luggi

go raw now

31.05.2010 | 11:23

BB "Gedicht vom Pflaumenbaum"

 

Beiträge zum 03. 10. 2010

 

„Im Hofe steht ein Pflaumenbaum
Der ist klein, man glaubt es kaum.
Er hat ein Gitter drum,
So tritt ihn keiner um.
Der Kleine kann nicht größer wer’n,
Ja, größer wer’n, das möchte’ er gern.
´s ist kein Red davon
Er hat zu wenig Sonn.

Den Pflaumenbaum glaubt man ihm kaum,
Weil er nie eine Pflaume hat.
Doch er ist ein Pflaumenbaum,
Man kennt es an dem Blatt.“

 

Mein Pflaumenbaum wurde 1990 abgeholzt.

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
Cassandra schrieb am 31.05.2010 um 11:42
Luggi, immer wieder kommt ein neuer Frühling.

luggi schrieb am 31.05.2010 um 11:46
Danke dir Cassi für die Aufmunterung.

Mein historischer Optimismus ist beinahe epochal. Es müssten mehr, viel mehr Menschen mittun, an diesem Frühlingserwachen.
Cassandra schrieb am 31.05.2010 um 11:49
Dort, wo einmal etwas gewachsen ist, kann der Boden nicht unfruchtbar sein :)
Cassandra schrieb am 31.05.2010 um 11:52
Aber der neu wachsende Baum sollte sich frühzeitig mit Schädlings-/Parasitenbekämpfung auseinander setzen.
luggi schrieb am 31.05.2010 um 11:58
Cassi, für beide Kommentare bekommst du eine "1" und
5
oranier schrieb am 02.06.2010 um 13:48
"immer wieder kommt ein neuer Frühling"

Kommt an den Tisch unter den Pflaumenbäumen
(Franz Josef Degenhardt)

1)
Kommt an den Tisch unter Pflaumenbäumen,
Der Hammel ist gar überm Lauch!
Paprika soll uns im Halse brennen,
Der reife Kartoffelschnaps auch,

Lachen wollen wir wieder wie damals,
Bis morgens der Nachtvogel schreit.
Wieder gute Geschichten erzählen,
Von damals und von dieser Zeit!

Denn unsere Sache, unsere Sache, die steht nicht schlecht.

2)
Sicher, wir sind ganz schön mitgenommen,
Die Stimmen sind heiser vom Schrei'n.
Töne gibt's da manchmal im Lachen,
Da muss man schon vorsichtig sein.

Misstrauisch sind wir beim Spass geworden,
Nein, machen wir uns da nichts vor!
Schmaler Verdacht in den Augenwinkeln,
Die Hand am geschlitzten Ohr.

Doch unsere Sache, unsere Sache, die steht nicht schlecht.

3)
Erzählt von euren Fahrten, Genossen,
von Chile und wie man da singt,
Hanoi, von den großen Unbesiegten,
Und wie man die Ernte einbringt!

Vom Vollmond über Havanna, der Schönen,
Im Schutz von Raketen aus Stahl,
Vom Donez erzählt, von georgischen Festen,
Erzählt bei unserem Mahl!

Denn unsere Sache, unsere Sache, die steht nicht schlecht.

4)
Sicher sind auch unsere Schwierigkeiten,
Das einfache ist ziemlich schwer,
Vorsicht ist in unsere Träume geschlichen,
Die Maultrommel spiel'n wir nicht mehr.

Erzählt aber auch von den Streiks und Aktionen,
Von Festen und von unserem Spass,
Und wie allmählich die Steine tanzten,
Die Mauern aus Dummheit und Hass!

Und unsere Sache, unsere Sache, die steht nicht schlecht.

5)
Also kommt an den Tisch unter Pflaumenbäumen,
Der Hammel ist gar überm Lauch!
Paprika soll uns im Halse brennen,
Der reife Kartoffelschnaps auch.

Harmonika spielen wir und Trompeten,
Elektrischen Bass und Schalmei,
Und werden noch unter den Bäumen liegen,
Wenn morgens der Nachtvogel schreit.

Denn unsere Sache, unsere Sache, die steht nicht schlecht,
Denn unsere Sache, unsere Sache, die steht nicht schlecht.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 31.05.2010 um 12:10
Endlich mal ein Frühlingsblog.
Habe am Wochenende im Garten eines Freundes "Frühjahrsputz" gemacht. Rasen mähen, aufräumen, umgestürzten Baum zersägen, getroffenen Schuppen abstützen. Und bin dabei einem unbebauten Grundstück (ehemals Autoverkaufsplatz) in der Nachbarschaft als illegaler Gärtner beim selbstbegrünen unter die Arme zu greifen. Also Müll wegräumen, ein paar Sack Muttererde, Sonnenblumensamen (kommen schon ein paar Triebe). Auf dem Grundstück steht übrigens tatsächlich (noch) eine Pappel. Na, mal sehen.
Erst mal genug der guten Taten. ;)
luggi schrieb am 31.05.2010 um 12:16
@GerhardHM

Bin jetzt stark am vergrübeln; meinst du ein zweites NAW?
Subbotnik reicht, glaub ich, nicht.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 31.05.2010 um 13:10
Du meinst, ich sollte eine Lotterie anfangen? "Dieses Los hat leider nichts gewonnen" Haben wir als Kinder immer gern gemacht. Ein 2,- Mark-Gewinn war 'ne große Nummer.

