Magda

Mal sehen

08.07.2011 | 10:41

Integration: Erhellender Perspektivenwechsel

 

Welche Bevölkerungsgruppe käme vielen Bürgern dieses Landes sofort in den Sinn, wenn sie mit folgenden Charakteristika beschrieben würde?

Sie sind nicht genügend integrationsbereit

Sie neigen zum Rückzug in Parallelgesellschaften

Ihr Frauenbild ist patriarchalisch-konservativ

Sie lehnen die Demokratie ab.

Genau, man würde im entsprechenden Umfeld hierzulande sofort auf die Gruppe der Muslime schließen. Es geht in diesem Falle aber nicht um Muslime.

Es sind die Latinos  in den USA, die in der Mehrheit einen sehr „volksfrommen“ und heimatverwurzelten Katholizismus ausüben, denen eine ähnliche Ablehnung entgegenschlägt und die mit sehr ähnlichen Vorwürfen konfrontiert sind, wie die Muslime in Deutschland

Diesen sehr erhellenden Perspektivenwechsel hat die Soziologin Dr. Andrea Althoff, die auch an der Bundeswehrführungsakademie Hamburg lehrt, auf einer Veranstaltung im Berliner Wedding vorgekommen. Sie war der Einladung der Haci Bayram Moschee e.V , einer schon seit 1976 bestehenden Gemeinde, und des  Soldiner Kiez e.V. gefolgt.

Das Thema war in die Frage gekleidet: „Die Moschee als Integrationsfaktor?  

Andrea Althoffs Beitrag „Ein transatlantischer Vergleich. Latinos in den USA und Muslime in Deutschland“ stellte Erstaunliches und Bedenkenswertes zur Debatte. Wobei sie sich bei den Muslimen in Deutschland auf Türken und türkischstämmige Deutsche konzentrierte.

Ein solcher Vergleich ergibt folgende interessante Gemeinsamkeiten:

Beide Gruppen sind die größte Migrantengruppe im Land

Beide Gruppen haben ungefähr den gleichen Lebenshintergrund

Beide Gruppen gehören meist der gleichen Schicht an

Beide Gruppen haben eine durchschnittlich niedrigere Bildung

Beide Gruppen haben eine höhere Geburtenrate als die Mehrheitsgesellschaft 

Dr. Althoff vertrat die These, dass in den USA die Ablehnung gegenüber den Muslimen – auch nach dem 11. September 2001 – noch immer, im Vergleich zur Ablehnung gegenüber den Latinos, weitaus geringer ausfällt. Viele Muslime dort haben einen afro-amerikanischen Hintergrund, sind Teil der US-amerikanischen Gesellschaft. Die aus Mexiko eingewanderten Latinos hingegen, die nach dem Ersten Weltkrieg die Gruppe der früher europäischen Einwanderer ablösten, werden jetzt als „das Fremde, Andere“ definiert.

Deutlich wird, dass die Ablehnung von Migrantengruppen viel weniger mit der Religion – in Deutschland mit dem Islam – zu tun hat, sondern mehr mit den Verunsicherungen der Identität der Mehrheitsgesellschaft in einer sich pluralisierenden Bevölkerung.

Ein Beispiel für die Ähnlichkeit bestimmter Zuschreibungen im transatlantischen Vergleich bietet eine Untersuchung zur Religiosität der Latinos. Sie stellt u.a. fest, dass die Rolle, welche die Latinos in der amerikanischen Politik und im öffentlichem Leben spielen, tief durch die unverwechselbaren Merkmale ihres Glaubens beeinflusst ist.  Die meisten Latinos sähen Religion als moralischen Kompass ihres eigenen politischen Denkens und Fühlens an und sie erwarteten das Gleiche von ihren politischen Führern. „In allen religiösen Traditionen betrachten die meisten Latinos die Kanzel als den geeigneten Ort, soziale und politische Probleme zu lösen, erwarten das gleiche von ihren politischen Führern.“

Der Grundverdacht, weniger den Gesetzen eines Landes verpflichtet zu sein als den eigenen Glaubensüberzeugungen scheint diesseits und jenseits des Atlantiks eine Rolle zu spielen. Hierzulande firmiert er unter dem Stichwort „Scharia“.   

Abgewandelte

„Gretchenfragen“

Wie es die einzelnen Staaten mit der Religion halten, das hat auch Wirkung auf das Verhältnis zu den Migranten, die ihre Religion sehr demonstrativ leben. Beeinflusst der – im Gegensatz zu den USA – generell negative Diskurs über Religion in Deutschland auch den Diskurs über muslimische Einwanderung und erschwert er letztendlich die Integration von Muslimen? Verstärkt die in Ostdeutschland vorherrschende Religionslosigkeit diesen Effekt noch einmal? So die Fragen der Soziologin. Ich würde das bezweifeln, aber es gibt darüber aussagefähige Studien.

Ich würde einwenden, dass der ständige Aufbau von Konfliktlinien – hier christliche Kultur und dort der Islam – ebenfalls einen beträchtlichen Teil zu dieser Entwicklung beiträgt. Auch Matusseks „Katholisches Abenteuer“ leistet da seinen populistischen Beitrag.

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir unterstrich in einem kürzlichen Interview für "derFreitag", dass die Integrationsdebatte in Deutschland islamisiert sei und fast jeder Konflikt im Zusammenleben von Deutschen und Nicht-Deutschen über den Islam erklärt würde. Bei der deutschen Mutter, die beim Elternabend fehlt, läge es an der sozialen Schicht. Die türkische Mutter komme angeblich nicht, weil sie muslimisch ist. So könne man natürlich jedes Problem in Deutschland erklären. Es helfe nur nicht.

Moscheen und Kirchen –

mehr als Orte des Gebets...

Sowohl in Deutschland als auch in den USA wurden unter den Bedingungen der Migration die Moscheen und Kirchen zu mehr als nur Orten des Gottesdienstes. Die Notwendigkeit der Hilfeleistung bei der Eingliederung, beim Spracherwerbs oder bei der Arbeitssuche erweiterte ihre Aufgaben.

Aus diesem Grund haben sich in den USA auch die Buddhisten oder Hindus, die sonst sehr unverbunden agieren, zu Kongregationen zusammengeschlossen, um als Institution helfen zu können. Dr. Althoff: „Religiöse Bewegungen und Institutionen haben also große Integrationskraft entfaltet und „lange Zeit marginalisierte, teilweise auch aggressiv bekämpfte Religionsgemeinschaften wie Katholiken, Juden oder die schwarzen Kirchen ins Zentrum der Zivilgesellschaft geführt.“

Und wie ist es nun mit den so misstrauisch beobachteten Vereinen, wie der Haci Bayram Moschee e.V? In vielfältigen Aktivitäten bemüht sie sich um die Mitglieder der Gemeinde. Auch dieser Abendvortrag ist ein Zeichen dafür. Aber in Deutschland wird das weitgehend ausgeblendet.

Das Auge der Medien fällt auf einen solchen Verein meist nur dann, wenn ein „Hassprediger“ dort aufgetreten ist oder andere Aktivitäten vermutet werden, welche die Integrationsverweigerung belegen.

...sondern auch Integrationsfaktor

Legt man die vier gängigen soziologischen Gesichtspunkte für Integration an, dann hat auch hier ein Vergleich seinen Sinn.

Strukturelle Integration wird zum Beispiel gestärkt, wenn Kirche oder Moschee die Verbindungen zum Arbeitsmarkt herstellen. Auch Hilfe bei Behördengängen gehört dazu.

Soziale Integration wird gestärkt, wenn Kirchen und Moscheen sich nicht nur bei der Religionsausübung betätigen, sondern Dialoge, kulturellen Austausch fördern.

Identifikatorische bzw. emotionale und kognitive Integration wird vielseitig gefördert, wenn Sprachvermittlung angeboten, Hausaufgabenhilfe organisiert und viele andere Angebote einen Zugang zur umgebende Gesellschaft bieten.

Ja, Moscheen sind ein Integrationsfaktor. kann die Antwort nur lauten. Sie können es umso besser sein, je mehr Zugehörigkeit zur Gesellschaft ihnen zugestanden wird.

Samuel Huntington

fand neue Gegner

In den USA, hat vor einigen Jahren der durch seinen „Kampf der Kulturen“ hinlänglich bekannte Samuel Huntington nach dem Islam neue Gegnerschaften – diesmal wieder im eigenen Land – ausgemacht. Im 2004 erschienenen Buch "Who are we?" wendet er sich vehement gegen die Kultur der Hispanisierung des Landes. Die Bastion , die er verteidigt ist die der WASP – der White Anglo-Saxonian- Protestants – und er macht dabei denkerische Volten, wie sie auch einem Sarrazin eigen sind. Die Ängste sind die Gleichen – in Deutschland wie in Übersee: Die Furcht vor „Überfremdung“ in einer pluralisierten Welt und dabei die Konzentration auf die größte Gruppe der Migranten ganz gleich welche Religion sie ausüben.

Verstärkte Ressentiments

seit Sarrazin

Da liegen ernste Gefahren. Es werden immer mehr Menschen auch Deutschland „pluralisieren“ ohne dass es „sich abschafft“. Seit Thilo Sarrazins Buch erschienen ist, haben bestehende Ressentiments gegenüber Muslimen und alte Vorurteile neue giftige Nahrung erhalten. Und: Sarrazin ist hoffähig geworden, offene und unterschwellige Zustimmung zu seinen Thesen wird konstatiert.

Allein die Debatte, die sich um die Islam-Passage in der Rede von Christian Wulff zur Deutschen Einheit entspann, spricht für sich. Und seine Feststellung, es gebe „Nachholbedarf“ auf vielen Gebieten der Integration hat ihm wenig Pluspunkte gebracht. Er nannte in dem Zusammenhang Integrations- und Sprachkurse für die ganze Familie, Unterrichtsangebote in Muttersprachen, islamischen Religionsunterricht von hier ausgebildeten Lehrern und selbstverständlich in deutscher Sprache.

Es ginge ihr keineswegs darum, so Andrea Althoff, bestehende Probleme klein zu reden. Es hängt auch sehr vom Charakter der einzelnen Moscheegemeinde ab, wo sie organisiert ist und wie ihr Selbstverständnis ist. Ja, es gibt die Zwangsehe und es gibt patriarchalische Zwänge. Dagegen muss Position bezogen werden, aber nicht, in dem man den „Feind im eigenen Lande“ beschwört, die betroffenen Migrantengruppen so tatsächlich zum Rückzug in parallele Gesellschaften motiviert und dabei laut „Integrationsverweigerung“ schreit: „Problematisch ist insbesondere, dass ein ausländerfeindlicher Diskurs, säkulare anti-religiöse Vorurteile, eine liberal-feministische Kritik am Islam als per se patriarchalisch und fundamentalistisch und die Angst vor islamischen Terrornetzwerken verschmelzen zu einem uniformen anti-muslimischen Diskurs. Für einen Dialog ist dies fatal, weil es praktisch ein Aufeinander zugehen von Einwanderungsgruppen und ihren Gastgesellschaften ausschließt. Letzteres wird aber für eine erfolgreiche Integration dringend benötigt.“

Ich war sehr nachdenklich auf dem Weg zurück vom Wedding nach Pankow. Es ist eine ganze Grenze dort gefallen. Und doch bestehen in der ganzen Gesellschaft Grenzen, die zu überschreiten so schwer ist. Ich frage mich, warum Sarrazin soviel Erfolg hatte mit seinem Buch. Vielleicht, weil es immer einfacher ist, Tabugrenzen zu überschreiten als wirklich Grenzen zu überwinden. Möglicherweise ist das bei der Mehrheitsgesellschaft genau so wie bei den Migranten. Ich jedenfalls wusste nicht viel und weiß nicht genug über diese Welt. Aber ich frage mich, wie wollen Menschen denn zusammenleben – auch hierzulande – wenn Ablehnung, ständiger Terrorverdacht, ja auch Verachtung wie bei Sarrazin das Klima bestimmen? Im Jahr, da sich der Tag des Mauerbaus zum 50. Mal jährt kann man die bevorstehenden, an die Vergangenheit gerichteten „großen Worte“ auf die Gegenwart verwenden und mahnen: „Dicht machen hat nichts gebracht.“ Und nur in einer Richtung kann man sie nicht überwinden, die Grenzen. Man muss sich aufeinander zu bewegen.

 

Empfehlenswert

 

Der Islam-Irrtum

 

www.svr-migration.de/?page_id=2658

 

 
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Kommentare
goedzak schrieb am 08.07.2011 um 11:30
"Deutlich wird, dass die Ablehnung von Migrantengruppen viel weniger mit der Religion – in Deutschland mit dem Islam – zu tun hat, sondern mehr mit den Verunsicherungen der Identität der Mehrheitsgesellschaft in einer sich pluralisierenden Bevölkerung." - Und mit SOZIALEN Resentiments, sollte man noch hinzufügen. Auch die Sarrazin-Fans gehören mehrheitlich einer sozialen Gruppe an, die soziale Verlustängste hat. Wenn man sich die gelegentlich, ja auch von TS, geäußerten Vorurteile gegenüber dem sog. "Prekariat" anhört (faul, bildungsfern, rechtslastig, fremdenfeindlich, sexistisch usw.), dann erkennt man die Ähnlichkeiten.
R Stilzchen schrieb am 08.07.2011 um 12:49
Ja, es gibt Gemeinsamkeiten zwischen beiden Gruppen, aber auch Unterschiede.
Die "Latinos" sind Christen wie die meisten Bürger der USA. Sie sind Katholiken. Eine beträchtliche Minderheit der US-Bürger waren und sind ebenfalls Katholiken. Alle US-Bürger sind Einwanderer bis auf die wenigen Ureinwohner, die kaum noch etwas zu melden haben. Der Einwanderer in den USA muss weitgehend für sich selbst sorgen. Eine soziale Hängematte existiert nicht. Mir ist nicht bekannt, dass radikale "Latinos" das Rechtssystem der USA abschaffen wollen.
luzieh.fair schrieb am 08.07.2011 um 15:06
"Eine beträchtliche Minderheit"

was ist das?
Nietzsche 2011 schrieb am 08.07.2011 um 13:53
Hallo Magda,
ich habe in deinem Beitrag Aussagen über Quantität und Zusammensetzung der Besucher vermisst.

Ich habe meine Schwierigkeiten mit dem angestellten Vergleich. Könnte aber daran liegen, dass ich die Verhältnisse in den USA nicht wirklich kenne. In Deutschland - und in meinem Fall Berlin - werden ja die Ressentiments gegen Muslime gleich als generelle Ausländerfeindlichkeit dargestellt; was falsch ist. Auch wenn es nicht die Mehrheit ist, so liefern Muslime doch häufig genug Belege für Thesen über Kriminalität (Richterin Heisig wird doch wohl nicht als Rechtspopulist gehandelt), mangelnde Unterstützung der schulischen Ausbildung etc.
Womit ich bei deiner Frage bin "Ich frage mich, warum Sarrazin soviel Erfolg hatte mit seinem Buch." - Weil Politik und Medien Tatsachen verleugnen oder verdrehen (political correctness) und viele Menschen diese stete Heuchelei in eine bestimmte Richtung treibt. Ich verweise auf die Debatte im "Tagesspiegel" vor wenigen Tagen (Dernbach versus Jansen und die Leserkommentare dazu).
Magda schrieb am 08.07.2011 um 14:09
"Auch wenn es nicht die Mehrheit ist, so liefern Muslime doch häufig genug Belege für Thesen über Kriminalität (Richterin Heisig wird doch wohl nicht als Rechtspopulist gehandelt), mangelnde Unterstützung der schulischen Ausbildung etc."

In dem Satz ist alles "drin". Kriminalität und Migrantenkinder ist bei Heisig das Thema, nicht Kriminalität und Muslime.

Über die Zusammensetzung, stimmt hätte ich noch einiges sagen können. Es waren lokale Vertreter des Kiezes, aktive Bürger aus dem Wedding usw.
einer von der "Bezirkspresse, Arbeiterwohlfahrt, einer von der Linken, ein äußerst anstrengender Berufsschullehrer a.D, der viele Klischees wiederholte.
goedzak schrieb am 08.07.2011 um 15:13
"...was falsch ist." - Nee, was richtig ist!!! Die meisten der angeführten 'Argumente' gegen Muslime (Du nennst sie ganz treffend 'Ressentiments') sind zwar nicht expressis verbis 'ausländerfeindlich' oder xenophob, aber Xenophobie wird selten direkt ausgedrückt, sondern immer mittels vorgeschobener 'Sachargumente' und Zuschreibungen. Man erkennt sie aber immer an der menschengruppenbezogenen Pauschalisierung, und die findet sich verlässlich jedesmal, wenn wieder irgendwo gegen einen Moscheeneubau 'gekämpft' oder ein Sarrazin, Wilders, und wie die alle heißen, das Maul aufreißen. Immer wird suggeriert, die benannten Probleme verschwänden von selbst, wenn diese Menschen verschwänden, durch Ausweisung, Abschiebung oder durch Assimilation zur Unkenntlichkeit.
Ullrich Läntzsch schrieb am 08.07.2011 um 14:10
Liebe Magda,

darf ich kurz für Sie zusammenfassen?

Die Ausgrenzung von schwarzen Schafen sagt nie etwas über das Schaf, sondern über die, die ausgrenzen.

Allerbeste Grüße und ein ordentliches Päckchen Mut bis der eigene gestärkt aus dem Urlaub kommt

Ullrich
Ullrich Läntzsch schrieb am 08.07.2011 um 14:13
Liebe Magda,

darf ich Ihre hervorragende Analyse mal kurz zusammenfassen?

Die Argumente zur Ausgrenzung von schwarzen Schafen, sagen nie etwas über das Schaf, sondern über die, die ausgrenzen - man nennt sie Vorurteile.

Allerbeste Grüße und ein ordentliches Päckchen Mut bis der eigene gestärkt aus dem Urlaub kommt

Ullrich
Magda schrieb am 08.07.2011 um 15:03
Hallo Ulli Läntzsch - Danke. Der Vortrag stammt ja nicht von mir. Ich habe ihn nur - wie ich denke - ordentlich kolportiert und an die Menschen gebracht.

Ja das stimmt mit den schwarzen Schafen. Ich gestehe aber, dass es mir immer mal wieder auch schwerfällt, Ressentiments ordentlich einzuordnen.

Ja, ich werde mich mal wieder "ermutigen". Da aber die Anwendungen hier so träge sind, steht es immer noch so da. :-))
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.07.2011 um 14:52
In Reaktion auf Sarrazin hat sich auch eine fragwürdige Art der nachplappernden Denunziation verbreitert.

Auch Ihren Beitrag kann nicht nachvollziehen. Sarrazin hat seine Ansichten schriftlich dargelegt. Also kann man das zitieren, was er tatsächlich und nicht mutmaßlich geschrieben hat. Wenn Sie es dem Leser ermöglichen würden, nachvollziehen zu können, was Sie überhaupt konkret an Sarrazins Ansichten beanstanden wollen, könnte ich es sogar kommentieren.

Oder geht es Ihnen nur um irgendeine pauschalisierte Politpropaganda zum üblichen Nachtreten für Mitläufer?
Magda schrieb am 09.07.2011 um 16:32
Es tut mir Leid, dass Sie meinen Beitrag nicht nachvollziehen können, gnä Frau. Er handelt - nebenher - nur am Rande von Sarrazin. Er handelt von einem differenzierten Blick auf Migranten diesseits und jenseits des Ozeans.

Wenn ich jetzt noch alle Sarrazin-Argumente anliefern sollte, sprengte das den Rahmen. Denn es ist Sitte, vorauszusetzen, dass die Leser den Kern des Sarrazin-Disputs kennen. Sie nicht? Das ist bedauerlich. Ich bin hier nicht zur Nachhilfe angetreten. Es ist rauf und runter durch die Medien gegangen. Das finden Sie bestimmt.
Ich trete auch nicht nach, aber Sie treten augenscheinlich an, mir zu erklären, Sie wüssten nicht, wovon die Rede ist. Dann müssens halt lesen.

Was an Sarrazin nachzuplappern wäre, könnten Sie ja beisteuern. Pauschalisierte Politpropaganda? Was ist das, wenn man eine interessante Veranstaltung vorstellt?
Friedrich IV. schrieb am 10.07.2011 um 09:35
Die Ablehnung von Migrantengruppen hat in ERSTER Linie mit deren eigenem Auftreten zu tun. Leider wird dann, auch von den Medien, generalisiert, und Kritik an einer Minderheit Integrationsunwilliger in der Spitze als "Isalamhaß" stigmatisiert. Tatsache ist e.g., daß eine Anzahl Moscheen in Deutschland nach dem Eroberer Spaniens benannt sind.
de.wikipedia.org/wiki/Tariq_ibn_Ziyad
Zugegebenermaßen vermute ich dort keinen besonderen Integrationswillen. Welcher Christ käme auf die Idee, eine Kirche im islamischen Raum nach Papst Urban II. oder Heinrich VI. zu benennen? De Maiziere sprach letztes Jahr von 10-15% "Integrationsverweigerern" bei 4 Millionen Muslimen. Daraus folgt: Die überwiegende Mehrheit der Muslime ist in Deutschland integriert. Genausowenig wie der Linken seinerzeit der Vorwurf gemacht worden war, sie wären für die Terroristen der Baader/Meinhof-Gruppe verantwortlich ist heute Islamismuskritikern vorzuwerfen, sie seien Rechtsextremisten. Nein, ich werde mich nicht auf islamistische Gemeinden zubewegen, sondern im Interesse aller Deutschen, natürlich auch aller islamischen Deutschen, weiter fordern, daß Menschen, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung nicht anzuerkennen gewillt sind, besser repatriiert werden sollten.
glaubdir schrieb am 10.07.2011 um 09:38
@friedrich iv, "Welcher Christ käme auf die Idee, eine Kirche im islamischen Raum nach Papst Urban II. oder Heinrich VI. zu benennen? " hmm, welcher christ käme auf die idee, das er einer verschwörungstheorie hinterherrennt? ;-)
Friedrich IV. schrieb am 10.07.2011 um 16:21
watn datn?
Waldemar Maurer schrieb am 15.07.2011 um 19:09
Der Islam hat vier grundlegende Schriften als Fundament. In allen wird die Integration in eine nichtmuslimische Gesellschaft abgelehnt, ja verboten. Als kleines Beispiel eine Fatwa:
"Dürfen meine Kinder mit nicht-muslimischen Kindern befreundet sein? "
Fatwa von Scheich Abdullah Bin Sulaiman Bin Muhammad al-Mani (Institut für Islamfragen, dh, 21.12.2005)
"Der Fragende ist ohne Zweifel kein fähiger Erzieher für seine Kinder, weil er die Gemeinschaft mit den Jungen und Mädchen der Gottlosen zulässt. Er wird die Verantwortung für die Irreführung seiner Kinder übernehmen müssen.“
Magda schrieb am 15.07.2011 um 20:36
@ Waldemar Maurer - Über das Wesen und die Verbindlichkeit einer Fatwa könnten Sie ja auch mal nachlesen. Ich habe da keine Lust zu. Auf jeden Fall ist sie nicht rechtsverbindlich, schreibt dort eine Autorin.
Im Alten Testament finden Sie übrigens auch sehr harsche Sprüche über die Ungläubigen. :

Unter: Offenbarung, Kapitel 21 ff.

"Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss! 6 Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. 7 Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein. 8 Die Feigen aber und Ungläubigen und Frevler und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner, deren Teil wird in dem Pfuhl sein, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod." heißt es u.a.

Wissen Sie, was in den katholischen Gemeinden früher in der Diaspora über das unchristliche Umfeld und seine Gefahren alles erzählt wurde. Ich aber. ...

Es ist ganz sicherlich eine Debatte Wert über die Arten der Schriftauslegung in beiden Religionen nachzudenken. Aber, Sie selbst wissen aus der Praxis möglicherweise, dass die türkischen und deutschen türkischen Kinder hier in die Schule gehen. Und auch wenn es Problemfälle gibt: Die meisten lernen dort.

Was also wollen Sie mir damit sagen?
Magda schrieb am 15.07.2011 um 20:40
Und nachdem ich auf der Seite war, die Sie im Profil angeben, ist alles klar.
Waldemar Maurer schrieb am 16.07.2011 um 08:15
Der Vergleich Bibel vs. Koran drängt sich auf, ist aber voller Stolpersteine. Es gab mal eine Zeit, da nannte man in Europa den Koran die "Türkenbibel". Ein schlechte Plagiat sollte unterstellt werden. Das Thema füllt viele Regalmeter in Bibliotheken. Ergebnis: ein direkter Vergleich ist theologisch und philologisch unhaltbar. Entscheidend ist doch auch nur welchen Stellenwert und Bedeutung die Schrift für die jeweiligen Gläubigen hat. Ausgangsfrage war: Integration in nichtmuslimische Gesellschaften. Der Koran ist für Muslime das direkte und unverfälschte Wort Allahs. Imperativ verstanden. Eine Reihe von Suren beschäftigt sich mit der Frage. Z.B.: Sure 3 : 118 "O ihr, die ihr glaubt, schließt keine Freundschaft, außer mit euresgleichen. Sie werden nicht zaudern, euch zu verderben, und sie wünschen euren Untergang. Schon kam offener Hass aus ihrem Mund, aber das, was ihr Inneres verbirgt, ist schlimmer. Wir machten euch die Zeichen klar, wenn ihr es nur begreifen wolltet. "
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