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Berlin: Die deutsche Industrie und Landwirtschaft beklagt seit Jahren einen großen Arbeitskräftemangel. Insbesondere fehlen Fachkräfte. Die deutsche Regierung hat diesem Wunsch entsprechende Pläne für Europa ausarbeiten und umsetzen lassen. Um die rasche Verfügbarkeit der Arbeitskräfte zu gewährleisten, wurde auf das Freiwilligkeitsprinzip verzichtet. Als Personaldienstleister konnte eine SS-Organisation gewonnen werden.
Berlin: Die Versorgungswege für Rohstoffe werden jetzt endgültig gesichert. In Zusammenwirken mit militärisch ausgebildeten Sicherstellungskräften wird der Zugriff auf fast alle europäischen Ressourcen gewehrleistet. Aufkommende Proteste werden als perfide Terrorakte gewertet und mit letalen Folgeerscheinungen sanktioniert.
Berlin: In der deutschen Bevölkerung wächst der Zorn über das Sozialschmarotzertum gewisser jüdischer und anderer nichtdeutscher Untermenschen. Das beschleunigte Verfahren zur Abschiebung dieser Personen, beschlossen durch eine Findungskommission in Wannsee, wird unter Beteiligung der deutschen Industrie umgesetzt.
Berlin: Die Reichsbahn beklagt die Zahlungsmoral einiger Kunden. Es gibt zahlreiche Fälle, bei denen jüdische Fahrgäste die Transportkosten nicht bezahlen wollen oder können. Besonders Kinder, Ältere und Kranke verweigern kurze Zeit nach dem Transport die Zahlung.
Berlin: Der Führer hat sich mit einer aufrüttelnden Rede an das deutsche Volk gewandt. Kernpunkt seiner Rede war die derzeitige Lage. Der Führer betonte, dass die Lage und die weitere Entwicklung alternativlos sind und Deutschland gestärkt herauskommen wird.
Sport: Millionen junger deutscher Männer betreiben eine neue Fallsportart. Sie nennt sich: Gefallen für Führer, Volk und Vaterland. Eine Kurzbezeichnung für diese Sportart konnte bisher noch nicht gefunden werden.
Wetter: Im Osten und Westen entwickeln sich Gewitterfronten, die einiges befürchten lassen.
P.S. Zum heutigen Gedenken an die Opfer der reaktionärsten und profitgierigsten Clique der deutschen Monopolbourgeoisie und ihren chauvinistischen Helfern.
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... der Teil mit "alternativlos" hat was...
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Auweia, hab' ich im Blogeintrag Analogien hergestellt? Andererseits klingt es komisch, wenn aktuell jemand von der Endlösung der Arbeitslosigkeit oder vom Endsieg bei der Krisenbewältigung sprechen/schreiben täte.
Danke euch beiden für's lesen und nachdenken. |
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Ja, nachdenken wäre ab und zu gar nicht mal so verkehrt.
Zb darüber, wo eigentlich die großartige deutsche Arbeiterklasse am 20. (!) Januar 1942 war. Bei der proletarischen Weltrevolution jedenfalls nicht. |
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Josef, 20.(!) Januar 1942, schreib's gleich oder willst du mich und andere auf die guhgeltour schicken?
Die großartige deutsche Arbeiterklasse war leider gespalten und die Führung korrumpiert. Und sie hat die Anderen im Stich gelassen. Es gibt auch Gegenbeispiele. Die Bourgeoisie hat damals beste Arbeit geleistet. Heute ist sie raffinierter. Tja halt Entwicklungspotenzial. Weltrevolution kommt noch. Kannste glauben. |
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»Weltrevolution kommt noch. Kannste glauben.« — Ja Zeit wär's mal, luggi!
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Ich glaub mal, dass nicht nur die US-Administration nach Ägypten, Tunesien etc. schaut. Den vielen Amis geht es doch genauso beschissen wie den Nordafrikanern.
Es ist Zeit. Ähm, nur der Freitag ist irgendwie nicht auf der Höhe der Zeit. Da muss man doch was tun. |
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Genau: Vielen Amis geht's genauso bescheiden — denn die Vereinigten Staaten sind das bürgerlichste Land der Welt — und das wissen sie auch, jedenfalls dann, wenn sie nicht zufällig irgendeinem Prediger zur Beute gefallen sind, der ihnen einredet, daß sie gar nicht zu wenig zum Leben haben, sondern einfach zu weltlich, zu materialistisch, zu »gierig« seien und sich mehr am moralischen Riemen reißen sollten (sonst ...) und dergleichen Unsinn mehr.
