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Frieden – Wie geht das?

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Klaus von Dohnanyi, Erich Vad

Hardcover, gebunden

160 Seiten

22 €

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Meine Frau weint

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Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
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Kultur : Keine Streitkultur - nur der Streit

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Ja, ich kann mich nicht entscheiden...

Zunächst.

Seit einigen Monaten lese ich hier heimlich, still und leise mit, widerstand dem mehrfachen Impuls, mich eben anzumelden, um die Brote, die hier geschmiert werden mit meinem Senf zu würzen. Immer wieder überlegte ich: worüber würdest Du denn schreiben, wenn Du Dich da anmeldest? Welche Kriterien setzt Du an, um diese Entscheidung zu treffen?

Bevor ich die FC kennengelernt habe, wären solche Gedanken obsolet gewesen. Ich hätte mich hingesetzt, kurz überlegt, was mir momentan wichtig ist (also in welcher Ecke des Raumes mein Flummi-ich sich befindet) und hätte drauf los getippt. Ich bin nämlich vielseitig interessiert, aber nicht beliebig.

Als ich dann jedoch immer länger mitlas und den Umgang untereinander beobachtete, packten mich die Zweifel. Will ich mich dem aussetzen? Wenn ich auch nur ein falsches Wort schreibe, einen Begriff nicht vernünftig eingegrenzt habe, eine Quelle nicht ausreichend gekennzeichnet habe, einmal zuviel auf irgendeinen -ismus hinweise… werden sie über mich herfallen, dachte ich.

Also habe ich beschlossen mich zunächst nicht zu entscheiden, ob ich über (Anti)Feminismus (und - oder andere -(Anti)ismen) schreibe, ob ich vielleicht lieber Geschichten erzählen möchte (so aus dem Alltag, um sie auf das große Ganze zu übertragen, oder um einfach nur zu schmunzeln), denn ich habe schon immer gerne geteilt und erlebe viel. Oder soll ich mich zu Tagespolitischem äußern? Etc. ...

Ich habe mich auch gefragt, ob ich mich thematisch festlegen muss, oder ob es mir hier gestattet ist, mein Flummi-ich auszuleben.

Für den Anfang - zur Einführung - möchte ich sagen: Mich hat das Verhalten einiger Bloggender hier lange vom Schreiben abgehalten. Ich wollte mich dem nicht aussetzten, was zum einen daran liegt, dass ich es nicht gewohnt bin, mich mit mir völlig unbekannten Menschen (schriftlich) zu streiten. Um das klarzustellen: ich streite mich unglaublich gerne, aber eben lieber (oder bisher) mit Menschen, die mir gegenüber stehen. Zum anderen muss ich gestehen: die wenige Zeit, die mir zur Verfügung steht, war mir bisher zu schade.

Aber jetzt steht das hier im Internet. Für immer, wurde mir gesagt. Es soll nicht vergessen, dieses Internet.

Ich neige dazu, um Dinge herum zu reden. Verbal noch mehr als in Schriftform. Um es auf den Punkt zu bringen: wollen wir über Streitkultur diskutieren? Wie wird das Streiten hier erlebt, gelebt, geliebt? Was sollte anders sein? Was sollte bleiben, wie es ist?

Ich kann nicht damit umgehen, wenn Leute, die etwas gefragt werden, nur den Teil der Frage beantworten, dessen Antwort in ihre Argumentation passt und den Rest ignorieren. Ich finde es auch schwierig, wenn Argumente ignoriert werden und einfach auf dem beharrt wird, was behauptet wurde. Ich kenne das so nicht. Mir kommt das nicht richtig vor. Genau wie Beleidigungen, die manchmal auf einer Ebene mit den schlechtesten Doku-Soaps liegen, oder irgendwelche merkwürdigen sexuellen Anspielungen, die wohl dazu dienen sollen, das Gegenüber zu verunsichern, meiner Meinung nach aber lediglich von der eigenen Unsicherheit zeugen. Etc. ...

Wenn ich mir allerdings durchlese, was Wikipedia zum Begriff der Streitkultur zu sagen hat, muss ich noch eins anmerken: vielfach ist mir hier keine StreitKultur begegnet, sondern nur der Streit.

„Streitkultur zu besitzen bedeutet: mit Worten und Medien den eigenen Standpunkt vertreten zu können, ohne dem Anderen abzusprechen, dass auch er einen abweichenden Standpunkt besitzt und besitzen darf. Streitkultur schließt ferner die Überzeugung ein, dass der Streit grundsätzlich Positives bzw. Bedeutendes hervorbringen kann, da er alte Normen und Fakten in Frage stellt und nach der Möglichkeit von Alternativen Ausschau hält, unabhängig davon wie nützlich oder angemessen das Bewährte auch ist.“ ( de.wikipedia.org/wiki/Streitkultur )

Ob das ein gelungenes Debut ist? ich weiß es nicht. Aber: es ist ein Anfang. Und ich werde mich in den nächsten Tagen und Wochen damit beschäftigen, ob die Reise weiter geht und wo sie dann hinführen könnte.

Und jetzt: auf mich mit Gebrüll - oder so.

Freundlich grüßt, Luzieh.fair

ps: die ganzen html-skills eigne ich mir wohl über Ostern an. Da treff ich wen, der kann das und der zeigt mir das bestimmt.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.