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Nachdenken über Rainer Hanks „Die guten Spekulanten“
Um Rainer Hanks Thesen zu widerlegen, fehlt mir das ökonomische Instrumentarium. Da wird es mir wie vielen anderen gehen, die sich das durchlesen.
Was also tun? Man muss die gängigen Debattenstandards mal kurz vernachlässigen und nichts anderes tun, als sich auf seinen eigenen Glauben und die eigenen Gefühle verlassen.
Glauben: Es gibt Wissenschaftler, die glaubhaft und mehrfach versichert haben, dass das Hochspekulative in der Finanzwelt eine Ursache für den Absturz der ganzen Welt ist. Denen glaube ich einfach lieber, weil die Welt im Moment mit solchem Glauben plausibler zu erklären ist.
Außerdem merkt man immer an eingeschobenen und beiläufigen Nebensätzen von Hank, dass er ein kühler, bis eiskalter, ganz sicher hochintelligenter Mensch ist, ganz sicher mit sehr viel Sinn für Ästhetik und Kultur, aber aus meiner Sicht ein versnobter Heini. Sieht man ihn im Fernsehen, dann tritt er immer in den Fettnapf. Nie gelingt es ihm, soziale Probleme so aufzugreifen, dass man ihm die Gleichgültigkeit für diese Fragen nicht sofort anspürt.
In diesem Buchausschnitt zieht er perfide als erstes die Gier des kleinen Mannes heran, die auch Ottonormalverbraucher heimsucht. Ach, das ist doch primitiv. Auch der kleine Mann hätte gern seinen Anteil. Die ganze Welt ist ein Feld von Komplizen.
Hank meditiert lang und breit über Schaden und Nutzen der Spekulation, manchmal befördere sie auch die Entwicklung, aber am Ende gibt es immer Gewinner und Verlierer und das ist dann natürlich Pech für die Verlierer. Da ist er ein bisschen darwinistisch aber er meint das nicht so.
Manchmal befördert sie auch Hungersnöte, die Spekulation, wie im Jahre 2008. Wenn man also die segensreichen Wirkungen der Spekulation erhalten will, dann muss man die Hungernden irgendwie entschädigen. Wie das geschehen soll, sagt Hank aber nicht. Vielleicht sollte man ihnen einen Krumen Brot hinwerfen – unspekulativ erworben.
Also, ich glaube das eben alles nicht. Ich kaufe einem solchen Mann, dem ein Sendungsbewusstsein eigen ist, bei dem man auch den Absender zu erkennen meint, seine kunstvoll gestricken Weisheiten nicht ab. Er hat vielleicht in Details Recht, im Ganzen darf er nicht Recht haben, wenn ich nicht an der Welt verzweifeln soll.
Ein trotziger „Weiter so“-Mensch. Und überhaupt dieses triumphierende „So ist sie halt die Welt, so wird sie bleiben...ätsch, ätsch“. Ein Knüppel wächst mir da in die Hand. Lasst die Spekulanten machen, bezahlt den Verlierern was, so seine Rezpete.
Ich glaube nicht, dass den Spekulanten die Welt gehört. Ich will das nicht.
Und jetzt die Emotion: Ich kann den Hank einfach nicht leiden – es ist so. Schon in seinem so vordergründigen Werk „Jenseits der Gleichheit“ kam mir alles so bestellt vor und die Lobpreisung des Kunden und Verbrauchers überall auf der Welt ging mir so auf den Wecker, dass ich immer mal wieder erwog, das Buch in die Ecke zu haun .
Und dann noch dieses Gerede von der Spreizung der Einkommen – auch Kannegießer, der Initiator der ISNM verwendet diesen Begriff – das kommt mir immer vor, wie eine Vergewaltigungsphrase.
Wissenschaftler sind erfinderische Zwerge, die man für alles mieten kann. Na, manchmal denke ich mir, so isses.
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Magda, keine Angst vor Inkompetenz! Wir alle haben mindestens die Kompetenz der von den Auswirkungen solcher feuchten Liberalismus-Träume potenziell Betroffenen. Der inkriminierte Herr ist auch kein Wissenschaftler, jedenfalls nicht auf dem Gebiet, auf dem er, wie die Rezensionsclaqueure in den einschlägigen Publikationen es nennen, hier 'brilliert'. Er ist ein Ideologe und weiß ganz genau, wessen Geschäft er erledigt. Gute Nacht!
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Hallo meisterfalk,
kommt Dein Name aus einem alten DDR-Film? Wer war denn das bloß. Spielte den nicht der Wolf Kaiser? Na, egal. Jedenfalls sehe ich das genauso wie Du. Es ist eine Apologie, nichts anderes. Die Sache mit den Hedge-Fonds hat über Jahre die Debatten bestimmt. Da hieß es auch immer, dass die eigentlich die Kurse stützen oder absichern. Und was ist jetzt? Nischt ist. Und dann immer diese Ansprachen an den "kleinen Mann". Ihr wollt es doch auch. Fürchterlich. Guten Morgen!! |
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Hallo meisterfalk,
kommt Dein Name aus einem alten DDR-Film? Wer war denn das bloß. Spielte den nicht der Wolf Kaiser? Na, egal. Jedenfalls sehe ich das genauso wie Du. Es ist eine Apologie, nichts anderes. Die Sache mit den Hedge-Fonds hat über Jahre die Debatten bestimmt. Da hieß es auch immer, dass die eigentlich die Kurse stützen oder absichern. Und was ist jetzt? Nischt ist. Und dann immer diese Ansprachen an den "kleinen Mann". Ihr wollt es doch auch. Fürchterlich. Guten Morgen!! |
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schrieb am
27.05.2009 um 12:34
Liebe Magda, leider habe ich erst heute beim Abklappern der verschiedenen 'Baustellen' Deine Antwort auf meinen Kurzkommentar gesehen. Tut mir leid, aber manchmal reicht die Zeit nicht, um alles zu verfolgen... Aber, um Deine Frage zu beantworten: Es gab tatsächlich einen Fernsehmehrteiler aus dem DDR-Produktionsarbeitermillieu mit der Figur des Meister Falk, dargestellt von Wolf Kaiser. Damals war ich ein kleiner Knabe und habe deshalb keine weiteren Erinnerungen daran. Die Namensanregung stammt von Leuten, die eher meine Generation sind: der (Ost-)Berliner Rockband Pankow, in deren Rockspektakel "Paule Panke - ein Tag im Leben eines Lehrlings" (1982) der Lehrausbilder des Paule auch den Namen Meister Falk trägt, natürlich eine Anspielung des Texters auf die frühere Fernsehserie.
Bis später! meisterfalk (Nicht weitersagen: Ich heiße Michael.) |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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