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Der etwas pathetisch anmutende Titel beschreibt ein Phänomen, dessen ich mir beim Zeitungslesen und im Alltag mehr und mehr bewusst wurde.
Beginnen wir mit den Reaktionen auf Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“, das 2010 ganz Deutschland polarisierte. Alle Altersgruppen waren davon betroffen, die Spaltung war aber gerade bei jungen Menschen gut zu beobachten: Einerseits fielen Begriffe wie „Nazisau“, andererseits traten auf Facebook Tausende Gruppen wie „Thilo Sarrazin for Bundespräsident“ auf.
Zuerst möchte ich die Leute, die im Zusammenhang mit Thilo Sarrazin Begriffe wie „Nazisau“ verwendeten, genauer betrachten. Zugegeben, auf den ersten Blick mag der geneigte Leser dem irgendwie Sympathie entgegenbringen, doch das Problem ist folgendes: Thilo Sarrazin ist kein Nationalsozialist. Er hat in seinem Buch zweifelsohne rassistische Thesen als Fakten verkauft, ist aber ein jahrelanges SPD-Mitglied. Die bis in die 70er Jahre betriebene Eugenik in Skandinavien zeigt, dass Rassismus beileibe kein Alleinstellungsmerkmal des Faschismus ist.
Kommen wir zum Gegensatz: „Thilo Sarrazin for Bundespräsident“. Ob Deutschland jetzt ein Einwanderungsland ist oder nicht sei mal dahingestellt, sicher ist jedoch, dass jemand, der einen signifikanten Anteil der Bevölkerung für dumm, aber zeugungsfreudig hält, nicht als Vertreter der Bundesrepublik taugt.
Was mich dazu bringt darüber zu schreiben, ist, dass ich glaube dass weder die Antifa-Anhänger wirklich glauben, Sarrazin wäre ein Nazi, genauso wenig wie tausende BWL Studenten aus gutem Hause ihn wirklich als Bundespräsidenten wollen. Aber der springende Punkt ist, dass ihnen das egal ist. Was die Jugend von heute viel eher charakterisiert als Apathie und Gleichgültigkeit gegenüber der Zeitgeschichte ist ein Unwille zum Differenzieren.
Auch wenn es heutzutage keine so ausgeprägte Protestkultur mehr geben mag, es gibt neben vielen völlig absichts- und ahnungslosen auch immer noch genug junge Menschen mit politischer Haltung. Der Unterschied ist nur, dass sie selbstgefälliger sind.
Sich mit der Person Sarrazin, seinen unbestreitbaren Verdiensten als Berliner Finanzsenator und seinen wirren Thesen auseinanderzusetzen kostet Zeit und Energie, einfacher ist es natürlich mit irgendwelchen Begriffen um sich zu werfen.
Mindestens so mühsam ist es, sich damit zu beschäftigen, was genau an den Thesen des Bestseller-Autors einen so sehr anspricht, dass man alle wissen lassen muss, dass man ihn gerne als Bundespräsidenten sehen würde.
Stephane Hessel ruft in seiner nur in Frankreich erhältlichen - da aber sehr erfolgreichen- Streitschrift „Empört euch“ die Jugend dazu auf, sich zu empören und vor allem auch zu engagieren. Dem widerspreche ich, soweit ich das beobachten kann empört sich andauernd jemand über irgendetwas.
Das führt zu mehreren Schlüssen. Der absurd anmutende Erfolg des Buches von Thilo Sarrazin hat seine Wurzel nicht etwa in der Zustimmung oder Ablehnung der Bevölkerung, sondern in dessen Wille zu einfachen Antworten. Wenn entweder die Ausländer oder die kapitalistische Elite schuld sind, ist es einfach, eine Meinung zu haben.
Viel schlimmer jedoch: Es nimmt die Bürger aus der Pflicht, wirklich selbst Stellung zu beziehen. Stattdessen setzen sie sich heutzutage nur in Relation zu jemand anderem und bekunden Anhängerschaft bzw. Ablehnung.
Wenn man die zugegeben doch recht große, völlig unpolitische Masse beiseite lässt, scheint sich der Rest in eine der Gewalt nicht abgeneigte, den Jakobinern ähnelnde, linksgerichtete Truppe und rechtskonservative Deutschnationale zu teilen.
Deswegen sollte der Aufruf in Deutschland nicht etwa „Empört euch!“ heißen, sondern im Gegenteil „Informiert euch!“. Warum? Weil die meisten Leute Gleichgültigkeit nicht etwa gegenüber Brennpunkten oder unbequemen Themen zeigen, sondern gegenüber den Details, die man über sie wissen muss.Weil das Wissen um die Komplexität der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Probleme einen davor zurückschrecken lässt, schnelle Schlüsse zu ziehen und jemanden zum Messias oder Antichristen zu erklären.
Diese Indifferenz halte ich wirklich für eine Katastrophe, denn sie wird nicht nur in der Diskussion über besagtes Buch offensichtlich, sondern lässt sich an fast jedem aktuellen Thema vorführen.
Oft beschwert man sich darüber, dass die Mühlen der Politik zu langsam mahlen würden, und die breite Masse an den unmittelbaren Entscheidungen nicht beteiligt wäre.
Mal angenommen, diese These ist richtig, ist das zu diesem Zeitpunkt vielleicht gar nicht so schlecht.
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ebertus schrieb am 26.01.2011 um 21:01
"...seinen unbestreitbaren Verdiensten als Berliner Finanzsenator..." stimmt, darüber habe ich mich auch gewundert, hat Thilo Sarrazin doch das als Berliner Finanzsenator kontakariert, was er später scheinheilig gepriesen, nämlich Bildung, Bildung durch Staatsfinanzen Luftnummern!? |
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Und wessen Geistes Kind er ist, dies hat er in seiner Zeit als Senator mehrfach zum Besten gegeben. Da braucht der Blogeröffner hier in seinem Eingangsstatement keinerlei Überzeichnung einzuführen, gar das Thema "richtig" anreissen.
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@ebertus
wobei der Versuch über Indifferenz durchaus den einen und anderen, wie mich, angeregt klüger gemacht, auf den Warencharakter von Meinungen an sich gebracht. |
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@Joachim Petrick
Jeder hat so seine eigene Art, Texte zu "entkleiden", und wie könnte man - was ja sozusagen gar nicht schlecht wäre - uns "nicht beteiligter, breiter Masse" den alternativlosen Sachzwang, den Warencharakter von Meinungen (Danke!) besser nahebringen: "...das Wissen um die Komplexität der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Probleme..." |
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Hallo Marius Siemen,
vielen Dank für Ihre interssanten Ausführungen. Leider tappen Sie mit Ihrem Statement zum Für und Wider des Slogan "Empört Euch" am Ende selber in die Falle der Indifferenz des "Informiert Euch". Will sagen, es lassen sich halt Äpfel nicht mit Birnen vergleichen. Thilo Sarrazin tritt uns als einer gegenüber, der in der Medienwelt seit Jahren nicht mehr allein, sondern als Marke, unterwegs ist. Der auf jeden seiner gewürzten Verbal Fürze mit einem gewaltigen Echo im bunten Blätterwald so sicher, wie mit der Wirkung von Bullrich Salz, das bei der Verdauungsproblemen, bei schwerem Stuhlgang hilft, rechnen kann. Thilo Sarrazin kann folglich als demoskopich relevant wie signifikant erfolgversprechendes Beispiel für die Bewerbung einer Marke angeführt werden, die nichts außer, fern von seinem eigentlichen Leisten als Bundesbanker, Finanzsenaot, eines gewiss hervorbringt, ein Universum an Meinungen, samt brisant geladenem Mitteilungsdrang, den