Magda

Mal sehen

23.05.2009 | 09:09

Alles umschreiben, die ganze Geschichte umschreiben...

Kennen Sie diese herrliche Episode bei Alfred Tetzlaff, genannt Ekel-Alfred?Wie der seinem Sozi-Schwiegersohn erklärt, dass Walter Ulbricht schon immer ein Agent des Geheimdienstes von Arnold Gehlen war? Schon immer war der das. Schon im  Moskauer Hotel Lux hat der im Auftrag von Gehlen die anderen Genossen "hingehangen". Nee, dass es den BND damals noch gar nicht gab, das ist unwesentlich, immerhin war der Gehlen ja schon Geheimdienstler bei der Regierung davor. Wie hieß die gleich, die Regierung?  Ach ja Adolf Hitler hieß die Regierung davor und bei der war Gehlen Pionier des Militärischen Nachrichtendienstes für die Überwachung der Feindbewegungen an der Ostfront. Passt doch prima. Neben der Ostfront hat er gleich die Exilgenossen-Ost mit überwacht. Und da war ihm Ulbricht schon hochwillkommen. Es sollte ja gegen die anderen Kommunisten gehen. So war das.

Ja, und danach, da hat er doch die Mauer aufgebaut, der Ulbricht im Auftrag von Gehlen, sagt Tetzlaff. Das war schon sinnvoll, weil durch diesen Mauerbau wurden Unmengen an Beton verbaut, das hat die „DDR“ damals so geschwächt. Dadurch konnten sie nicht weiter an den Autobahnen bauen, wie sie es ja schon unter Hitler gemacht hatte. Alles muss man neu bedenken, alles.

Wie komme ich jetzt drauf: Ach ja, wegen dem Kurras, diesem Stasi-Schützen. Was hat der für die Bundesrepublik getan? Er hat die 68er kreiert, schon im Jahre 1967. So vorausschauend war sie, die Stasi. Sonderbar, diese Schläue, eigentlich waren das doch immer doofe Genossen.

Vielleicht gehörte die Stasi damals auch schon dem Arnold Gehlen. Kann sein, kann alles sein. Die Historie ist nichts als ein großes Ersatzteillager. Daraus kann man sich alles zusammenbasteln oder –rühren oder auch was reinstampfen. Und außerdem, was Tetzlaff sagt, ist ein Wahnsinn, aber ist nicht die ganze Geschichte ein Wahnsinn?

Vor einigen Jahren gabs mal ein Plakat, auf dem ganz deutlich wurde, dass auch andere diesen Blick haben. Da sah man schwer arbeitende Trümmerfrauen, wie sie kurz nach dem Kriege eben zu finden waren. Aber drunter stand – vorausschauend: "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen“. Also war doch nicht Ulbricht der Bösewicht.

Sehn Sie, das ist die endgültige Wahrheit. Trümmerfrauen sind an allem schuld, aber auch  an allem. Auch die Geschichte muss neu geschrieben werden...

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
kay.kloetzer schrieb am 23.05.2009 um 12:47
Genau! Und irgendwann wird klarsein, dass es die Bundesrepublik gar nie gegeben hat. Dass alles nur eine Versuchsanordnung der Stasi war.
Wie funkten Silly schon 1988 "S.O.S.": "Wir bezwingen Ozeane mit nem gebrauchten Narrenschiff ..." Sie spielen es übringens noch immer, neulich erst beim Krostitzer Brauereifest, endend mit den Zeilen "fresst und sauft und sauft und fresst". Manchmal denke ich, wir sehen die Mauer vor lauter Steinen nicht.
kk
I.D.A. Liszt schrieb am 23.05.2009 um 23:00
Vielleicht leben wir ja auch immer noch in dieser Stasi-Versuchsanordnung. Das würde so manches erklären.

