Magda

Mal sehen

27.04.2009 | 20:05

Segen und Fluch des Bloggens

www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,621258,00.html

 

 Die Bloggerin und Autorin Else Buschheuer spricht in einem Interview mit dem Spiegel über ihre Bloggerzeit und bezeichnet das Bloggen als „abgetriebene Gedanken“. Einiges von dem, was sie so beklagt, ist mir auch nicht fremd.

 

Es kommt nichts zu Ende, wenn man alles sofort öffentlich macht. Dabei muss es gar nicht um ein Buch gehen, auch ein längerer Beitrag, etwas länger Begrübeltes schwindet aus dem Sinn, wenn man alles gleich bloggt.

 

Buschheuer schreibt dies den ewig hungrigen Leserinnen und Lesern zu, die ihren Blog belagern. Das ist nun nicht mein Problem, aber mir ist ein anderer Mechanismus destruktiv aufgefallen. Es macht Spaß so kleine Sternschnuppen an einen virtuellen Himmel zu werfen. Es sind aber nur kleine Schnuppen, es erleuchtet gar nichts. Wenn ich an die unendliche Geduld eines Peter Rühmkorf denke, der immer und immer wieder Gedanken und Wortschnuppen gedreht und gewendet hat, bis daraus etwas Tragfähiges, ein wirkliches Gedicht wurde. Na gut, das ist ein Künstler, einer mit denen ich mich nicht wirklich vergleichen darf und will.

 

Die Geduld, Dinge sich zusammenfügen zu lassen, kommt einem durch das ewige häppchenweise Schreiben völlig abhanden. Wobei ich mir denke, dass dies auch eine Frage des Naturells ist. Ich war– vom Journalismus her - immer eine Kurzstrecken-Schreiberin. Wenn ich Gedanken „aufhebe“, notiere, halten sie manchmal auch einer zweiten kritischen Prüfung nicht stand. Oder ich habe keine Lust, sie weiter auszuführen. Kurzerhand teils verkommt man ein bisschen durch so eine atemlose Schreiberei, teils liefern die Versuchungen schnellen Bloggens auch prima Vorwände, eigene  Nachlässigkeiten und Faulheiten und Aufschiebereien zu beschönigen.

 

Vor einigen Jahren bin ich zu einem Internet-Forum gestoßen, es gab die Blogger-Szene noch nicht. Damals war mir diese Erfahrung noch neu und – das Glück war mit mir – ich habe dort sehr originelle, etwas aufmüpfige Nicks gefunden, die sich – es ging auf dem Portal um Literatur – sehr schräge literarische Gedanken gemacht haben. Und es gab richtig intensive Debatten. Damals habe ich das als sehr faszinierende Erweiterung des eigenen Selbst erlebt. Ich war hochbeglückt und hatte eine Menge Kontakte, Zoff und auch Erkenntnisse. Aber auf einmal – schlagartig – hat sich das alles verflüchtigt in eigene Blogs und Domänen, der Betreiber hat das Forum geschlossen. Die Party war vorbei. Vielleicht nicht nur dort, sondern überhaupt.

 

 

 

 

 

 
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Kommentare
Streifzug schrieb am 27.04.2009 um 20:39
Hallo Magda,

warum müssen einige immer von sich auf das Allgemeine schließen?

Wenn Elke Buschheuer kein Buch mehr geschrieben hat und eine Entschuldigung sucht, ist es ihr persönliches Problem. Aber mit dem Bloggen generell hat es so gut wie nichts zu tun.

Es geht auch anders.

"Der Science-Fiction-Autor und Blogger im Gespräch mit Golem.de

Cory Doctorow, Schriftsteller und Blogger, stellt seine Werke kostenlos ins Internet und verkauft trotzdem viele gedruckte Bücher. Im Gespräch mit Golem.de erklärt er, warum Kopieren im Internetzeitalter ein Erfolgsrezept sein kann."
www.golem.de/print.php?a=66404

Ich habe den Verdacht, dass einer Schriftstellerin das Geld ausgeht, ihr Plan im Netz welches zu verdienen nicht geklappt hat und sie sich nun ein Interview an ein Medium (Spiegel) verkauft, welches schon immer durch unsachliche Berichterstattung über Blogger auffällt.

Wenn ihr bloggen nicht liegt, es sie "aussaugt" ist das so. Jeder hat das Recht auf seine eigene Macke. Mehr als das ist es nicht.
Magda schrieb am 27.04.2009 um 21:01
Hallo,
also Elke Buschheuers Motive mögen ja so sein, aber meine Erfahrung geht schon auch ein bisschen in diese Richtung.
Vielleicht muss man auch anders "arbeiten", wenn man bloggt. Vielleicht muss man sich ein bisschen auch das leicht "Unfrisierte" des Bloggens bewahren. Kann ja sein.

Aber, manchmal habe ich schon das Gefühl, dass sich meine Gedanken verflüchtigen durch das schnelle Schreiben.
Aber, verallgemeinern will ich das nicht, nur was lernen und einordnen.
Streifzug schrieb am 27.04.2009 um 21:15
Hallo Magda,

es gibt keinen Zwang zum Bloggen.

Es liegt einem oder es liegt einem nicht. Es macht Spaß oder es macht keinen Spaß. Es saugt aus oder es lädt auf.

Manche teilen mal schnell mit was sie bewegt, andere "kotzen sich aus". Einige stellen wichtige Informationen ins Netz die in den Massenmedien nicht zu finden sind.

Jeder kann seinen eigenen Stil finden aber keiner muss bloggen.

Meiner Meinung gibt es einen Schwachpunkt.

Bloggen ist das lineare aneinanderreihen von Gedanken, Ideen, Aussagen, Informationen, Kritiken, Anregungen. Wie ein Morsestreifen. Wie oft werden die gleichen Artikel zu den gleichen Themen geschrieben und gleich kommentiert.

Es fehlt noch eine wesentliche Dimension. Die "Wolke der Vielen" bildet sich, regnet ab und löst sich auf. Aber der Regen bringt zu wenig Blumen zum Blühen.
Titta schrieb am 27.04.2009 um 21:36
@ Streifzug

Zitat: >warum müssen einige immer von sich auf das Allgemeine schließen?<

Zu dem Satz fiel mir der Blogbeitrag von klara, 'Wir Über-40Jährigen' vom 26.04. wieder ein.
Das ist höchstwahrscheinlich nicht deine Baustelle, aber diesen Beitrag von dir kommentiert, da wär ich echt drauf gespannt!!

Schuldigung Magda, aber in dem erwähnten Beitrag ist dieser Pluralis einfach nur unerträglich. Wie der gesamte Beitrag. Meiner Meinung nach.
Streifzug schrieb am 27.04.2009 um 22:27
Das ist ein Ding - ich habe ihn eben kommentiert.
Magda schrieb am 27.04.2009 um 22:40
Huch jetzt weiß ich hier in dem eigenen Beitrag nicht mehr, wo ich was kommentieren soll.
@ streifzug - natürlich gibt es keinen Zwang zum Bloggen. Du ordnest Bloggen aber stilisistisch schon ziemlich fest ein.

@ titta "Das ist höchstwahrscheinlich nicht deine Baustelle, aber diesen Beitrag von dir kommentiert, da wär ich echt drauf gespannt!!"

