Empfehlung der Woche

Frieden – Wie geht das?

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Klaus von Dohnanyi, Erich Vad

Hardcover, gebunden

160 Seiten

22 €

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Meine Frau weint

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Angela Schanelec

Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
ab dem 11. Juni im Kino!

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Kultur : Tagebuchlektüre und Tagebucheintrag

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Noch einmal überregionale Berichterstattung über Johannes Heesters. Diesmal die Beerdigung in München. Es scheint von den öffentlich-rechtlichen Medien für sinnstiftend gehalten zu werden, auch darüber noch zu berichten.

Vielleicht weil Heesters so viel Identifikations-,Entlastungs-und Trostpotential in sich vereinigt. Dieses Methusalem-Alter. Es muss nicht das Elend nachlassender Kräfte sein, es kann auch sein wie bei ihm: Mit Frohsinn und einer Aufgabe bis ans Ende, mit einer viele Jahre jüngeren Frau, mit Beifall und einem weißen Schal, der keine Kapitulation bedeutet. Und am Ende konnte man immer ins Maxim gehen.

Gerade weil er ein Niederländer war, kann man mit Erleichterung oder Genugtuung an ihn denken. Auch die waren also nicht nur Widerständler, sondern auch Angepasste und manche Kollaborateure. Alles menschlich, alles Kunst und Operette.

Ich lese gerade die so umstrittenen Tagebücher von Fritz J. Raddatz 1982-2001. Er räsoniert Mitte der 80er Jahre: „Nachmittags weiter Lektüre im Giordano-Buch („Die zweite Schuld“ – M.) das mich sehr aufregt. ALLE seine Thesen sind richtig, entsprechend genau meiner Haltung und Überzeugung: NICHTS wurde wirklich aus den Köpfen und aus den Apparaten schon gar nicht ausgeräumt nach 1945. Das Land ist INNEN – und auch technisch – dasselbe geblieben.“

Dann schildert er eine Szene bei seinem Metzger, der uralte polnische Klischees aufwärmt: Die Polen seien schon immer „so“ (also dreckig und faul ) gewesen. Und dann klagt der Metzger darüber, dass auch andere Völker Kriege führten und dann kommt „Dresden“ und so weiter Und die Deutschen seien eben fleißig und - auf den Einwand Marshallplan - meint er sofort, sie wären auch ohne den vorangekommen.

Raddatz schreibt das gnadenlos, er ist ein Linker, aber einige Jahre später wird er in einem perfiden Beitrag seine "Trauer und Enttäuschung" über Christa Wolfs kurze Stasi-Kontakte bekunden. Da ist es wichtig, die linke Attitüde abzustreifen und wieder in Gnaden aufgenommen zu werden. Immerhin: Er dokumentiert es in seinem Tagebuch.

Christa Wolfs Beerdigung wurde überregional nicht beachtet –vielleicht ist das auch gut so. Ralph Giordano findet inzwischen Sarrazins Thesen durchaus richtig.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.