Die Mauer sehen wir nicht, weil wir in die falsche Richtung gucken. Sie verläuft nämlich, wie seit je, zwischen Oben und Unten.
mehmet.goldkorn schrieb am 23.05.2009 um 12:59
Ja, das ist wirklich süß mit dem Kurras. Und eröffnet ganz neue Perspektiven, vielleicht kommt raus, dass Horst Mahler von der Stasi war, oh je die arme RAF. Les extrêmes se touchent...
I.D.A. Liszt schrieb am 23.05.2009 um 23:06
Das Tollste wäre, wenn eines Tages herauskäme, dass Konrad Adenauer IM "Kölsche Jong" gewesen ist.
Das würde auch erklären, warum er die sof. "Stalin-Note" so vehemnt abgelehnt hat. Er musste dem Beweis zuarbeiten, dass der Sozialismus dem Kapitalismus überlegen ist.

Hach! Sind Verschwörungstheorien nicht etwas ganz Herliches?
Querine schrieb am 24.05.2009 um 19:13
Sehn Sie, Magda, so muss man es angehen. Dann kommt man schnell mit der Leichtigkeit des Humors dahin, wo man gerade nicht hin soll. Die Informationen sind kaum da, schon wird alles in große historische Zusammenhänge gestellt. Auf dass man über egal was auch immer diskutieren möge, nur bitte ja nicht über die Gegenwart.

Dabei irritert die Situation ja gerade deshalb besonders, weil man genau das, was sich jetzt herausstellt, bis dahin für völlig ausgeschlossen gehalten hat.

Sie deuten ja schon immer in Kommentaren und Beiträgen die Standpunkte zu Defiziten der Arbeit der Birthler-Behörde an. Aber bei diesen Informationen steht ja noch weit Unangenehmeres, was nur zeigt, dass die Defizite keine Hirngespinste sein können:

Da hat es erst in diesem Monat, im Mai 2009, eine Diskussion darüber gegeben, doch Bundesbehörden und Bundesministerien zu überprüfen und Stasi-Machenschaften aufzuklären. Ein Antrag, nach dem eine Überprüfung der Mitglieder des Bundestags erfolgen sollte, war erst am 12. Mai von Union, SPD und Linken bei Enthaltung der Grünen abgelehnt worden - im Kulturausschuss des Bundestages. Solange wie Überprüfungen einfach abgelehnt werden, sind alle anderen Diskussionen vergebens.

Leider liegt aber auch der allgemeine Gedanke nicht fern, dass sich gegen Überprüfungen in jedem Falle diejenigen aussprechen werden, die sich davor in besonderem Maße fürchten müssen. Anders mag das nur dann sein, wenn Überprüfungen sinnlos erscheinen. Das ist aber hier nicht der Fall.

Wir haben kein Problem mit der Geschichtsschreibung, sondern eins mit der Gegenwart.
Magda schrieb am 26.05.2009 um 10:27
"Wir haben kein Problem mit der Geschichtsschreibung, sondern eins mit der Gegenwart"

Dem kann ich folgen. Völlig richtig. Aber ob man Ruhe halten würde, wenn es nun noch einmal eine zweite Überprüfungswelle gibt. Ich weiß nicht. Das sollen die entscheiden, die es betrifft.
Titta schrieb am 25.05.2009 um 23:56
Hallo Magda,

weil es nicht anders geht, hier die Frage: Was meinst du zu den Blogbeiträgen von Antifee? Würde mich interessieren.
Hab Streifzug auch schon gefragt.

Übrigens: die Folge von Ekel Alfred, die du meinst, wurde gerade in einem der dritten Programme wiederholt. Mein Mann und ich haben uns wieder scheckig gelacht. Das ist aber auch so abgedreht. Eine der besten Folgen.

Liebe Grüße
Titta
Magda schrieb am 26.05.2009 um 10:29
Ich habe noch keine Meinung, weil ich noch gar nicht drauf geguckt habe.

Beste Grüße
Magda
Magda
Ort:
Berlin
Mitglied seit:
3 Jahre 14 Wochen
Zuletzt aktiv:
20.05.2012
Status:
Publizistin
Aktivität:
Beiträge: 567
Kommentare: 9344
Mein Projekt:
Mein Web:
Logbuch
20:42
DandelionWine hat gerade einen Kommentar geschrieben.
20:42
fahrwax hat gerade einen Kommentar geschrieben.
20:40
ideefix hat gerade einen Kommentar geschrieben.
20:38
h.yuren hat gerade einen Kommentar geschrieben.
20:34
Wir begrüßen maxing als neues Community-Mitglied
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

portlet_Phoenix-12.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG