Er ist so multikreativ- Peter Ensikat. Distel-Chef, Kabarett-Texter und Buchautor. Nach der Wende war er durchaus gutwillig und hat sich bemüht, die Welt der DDR zu erklären, benannte die Defizite und Ungeheuerlichkeiten. Aber auch, wie der Alltag so lief in diesem Laden und warum er nicht weg wollte usw. Und wie viele DDR-Bürger hat er erst hinterher gemerkt, dass er ein DDR-Bürger ist. Und hat nicht hingenommen, erklärt zu kriegen, wie er hätte sein müssen, wenn er schon nicht geflüchtet ist.
Er hat in der DDR gearbeitet. Sie wären ihn gern losgeworden, haben ihn mächtig kujoniert. Aber, da wurde nichts draus. Er lebte zwischen Anpassung, Austesten und hat auch den Konflikt nicht vermieden, hat sich angelegt mit den Leuten. Auch nach der Wende.
Im Interview mit der Berliner Zeitung erfreuter die Leser mit einem Statement, das ich genau so empfinde, weil es für viele Leute spricht. .
Frage: Warum blicken Sie auf die DDR zurück in einem insgesamt so milden Licht?
Antwort: Ach, das ist eher die Reaktion auf Unflätigkeiten, dass uns Menschen aus dem Westen erzählen, in was für einem Land wir gelebt haben. Man kann die Dinge nicht auf einen Nenner bringen, für die einen war es die Hölle, für die anderen der Himmel. Ich finde, Hubertus Knabe und Egon Krenz passen da gut zusammen, sie leiten verlässlich von den gleichen Beobachtungen das genaue Gegenteil ab. Mild? Vielleicht, weil es mir gut ging, verglichen mit anderen Kollegen. War ich mal wieder verboten, konnte ich noch auf Kindertheater ausweichen.
Gegen die Unverschämtheiten, fremd definiert zu werden, schrieb er mehrere Bücher. Eines heißt. "Ab jetzt geb' ich nichts mehr zu".
Genau so isses.Recht hatte er zu DDR Zeiten, Recht hat er heute.
Heute ist er 70 Jahre alt geworden. Ein Stier. Ich bin auch einer.
Herzlichen Glückwunsch.