Ludischbo

Ludischbo bei Freitag

14.01.2010 | 22:20

Tarifpolitik: Heusinger gibt De Maizière Nachhilfe!

Der Verhandlungsführer des Bundes, De Maizière eröffnete die Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst mit Polemik und wenig Sachverstand "Maßlos" sind die Forderungen der Gewerkschaften, schallte er durch die Medien. 

Er behauptete: Das Realeinkommen sei 2009 um 1,9 Prozent gesunken. Daraus leitete er ab, dass deshalb die Gehälter für die Pfleger/Innen, Müllmänner, Bühnenarbeiter/Innen und Busfahrer/Innen ebenfalls nicht großartig erhöht werden müssten.

De Maizière sollte sich mal von Herrn Heusinger (Volkswirt und Journalist) beraten lassen.

"(….)Ein Crash-Kurs: Mitten in der Wirtschaftskrise lautet das größte Risiko Deflation, also fallende Preise. Deflation ist deshalb so schlimm, weil die Volkswirte kein Gegengift kennen, im Gegensatz zur Inflation. (...)Derzeit übersteigt weltweit das Angebot von Gütern, Dienstleistungen und auch Arbeitskräften die Nachfrage. Deshalb herrscht ein kräftiger Druck auf alle Preise. Würden nicht Spekulanten die Rohölpreise nach oben treiben, sähe man das den Inflationsraten noch deutlicher an. Beginnen die Löhne zu fallen, ist die Deflation nicht mehr fern. Deshalb sind Lohnerhöhungen das volkswirtschaftliche Gebot der Stunde – zumindest für jene Branchen, die es sich leisten können..... (Quelle FR-Online) "

Reallohnverluste darf es auf keinen Fall geben. Gerade nicht im Öffentlichen Sektor. Dieser kann das eher verkraften, als andere Dienstleistungsbereiche. Denn die Industriegewerkschaften setzten in der Tarifrunde 2010 auf Beschäftigungsicherung.  Aus Gesamtwirtschaftlicher Sicht, ist es deshalb vernünftig, dass insbesondere der ÖD mit einem deutlichen Reallohnzuwachs aus der Tarifrunde gehen. Auch, weil das Akzente setzten würde für andere Branchen. In der Krise brauchen wir eine Wachstums-Beschleunigende Lohnpolitik. Außerdem würde das ein Signal für die Beseitigung des makroökonomische Ungleichgewicht setzen.

Warum?

Bitte Heusinger weiterlesen:

"Amerikaner und Spanier konsumieren weniger, weil sie ihre Schulden abzutragen beginnen. Deutschland und China bleiben deshalb auf Waren sitzen. Während die Chinesen mit gewaltigen Konjunkturprogrammen der Gefahr Herr zu werden scheinen, tut sich Deutschland mit der Umstellung seiner Wirtschaft auf mehr Binnennachfrage noch deutlich schwerer. Das Exportmodell Deutschland, aufgebaut durch jahrelange Lohnzurückhaltung, ist noch intakt....(Quelle FR-Online) "

Hier sind versteckt nicht nur mahnende Worte heraus zuhören. Man könnte es auch als Vorwurf verstehen. Und zwar gegen die Gewerkschaften, die die Lohnzurückhaltung hingenommen haben. Aber Tarifpolitik ist eine Frage der Macht. Unter einem Tarifvertrag gehören zwei Unterschriften. Die Arbeitnehmer/Innen haben es sehr viel schwerer, gerade unter diesen politischen Rahmenbedingungen, die Arbeitgeber zu einer Unterschrift zu bewegen.

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Weitere Infos zu den Tarifbewegungen im Öffentlichen Dienst:

tarifpolitik-oed.blog.de/

 

 

 
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