Ich gucke mal hin.
pkaras schrieb am 28.04.2009 um 00:14
Auf den Ausdruck 'abgetriebene Gedanken' muss erst mal kommen. Nach Ansicht von Fr. Buschheuer produziert bloggen tote Gedanken, also nichtssagende Gedanken.
Bzw Gedanken, die vor ihrer Zeit zur Welt kommen, also nicht ausgereift sind und wie bei einem toten Embryo wertlos sind. Heftig.
Das ist ziemlich elitär und eine Unverschämtheit gegenüber denjenigen, die eine solche Form des Journalismus betreiben.
Alleine in diesem Blog sind mehrere Gedanken, die alles andere als tot sind.
Wenn ich Blogs lese bin ich nicht drauf aus auf einen Mann, Brecht, Müller oder was weiss ich zu stossen.
Es sind mehr adhoc verfasste Texte zu einem Thema, die in's Internet gestellt werden, um eine Diskussion anzuregen. Einige sind besser, andere sind schlechter. Das soll jeder für sich selbst entscheiden.
Ich kann mich dieser abgehobenen Meinung wahrlich nicht anschliessen.
pkaras schrieb am 28.04.2009 um 00:14
Auf den Ausdruck 'abgetriebene Gedanken' muss erst mal kommen. Nach Ansicht von Fr. Buschheuer produziert bloggen tote Gedanken, also nichtssagende Gedanken.
Bzw Gedanken, die vor ihrer Zeit zur Welt kommen, also nicht ausgereift sind und wie bei einem toten Embryo wertlos sind. Heftig.
Das ist ziemlich elitär und eine Unverschämtheit gegenüber denjenigen, die eine solche Form des Journalismus betreiben.
Alleine in diesem Blog sind mehrere Gedanken, die alles andere als tot sind.
Wenn ich Blogs lese bin ich nicht drauf aus auf einen Mann, Brecht, Müller oder was weiss ich zu stossen.
Es sind mehr adhoc verfasste Texte zu einem Thema, die in's Internet gestellt werden, um eine Diskussion anzuregen. Einige sind besser, andere sind schlechter. Das soll jeder für sich selbst entscheiden.
Ich kann mich dieser abgehobenen Meinung wahrlich nicht anschliessen.
kay.kloetzer schrieb am 28.04.2009 um 01:17
Naja, es ist hier wie überall: schneller, mehr. Da kann helfen, was sonst auch hilft: Ruhe bewahren, abwählen. Für manche Gedanken, Ideen Debatten sind eigentlich die echten Kontakte zuständige, die Menschen am Tisch, auf dem Sofa, die Freunde. Und für anderes suche ich Öffentlichkeit, weil ich überraschende Reaktionen erhoffe, etwas anderes, als ich zu kennen meinen. Ich beklage mich doch nicht über 30 Marmeladensorten im Konsum, von denen mir 20 nicht schmecken. Ich nehme mir die, auf die ich Lust habe, die ich mag. Und morgen die andere. Vielleicht. Und wenn ich selber Marmelade einkochen will, dann muss ich mir die Zeit nehmen. Ich verstehe das Problem, aber Schuld sind nicht die Blogs, den Umgang damit bestimmt jeder selbst.
Lichtmalerin schrieb am 28.04.2009 um 09:23
Hallo Magda,

"die Geduld (...) kommt einem völlig abhanden." Ich bin mir sicher: Es IST eine Frage des Naturells. Unzwonullig gedacht: Jeden Hype jenseits der Digitalkultur mitzumachen, ist genauso Unfug wie sich wahllos der Beschleunigungsmaschine Internet zu unterwerfen. Es ist immer noch der Mensch, der seine Verhaltensweisen - Nachdenken, Reflektieren, neudeutsch: "Entschleunigen" - und Web 2.0 miteinander in Einklang bringt und bestenfalls sinnvoll kombiniert.
Bloggen pauschal als "abgetriebene Gedanken" zu verunglimpfen, ist eine dumme Disqualifizierung vieler Blogs und deren Betreiber, die vielfältige, interessante Diskussionen und Gedanken veröffentlichen, für die in den klassischen Holzmedien längst kein Raum mehr ist.
engl schrieb am 28.04.2009 um 11:39
die elke heißt übrigens else. soviel zeit muß sein, auch beim bloggen. ;-)
Magda schrieb am 28.04.2009 um 12:14
@ engl - wo Du Recht hast, hast Du Recht. Hinweis beachtet und durchgeführt..
Magda
Magda schrieb am 28.04.2009 um 12:24
@ pkaras - "abgetriebene Gedanken" ist schon ein bisschen verschärft. Aber ich dachte mir eher, dass es eine Art Selbstkritik ist. Man verhindert gewissermaßen die Reifung von Gedanken, wenn man sofort alles bloggt. So elitär finde ich das nicht, eher nachdenklich, wenn man gutwillig ist. Vielleicht gibt es ja einen Mittelweg. Der Gedanke des ad hoc-Schreibens hat schon was für sich. Aber auch dafür gibt es richtige Talente, so wie es ja auch für das noch kürzere Twittern Talente gibt, die Sachen wirklich kurz und knapp auf den Punkt bringen.

Also ich bin da nicht so absolut und treffe mich da sicher mit kay.kloetzer.

@ Lichtmalerin - "Ich bin mir sicher: Es IST eine Frage des Naturells" - Tja, wenn Du das in Lichtlettern auf die Agenda setzt, dann gehe ich in mich und beleuchte mal selbstkritisch mein Naturell.
klara schrieb am 28.04.2009 um 21:56
Hallo Magda,
ich weiß noch nicht genug übers Bloggen, oder besser gesagt: Ich mach das noch nicht lang genug selbst. Aber ich vermute, dass das, was du bzw. Buschheuer beklagst/vermisst/etc. nichts mit Bloggen zu tun hat.
Gedichte gab es immer schon und wird es immer geben. Und nie werden sie sich gut verkaufen.
Rühmkorf (den ich verehre), ist sicherlich ein großer Künstler, ja. Einer, der die Textwelt wärmer und interessanter gemacht hat. Aber ich würde mal spekulieren, dass er nicht alles, das er schrieb (und publizierte) dreifünfzehnfach gedreht und gewendet hat - und dass es genau deswegen stimmt, gut ist, Rühmkorf ist. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass Rühmkorf ein großartiger Dichter-Blogger gewesen wäre. Gott oder welche Macht auch immer hab ihn selig.
Manchmal stimmt ein Text von vornherein - und manchmal muss man feilen, feilen, feilen, feilen. Meistens eher letzteres, das ist jedenfalls meine Erfahrung. Und wenn die Grundstimmung nicht da ist, geht es eh in die Hose: Papierkorb, ob virtuell oder fürs reale Recycling.

Aber ich bin da sicherlich etwas eigensinnig: Für mich sind (eigene) Texte fast nie fertig, und immer finde ich noch ein Komma, das lieber ein Punkt sein möchte, ein Adjektiv, das schleunigst gekillt werden muss, ein Indikativ, der im Grunde ein Konjunktiv ist undsoweiter. Das ist Arbeit! Noch dazu eine, die selten bezahlt wird! Ehrenamt im Dienste der Buchstaben ;-)

Und ich merke: Dieses Bloggen ist etwas, das mir sehr entgegenkommt. Man pustet seine Sachen in die Gegend - und wenn sie gut genug gepustet sind, die Seifenblasen, rührt manch einer dran, bringt sie zum Platzen, oder zum Weiterschwegen, und was bleibt, Magda, was weitertreibt - das können wir nie wissen. Ich empfinde das als eine vielsinnige Verquickung von Freiheit und Verantwortung, fast wie eine Utopie...

klara
kay.kloetzer schrieb am 28.04.2009 um 22:45
Liebe Klara, das Ehrenamt im Dienst der Buchstaben, ja, das ist Arbeit. Der Vollzeitjob im Dienste der Gedanken auch. Die Freiheit ist der Reiz. Aber die Verantwortung, hängt die nicht auch mit dem imaginierten Adressaten zusammen? Ich meine, dass die Entstehungszeit des Textes nicht unmittelbar mit der Entwicklungsdauer der Gedanken zu tun hat, aber das Feilen an Sätzen und Zusammenhängen, das Zweifeln an der Qualität, das hängt doch auch davon ab, ob die Botschaft eher den Charakter einer E-Mail hat oder ob es gilt - gedruckt, für viele, archivierbar. Ob ich die Erwartung kenne oder eben nichtmal ahne. Vielleicht irre ich mich, ich blogge auch erst sein ganz kurzem und versuche gerade, das Prinzip zu verstehen, die Möglichkeiten zu durchschauen. kk
Magda schrieb am 29.04.2009 um 12:00
Mir gefällt das Bloggen ja auch. Dein Bild vom in die Gegend pusten korrespondiert ein bisschen mit meiner ersten Erfahrung von der Erweiterung des eigenen Ichs durch diese verbalen Botschaften im Netz. Das ist schon sehr reizvoll.

Von allem abgesehen: Ich habe auch noch nie soviele Blogger auf einem Portal oder so gefunden. Man kommt ja kaum noch mit dem Lesen nach. Und man findet auch nicht immer alles bei diesem leichten Wirrwarr. Das ging aber jetzt nicht an Dich, sondern so allgemein.
klara schrieb am 03.05.2009 um 22:23
kay.kloetzer: " Ich meine, dass die Entstehungszeit des Textes nicht unmittelbar mit der Entwicklungsdauer der Gedanken zu tun hat, aber das Feilen an Sätzen und Zusammenhängen, das Zweifeln an der Qualität, das hängt doch auch davon ab, ob die Botschaft eher den Charakter einer E-Mail hat oder ob es gilt - gedruckt, für viele, archivierbar."
Ich sehe den Unterschied in der Form nicht. Gedruckt kannst du verbrennen. Was imNetz steht, ist für ewig - kaum löschbar. Für jeden findbar. Auch: manipulierbar, unter Umständen. Reizvoll beim Bloggen ist der Versuch einer Kommunikation dabei: die ist im Print nicht in der Direktheit möglich.
Deine Gedanken sind interessant.
"ich blogge auch erst sein ganz kurzem und versuche gerade, das Prinzip zu verstehen, die Möglichkeiten zu durchschauen." Ich glaube, man muss da einfach sein Ding machen: sein eigenes Blogger-Prinzip.
sport schrieb am 29.04.2009 um 11:12
Die Leichtigkeit des Seins beim bloggen ist Elke Buschheuer offensichtlich verloren gegangen. Es wird keiner gezwungen einen Blog zu führen. Die Intensität und kontinuierliche zeitliche Frequenz bestimmt auch jeder selber. Natürlich gibt es verschiedene Motive. Die einen wollen ihr Buch promoten, die anderen über das Blog irgendwann als Schriftstellerin oder Schriftsteller entdeckt werden, manch lustvoller Blogger hat gar keinen Masterplan, andere wollen fotografische Kenntnisse im Blog umsetzen, andere wollen einfach aus Leidenschaft über ihr Thema schreiben, Journalisten die in allen Mediengattungen bewandert sind wie Jens Weinreich berichten von Olympischen Spielen und internationalen Sportkongressen im eigenen Blog, Frauen geben Hinweise für den Umgang mit Babys, der eine oder andere träumt von zusätzlichen Einnahmen über Werbung auf dem Blog, andere schreiben um ihre Seele zu entlasten, andere schreiben humorvoll und schielen auf eine Harald Schmidt oder Dr. Eckart Hirschhausen Laufbahn. Es gilt die freie Büffetauswahl.
nbo schrieb am 30.04.2009 um 17:01
liebe magda,

ein wort nicht zum bloggen, sondern etwas anderem. du schreibst: "Na gut, das [Peter Rühmkorff] ist ein Künstler, einer mit denen ich mich nicht wirklich vergleichen darf und will."

deine bescheidenheit verstehe ich, finde ich dennoch nicht richtig. vergleichen darfst du dich alle mal. andere künstler als inspiration, vorbild oder messlatte zu nehmen, halte ich für sehr wichtig, und das geht nur über vergleichen. nicht um sich irgendwann auf einem thron wähnen zu können, sondern um die eigene künstlerische autonomie zu erhalten.

wir haben zu viel falsche bescheidenheit, gerade diejenigen, die tatsächlich reflektieren (anderen hingegen täte sie manchmal schon gut).

in diesem sinne:

kein respekt vor der kunst - let's beuys!
(siehe dazu auch unsere aktion in hamburg www.lomu.net/index_lb.html)

gruß, nbo
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