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Frieden – Wie geht das?

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Klaus von Dohnanyi, Erich Vad

Hardcover, gebunden

160 Seiten

22 €

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Meine Frau weint

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Angela Schanelec

Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
ab dem 11. Juni im Kino!

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Kultur : Brigitte Reimann, die Reventlow und eine Ausstellung

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Auf Franziska zu Reventlow (geb. 1871 in Husum - gest. 1918 in Ascona) bin ich vor vielen Jahre über eine DDR-Schriftstellerin gekommen:

Brigitte Reimann schrieb am 14. Februar 1960 in ihr Tagebuch: „Ich lese jetzt – mit Eifersucht, Empörung, Neid und Anteilnahme, das verrückte Tagebuch der Gräfin zu Reventlow. Mein Gott, wie hat sie sich ausgelebt! Und wie verlogen ist sie, wie wild, wie lasterhaft und begabt – ein Vollweib (das ist ein dummes und abscheuliches Wort, aber es bezeichnet die Gräfin am besten). Ich fühle mich ihr ein wenig verwandt; wenn Daniel nicht gekommen wäre ...Wer weiß, wo und mit wem ich mich heute herumtriebe. Freilich: Münchner Boheme – und Presseklub Berlin ...“

Nicht nur dieser Tagebucheintrag hat mich – weil er mich geärgert hat - auf die Spur dieser mir völlig unbekannten Schriftstellerin, Malerin, Schauspielerin, Lebenskünstlerin, Muse vieler Männer und überhaupt tollen "verrückten" Person geführt. Sie war nicht verlogen, die Reventlow, sie war wie keine andere Frau immer wieder anders und immer sie selbst.

"Die Gräfin war immer Dame"

Auch der Anarchist und Schriftsteller Erich Mühsam hat sich in seinen "Unpolitischen Erinnerungen" über sie geäußert: „Die Gräfin war immer Dame – sagen ihre Freunde (Klages, Rilke von ihr)“- ob sie in zerrissenem Kleid in Sandalen mit der Petroleumkanne über die Leopoldstraße ging, ob sie als Schönste und Wildeste bacchantisch auf unseren Festen tanzte oder zur Teestunde in ihrem Atelier empfing“.

Und diese tolle Person war – was in diesen Zeiten ja auch sehr ungewöhnlich und tapfer war – Mutter eines Sohnes. Nie hat sie enthüllt, wer der Vater des Kindes ist. Sie verkörperte für die Schwabinger Künstler und Intellektuellen jene so faszinierende Einheit von Hure und Mutter. Hier die biographischen Angaben von Fembio.

Das wichtigste war ihr, die eigene Freiheit zu bewahren und so zu leben, wie sie es für sich entschieden und entschlossen hatte. »Ich will und muss einmal frei werden; es liegt nun einmal tief in meiner Natur, dieses maßlose Streben, Sehnen nach Freiheit. Die kleinste Fessel, die andere gar nicht als solche ansehen, drückt mich unerträglich, unaushaltbar und ich muss gegen alle Fesseln, alle Schranken ankämpfen, anrennen.«

Ihre Bücher werden gerade wieder entdeckt und aufgelegt. Hier eine umfangreiche Text - und Materialsammlung.

Ausstellung in der SH-Landesvertretung

Gegenwärtig ist in der Berliner Landesvertretung von Schleswig Holstein eine kleine, aber feine und gutgemachte Ausstellung über das Leben der Franziska Gräfin zu Reventlow zu sehen. Sie ist gut und einfallsreich gegliedert, bietet einen Überblick, aber erschlägt nicht mit Details. Fotos und Zitate von ihr und über sie erscheinen an einer Leinwand. Vitrinen enthalten Zeitzeugnisse und Spuren ihres Lebens.

Das habe ich mir – gemeinsam mit einer Bekannten – gestern angesehen. Wir erinnerten uns dabei an die Zeit, da wir gemeinsam mit einem Reventlow Vortrag – ich den Text, sie die musikalische Umrahmung – durch einige soziokulturelle Zentren der Stadt getourt sind.

Blick in die Ausstellung

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Hervorragender Katalog

Ich habe den hervorragend gemachten, umfangreichen Katalog gekauft. Und dann sind wir noch zum Spreeufer gewandert und haben das kulturelle Erlebnis an ihren Gestaden ausklingen lassen.

Rolfs Erinnerungen

Die hübscheste Erinnerung an die Reventlow stammt von ihrem Sohn Rolf, der – nach einem wechselvollen Leben - lange Jahre in München lebte und Mitglied der SPD war. „Typisch war ihre Beziehung zum Geld. Sie hatte eine Gewohnheit: Wenn sie Geld bekam, von irgendwoher, ein Honorar, dann hat sie die Zehn-Mark-Stücke,- damals gab es noch Zehn-Mark-Stücke in Gold - die hat sie dann in der Wohnung herumgeschmissen und sich später gefreut, wenn sie wieder in der Not eins gefunden hat in irgendeiner Ecke..."

Eines ihrer Bücher – sehr amüsant – heißt Der Geldkomplex.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.