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25.02.2009 | 15:22

Heute vor 15 Jahren: Das Massaker von Baruch Goldstein in Hebron

Vor genau 15 Jahren, am 25. Februar 1994, erlebte die Stadt Hebron in der Westbank einen der schwärzesten Tage ihrer Geschichte: Der israelische Siedler und ehemalige Offizier der israelischen Armee Baruch Goldstein betrat schwer bewaffnet die Grabstätte von Abraham, Isaak und Jakob und eröffnete das Feuer auf die dort betenden Palästinenser. Bei dem Amoklauf wurden 29 Menschen getötet, 150 wurden verletzt. In den folgenden Tagen entzündeten sich Straßenschlachten in Hebron, bei denen Siedler weitere 19 Palästinenser töteten. Neben Goldstein, der nachdem seine Munition aufgebracht war von der Menge gelyncht wurde, kamen auch 5 Israelis ums Leben.

Das Massaker markiert einen Wendepunkt im Nahost-Friedensprozess: Es führte auf beiden Seiten zu einer Radikalisierung der Auseinandersetzungen. Zeitlich fällt es mit dem Beginn einer Welle von Selbstmordattentaten palästinensischer Terroristen zusammen. Während der isrealische Mainstream das Attentat scharf verurteilte, gilt Goldstein der radikalen Siedlerbewegung bis heute als Märtyrer, dem sie im israelisch besetzten Teil Hebrons ein Denkmal setzten, das allerdings von der israelischen Armee geschleift wurde. Auch der Mörder von Jitzchak Rabin soll sich für seine Tat von Goldstein inspiriert gefühlt haben.

Goldstein hatte seine politische Herkunft in der rechtsextremen Kach-Partei, die in Reaktion auf das Massaker verboten wurde, im Untergrund aber weiter existiert und sowohl von der EU als auch von den USA als Terrororganisation eingestuft wird. 

In Israel wird derzeit diskutiert, inwieweit auch der Vorsitzende der gerade mit einem enormen Stimmenanteil in die Knesset eingezogenen Rechtsaußen-Partei “Unser Haus Israel” Avigdor Lieberman früher Mitglied mit der Kach-Partei verbunden war. Schwierige Zeiten für den Frieden. (Vgl. auch Uri Avnerys Sicht zum Wahlausgang und zur Rolle, die Lieberman spielen könnte.)

Vermutlich ist für viele der radikalen Siedler in Hebron und anderen Teilen der Westbank auch der heutige Tag ein Anlaß, Goldsteins Tat wie schon zu früheren Jahrestagen zu feiern.
 
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Kommentare
magik3000 schrieb am 30.04.2009 um 15:25
Im Falle einer Stadt, die vermutlich seit 5.000 Jahren existiert, den Tag des Amoklaufs von Baruch Goldstein als einen der schwärzesten Tage der Geschichte Hebrons zu bezeichnen - das scheint mir doch etwas reißerisch.
macplanet
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g. hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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Wolfram Heinrich hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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