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Heute musste ich durch verstärkten Einsatz und Fleiß – auch bei der Reinigung der benutzten Geschirre – mein gestriges Lotterleben abbüßen. Auch ordentlich Rechenschaft ist abzulegen
Nun denn: Rappport über meine gestrigen ehrenamtlichen Tätigkeiten
Morgens: Von guten Ermahnungen begleiteter Aufbruch zum nachfrauentäglichen Gesangs-Erlebnis kombiniert mit kleiner Frühschoppen-Tafel. Großes Palaver und Hinüberleitung diverser Gläser Sekt in mich. Durchführung vergnügter Singerei, die streckenweise auch in unziemliches Grölen überging. Dies aber nur bei so Populärem wie „Der Vugelbeerbaam“. Wer kennt den noch, wir mussten ihn – zwecks Erbepflege – wiederbeleben. Und aus dem gleichen Grunde musste auch das Schunkeln in die Wiederbelebung einbezogen werden. Wer schunkelt heute noch und vor allem, wer schunkelt mitten in der Fastenzeit? Genau – die alten Damen des Sängerinnenkreises. Sie dekonstruierten das gedankenlose Schunkeln und entlarvten es als unziemliche Wellenbewegung ohne Sinn. Auswegsloses Schunkeln – so der Titel dieser Performance.
Wettgemacht wurde die Nonsens-Übung durch Gesang des künstlerisch wertvolleren „Bona nox, bist a rechter ochs“ – das immerhin von W.A. Mozart komponiert wurde. Es war meiner nimmermüden Aufmerksamkeit zu verdanken, dass die Flaschen neben der Singerei auch noch die ihnen zustehende Aufmerksamkeit erhielten. Außerdem war dem mit hausfraulichem Fleiß hergestellten Kuchen zuzusprechen. Dies schon aus Höflichkeit, eine Tugend, derer ich mich gern befleißigte besonderes in dem genannten Zusammenhang.
Mittags: Nach dieser wichtigen - von mir wie bereits erwähnt ehrenamtlich betriebenen - Aktivität galt es, sich durch einen Spaziergang wieder in einen halbwegs ernsten und gesetzten Zustand zu versetzen, um dann – mit wiedergewonnenen Kräften - weiteren Feierlichkeiten zuzustreben. Der dfb hatte geladen, zu – wie anders - Kaffee, Kuchen, Sekt und einem größeren herzhaften Büffet nebst Gulaschsuppe. Ich beteiligte mich aktiv an der zweckgemäßen Verwendung der Nahrungsmittel sowie dem Trinken der dazu gereichten Alkoholika.
Ich lauschte gerührt den Klängen der engagierten Bandoneon-Spielerin und sang am Ende - ein russisches Volkslied stand auf dem Programm - begeistert den Refrain mit. Es war viel Feierarbeit zu leisten und dies alles – wie schon unterstrichen – ehrenamtlich ohne zu klagen ohne etwas anderes zu erwarten, als einen weiteren Tropfen ins Glas und einen Kuchen auf den Teller.
Hoch wurde mir bei der Heimkunft angerechnet, dass ich noch ganz gut beisammen war. Eher war ich ein wenig still und in mich gekehrt, schlief auch ein wenig auf der Couch ein nach des Tages harter Last.
Zum Ausgleich war ich heute erpicht darauf, zusätzliche Aufgaben klaglos zu erfüllen. Mehr kann man nicht tun. Und man kann der Chronistenpflicht genügen. Was hiermit geschehen ist.
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Reue über 'Aus-Zeiten' im Alter ist nach dem GAG,(GeschirrAbwaschGesetz) untersacht. Auch verkrustete Teller werden in der entsprechenden Tonne entsorgt und nicht mühselig mit Schweißtropfen, die von der Stirn herunter prasseln, recycelt. Kuchen und Wein haben Vorrang!
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@ goedzak - "Grölen und Schunkeln kommen bei mir selten bzw. gar nicht vor."
Bei mir auch selten und wenn, dann immer auch ein bisschen mit Ironie, was übrigens auch bei den Damen das Angenehme ist. Die sind ja auch alle ganz klug und erfahren, aber es war so lustig. Wir singen ja auch - wie ich schon mal vermeldete, Revolutionslieder und andere ernsthafte Sachen. @ sachichma - Danke für die Erläuterung der Rechtslage, noch dazu wo sie so menschenfreundlich des Wegs kommt. :-)) @ archinaut - Von mir aus, auch Abwaschparties, aber ich stelle mich nicht an den Trog, da ist wer anderes dran. Gruß an alle |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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