Warencharakter von Meinungen an sich demonstrieren kann, wenn diese nur genügend öffentliche Resonanz erhalten. Inzwischen hat Thilo Sarrazin, nebenbei zum Milionär geworden, über 1.2 Mllinen Exemplaren seines Machwerkes "Deutschland schafft sich ab" verkauft. Im Ergebnis bewirkt Thilo Sarrazin mit seinem Öffentlichen Leben als aufgeheizte Meinungs- Monade, auf deutschland fixiert, der stellvertretend für andere liest, bzw. an Lektüre ausspart, das Gegenteil von dem, was Sie, für Gegner wie Anhänger von ihm, gleichermaßen gefordert: "Informiert Euch". Sich von Thilo Sarrazins Meinungskosmos lösen, heißt deshalb, da stimme ich Ihnen zu "Informiert Euch!" Bei Stephane Hessel, der als 93 jähriger in Frankreich den Bürgern/innen zuruft "Empört Euch" verhält es sich n, m, E, nun ganz anders. Stephane Hessels Welt geht über sein Land, geht über Frankreich hinaus, hebt ab auf die Lähmungen der Politiken auf allen Ebenen Europas und in der Welt. Stephane Hessel will mit seinem Slogan "Empört Euch" sagen "Ihr seid die Infogesellschaft!" " Ihr seid in bestimmten Bereichen, Themen informiert, gar engagiert. Jetzt gilt es sich auf der Basis dieser Informationen, wie ich damals gegen die Nazis, durch einen Schub von Empörung auf die Stufen von Tatendrang, von Organisation der Gleichgesinnten, von Kampagnenstärken zu heben. Das ist meine Welt, die Welt des Stephane Hessel, der ich seit 93 Jahren bin!". JP |
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Geehrter herr Siemen,
Ihr Blogbeitrag steht und fällt mit der Begrifflichkeit des sich Empörens, dem Begriff der Empörung. Sie mischen munter den Begriff der hohlen Empörung, die nur verletzter Eitelkeit, dem Gefühl ungerechter Kritik an der eigenen Person oder Ideologie entspringt mit dem der gerechten Auflehnung gegen Unterdrückung oder deren Propagierung. Während sie das Erstere eigentlich unterstellen, gab es, mindestens auf der Linken das zweite zu beobachten. Sarrazin argumentierte rassistisch im Sinne bürgerlicher Herrschaft. Ob ihn das zum Faschisten - nicht Nationalsozialisten - macht, die Probe will ich nicht aufs Exempel machen. Der Vorwurf der Indifferenz und Selbstgefälligkeit, die Sie der studentischen (BWL)-Jugend und der Antifa gleichermaßen zu machen scheinen, ist auch so nicht zu erheben. Die Antifa, eine Minderheit mag in Teilen fanatisiert sein, irren, empört sich aber aus erfahrener Deklassifikation gegen kapitalistische Herrschaft insgesamt, während der gutbürgerliche BWLer und mit ihm die "neue" Mitte nur ihn ängstlicher Ahnung des Abstiegs ins Prekariat, die si gleichzeitig verdrängt, die bornierten und individuellen Interessen der eigenen Klasse vertritt, die Herrschaft des Kapitals nicht abschaffen, sondern allenfalls einhegen möchte. Die Indifferenz die hier herrscht ist die, die für die Beherrschten, dennen sie selbst angehören, gehegt wird, die Selbstgefälligkeit rührt aus dem Gefühl her, es bis jetzt "geschafft zu haben" noch einmal davon gekommen zu sein. Ich bitte also um mehr Differenzierung. |
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@ut
"Ich bitte also um mehr Differenzierung." gute Idee, wenn dabei nicht wieder das vorherige Ungetüm des Gleichgewichts des Schreckens entsteht, dem Marius Siemen offenkundig mit seinen Ausführungen über Indifferenz zu entkommen gedenkt!? |
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@ Joachim Petrick am 26.01.2011 um 23:11
Lieber JP, ich verstehe Dich schon wieder nicht: Du bezihst Dich auf meine Auffforderung nach mehr Differenzierung, deren Art ich vorher darlegte, findests das ok und sagst mir gleichzeitig, daß "dabei" , bei meiner, durch meine Argumenation ein von mir bisher nicht entdecktes und auch nicht gewünschtes "Gleichgewicht des Schreckens" entstünde, dem herr Siemen zu entkommen suche, wenn er über das Gegenteil, die Indifferenz schriebe. Wenn das wieder ein Witzbeitrag von Dir ist, brauchst Du nicht zu antworten, ich sag dazu jedenfalls so nix mehr. lg ut |
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@ut
"...durch meine Argumenation ein von mir bisher nicht entdecktes und auch nicht gewünschtes "Gleichgewicht des Schreckens" entstünde, dem herr Siemen zu entkommen suche, wenn er über das Gegenteil, die Indifferenz schriebe." schon wieder nicht? Was soll das? Also sprach .... die Gespenster, die Marius Siemen rufend entdeckte, sind n. m. E. nicht die Deinen!, oder gedenkst Du den beizutreten? |
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@ Joachim Petrick
??? |
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@ut
!!!!!!!!!!!!!!! |
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@ Marius Siemen
Sehr geehrter Herr Siemen, Lassen Sie Menschen, die Sie angesprochen haben, immer so im Regen stehen, wenn sie Ihnen freundlich antworten? mfg ut |
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gute Frage!!!!!!
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@ ut @jp
Eure Animationsbemühungen in allen Ehren! Und vielleicht bin ich manchmal zu verbohrt, kann das Wahre nicht erkennen; die Ware schon... Bin ja kein Sprachwissenschaftler, nur abendländisch grundgebildet, habe mein Gehalt eher für das Wissen um Edgar F. Codd (you know?) und die sql-seitige Anwendung seiner Theorien verdient. Dennoch, der Text kommt mir so etwas von blutleer daher, dass man dies doch wirklich nicht übersehen, übergehen kann. Der "Nazisau"-Furor mag anreissen, aber dann geht es eher flach weiter, werden Allgemeinplätze, 'zig mal bereits durchgekaute "Fakten" ein weiteres Mal wortgeklingelt dargeboten. Was soll wem der Text überhaupt sagen? Und Differenzierung zu fordern ist doch immer schon richtig, da kann nichts schiefgehen, wenn man selbst den Vergleich postuliert, "Wenn entweder die Ausländer oder die kapitalistische Elite schuld sind, ist es einfach, eine Meinung zu haben." sich dann an dieser undifferenzierten Äußerung abarbeitet. Und falls dann immer noch nicht verstanden wurde wo der Hammer hängt, wer hier wessen Lautsprecher gibt, dem sei aus entsprechender Warte zugerufen: "Weil das Wissen um die Komplexität der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Probleme einen davor zurückschrecken lässt, schnelle Schlüsse zu ziehen und jemanden zum Messias oder Antichristen zu erklären." Also, breite Masse, wenn ihr das schon nicht so alles versteht, nicht in der Lage seit "richtig" zu differenzieren, dann ist es wirklich nicht schlecht, wenn ihr "an den unmittelbaren Entscheidungen nicht beteiligt werdet". Btw. Hier übt ein journalistischer Praktikant, wie man slottrige Ästhetik staatstragend und dennoch inhaltsleer verpackt, sich aber der gewissen Attitüde eines wissenden, gnädigen Elitensprech nicht entziehen kann. Also exakt das, was man täglich in den sog. Qualitätsmedien lesen darf. |
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Hallo,
vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, meinen Blog zu lesen. Bitte verzeihen Sie, dass meine Antwort auf Ihre Kommentare ein bisschen auf sich warten ließ. Den Vorwurf von ebertus und ut ich würde mit meinem Text den status quo verteidigen und die Interessen der sogenannten Eliten vertreten, weise ich entschieden von mir. Prinzipiell befürworte ich ich Plebiszite, aber bei der Betrachtung großer Teile der deutschen Bevölkerung kommen mir Zweifel. Die Begründung ist keine gnädige Haltung von oben herab, sondern speist sich aus meinen Beobachtungen des deutschen Alltags. Ein paar Beispiele: Während meines Zivildienstes in der Pflege eines Krankenhauses wurde in der Pause von einigen Schwestern auf das übelste über ihre Vorgesetzte. Auf die Frage eines neuen angestellten Kollegen, ob der Betriebsrat nicht der Pflegedienstleitung das Problem näher bringen könnte, wussten sie keine Antwort, es fiel auch die Frage, was genau der Betriebsrat überhaupt sei. Auf der anderen Seite hat kurz nach dem Ausbruch der Finanzkrise eine Partei das beste Wahlergebnis ihrer Geschichte eingefahren, die zuvor die Finanzmärkte noch weniger regulieren wollte und noch immer die Steuern senken will. Eine weitere Tatsache, die mich zu dieser Aussage gebracht hat, sind meine Erlebnisse in meiner fränkischen Heimat. Ich komme aus der Nähe von Erlangen, aber zehn Kilometer von Erlangen entfernt beginnt auf den Dörfern definitiv die viel zitierte "No-go-Area". Das mag ja ein Unwort sein, aber wenn man am Wochenende hier im Umland unterwegs sind, sieht man in jedem Dorf vor der jeweiligen Ortskneipe wie sich glatzentragende Neonazis mit betrunkenen Dorfjugendlichen mischen und dann gemeinsam Naziparolen grölen. Ein sehr guter Freund von mir, der offen zu seiner Mitliedschaft in einer Subkultur steht, hat das Pech in einem solchen Dorf zu wohnen und muss teilweise andere Wege zur Bushaltestelle nehmen u.ä.. All das lässt mich zweifeln, ob mehr politische Partizipation ermöglicht werden sollte. Wie Sie, ebertus, als aufmerksamer Leser aber sicher bemerkt haben, habe ich diese Aussage mit einer Zeitangabe verbunden, ich begrenze sie damit auf das jetzt und heute. Wenn ich die "Attitüde" und die Absichten hätte, die Sie mir unterstellen, würde ich dann nicht die Medien meiden und stattdessen meine Energie in etwas-um es mit Ihren Worten zu sagen- staatstragenderes investieren, um meinen elitären Status zu festigen? Warum sollte ich dann einen Blog schreiben, zumal in einem Forum, dass von Herrn Augstein mal als "irgendwie links" betitelt wurde? Wie Sie richtig vermuten oder irgendwie erfahren haben, bin ich noch nicht sehr erfahren, deswegen ist es schmeichelnd zu hören, an die sog. Qualitätsmedien zu erinnern. Ich glaube, aber vor allem, dass diese Medien, nehmen wir mal die FAZ als Beispiel nur besser sind, als Sie zugeben wollen. Herr Petrick, meine Informationen über Herrn Hessels Buch und dessen Inhalt waren scheinbar unzureichend. Anscheinend zielen aber sein Aufruf "Empört euch!" und mein Vorschlag "Informiert euch!" weitestgehend auf das selbe ab. Ich freue mich auf die weitere Diskussion und wünsche Ihnen ein schönes Wochenende! |
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Vorab @Marius Siemen,
meine ernst gemeinte Entschuldigung. Es gehört wohl zu den ungeschriebenen Ritualen gesellschaftspolitischer Communities und Blogs, einen neuen Teilnehmer - und dahingehend ohne erkennbare Vita - etwas zu provozieren. Die klassische Aussage vom Sein, welches das Bewusstsein bestimmt, ist schließlich nicht vollkommen jenseitig, gilt beinahe ohne Einschränkung (obwohl eingebildet..., die Gabe der Differenzierung, der möglichen Selbstreflektion besteht) ebenfalls für meine Wenigkeit. OK, Sie haben "das" nun etwas gelüftet, sind dahingehend vielleicht wirklich und zumindest perpektivisch in journalistischen Bahnen unterwegs. Die Schrift von Stephane Hessel ist nach meiner Information noch nicht in deutscher Sprache verfügbar, für mich sicher ein Nachteil im Hinblick auf eigenständiger Aufarbeitung. Wobei meine Affinität bezüglich der französischen Intellektuellen kein Geheimnis sein sollte, hier bereits zwei Blogs dahingehend von mir initiiert wurden und Bourdieu beinahe ein Mentor für mich ist. Zu den bzw. wider die staatstragenden Medien gibt es ebenfalls einen Blog von mir und es ist inhaltlich von weiter oben Gesagtem kein Wort zurück zu nehmen. Chomskys Propagandamodell ist dahingehend für mich das Maß der Dinge, auch hierzulande mittlerweile das Credo, obwohl Paul Sethe dies bereits vor Jahrzehnten erkannte. Btw. Vorerst abschließend und sorry für die konkrete Nachfrage. Wie sind Sie im Detail über Sarrazins "Reden" und mehr noch sein "Wirken" als Berliner Finanzsenator informiert, um sich die von mir eingangs des Threads bereits insistierte Aussage gönnen zu können? Das ist mir als alter, West-Berliner 68er beinahe eine Herzensangelegenheit; und nur wenig Ironie dabei... |
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@ Marius Siemen am 28.01.2011 um 14:26
Vielen Dank Herr Siemen für die Antwort, allerdings fühle ich mich nicht so recht angesprochen, kann auch Ihre Beispiele für "Bürgerpartizipation" nicht recht diskutieren, da plötzlich aus ihrem undifferenzierten Empörungsbegriff, einer der "Partizipation" geworden zu sein scheint, den sie aber wieder nicht im Rahmen demokratietheoretischer Legitimation und Methoden seiner wirkungsvollen Durchführung im Sinne kritischer Emanzipation diskutieren, sondern wieder nur umgangssprachlich Beispiele von in Ihren Augen Mißglücktem anführen und dabei jedes bürgerliche Vorurteil bedienen. Damit kann ich nicht viel anfangen, außer Ideologiekritik zu üben, was ich für diesmal lasse. |
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@ebertus:
Soweit ich weiß, konnte Herr Sarrazin in seiner Tätigkeit im Jahr 2007 den ersten Haushaltsüberschuss in der Geschichte des Landes Berlin präsentieren. Zu den Vorwürfen, er hätte an der Bildung gespart oder zumindest sparen wollen, bleibt nur zu sagen, dass die Ergebnisse der PISA-Studie gleich (schlecht) geblieben sind, obwohl bei einer Amtszeit von 2002 bis 2007 gravierende Fehler heute definitiv offensichtlich werden müssten. Einen Haushaltsüberschuss von 80 Millionen € halte ich trotz aller Umstände für eine Leistung, die es zu würdigen oder zumindest zu respektieren gilt. |
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@ Marius, es wird Dir sicher bald klar werden, dass auf dem Beton hier nichts wachsen und gedeihen kann......
Hier phantasieren sich immer die selben "wichtigen" mit linker Weisheit Gepuderten Kommunismus-Versteher die eigenen Taschen voll, und merken nicht, dass diese ein Loch haben. |
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Lieber ForenBoy,
wir möchten Sie bitten, endlich damit aufzuhören, reflexhaft überall pauschale und polemische Kritik zu äußern, unabhängig, um was es in der Diskussion eigentlich geht und wir bitten Sie außerdem, endlich davon abzusehen, User nur der Provokation wegen anzugreifen und zu beleidigen. Sie zerstören hier immer wieder Diskussionen und belästigen andere Communitymitglieder. Sollte sich an Ihrem Verhalten nichts ändern, werden wir Ihren Account sperren. Mit freundlichem Gruß Maike Hank |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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