Mädchenmannschaft

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09.11.2010 | 14:39

Das schlechte Gewissen der Working Mum

(Bild: (C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de)

 

Ich weiß nicht, wie oft ich in den letzten Wochen gefragt wurde, ob ich mein Kind eigentlich nicht vermisse, wenn ich es nur am Wochenende sehe. Ja, das tue ich. Und trotzdem frage ich mich, ob ein Mann, der jobbedingt sein(e) Kind(er) nur am Wochenende sieht ähnlich oft diese Frage gestellt bekommt.
Auf der anderen Seite werde ich aber auch oft gefragt, ob ich es genieße, unter der Woche meine Ruhe zu haben. Und dann ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich meine Begeisterung über den tollen Job, den ich habe, relativiere, indem ich darüber klage, dass ich mein Kind so selten sehe. Männer in ähnlichen Situationen hingegen erzählen begeistert, dass sie es genießen, viel arbeiten zu können und abends noch Zeit für andere Dinge und vor allem ihre Ruhe zu haben. Schlechtes Gewissen? Fehlanzeige. Klar, sie kommen ja auch ihrer Rolle als Ernährer nach, sie arbeiten viel, Geld kommt rein, was will die Familie mehr? Ich hingegen habe ständig das Gefühl, mich dafür rechtfertigen zu müssen, dass ich meinen Mann mit dem Kind alleine lasse.

Dabei geht es weniger darum, dass mein Gegenüber diese Rechtfertigung von mir verlangt, als vielmehr darum, dass es sich dabei um ein Problem handelt, welches ICH habe. Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn das Kind am Sonntag abend herzerweichend weint, wenn ich gehe, ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn mein Mann mir erzählt, dass das Kind nachts 50 Minuten geschrien hat, ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn mein Mann feststellt, dass er an 50% der Besprechungen in seinem Job nicht mehr teilnehmen kann, weil die um 15 Uhr beginnen, das Kind aber spätestens um 16 Uhr aus der Krippe abgeholt werden muss. Denn: eine Mutter lässt ihr Kind nicht alleine, eine Mutter ist da und tröstet das Kind, wenn es nachts weint UND eine Ehefrau unterstützt die Karriere ihres Mannes.

Bullshit! Aber die Sozialisation durch Hollywood und TV sitzt wohl leider viel tiefer als uns lieb ist. Also arbeite ich daran, mir klarzumachen, dass eine Mutter auch dann für ihre Familie sorgt, wenn sie für mehr als die Hälfte des Familieneinkommens sorgt, wenn sie am Wochenende sich ausgeglichen und glücklich vollumfänglich um ihre Lieben kümmert und wenn sie unter der Woche an den vielen freien einsamen Abenden Kinderkleidung näht und strickt ;-)

Dieser Text von Adele ist auch auf dem Blog maedchenmannschaft.net erschienen.

 
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Kommentare
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.11.2010 um 17:12
"sie für mehr als die Hälfte des Familieneinkommens sorgt"

Donnerwetter, geht denn das bei 23% weniger Gehalt? Na fein, dann muss Mann ja kein schlechtes Gewissen haben. Oder doch?

A propos 23%-Bullshit. Auch an dem hält - gleich Kim Jong il an seinen Parolen - die MäMa wohl weiterhin fest und löscht fleißig (working mum?) ohne jede Begründung Kommentare, welche die brandneuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes enthalten.
Na Hauptsache es kommt wegen dieser und anderer Auslassungen kein schlechtes Gewissen auf, gell?
Angelia schrieb am 09.11.2010 um 20:29
Es gibt mittlerweile sogar Frauen, die die Versorgerrolle komplett übernommen haben, da ihr Ehemann arbeitslos ist. Und das, Smith, mit einem Gehalt, welches im Schnitt 20% unter dem eines Mannes liegt. Für die gleiche Arbeit.

Auch Nurhausmänner sind ergo nicht selten. Und viele machen ihren Job nach anfänglichen Schwierigkeiten richtig gut.

Da guckst du, was.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.11.2010 um 22:20
Mit Sicherheit gibt es diese Frauen, sogar nach 40 Jahren Emanzipation.

Und weil du offenbar tatsächlich auf dem 20/23/27%whateverBullshit bestehen willst, hier die aktuellen Zahlen zur sogenannten Lohnschere.

Am 25. Oktober 2010 veröffentlichte das Statistische Bundesamt erstmalig eine Studie, in der eine Vielzahl von objektiven Faktoren berücksichtigt wurde, die eine Gehaltsdifferenz zwischen Männern und Frauen sachlich begründen. Darin heißt es:

Bezogen auf den für 2006 veröffentlichten Gender Pay Gap lag der um den Einfluss dieser Merkmale statistisch bereinigte Verdienstunterschied bei rund 8% (nicht 23%). Dies bedeutet, dass Frauen auch bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit je Stunde durchschnittlich 8% weniger als Männer verdienten. Dieser Wert stellt insofern eine Obergrenze dar, als einige weitere Faktoren, die zur Erklärung des Verdienstunterschieds beitragen könnten, in der Analyse nicht berücksichtigt werden konnten, da die entsprechenden Angaben nicht vorlagen.

Zu den Faktoren, die nicht berücksichtigt werden können, weil die Daten beim Statistischen Bundesamt nicht vorhanden sind, nicht im Einflussbereich des Amtes liegen oder schlicht nur schwer quantifiziert werden können, die aber allesamt die Differenz weiter verringern würden, gehören beispielsweise folgende:

- unbezahlte Überstunden
- Verhandlungsgeschick
- Berufserfahrung

Da guckst du, was?

So, und anstatt diese Fakten zu ignorieren - mehr noch - im Blog zu löschen und damit bewusst zu unterschlagen, solltet ihr euch mal klar machen, was ihr mit derlei realitätsferner Benachteilungspropaganda herbei jammern wollt.
Das nächste Antifeministentreffen?

Ohne Grund werdet ihr (u.v.a.) diese Zahlen des Statistischen Bundesamtes sicher nicht euren Lesern vorenthalten haben.
Angelia schrieb am 09.11.2010 um 23:12
die Quelle Smith, link mal die Quelle deiner Behauptungen.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.11.2010 um 23:36
Angelia schrieb am 09.11.2010 um 20:32
Diese Gewissensbisse plagen viele Frauen ;-) Mein Vater riet mir: Du musst immer das sagen und tun, was du für richtig hältst. Manchmal `ne harte Nummer, auf Dauer fährt man besser damit. :-)
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.11.2010 um 22:36
Wer will schon harte Nummern wie Stalin oder French zum Vater bzw. zur Mutter.
Angelia schrieb am 09.11.2010 um 23:14
huch, musst du dein Mütchen kühlen Smith :-))) gegen deine schlechte Laune könnte entweder guter Sex, Schokolade oder einfach eine Brise frische Luft helfen.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.11.2010 um 23:48
Lausiger Pass. Den lass ich mal dahin kullern, wo er hingehört: ins Aus.

Du hast nicht verstanden, dass Stalin auf Dauer weniger gut im Sinne der Menschheit fuhr, als er tat, was er für richtig hielt, gell? Sei`s drum, Mädchen.
j-ap schrieb am 09.11.2010 um 20:43
Seltsam, daß mir gerade Peggy Lee in den Sinn kommt. Kennt wahrscheinlich keiner mehr. Aber wenn, dann Text beachten.

THX1138 schrieb am 09.11.2010 um 22:32
Schluss mit schlechtem Gewissen! Endlich kommt Bewegung in die Sache, endlich! Mehr als die Hälfte an das Familieneinkommen beisteuern- mehr solche Frauen! Dann werden sich nämlich auch immer mehr Männer dafür entscheiden, ihre Karriere an den Nagel zu hängen um dafür zuhause mit anpacken zu können. Diese Männer haben auch keine Angst mehr vor dem drohenden Jobverlust, weil sie so mehr vom Leben haben: Mit Frauen, die an- und zupacken können! Genau so, ganz genau so!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.11.2010 um 22:44
Gutes Mittel: Familienrecht nach GM-Richtlinien reformieren. Erhöhte Erwerbsobligenheitspflicht und fiktives Einkommen für alle. Das wirkt.
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