lukas eckhart

rette sich wer kann (das leben)

13.06.2011 | 01:59

wye oak: "a little bit off" oder die wiederholte auflösung des selbst

schon wieder. musik nimmt mich mit, wohin auch immer sie mich mitnehmen will. das ende von chunking express? die hingabe an eine frau? (selbst aufgabe, selbstaufgabe!). "conquer me!" singen die großartigen postrocker immanu el. und gestern noch habe ich das comeback einer jugendliebe gefeiert. forever stuck in those five months after college: "if we'll never be this good again you know it's true." monochrome variations-assoziation: "if anything could ever be this good again." ja! braid haben eine handvoll neuer songs hinausgeworfen, nach über einer dekade der auflösung!! better than ever! "all you have to do is to take me with you. all you have to do is to take me anywhere!" oh yeah! ich weiß ja, wo es mit braid hin geht: both feet on the ground and my head in the clouds. an einen schönen sehnsuchtsort. zu einem ruhebild für die ewigkeit ("someplace beautiful she said and leave me there alone!"). love won't save you, singt doch kyle fischer in seinem letzten album, als rainer maria schon aufgelöst waren (schon wieder? noch immer!), aber bei meiner liebe (forever screaming!) zu manchen bands bin ich mir diesbezüglich gar nicht einmal mehr so sicher. und dann gibt es freilich nicht nur musik, die (mir) so nahe ist, dass einen das glücksgefühl in pole position (fetziger begriff?), vielleicht auf dem beifahrersitz, belässt, sondern manchmal fährt das "selbst" gleichsam im fond richtung süden. mit guten freunden vielleicht, aber in eine nicht bekannte gegend. beautiful (und) ungewohnt. ein roadmovie ohne ge-bild-etes ziel. und trotzdem oder gerade deshalb verliert es sich dabei um so schöner. "a little bit off today" sei sie, meint jenn wasner vom wunderbaren duo wye oak anlässlich ihres chelsea-auftritts. ihr californian boy friend habe sie heute per phone sitzengelassen. und noch dazu seien ihre songs ja auch nicht wirklich aufheiternd... doch dafür nehmen sie dich an einen (mir) unbekannten ort (fort), an dem du dich gerne vergessen willst und wirst (jetzt mal eben keine referenzen). eine programmatische "eiche", etwas abseitig. ein wenig off des mainstreams, perfektioniertes indie zwischen space rock und postfolk. der folk wird aber eigentlich bis zur unkenntlichkeit (noisy) aufgelöst. manche nennen es dekonstruiert, ubiquitäre problematisierung der identität, sowieso auch: (dir) gute musik lässt dich eben immer das "dich" vergessen (wiederholte wieder-holung). selbstauflösung und "auflösung selbst" treffen sich nicht. treffen es nicht ganz. ja (achtung, wiederholung), die musik von wye oak nimmt dich mit, treibt dich fort von deinem gewohnten so-sein. deinem leid. deinen boyfriend/girlfriend-sorgen. die wall(s) of guitar(s) aka gitarrengenudel bricht und brechen dabei die schöne heile welt der wunderbar brüchigen stimme, die dem aktuellen chelsea-programm als covergirl diente. der geniale rechtshändige drummer und (!) linkshändige keyboarder (sehr tiefer synthie, btw) mokiert, dass er nicht mit abgebildet ist. er würde vermutlich das klischee der verträumt den verträumten musikliebhaber anblickenden musikerin etwas stören. aber warum ist die denn (so) verlassen worden? (warum ich?) - ich geh mit, wo immer du hin willst. that's my promise! "schöne" bekanntschaften lösen dich auf und retten dir dabei das leben. so. oder so.

 
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lukas eckhart
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