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Frieden – Wie geht das?

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Klaus von Dohnanyi, Erich Vad

Hardcover, gebunden

160 Seiten

22 €

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Meine Frau weint

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Angela Schanelec

Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
ab dem 11. Juni im Kino!

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Politik : Folterandrohungen und Zivilität

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"Außerdem werde man Gäfgen. mit »zwei Negern« in eine Zelle sperren, die ihm dort sexuelle Gewalt antun würden. Gäfgen werde sich wünschen, nie geboren worden zu sein.“

Es war u. a. diese Androhung, mit der Kriminalhauptkommissar Ortwin E. Magnus Gäfgen, den Entführer des Frankfurter Bankierssohns Jakob von Metzler zwang, den Aufenthaltsort des Kindes preiszugeben, das zu der Zeit längst ermordet in einem Seelag, wie er der Polizei endlich offenbarte. Gedeckt war Ortwin E. von seinem Vorgesetzten, dem Vizepräsident der Frankfurter Polizei Wolfgang Daschner. Die entsetzliche Geschichte ist durch alle Medien gegangen. Gäfgen, verurteilt zu lebenslanger Haft, hat vor verschiedenen Institutionen geklagt und die erlittene Folterandrohung und teilweise erlebte Gewalt als traumatisierend geltend gemacht. Und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte gab ihm – in Teilen – Recht. Er will Schadensersatz. In vielen Foren wurden über die Berechtigung von Gewalt angesichts eines Kindes, dessen Leben es eventuell zu retten galt, diskutiert. Archaische Grundmuster werden da aufgerufen.

Diese, das menschliche Fassungs- und Reflexionsvermögen sehr strapazierende Angelegenheit wird in den nächsten Tagen erneut mediales Echo finden.Denn Gäfgen muss in dieser Woche vor Gericht erscheinen.

Aus diesem Anlass beschäftigte sich die Berliner Zeitung mit der Frage wie es denn bestellt war um diesem Foltervorwurf. Haben Ortwin E. und Daschner überhaupt so selbstverantwortlich und einzig aus der Not heraus gedroht oder waren sie „von oben“ gedeckt? Die Berliner Zeitung hat recherchiert, dass das Innenministerium Kenntnis hatte von den Ermittlungsmethoden der Frankfurter Polizei und diese gebilligt hat. Das Innenministerium hatte damals Volker Bouffier inne, der heute hessischerMinisterpräsident ist.

Homophobe und

xenophobe Angstfantasien

Was in diesem ganzen komplexen Geschehen untergeht ist die Art der Gewalt, mit der u.a. Druck ausgeübt werden sollte. Die Drohung, dass"Neger den Beschuldigten vergewaltigen würden“ wirft die Frage auf, was im Hirn von durchschnittlichen deutschen Ermittlungsbeamten eigentlich vorgeht, welches Maß an Fremdenangst, Homophobie und welche höchst erschreckenden sexuellen Angstfaszinationen diese Männer beherrschen.

Das ist – ja sicher – nicht das Hauptthema dieser komplexen tragischen Kriminalfalles, dessen Brutalität in entsprechendem Strafmaß bereits seinen Ausdruck fand.

Dennoch:Es mag „allgemeinmenschlich“ verständlich sein, dass mit der Folterdrohung auch die Hoffnung auf Rettung des Kindes verbunden war, die Art dieser sexualisierten Idee von „hochnotpeinlicher Befragung“ macht überdeutlich, welche finsteren Abgründe ans Licht drängen, wenn Folter in irgendeiner Weise von der Gesellschaft akzeptiert wird. Und auch da geht es um Kinderleben.

Anmerkung: Eine sehr ausführliche Auseinandersetzung mit dem Foltervorwurf gegen Daschner hat der Jurist und Buchautor Ferdinand von Schirach im Spiegel vorgenommen.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.