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Kleine Replik auf
www.freitag.de/kultur/1026-vergiss-die-stadt-den-kiez-den-tod
"Alles wie aufs Tempelhofer Feld. Und kein Vorhang und keine Schirme"
(Theodor Fontane: Mathilde Möring)
Mein obiges Zitat will belegen: Das war schon immer so aufs Tempelhofer Feld - kein Grund also, sich zu zu echauffieren, wenn ein alter Zustand wiederhergestellt ist. Obwohl: Das gibts ja nicht, dass "alte Zustände" sich wieder herstellen. Irgendwie ist die Natur nicht mehr die Gleiche wie vorher. Sie ist jetzt asphaltiert. So ist der Mensch, er macht immer alles dicht. (Mein Beitrag zur Naturdebatte)
Er ist weg der Flughafen, auch ein kürzlicher privater Putschversuch mittels Notlandung scheiterte.
www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/tempelhof-flugzeug-notgelandet-article897492.html
Vor vielen Jahren schon haben wir den Tempelhofer Flughafen "absolviert", mein Mann und ich. Haben uns die imposante Leere des Raumes zur Gemüte geführt und aufgepasst, dass wir nicht auch einen horrro vacui dort kriegen. Wo doch dort die Luft von Geschichte dröhnt und die Brücken zur Freiheit als Hungerharke in den Himmel ragen. Apropos Hunger: Immerhin gabs wenigstens Bockwurscht.
Einmal wäre ich fast da abgeflogen. Aber ein Computer Buchungsfehler hat uns dann doch wieder nach Tegel verfrachtet.
Um den Flughafen fand 2008 eine offene Feldschlacht statt. Das war ein Theater. Gefallen ist ein gewisser Herr Friedbert Pflüger von der CDU, aber durchaus weich irgendwohin. Joachim Gauck wäre auch ein guter Flughafenverteidiger gewesen. Dass sie den damals nicht eingesetzt haben - was für ein Versäumnis, wo es doch um die Freiheit ging. Der hätte den Flughafen zum endlosen Weiterbetrieb gebracht und alle Businessmen der Welt ob Russenoligarch oder US-Tycoon hätten ihm zu Füßen gelegen - zeitweise. Er wäre der Flugkapitän der Herzen geworden. Und das mit den "sieben Brücken" hätte er in Luftbrücke abwandeln können.
www.n-tv.de/politik/Gauck-singt-mit-Maffay-article978836.html
Am eindringlichsten fand ich, dass im Zuge dieser Schließkrämpfe um den Flughafen ältere Damen-West ordnungsgemäß bitterlich weinten. Die hatten gar nicht geschnallt, dass der Flughafen vorher schonmal jahrelang außer Betrieb war.
Und jetzt nutzt der Berliner alternative Mittelstandsbürger die neuen Freiräume und inszeniert sich als "Volk". Freiheitsrausch auf dem Rollfeld. Und immer die Radfahrer. Furchtbar.
Als Wahlberlinerin muss ich da auch noch eine Hymne anhängen:
Einen abgewandelten Brecht-Refrain
(Ballade von den Seeräubern)
Oh Himmel strahlender Azur
Enormer Wind die Fahnen wellt
Und denk ich an die Freiheit pur
Denk ich ans Tempelhofer Feld.
Ha, damit genug gek(r)ämpft.
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Mensch hibou - ist das alles, was Dir zu meinen "lichtvollen" Anmerkungen einfällt. Shame on you. :-))
Aber bei dieser Berliner Mentalität - da kommt das hin. Da wird ja in einem der schönsten Liebeslieder von der Emma auf der Banke bei all dem Gebalze beläufig noch festgestellt. "Neben uns as einer Wurscht mit Sauerkohl" Jetzt musste schlucken, wa? |
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schluck...
(aber verzeih mir: wir sind hier auf strenger wurstdiaet...) |
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Ach nix Romantik. Luftbrücken-Theater. Eben ist so ein Bomber fast abgestürzt. Ostalgie wird immer verhaun. Westalgie ist auch dooooooooof. :-))))
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@magda
Ouuuh scheiße, du hast mich erwischt! Dafür muss ich mir heute Abend auf meine letzte romantische Arschbacke hauen! Auuuuuuah! Das tut weh! :O)))))) rr |
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Ja, liebe Magda,
die Begeisterung für die Restnatur des T-Felds habe ich bis vor wenigen Tagen nicht so ganz verstanden, bis ich selbst auch mal auf der Westentaschen-Heide herumgestromert bin........ am spannendsten ist es wohl, dass die Häuser am Rand sooooooooo klein werden.... und doch nicht ganz verschwinden !-))) |
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die sind am horizont so klein, weil sie sonst net alle nebeneinanderpassen würden!
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Ach Mensch, Du meinst ich bin - dafür sind die Ossis bekannt -Phänomenen gegenüber feindselig, die ich noch gar nicht kenne?
Gegen das Feld habe ich vielleicht gar nichts, aber gegen die nun auch wieder zu großen Worte, mit denen seine "Inbesitznahme" begangen wird. Kann man denn überhaupt stromern auf dieser "Heide". Man begegnet ja doch immer anderen Leuten. In der wirklichen "Natur" ist man - kurzfristig - für sich. Und auf dem Tempelhofer Feld inszeniert man was. Hat was von Promenade in modern oder so. Na, ich habe jetzt einen Anti-T-Virus, den werde ich nicht weiter nähren. Über meine Abneigung wundere ich mich momentan nicht, werde sie mir die Gründe aber mal näher "ansehen". Gruß an Dich Du friedfertiger archinaut @ hibou - Herrlich das mit den Häusern. Hibou hats mit Kinderfantasien. Da kommt sowas bei raus. |
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Ach nein, liebe Magda,
"Phänomenen gegenüber feindselig, die ich noch gar nicht kenne," das denke ich wirklich nicht. Vielleicht habe ich mich ungenau ausgedrückt: die Begeisterung für das TF kann ich zwar verstehen (wenn ich will), aber es gibt wichtigere Themen in dieser Stadt, auch konfliktträchtigere Orte, wo die Zukunft gerade klammheimlich Stück für Stück verbaut wird, etwa an den Spreeufern.... ganz eindrucksvoll finde ich es aber zu beobachten, wieviel (echte?) Emotionen das Feld bei den unterschiedlichsten Interessenten auslösen kann, also die "großen Worte" weckt, die Dir zu fad schmecken ...:-)) |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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