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Link zum vorhergehenden Buch in der kleinen Reihe. Das war "Glück für Jim" www.freitag.de/kultur/1006-blogentry-redirect-8997?searchterm=Lucky+Jim
Nun also - wenngleich aus traurigem Anlass plötzlich aktuell - ein neues Leseabenteuer:
Maria Dombrowska (polnische Schreibweise: Dabrowska)
Nächte und Tage
Eigentlich gibt es sie nicht mehr - die großen Lebenserzählungen. Der Soziologe Richard Sennett - de.wikipedia.org/wiki/Richard_Sennettbeklagt dies in seinen Büchern und Vorträgen.
Ich erinnere mich, wie ich als junges Mädchen und noch viele Jahre danach die "Forsyte Saga" las, wie ich später und ganz anders die Bücher aus der Rougon- Macquart Reihe beim Wickel hatte mit dem „Totschläger“ und „Nana“ oder „Germinal“. Oder – später die „Buddenbrooks“
Alles zerfällt ins Kleine, Auseinandergenommene und -gekommene, es ist keine stringente Melodie mehr zu finden, deren Variation sich durch Jahrzehnte zieht.
Gerade deshalb aber will ich hin und wieder literarisch in diesen ruhigen, aber spannenden Erzähl-Fluss eintauchen. Und dann lese ich zum Beispiel: "Nächte und Tage" von der polnischen Schriftstellerin Maria Dombrowska. de.wikipedia.org/wiki/Maria_D%C4%85browska
Ich habe es durch alle meine eigenen Lebensalter immer wieder vorgenommen. Früher entlieh ich es aus der Bibliothek. Jetzt habe ich ein Exemplar auf dem Trödel-Bücher-Markt erworben. Und ich stelle fest, dass ich es mit den Jahren immer wieder anders lese.
Bogumil und Barbara
Das Buch handelt von der Gutsverwalter-Familie Niechcic. Bogumil Niechcic, der aus einer verarmten Adelsfamilie stammt und an den Aufständen von 1863 gegen die russische Fremdherrschaft teilnahm, trifft auf die wesentlich jüngere Barbara Ostrzenska und verliebt sich heftig in sie. Barbara stammt aus einer bürgerlichen Familie und hat bereits eine enttäuschte Liebeshoffnung hinter sich. Und diese Enttäuschung sowie ihr pessimistisches Temperament trüben ihr Leben ein und auch ihr Verhältnis zu Bogumil. Dessen Liebe ist ihr am Beginn gar nicht genehm, aber es gelingt ihm, in ihr Gefühle der Zuneigung zu wecken. Ständige Zweifel, ein Hin und Her in den eigenen Empfindungen verunsichern Barbara. Den Part der Beständigkeit spielt Bogumil, der Barbara unwandelbar liebt, immer, obwohl auch er später - enttäuscht durch Barbaras Zurückweisungen - Versuchungen nachgibt.
Glückliche sinnliche Erfahrungen
Sie heiraten - und es geschieht, was keineswegs zu erwarten war: Sie kommen sich über geglückte sexuelle Erfahrungen überraschend sehr nahe. Ein erstes Kind wird geboren, das tragisch stirbt und die beiden Eheleute in eine tiefe Krise stürzt. Sie verändern ihr Leben - Bogumil übernimmt die Verwaltung eines Gutes namens Serbinow - nicht weit von Kaliniec . Sie finden einander wieder und in rascher Folge werden drei weitere Kinder geboren. Im Laufe des Erzählens wird deutlich, dass sich die Autorin selbst vor allem mit der ältesten Tochter Agnieszka gezeichnet hat, die später in der Schweiz studiert, einen jungen Revolutionär und Kämpfer für Polens Unabhängigkeit heiratet und mit ihm in den Wirren des ersten Weltkrieges ins Ungewisse geht.
