Meine Güte, ich war doch mal katholisch. Ich will damit sagen, ich habe gelernt, die unfreiwillige Komik und Albernheit des kostümierten katholischen Bodenpersonals zu übersehen oder wenigstens hinzunehmen, wie man es dezent überhört, wenn jemand an der falschen Stelle einen Schluckauf hat oder gar noch was schlimmeres. Verschärftes klerikales Frömmeln hat urkomische Seiten, die man in schönen Karikaturen,aber auf Fotoschnappschüssen besehen kann.
Aber dieser Woelki, der heute eingeführte neue Erzbischof von Berlin, also nee und dann noch Rainer Maria. Der soll einen rheinischen Humor mitbringen. Wo hat er den bloß versteckt? Auf Bildern sieht er ziemlich grämlich aus.
In Aktion hat der wieder eine ganz andere Mimik. Immer als sei er nicht ganz er selbst, sondern was Ausgeborgtes, der Papst hat ihn ja nach Berlin verborgt. Geleast vom Vatikan – der Woelki.
Der Eugen Drewermann hat in seinem umfangreichen Buch "Kleriker" u. a. auch über deren soziale Jovialitätsmaske meditiert.
Er schildert da z. B. einen Seelsorger, der sich bei Ausflügen mit „Gemeindemitgliedern" immer allerlei Witze aufgeschrieben hat, damit er in Kontakt kommt und alles sowas.
Woran erinnert er mich bloß der Woelki. Ach, jetzt hab ichs .
An den Rainer Kröhnert in seinen Parodien. Genau so wirkt der. Wenn der Kröhnert die Angela macht, sieht der ein bisschen aus wie Woelki.
Nur, der Kröhnert ist irgendwann wieder er selbst, aber der Woelki sieht andauernd aus wie der Kröhnert, wenn er bei der Arbeit ist. Kleriker sind immer am unfreiwilligen parodieren – mal den Papst und mal gleich ganz den Lieben Gott in seinen dreifaltigen Gestalten.
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