luggi

go raw now

19.09.2010 | 08:41

Entweder oder Kritik der Literaturkritik

Am 01. August 2010 veröffentlichte der Erunda-Verlag das Erstlingswerk des Autors N. I. Tschewo. Der Autor ist im großen Kreis der Literaturfreunde fast völlig unbekannt, wird aber sehr oft in einem Zusammenhang genannt, wenn es um Verantwortung und deren Abschiebung geht. Seit Jahrhunderten funktionierte diese Abschiebepraxis reibungslos, auch wenn die Spannungsbreite und -fähigkeit bis an nicht erwartete Grenzen reichte.

Herr N. I. Tschewo war über viele Jahrzehnte persönlich von der Abschiebepraxis betroffen. In seinem Buch "Das Versagen der Wochentage und das Sawtra" koaguliert er seine Erkenntnisse und Entgegnungen zu einem Agglomerat serieller Themengebiete, die in ihrer heuristischen Bedeutung einen Gravitationsschlenker in der polaristischen Szene der Literaturkritik bedeuten könnte oder bedeuten können würde. Mehr noch. Ausgehend von den Erfahrungen seiner transpirativen Heimat persiflagiert der Autor die zusammenhanglosen Unverantwortlichkeiten des globalisierten Unsinns in eine untragbare Form, in die sich die Rezipatorinnen einfügen müssen. Buchstabe an Buchstabe und Leerzeichen an Leerzeichen wird dem Unkundigen seine Unkundbarkeit bewusst. Das Buch beweist in einzelnen Prozessen die Impotenz der alucardischen Triebsteuerung gegenwärtiger und hysterischer Personen. Zum Ende des Buches bleibt, wie erwartet, jede Frage offen und den Leser beschleicht das Gefühl, er wäre missbräuchlich an die Frage herangeführt worden, ob sich Pornografie in der Politik lohnt, oder ob es nicht Sinn macht, sich mit der Frage auseinander zu setzen, warum Angela Merkel Angela Merkel und nicht Josephine Mutzenbacher heißt.

Leider hat diese Ausgabe auch eine Schwachstelle. Sie ist nicht als Einzelstück aneigbar sondern muss mit anderen, artspezifischen Herstellungsstücken erworben werden.

Für alle Aufmerksamgewordeneninteressenten:
N. I. Tschewo "Das Versagen der Wochentage und das Sawtra" im Erunda-Verlag (ISBN 017308150815) als Neuerscheinung.

 
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Kommentare
Rahab schrieb am 19.09.2010 um 08:48
luggi schrieb am 19.09.2010 um 08:57
Rahab, das is' ja 'ne geile Seite. Da kann man Bücher nach Preis suchen. Stell dir vor du gehst zu einer großen privaten Volxbuchkette und verlangst ein Buch für 19,95; das Gesicht der/des VerkäufersIn möchte ich dann sehen.
goedzak schrieb am 19.09.2010 um 09:41
Zu diesem UNSINN habe ich NICHTS zu sagen!
archinaut schrieb am 19.09.2010 um 14:18
"Eigenlob"???
Ist N.I. Tschewo Dein Pseudonym (oder Dein Klarname?!)?

Gespannt auf weiter Werke
archie
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