Nachdem ich vor kurzem(!) nachgelesen habe, wer Timur (=Tamerlan) war, mag ich auch nicht mehr mit dessen Trupp....

Ich gestehe, ich komme mir schon etwas albern vor. In Berlin ist es üblicher seinen Müll auf die Straße zu werfen, als mal was aufzuheben. Ich bin also quasi im Widerstand. Komisches Gefühl, komische Blicke.
luggi schrieb am 31.05.2010 um 13:31
Bei "NAW-Losen" fällt mir ein, wie unreif doch die eine oder andere Pflaume war. In den höheren Schulklassen wurden jährlich pro Schüler 3 - 5 Lose verteilt, die der arme Schüler dann verkaufen sollte (Familie anbetteln). Bei 3 Losen habe ich die Lose meist von meinem bisschen Taschengeld selbst erworben, einschließlich der Nieten. Den Rest gab ich als unverkäuflich zurück.

Die Trefferquote bei der Tombola der örtlichen VKSK-Gruppe war deutlich höher.
(Für NichtDDRler: VKSK war kein Kampfverband sondern die grüne Züchterfront der DDR)
Deaktivierter Nutzer schrieb am 31.05.2010 um 13:52
Gibt natürlich schon wieder Vorläufer/Schnellere:
/www.guerrillagardening.org/
Gefällt mir.
Technixer schrieb am 31.05.2010 um 18:01
Uuh Guerrillagardening, gefällt mir auch sehr. Vielleicht sollte mal so ein radikaler Begrünungstrupp, dass pothässliche Kanzleramt beglücken oder allgemein den Bereich um den Hauptbahnhof. Das sieht ja da grausam steril aus, der Rasen auf 2cm und streng im 90° Winkel angeordnet.

Deaktivierter Nutzer schrieb am 01.06.2010 um 10:46
@GerhardHM schrieb am 31.05.2010 um 12:10
Rasen mähen ?
claudia schrieb am 01.06.2010 um 10:56
>>Rasen mähen ?<<
der Rasen muss regelmässig rasiert werden.
Sonst hiesse er Wiese.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 01.06.2010 um 19:01
Dich hatte ich doch garnicht gefragt !
Deaktivierter Nutzer schrieb am 01.06.2010 um 20:52
Ja, Rasen mähen. Niemeand ist allein auf der Welt. Immer gibt es Nachbarn. Und manchmal halte ich es nicht für falsch, deren Interessen "irgendwie" zu respektieren. In diesem Fall gibt es rechterhand Nachbarn, die ihren Rasen mit irgendwelcher Technik zentimetergenau abschneiden. Linkerhand gibt es Nachbarn, die extrem tolerant "unseren" Urwald hinnehmen. Was also tun?

Gerhard Gundermann

GRAS (leider bei youtube gesperrt)

Als wir endlich groß genug warn
Nahmen wir unsre Schuh
Die bemalte Kinderzimmertür
Fiel hinter uns zu
Vater gab uns seinen Mantel
Und seinen blauen Hut
Mutter gab uns ihre Tränen und
Machte uns ein Zuckerbrot

Immer wieder wächst das Gras
Wild und hoch und grün
Bis die Sensen ohne Haß
Ihre Kreise ziehn

Immer wieder wächst das Gras
Klammert all die Wunden zu
Manchmal stark und manchmal blaß
So wie ich und du

Als wir endlich alt genug warn
Stopften wir sie in den Schrank
Die allzuoft geflickten Flügel
Und Gott sagte: Gott sei dank
Und nachts macht diese Stadt
Über uns die Luken dicht
Und wer den Kopp zu weit oben hat
Der find seine Ruhe nicht

Immer wieder wächst das Gras...
Deaktivierter Nutzer schrieb am 01.06.2010 um 21:00
Jibbt et bei Buschfunk.de uff cehdeh. Große Gesänge!
luggi schrieb am 01.06.2010 um 21:08
Nö, oder?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 01.06.2010 um 21:27
Ist das die Tube? Mir hat sie immer wieder was von Löschung mitgeteilt.
Na, Gott sei dank.
Übrigens: Wer sagt dies in der jüngeren Geschichte zu wem? Simon zu Linda natürlich. Bei 1:15:08!
Deaktivierter Nutzer schrieb am 01.06.2010 um 22:17
@GerhardHM. Ich sehe das anders. Mir fällt dazu grad ein Gedicht von Mark Twain ein:
" Loyalität gegenüber einer festgefahrenen Meinung hat noch nie eine Kette gesprengt oder eine menschliche Seele befreit".
Wir haben hier Wiese und sind von lauter Rasenpflegern umgeben. Eben habe ich meinen Mann mal gefragt, ob er hier für einen Nachbarn rasen mähen würde. Er: "Na, hör mal ! "
luggi schrieb am 01.06.2010 um 22:21
@ Ehrlicher
Wenn du so nach Metaffan suchst wird das nüscht.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 02.06.2010 um 00:29
@luggi: Bring mal lieber selber deinen Kram in Ordnung.Das gibt bessere Effekte, als anderen am Zeug rum zu flicken !
Deaktivierter Nutzer schrieb am 02.06.2010 um 09:10
@Ehrlicher, claudia
Urwald an der richtigen Stelle. Immer, gern. :)
hibou schrieb am 01.06.2010 um 19:07
Er hats echt mit Pflaumen:

Erinnerung and die Marie A.

An jenem Tag im blauen Mond September
Still unter einem jungen Pflaumenbaum
Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe
In meinem Arm wie einen holden Traum.

Und über uns im schönen Sommerhimmel
War eine Wolke, die ich lange sah
Sie war sehr weiß und ungeheuer oben
Und als ich aufsah, war sie nimmer da.

Seit jenem Tag sind viele, viele Monde
Geschwommen still hinunter und vorbei.
Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen
Und fragst du mich, was mit der Liebe sei?

So sag ich dir: Ich kann mich nicht erinnern
Und doch, gewiß, ich weiß schon, was du meinst.
Doch ihr Gesicht, das weiß ich wirklich nimmer
Ich weiß nur mehr: ich küßte es dereinst.

Und auch den Kuß, ich hätt ihn längst vergessen
nicht die Wolke dagewesen wär
Die weiß ich noch und werd ich immer wissen
Sie war sehr weiß und kam von oben her.

Die Pflaumenbäume blühn vielleicht noch immer
Und jene Frau hat jetzt vielleicht das siebte Kind
Doch jene Wolke blühte nur Minuten
Und als ich aufsah, schwand sie schon im Wind.
Cassandra schrieb am 01.06.2010 um 19:18
ach ja. danke. immer wieder schön.
luggi schrieb am 01.06.2010 um 20:27
Mensch hibou

Hast du das Pflaumengedicht gelernt oder gelebt? Egal, gelesen und gegessen, lecker.
Nelly schrieb am 01.06.2010 um 22:25
Die Pflaume steht bei Brecht aber auch noch für was andres, was nicht auf dem Baum wächst. Wird im Herrn Puntila etwas deutlicher, wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt. Da geht's irgendwie um Pflaumenmus, glaube ich.
luggi schrieb am 01.06.2010 um 22:31
Ja aber die endgültige Interpretationshoheit liegt beim Rezipienten.
Wolfram Heinrich schrieb am 01.06.2010 um 23:16
@Nelly
Die Pflaume steht bei Brecht aber auch noch für was andres, was nicht auf dem Baum wächst.

Von dieser anderen Art Pflaume, die sich im Gebüsch versteckt, soll Brecht, dem Vernehmen nach, reichlich genascht haben.
Die schönsten Maiengedichte schreibe man hinter dem bullernden Ofen im Winter, schrieb Heinrich Heine und so stammen auch die schönsten Liebesgedichte von promiskuitiv lebenden Dichtern mit der nötigen Distanz zur Sache "Liebe".

"Warum liebt der Mensch? Der eine findet einen Menschen und er liebt ihn. Und der andere will lieben und sucht sich einen Menschen dazu. So liebt der eine den Geliebten und der andere das Lieben."
BERTOLT BRECHT
("Die Rundköpfe und die Spitzköpfe")

Ciao
Wolfram
hinrich brave schrieb am 01.06.2010 um 23:21
Liebe geht durch das Dichten!
hinrich brave schrieb am 01.06.2010 um 23:23
für hibou
Still unter einem jungen Pflaumenbaum
ein Traum so blond ich glaub es kaum
hinrich brave schrieb am 01.06.2010 um 23:24
Liebe geht über den Schreibtisch
und hinter den Ofen.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 02.06.2010 um 01:38
Paast zwar jetzt wieder nicht so rein, aber ist das schönste, kürzeste Liebesgedicht von Brecht.

SCHWÄCHEN: Du hattest keine - ich hatte eine-
Ich liebte !
hibou schrieb am 02.06.2010 um 07:02
ihr meint die Rose?
eine rose ist eine rose ist eine rose

roseroseroseroseros
luggi
Ein Indianer kennt keine Kyttasalbe.
Mitglied seit:
2 Jahre 49 Wochen
Zuletzt aktiv:
28.05.2012
Status:
Blogger
Aktivität:
Beiträge: 155
Kommentare: 4721
Mein Projekt:
Mein Web:
Logbuch
18:26
blog1 hat gerade einen Blogbeitrag erstellt.
18:24
Ismene hat gerade einen Kommentar geschrieben.
18:23
Georg von Grote hat gerade einen Kommentar geschrieben.
18:23
Rael hat gerade einen Blogbeitrag erstellt.
18:20
OWLArmin hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

portlet_Phoenix-12.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG