lukas eckhart

rette sich wer kann (das leben)

14.01.2011 | 01:59

valina, großes dissidenten-kino im alt(ehr)würdigen chelsea

hell yeah! hätte marc calmbach geschrien, wäre der monochrome subkulturtheoretiker gestern abend in wien gewesen. wie in einem seiner songs: in real time. auch er hat mal im chelsea gespielt. und schwärmt immer noch davon. nein, er war nicht dabei, als valina die große, weite welt ins verträumte wien brachte (das somit endlich ephemer zu chicago wurde). das wetter war feuchtwarm. lukewarm. dagegen spielten die linzer legenden an. und wie! sie meldeten sich bereits früh für ein mögliches, bestes konzert des winters an. schluss mit den superlativen. bestes konzert des jahres! es wurde einem schön warm ums herz? höllisch heiß! der bass wummerte einem in die eingeweide. leidenschaftliches brechen der linien. aufbrechen der songstrukturen in neue sphären. ferne galaxien mit hartem kern und (ohne?) boden. nichts für schwache herzen. herzrhythmusstörungen for beginners. play it loud, ist ein ausspruch des großen regiemeisters godard. valina spielten aber noch viel mehr register. fast alle. aber eins nie: kleinprovinziell. linz rules o.k., wenn valina drauf steht (wie auf den musikköfferchen). vom opener escort of soda bis zum finalen, epischen libidos regime alles gespielt. und natürlich viel zu wenig. und natürlich dogged. hier und anderswo mit dem saxophon bombastisch verfeinert. das bassdrumpedal brach beim letzten lied. kein zufall! und sänger anatol beklagte den umstand, dass alle seine freunde, die the smiths hörten, depressiv geworden seien. lasst das mit dem einseitig melodramatischen pop. hört doch valina (als anti-valium für die besungenen dissidenten). da wacht ihr gerne wieder auf. fuck you (you little fuck!) und auf den bühnenboden gespuckt. das leben kann schön sein, wenn es einem gerettet wird. wie gestern abend eben.

 
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lukas eckhart
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