Aber was darauf folgt, ist eben nicht die Weltrevolution, sondern entweder sporadische Proteste vor dem Weißen Haus oder aber gleich die Tea-Party-Bewegung. Das kommt unter anderem daher, daß es nie eine linke (!) Kritik der Arbeiterklasse gegeben hat, sondern man lieber arbeitertümelndem Unsinn die »Weihen« der Geschichtsphilosophie verleiht und sich ansonsten darauf verläßt, daß die Arbeiterklasse per definitionem gar nicht konterrevolutionär sein könne. Was schlicht falsch ist. |
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Vielleicht ist es so, dass die Arbeiterklasse im herkömmlichen Sinn ihrer revolutionäen Rolle verlustig geworden ist? Die soziale Komponente der Produktivkräfte ist immer auch an eine technische Komponente gebunden. Es scheint mir so, dass es heute eine andere soziale Klasse/Schicht ist, die am engsten mit der technischen Seite der Produktivkraftentwicklung verbunden ist. Aber das wäre vom Thema her mal so eine richtige Diskussion wert.
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schrieb am
27.01.2011 um 21:49
@ Luggi, die Bourgeoisie ist heute raffinierter Systemträger. Darum ist beim Freitag doch auch immer dieser Verdruss mit denen.
Übrigens @ J-ap den Amis im Ausland geht's so gut das sich sogar die Diplomaten schon wie Cowboys benehmen: in Lahore hat einer von denen gerad' 2 Leute nach Wild Erb Mothode nieder gestreckt. Da geht's dann wohl auch bald los. Zu viele hungrige Leute dort... |
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@sachichma,
aber irgendwann ist Schluss mit der Verscheißerung mit der mildtätigen Ausbeutung. Wenn sich der Jan, Maike u.a. bewusst werden, dass sie nach Marx'scher Definition ausgebeutet werden, tja, dann würden sie neue Produktionsverhältnisse fordern. Aber ist anderes Thema. |
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Also wenn wir schonmal beim alten Karl einkehren wollen, dann machen wir auch mal Halt im Jahr 1865 und erinnern uns an: »Die Arbeiterklasse ist revolutionär oder sie ist nichts«. Und vor diesem Hintergrund müßte man zuerst einmal begreifen, daß die Arbeiterklasse nicht nur, aber eben auch in den nämlichen zwölf Jahren eben das war: nichts. Das hängt rein gar nicht mit irgendwelchen Produktivkräften und sozialen Komponenten zusammen, sondern mit der Einsicht, daß der NS ein ebenso klassenübergreifendes wie klassenaufhebendes identitätsstiftendes Mordkollektiv der Deutschen gewesen ist.
Wenn Du dann allerdings weiter unten Granaten vom Stapel läßt wie die, daß, wer Kollektivschuld sage (was hier im übrigen niemand getan hat, vermutlich, weil mittlerweile fast jeder weiß, daß es die weder gab noch gibt, sie vielmehr eine Konstruktion von Nationalapologeten ist, die ersonnen wurde, um sie besser zurückweisen und damit die vorgängige deutsche Geschichte bruchlos renovieren zu können), doch wohl nur Degussa und Siemens exkulpieren wolle, dann weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr, wo genau ich die »Diskussion« beginnen sollte, um mit Dir jemals auf einen grünen Zweig zu kommen, luggi. |
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"daß die Arbeiterklasse nicht nur, aber eben auch in den nämlichen zwölf Jahren eben das war: nichts" Josef,das war nichts. Entschuldige dich vor der internationalen Arbeiterklasse, spätestens morgen. Und vor den Opfern der Arbeiterklasse im Kampf gegen den Faschismus. Auszeit? Zum Nachdenken? |
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schrieb am
28.01.2011 um 03:22
Ich hab das auch so in der Schule gelernt, dass der einzige Widerstand von Staufenberg & Co. ausgegangen sei. Kommunisten gab es laut Unterricht nur bis 1933: Sie haben den Reichstag angezündet und sich dann irgendwie in der Luft aufgelöst.
Fakt ist, dass es Widerstand gegen das Regime während der ganzen 12 Jahre auch in Deutschland gab. Fakt ist aber auch, dass die Arbeiterklasse gespalten und damit zu schwach war... |
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Na sicher haben Sie von Stauffenberg in der Schule gehört. Schulen sind ideologische Staatsagenturen, und ein Graf von Stauffenberg — dessen Attentat ja niemand abstreitet — macht sich als Gründungsmythe des Rechtsnachfolgers namens BRD und Pate des berühmten »Anderen Deutschland« eben soviel besser und schmeichelt dem Ansehen dieses Landes soviel mehr als etwa der immerfort vergessene Georg Elser.
Dem allerdings hat noch nicht einmal die Arbeiterbewegung ein Denkmal gesetzt, sondern genauso gekuscht wie alle anderen, als man ihn nach dem Krieg zum SS-Mann umlog, weil er eben kein strammer Thälmann-Jünger war, der sich für die Renovierungsbemühungen diverser arbeitertümelnder Bewegungsbonzen hätte einspannen lassen. Nein, Georg Elser, der schwäbische Provinzbauernsohn, Tischler und Gelegenheitsarbeiter, war ein Einzeltäter, dessen Motive für den Widerstand gerade wegen ihrer Einfachheit, Ehrlichkeit und Geradlinigkeit so sehr überzeugen und zugleich beschämen, weil sie alles andere als großspurig staats- und parteitragend waren. Georg Elser — Du bist nicht vergessen! |
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schrieb am
28.01.2011 um 06:46
Georg Elser vergess ich nicht, von dem hatte ich auch ausserschulisch gehört.
Andererseits habe ich aber auch Leute persönlich gekannt, die damals dagegen zu wirken versuchten. Als Beispiel eine Nachbarin, die ganz beiläufig mal in einem Gespäch sagte: "Wenn ich heute so drüber nachdenke: Man ist ja mit einem Bein im KZ gestanden. Wir haben nachts heimlich die Flugblätter in die Briefkästen verteilt, in denen zur Sabotage der Kriegsindustrie aufgerufen wurde. Auch als der XX verschwunden war, haben wir weiter gemacht." (Der alte XX war in Dachau und hats überlebt.) Das waren biedere Zeppelin- und Maybacharbeiter, die möglicherweise recht verlegen gewesen wären wenn sie jemand als Widerständler hätte feiern wollen. Die vergesse ich auch nicht. Sie liefen in 60ern noch herum und jede/r konnte sie was fragen. Übrigens: Freisler wollte mit dem schnellbrutalen Urteil gegen die Geschwister Scholl ein Exempel statuieren. Eben, weil sie nicht die Einzigen waren die zum Widerstand aufriefen. Auch dass nur einsame Helden gegen die Nazen gewesen wären ist eine Legende. Womit ich die Einzelkämpfer nicht abwerten will... |
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streifi, ö steht für Österreich, aber das ü? Bitte um Klärung!!!
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danke.gute.
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Die Nachrichten klingen dermaßen tagesaktuell, dass ich erst im dritten oder vierten Abschnitt gemerkt habe, dass es eine Parodie (au weia, oranier, ist dieses Wort hier angebracht?) ist - und habe weiter oben das Datum von vor 70 Jahren bemerkt.
Ehrlich gesagt, erschreckend: wenn man nur einige wenige Adjektive und Begriffe austauschen würde, könnten das die Nachrichten von heute sein. |
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Ja, sind alle noch da. Siemens und Co und Nachfolgefirmen. DEGUSSA gibt es auch noch. Aber sie haben ja ihre Vertreter für Krokodilstränen und Kollektivschuld, damals und heute.
Wie heißt es: der Schoß ist fruchtbar noch aus dem das kroch. |
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@lee
mir war auch etwas übel... |
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Ich wusste gar nicht, ob man das gut finden darf...
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Danke für den Blogtext, luggi.
Er macht klar dass sich die Handlungsweise der Herrschenden formal ändert, aber nicht inhaltlich. Und dass sogar die Sprache nur so weit geändert wird, wie unbedingt nötig. Wenn sie momentan nicht über so viele Leichen gehen lassen, dann eben, weil es zur Zeit nicht nötig ist... Wer sich mit der Geschichte der NSADP ab ca. 1930 befasst, kann ohne weiteres erkennen, dass sie gekauft war. Und zwar mit der Methode "Parteispende". Die NSDAP war durch grosszügige Geldgeber besonders gut lenkbar, weil sie zuvor insolvent war. Zur Spaltung der Arbeiterklasse*: Es scheint, dass eine grosse Mehrheit aus der Geschichte nichts gelernt hat. Lernen ist allerdings nur ausserhalb der obrigkeitsgenerierten "Informationsmittel" möglich. *Arbeiterklasse: Menschen, die vom Verkauf ihrer Arbeitskraft leben müssen. --- >>...wird der Zugriff auf fast alle europäischen Ressourcen gewehrleistet.<< Ja, Gewehrleistung hat Tradition und ist modern. |
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Pardon, claudia, aber das ist größtenteils Schwachsinn, was Sie da schreiben.
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schrieb am
28.01.2011 um 10:14
Es gibt zwei Geschichten der NSDAP:
1. Vor dem Verbot von 1923 hatte die Partei einige Gönner wie Thyssen, Borsig und den Bayerischen Industriellenverband. Nach dem Verbot, (bei dem auch das Parteivermögen konfisziert wurde) war das natürlich zuende. Nach der Neugründung 1925 wuchsen die Schulden schneller als die Einnahmen. Auch bei Reichstagswahlen kam die NSDAP nicht mehr auf Beine: 1928 kam sie gerade mal auf 2,6 %. Mehr Mitglieder verliessen die gescheiterte Partei als neu hinzugewonnen werden konnten, was die Finanzlage mangels Beiträgen zusätzlich verschärfte. Die NSDAP galt bei Banken als nicht mehr kreditwürdig, aus die Maus. Hier beginnt Geschichte 2: Vor der 1932er Präsidentschaftswahl fiel die NSDAP dadurch auf, dass es ihr offenbar nicht an Mitteln für eine grossangelegte Propagandakampange fehlt. Ausserdem konnte die SA mit grosszügigen Verpflegungs- und Freibierangeboten arme Schlucker rekrutieren: Die Mitgliederzahl wuchs von ca. 70 000 im Jahre 1930 auf 220 000 im Jahre 1932 (1926: ca 30 000) Der Himmel hatte ein Einsehen gehabt, liess Geld regnen und die katastrophale Verschuldung löste sich in Wohlgefallen auf… --- Ansonsten: Nicht nur Meinecke, sondern auch ein Buch von zwei amerikanischen Autoren, deren Namen ich allerdings vergessen habe gingen kurz nach 1945 noch von massiven Spenden an die NSDAP aus. . (Scheringer lasse ich aussen vor, denn er wird natürlich als voreingenommen betrachtet.) Dass dies später von Historikern bestritten wurde, vor allem aufgrund der unsicheren Quellenlage, ist mir schon bekannt. Die NSDAP hatte ihr Archiv kurz vor Kriegsende vernichtet und es wird davon ausgegangen, dass Grossfirmen, wenn sie Geld springen liessen, späteren Forschern bereinigte Unterlagen präsentierten. Übrigens ging auch das „Ahlener Programm“ der CDU davon aus, dass aufgrund der Erfahrung mit dem „3. Reich“ die Machtfülle des grossen Kapitalbesitzes beschnitten werden muss und hatte damit ihren ersten Wahlerfolg. Nach heutigem Erkenntisstand waren natürlich sowohl die Macher des Ahlener Programmes wie auch die Wähler strunzdumm: Faschismus hat doch nichts mit Kapitalismus zu tun, gell? Wenn die „unsichere Quellenlage“ beweist, dass die NSDAP doch keine Grossspenden erhalten hat, dann bleibt es natürlich eines der ungelösten Rätsel der deutschen Geschichte, wie die überschuldete Pleitepartei, so schnell aus dem Schlamassel kam. --- Eine Untersuchung der Reichskanzlei im Jahre 1932 ergab, dass die NSDAP 1931/32 ca 40 Mio. Reichmark Spenden erhalten habe, davon allerdings ein grosser Teil aus dem Ausland.* Das ist nicht weiter verwunderlich, denn am „antibolschewistischen Kampf“ waren nicht nur deutsche Industrielle interessiert. Die Erueure der Reichskanzlei könnten sich um ein Millionen vertan haben, vielleicht waren es doch nur 30 Mio.? Anlass für die Untersuchung war die öffentliche Klage Heinrich Brünings, dass Hitler für den Präsidentschaftswahlkampf 1932 eine halbe Mio. Reichsmark von den „Vereingten Stahlwerken“ erhalten habe, während er selbst von dort mit nur 5000 RM abgespeist wurde. * Nicht nur aus Italien, sondern auch aus Frankreich, Griechendland und USA. --- Dass der Bettelrundbrief von 1927 zunächst nur auf wenig Resonanz stiess, war ja nie von jemand bestritten worden: „Die Nationalsozialistische Arbeiterpartei hat auch den Schutz des rechtmäßig erworbenen Eigentums auf ihr Programm geschrieben. Durch die Begeisterung ihrer Anhänger und durch ihre straffe Organisation ist sie allein in der Lage, dem Terror von links wirksam entgegenzutreten. Leider ist das ohne bedeutende Geldmittel nicht zu machen. Es bleibt uns daher nichts anderes übrig, als uns an die deutsch und deutsch-völkisch gesinnten Kreise aus Industrie und Handel mit der Bitte um Unterstützung zu wenden […] Für eine gute Verwendung der Gelder bietet Ihnen die Ehrlichkeit unserer Bewegung volle Gewähr.“ Nach dem Absturz der New Yorker Börse mit Folgen auch in Europa gewann der „antibolschewistische Kampf“ der NSDAP aber mehr Unterstützer: Die schlappen bügerlichen Parteien einschliesslich der 1919 so bewährten SPD konnten nicht verhindern, dass die KPD Wähler und Mitglieder hinzugewann. Der NSDAP wurde zugetraut, dass sie als einige politische Kraft im Reich dies noch stoppen könnte. Natürlich nur, wenn sie nicht pleite war… |
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schrieb am
28.01.2011 um 15:19
Tippfehler:
>>...dass sie als einige politische Kraft im Reich...<< = ...dass sie als einzige politische Kraft im Reich... |
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"Die Reichsbahn beklagt die Zahlungsmoral einiger Kunden. Es gibt zahlreiche Fälle, bei denen jüdische Fahrgäste die Transportkosten nicht bezahlen wollen oder können. Besonders Kinder, Ältere und Kranke verweigern kurze Zeit nach dem Transport die Zahlung." -
Gestern Abend wurden vor dem Bielefelder Hauptbahnhof in einer Gedenkfeier die Namen jener Ostwestfalen vorgelesen, die, weil sie Juden waren, von hier mit der Reichsbahn in die Ghettos und Vernichtungslager in Osteuropa transportiert wurden. Ich finde die Idee dieses Blogs, an diese Menschen mit flachen Anspielungen auf die Gegenwart zu erinnern, ziemlich... geschmacklos, und der Bezug auf die Faschismus-Theorie der Komintern aus den 30er Jahren ist ja wohl reichlich absurd. |
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Mensch koslowski,
vorlesen reicht mir nicht. Da muss mehr her an Ursachenforschung um solch eine Katastrophe zu verhindern. Transportkosten: Fahrt ohne Rückkehr Und... Ich bin mal auf deine Faschismus-Definition gespannt. |
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1. Ja, Ursachenforschung ist notwendig. Ich bin sicher, dass die 500 Leute, die gestern gekommen waren, sich darüber auch Gedanken machen. Aber es war ihnen an diesem Tag wichtiger, den Opfern einen Namen und ein öffentliches Zeichen zu geben als Theorien über Faschismus und Völkermord zu diskutieren.
2. Ich habe keine eigene Theorie, nur einen bescheidenen Überblick über die verschiedenen Versuche, Faschismus und Nationalsozialismus zu verstehen. Wenn du dazulernen möchtest, besorg dir eines der vielen Bücher, die über Faschismus-Theorien informieren, z.B.: Wolfgang Wippermann, „Faschismustheorien. Die Entwicklung der Diskussion von den Anfängen bis heute“ , als Taschenbuch, glaube ich, noch auf dem Markt. |
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Mein lieber koslowski, bevor ich zu den Punkten komme. Da war doch jemand bei den Exilanten und hat diese aufgefordert, hier zu spammen. Wollte sich jemand die Finger nicht schmutzig machen. Weißt du, wer das ist? Muss mit "k" anfangen, denn er nennt sich k2.
So. Punkt 1. Welche Gedanken machst du dir so über die Ursachen? Weiter. Habt ihr auch die Namen der Täter genannt? Das waren doch Bielefelder mit Namen und Anschrift die Listen ausgefüllt haben. Und wo sind die Besitztümer der Deportierten geblieben? Das ist doch aktenkundig bei den Finanzämtern. Punkt 2. Wenn für dich ein Taschenbuch ausreicht, bitte. Ich habe in den Dokumenten gelesen, und ich habe antifaschistische (nicht antinationalsozialistische) Literatur und Berichte gelesen. Und Filme. Der Rat der Götter |
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Ich glaube zu verstehen, was du meinst. Mir scheint, du hast eine Schwäche für Verschwörungstheorien; den Eindruck hatte ich schon, als du in deinem Blog das Gespenst der bösen "Monopolbourgeoisie" wiederbeleben wolltest.
Zur Sache: 1. Viele, seit 45 Jahren, zu viele, um sie dir hier zu erklären. Die Namen der Täter waren gestern, am Gedenktag an die Opfer, ohne Belang. Sie sind, auf der oberen Hierarchieebene, bekannt. Der Verbleib des Eigentums der Opfer ließ sich nicht rekonstruieren. Es wird auch in BI so gewesen sein, wie Götz Aly und andere es beschrieben haben: die "Volksgenossen", auch die lieben Nachbarn von nebenan, werden sich bedient haben. 2. Das ist gut für dich. Um so erstaunlicher, dass du eine Theorie aus den 1930er Jahren für den Stand der Wissenschaft hältst. Im Übrigen möchte ich dich bitten, mit mir in Zukunft nicht in diesem inquisitorischen Ton zu reden. Das war's. Trotzdem ein schönes Wochenende. |
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"Die Namen der Täter waren gestern, am Gedenktag an die Opfer, ohne Belang." Ich kann es nicht glauben, solch eine infame Formulierung hier zu lesen. Du solltest dich ... nein ... du solltest solche Gedenkveranstaltungeen nicht besuchen. Das haben die Opfer nicht verdient. Deine Haltung sagt mir, das darf's noch lange nicht gewesen sein. Und unbequemen Fragen scheinst du durch Ignoranz aus dem Weg zu gehen. |
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Dabei sollten wir es belassen. Alles Gute für Sie.
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Wieso denn wir? Ich lass solch eine Haltung nicht durchgehen, nicht mal in meiner Familie.
Es ist genau deine Haltung, die diesen Linksreaktionären Auftrieb geben. Wenn's konkret wird, dann willst du es belassen. Escapist. Gesundeit für dich ja, aber ein schlechtes Gewissen soll dich wegen deiner obskuren Haltung schon begleiten. |
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@koslowski
>>ziemlich... geschmacklos,<< Faschismus ist nicht nur geschmacklos, sondern schlimmer. Und wer mal auf den Begriff "Faschismus" verzichtet, kann auf den Gedanken kommen, dass es je nach Randbedingungen mildere, härtere und extreme Herrschaftsformen des Privatkapitals gibt. Dass wir nach einer "milden" Phase zur Zeit wieder mal eine "härtere Gangart" erleben und nicht wissen, wann sie das nächste Mal in eine extreme Form umschlagen wird. Ob man den Gedanken verwerfen sollte oder weiter verfolgen, kann erst entschieden werden, wenn man sich damit auseinandergesetzt hat. Dafür empfinde ich luggis obigen Blogtext als durchaus hilfreich... |
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@ claudia
Genau das ist das Problem. Die Ultrarechten setzen eine neue Strategie um. Wer hat daran Interesse, dass diese Brut "hoffähig" wird? Hitler ist ja bei seinen Treffen mit den Oligarchen mit Frack und Zylinder und nicht mit SA-Uniform aufgetaucht. Wie war das damals? Ach, der macht nicht lange und der Spuk ist weg. Die Bürgerlichen sagten das nicht, und die Kommunisten auch nicht. |
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schrieb am
30.01.2011 um 14:46
>>Hitler ist ja bei seinen Treffen mit den Oligarchen mit Frack und Zylinder und nicht mit SA-Uniform aufgetaucht.<<
Die SA-Uniform brauchte er ja nicht, ausser für massenwirksame Auftritte. Und an der Aussenwirkung hat Göbbels wohl eh mehr gebastelt als Hitler. Gar so wichtig war der Adolf nun auch wieder nicht. Die den Präsidenten überzeugten, dass Hitler Reichkanzler werden muss, die wussten warum sie das wollten, egal wie der grosse Führer der "neuen Bewegung" da und dort auftrat. Es war etwas Neues, und man sollte am Neuen nicht herumkritteln. Das Neue begeistert. Alte Männer stehen dahinter. Junge Männer wittern die Riesenchance, die für jeden jungen Arier aus gutem Hause im Neuen liegt. In Konzernzentralen wird gefeiert: KPD verboten, Gewerkschaften aufgelöst, Reichsarbeitsfront, Streikverbot: „Na, was hab ich gesagt: Die wissen wie man die Proleten an die Leine legt“. „Jaja, aber der Noske war auch ein guter Mann“ „War er, war er, aber sowas ist nicht mehr zeitgemäss, Prösterchen!“ „Prost, Herr Betriebsgefolgschaftsführer! Gut gesagt: nicht mehr zeitgemäss, hahaha!“ „Ich habe vergangene Woche einen Vortrag gehört von diesem, äh, Göbbels. ‚Menschenführung durch Rundfunk’. Will auch baldmöglichst Fernsehen einführen. Fähiger Mann. Und der Ley sprach über ‚Kraft durch Freude, ein Motivationsschub für die Betriebsgefolgschaft’. Tatkräftige moderne Macher, die packen die nötigen Reformen mit Schwung und energisch an.“ „So jemand sollten wir in der Personalabteilung haben, wie?“ „Ach nee, da wo die sind, sind sie wertvoller. Lassen Sie die jungen Leute durch diese Schule der Nation gehen, dann holen wir sie uns als Führungskräfte. Prösterchen, auf die neue Zeit!“ „Prost, Herr Betriebsgefolgschaftsführer!“ Herrliche Zeiten, der Reichtum wuchs enorm… Heute ist diese Form natürlich nicht mehr zeitgemäss. Methoden der Propaganda wurden sehr verfeinert, Menschenführung perfektioniert. Da kläfft die Freude laut & hektisch… |
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schrieb am
31.01.2011 um 23:05
Das war natürliche eine typisch unsachlich linksextremistische Darstellung.
>>„Ich habe vergangene Woche einen Vortrag gehört von diesem, äh, Göbbels. ‚Menschenführung durch Rundfunk’. Will auch baldmöglichst Fernsehen einführen. Fähiger Mann.<< Unfähiger Mann. Freiheitliche Werbesender sind dem Schrott des NS-Propagandaministeriums haushoch überlegen. gez. ein Werbefachmann >>Und der Ley sprach über ‚Kraft durch Freude, ein Motivationsschub für die Betriebsgefolgschaft’.<< Gegen die Agenda 2010 kackt der Ley doch ab. Na ja, der hatte ja auch einen Kopfschuss im WK 1. Konnte mir nicht passieren. gez. Gerhard Gazprom. >>Herrliche Zeiten, der Reichtum wuchs enorm…<< Na und? Ham wir heute auch. Hahahaha gez. CDSUSPDFDPGrün |
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Hi claudia,
wenn etwas ursächlich Sinn macht, dann ist es die Auseinandersetzung mit Monowitz. Ohne Monowitz wäre Auschwitz in der Entwicklung nicht möglich gewesen. Ich gehe davon aus, dass du dich mit diesem "dunklen" Kapitel europäischer Geschichte auskennst. Mich wundert dass Monowitz "beharrlich" ausgeklammert wird. Es gab doch einen Sinn, nach "Cui bono?" Wem nutzte der Massenmord? Warum traf es die Juden so, nachdem die Abschiebung in's Ausland stoppte und die Züge nach Auschwitz, Birkenau, Monowitz und Theresienstadt fuhren. Wer hat damals profitiert und profitiert heute noch? Reicht dieser finanzielle Fonds zur Wiedergutmachung überhaupt aus? Kann man menschliches Leid mit Geld bezahlen? Es bleiben Fragen und werden immer mehr. Und das sit gut so. Kein Schlusstrich und formales Gedenken. |
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schrieb am
02.02.2011 um 11:57
Hallo Luggi,
es ist nicht ganz einfach, darauf zu antworten. Wir sind ja darauf getrimmt worden, das ökonomische Prinzip, das zur Zusammenarbeit von Konzernen und dem „Personaldienstleister SS“ führte, nicht näher zu untersuchen. Es bleiben Fragen offen, die man kaum stellen kann, ohne sich mit heftiger Gegenpropagnada auseinandersetzen zu müssen. Und wer es trotzdem tut, blickt in tiefe Abgründe. Man muss sich seelisch wappnen gegen das Grauen... --- >>Mich wundert dass Monowitz "beharrlich" ausgeklammert wird.<< Vielleicht kommt das daher, dass das Lager Monowice, auch "Lager Buna" genannt, das erste von einem privaten Industriekonzern geplante und finanzierte KZ war. Zunächst erwartete die IG Farben im Werk Auschwitz geringe Rendite und liess sich die Investition dort kräftig subventionieren. Rentabler wäre eine Erweiterung der bestehenden Werke gewesen. Andererseits wurde Werk Auschwitz, nach´dem es mal dawar, die Produktpalette erweitert, um den Rückgang der Treibstoff- und Synthesekautschukproduktion nach Kriegsende ausgleichen zu können. Wie wäre es nach einem „Endsieg“ mit der „Bereitstellung der Arbeitskräfte“ weiter gegangen? Nicht allzu fern liegt der Gedanke, dass sich die SS in eine AG umgewandelt und den entleihenden Firmen Beteiligung angeboten hätte. Die eroberten Gebiete als Produktionsstätten und das „Kernreich“ als Ort der Führung, Forschung, „arischen Kultur“, wo man kaum ahnt und auch gar nicht so genau wissen will, wie es an der Peripherie zugeht? Wahrscheinlich. Der damals weltweit grösste Chemiekonzern wäre nicht nur Spitzenreiter in der chemischen Anwendungsforschung gewesen, sondern auch in der Erprobung neuer Formen der Arbeitskraftverwertung. In der chemischen Industrie liegt das besonders nahe, denn bei Lohnarbeitern müssen gewisse Kosten für den Gesundheitsschutz einkalkuliert werden. Bei Zwangsarbeitern, die nach Gebrauch „verschwinden“, entfällt das: Ein KZ hat keine Berufsgenossenschaft. Es wurde nach 1945 oft eingewandt, dass die Leistung der mangelhaft ernährten Zwangsarbeiter unter der von Lohnarbeitern gelegen sei, also betriebswirtschaftlich nicht sehr interessant gewesen wäre. Andererseits blieb unwiderlegt, dass das „3. Reich“ für viele grosse Konzerne eine hochprofitable Zeit war. Bei der „betriebswirtschaftlichen Einschätzung“ der Zwangsarbeit wird auch aussen vor gelassen dass die Leihgebühr von 3 bis 4 RM / Tag kaum die Hälfte des durchschnittlichen Tariflohnes ausmachte. Ausserdem schlugen Menschen, die am Ende ihrer Kraft waren, nicht in Krankenkassen und Rentenversicherung zu Buche, sondern wurden einfach zurückgegeben und verschwanden "irgendwie". Das war „volkswirtschaftlich effizienter" als ein eigenverantwortliches sozialverträgliches Ableben zu erwarten. |
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Ja Danke claudia für die zusätzlichen Informationen.
Und für alle, die es interessiert, eine Zeittafel als Link Auschwitz, Birkenau, Buna/Monowitz |
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Nachrichten? Noch älter, dennoch mit gering verschobenem Fokus nach wie vor aktuell, was da vorgelesen wird. Soll sich ein Student bei einer Harvard-Abschlußzeremonie mal den "Joke" gemacht haben, diesen Text zu verlesen.
Die Anwesenden klatschten; höflich nur? www.youtube.com/watch?v=9Vh9tj-ESWk "Law and order” ai.stanford.edu/~paskin/quotes.html |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen