Ludischbo

Ludischbo bei Freitag

17.06.2010 | 15:17

"Europäer gehen gemeinsam in die Deflation"

(DNZS) Während der Mainstream und Teile der Gold und Edelmetallfans die Inflation herbei reden, gibt es doch noch Ökonomen die eine primäre Gefahr vor Augen haben, die bald in Europa Einzug erhalten wird, wenn gerade Deutschland in der Außenhandels - und Wirtschaftspolitik keinen Kurswechsel vornimmt.
Die Deflation (fallende Preise, fallende Löhne, weniger Nachfrage, weniger Investitionen,mehr Arbeitslosigkeit,noch höhere Statasverschuldung)

Es ist zwar Richtig, dass eine Inflation Geld entwertet.
Bei einer Deflation aber zahlen:
- die Arbeitnehmer mit ihrem, Arbeitsplatz (verlust)
- die Empfänger/Innen von Sozialleistungen (ALG 2 etc) werden Leistungskürzungen diktiert (weil die Einnahmen immer weiter sinken werden)
- der kleine, die kleine Selbständige, wird sein Lädchen, ihr Projekt bzw. ihre Unternehmung en mangels Nachfrage dicht machen müssen.


Einmal in die Deflationsspirale gefangen, gibt es kaum noch ein zurück. Da ist ein Geldentwertung, die hauptsächlich die Geldbesitzer zahlen müssten, doch eher harmlos. Allerdings ist die ideologische Befangenheit unserer mittelmäßigen Führungselite in Politik und Wirtschaft zu groß, um das zu verstehen. Da verweisen sie (die Meinungsführer) auf Japan, die mit der Deflation sehr gut leben. "Das ist Bereinigung" skandieren die Marktliberalen. Vergessen wird, dass Japan, als Folge der Deflation, eine Staatsverschuldung vorbringt, wo Griechenland-Schulden (
115,1 Prozent gemessen am Bruttoinlandsprodukt. )da eher wie etwas höhere Verbindlichkeiten erscheinen. Die japanische Staatsverschuldung lag Ende 2009 bei 192% des Bruttoinlandsprodukts (Quelle 24)! Das ist nach Zimbabwe der zweithöchste Stand auf der Welt und fast dreimal so hoch wie in der EU und den USA. (1)

Ungleichgewichte werden als Problem kaum beschrieben.
Natürlich. Es kann nicht sein, was nich sein darf. Und trotzdem skizziert
Heiner Flassbeck richtigerweise noch einmal die globalen Ungleichgewichte zwischen Leistungsbilanzüberschüsse und Defizite.

"Auf der einen Seite die Länder, die weit unter ihren Verhältnissen gelebt haben, das sind all diejenigen, bei denen das gesamte Land einen Überschuss gegenüber dem Rest der Welt aufweist, die Länder mit Leistungsbilanzüberschuss also. Auf der anderen stehen diejenigen, die Leistungsbilanzdefizite aufweisen, also über ihren Verhältnissen gelebt haben, weil sie als Land insgesamt mehr ausgeben als eingenommen haben. "

Heiner Flassbeck fordert einen enormen Binnenmarktschub für Deutschland

"(....)... lautet die Regel für vernünftiges Verhalten, dass diejenigen Staaten, die Leistungsbilanzüberschüsse aufweisen und zudem eine relativ geringe Staatsverschuldung wesentlich mehr zur Anregung der Binnennachfrage tun sollten als diejenigen, die bei beidem hoch im Defizit sind. Nach diesem einfachen Muster gibt es genau zwei Länder auf dieser Welt, die prädestiniert wären für eine Anregung der Binnennachfrage und auch groß genug wären, um das zu leisten: China und Deutschland. Da China mit einem unglaublich massiven staatlichen Anregungsprogramm und boomender Binnennachfrage sowie explodierender Importe seinen Teil schon getan hat, gab es zuletzt nur noch einen Kandidaten auf der Liste...(....)"

Und so Sparen wir nun in Europa um die Wette (nach deutschen Vorbild)

Heiner Flassbeck weiter:
"...(......)..Die Europäer gehen gemeinsam in die Deflation, weil überall der Gürtel enger geschnallt und Löhne gesenkt werden. Die kurzfristigen Gewinne an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Rest der Welt durch die Lohnsenkung und den schwachen Euro werden sie eine Weile in dem Glauben bestärken, den richtigen Weg gefunden zu haben "...(......)."

Die Export-Industrie wird es freuen. Je schwächer der Euro, desto billiger können sie im Ausland verkaufen. Je mehr im Sozialbereich gespart wird, desto (noch) mehr werden durch prekäre Beschäftigungsverhältnisse und noch höherer Arbeitslosigkeit die Löhne gedrückt. Gewinner: Die Export Industrie. Sie werden wettbewerbsfähiger denn je. Was nützt es nur, wenn die Überproduktionen aus Defizitländern gekauft werden, die irgendwann ihre Schulden nicht mehr bedienen können?
Die europäische deutsche Antwort: Sparen, Sparen Sparen. Ende! Deflation!

 

ErstVÖ

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Quellen:
... den ganzen Artikel von Heiner Flassbeck auf den NachDenkSeiten lesen
Das Falsche zur falschen Zeit am falschen Ort

(1)
www.staatsverschuldung.de/japan.htm

www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:kampf-gegen-die-deflation-bank-of-japan-oeffnet-die-schleusen/50089591.html

weitere Links zum Thema:

Blog2BlogDer Spiegelfechter (Jens Berger)
Frankreich gegen Deutschland

Krieg der Ideologien
Königsweg Inflation?

Ursula Englen-Kefer: Sparpaket wird zum Bummerang
Ludischbo im Ruhrpottforum: Finanzhilfen für Griechenland

 
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Kommentare
eykiway schrieb am 18.06.2010 um 00:44
Herr Flassbeck fordert einen enormen Binnenmarkt schub für Deutschland
was habe ich gelacht ein Land das 80% der producktion exportiert
brauch uns endverbraucher nicht wirklich VW verkauft 6,9 Millionen Autos
ihnen ist egal wohin.
Wir bekommen genauso viel an Lohn das wir unsere Arbeitskraft erhalten können um ihnen zur verfügung zustehen ein mehr bedarf es für sie nicht.
Die Deutschland AG beliefert die Welt da brauch es keinen Binnenmarkt.
Die reine Lohnquote beträgt jetz 6,9% der rest teilt sich auf in Rohstoffpreisse Energie Gas und Strom Diesel Steuern betriebskosten
Maschienen Leasing usw.
Also in absolut auf 100 Euro Betriebskosten entfallen 6,90 euro Lohn
inklusive Lohnnebenkosten
Deflation bedeutet nix anderes noch mehr senkungsorgien ich merke nicht im Supermarkt das es billiger wird
Strom,Miete,Müll Gebühren der Stadtverwaltungen Straffzettel alles Teurer
Düsseldorfer Tabelle Unterhalt für Kinder 90 euro rauf
WILL ER UNS VERARSCHEN DEFLATION
PROBIERS IM SPIEGEL ODER IN DER BILD FOREN
DORT IST DEINE VOLKSVERDUMMUNG ANGEBRACHT
Ludischbo schrieb am 19.06.2010 um 13:30
Flassbeck bewertete die Sparorgien in ganz Europa und macht auf die Ungleichgewichte aufmerksam. Das Verhältnis Export Import. Gerade dieses Missverhältnis wird nirgendwo thematisiert. Gelegentlich mal hier im Freitag und in der TAZ.
Im Spiegel und in der Bild werden eher, die volksverdummenden Angebotsökonomen álá Sinn und CO zitiert. Da bin ich beim Freitag besser aufgehoben, glaube mir.

Flassbeck sagt doch nicht, dass wir Deflation haben, sondern dass man durch die Sparorgien eine solche Gefahr sehen muss.

Noch ist eine andere Politik möglich!
eykiway schrieb am 18.06.2010 um 11:46
Dies ist ein Witz von der FDP und der Geht so
Hast schon gehört die FDP will in einen zweistufen-plan
dieEinkommensteuer abschaffen.
In der ersten Stufe soll zunächst das Einkommen abgeschafft werden.
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