Freiheitsliebe
"Morbus Sarrazin"-Spiegelfechter
"Eine kurze Geschichte der Migration und Integration in der BRD" -Oeffinger Freidenker

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Kommentare
Wikinger333 schrieb am 07.09.2010 um 01:47
Natürlich müssen Sie S. nicht zuhören und dürfen ihn trotzdem verachten. Sie wissen dann zwar nicht, weswegen Sie ihn verachten, sondern haben allenfalls von jemand anderen, der ihn auch verachtet, obwohl er ihm auch nicht zugehört hat, gehört, dass er etwas verachtenswertes gesagt hat. Im amerikanischen Krimi springt jetzt ein Anwalt auf und ruft: Einspruch - Hörensagen.
Ludischbo schrieb am 07.09.2010 um 02:34
Nja wissen Sie...mit weghören ging ja kaum nach dem Rummel und der fast zweijährigen anhaltende PR-Kampagne. Aber ich muss das Buch nun wirklich nicht lesen. Und wissen Sie was. Ich verachte ihn gar nicht...
Ich sagte "Ich darf ihn dafür verachten"..... :-)
So isses halt mit dem zuhören :-)
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