Maria Dombrowska hat mit Bogumil ein Porträt ihres sehr geliebten Vaters gezeichnet. Immer wieder gibt es Szenen, in denen diese Liebe schlicht, aber anrührend deutlich wird. Wobei sie auch dem komplizierten Wesen von Barbara gerecht wird. In jungen Jahren hat mich vor allem diese - aus der Sicht von Bogumil - unwandelbare Liebe so fasziniert.
Bogumils Liebe: Barbara und die Arbeit auf den Feldern
Überhaupt dieser Bogumil - ein geradliniger Mann, der mit Leib und Seele in seiner Arbeit als Gutsverwalter aufgeht, der die Felder, das Pflanzen und Ernten liebt, der das Leben nimmt wie es ist und von morgens bis abends rastlos arbeitet. Er hat es schwer mit dieser Barbara, die ständig zweifelt, sich ständig sorgt und immer das Schlimmste erwartet. Aber es sind diese Liebe und seine Arbeit, die ihn zutiefst erfüllen:
„...immer, wenn er Frau Barbara auf den Feldern umherführte, ihr von seinen landwirtschaftlichen Sorgen und seinen Projekten erzählte und sie nach ihrer Meinung fragte, tat er das nicht, um ihren Rat einzuholen oder um sich mit seinen Arbeitserfolgen zu brüsten: er tat es, weil ihm alles unvollkommen und unvollendet erschien, worauf nicht ihr Auge geruht, wovon sie nicht Kenntnis genommen hatte."
In dem Exemplar, das ich früher aus der Bibliothek immer mal auslieh, las ich eine Randbemerkung zu Barbaras manchmal abwehrendem und spröden Verhalten: „Eine unmögliche Frau.“ Das fand ich zutreffend, aber ich konnte mich auch in sie hinein versetzen. Es ist nun einmal so. Der Liebende in dieser Geschichte ist Bogumil und er ist der naturverbundene, scheinbar unkomplizierte Mann. Barbara aber – eine Grüblerin und sehr empfindsam - weiß, dass er einst dem Tode entronnen ist, sie weiß von seiner Tapferkeit und rechnet ihm das - obwohl es selten besprochen wird - hoch an. Die Leidenschaft Barbaras erkaltet später, sie weicht aus und begründet das mit der Sorge um die Kinder.
Es gibt eine Passage, in der Bogumil sie bittet, bei ihm zu bleiben aber sie muss immer zu den Kindern und entfernt sich mit dem Handarbeitskörbchen.
"Es sah aus, als ob sie in diesem Körbchen schamhaft sich selbst mit hinaustrüge. Bogumil saß noch lange da und hörte zu, wie hinter den Fensterläden der Wind rauschte."
Erst später rebelliert er innerlich gegen Barbaras ständige Schwarzseherei und - auch – gegen ihre die Abwehr ihm gegenüber. Im Zuge einer Erbschaftsgeschichte, die den ständigen Pessimismus Barbaras noch einmal zu einem Höhepunkt bringt fragt er sich empört:
„Hat Barbara denn keine Haut, mit der man das wohlige Brennen der Sommerhitze spürt, sehen ihre Augen , hören ihre Ohren nicht, und atmet sie denn gar nicht die balsamischen Düfte der Welt. Der Garten biegt sich fast unter dem Obstsegen, er steht im reichen Sonnenlicht. Die Kinder sind so hübsch, so braungebrannt und gesund....Lieber Gott, ist das denn noch nicht genug ?"
Er verspürt den Impuls, alles hinter sich zu lassen, aber er tritt davon zurück. Seine Liebe bekommt Brüche und seine Sehnsucht, die sich immer auf Barbara gerichtet hatte, wird offen für neue Nahrung. Er verliebt sich in eine junge Frau und lebt – Barbara ist in die Stadt gezogen – mit einem Dienstmädchen. Am Ende aber kommen beide wieder zusammen und als Bogumil stirbt, leidet Barbara entsetzlich.
Als ich das Buch später wieder las, interessierte ich mich mehr für die Entwicklung von Agnieszka, der ältesten Tochter. Ihre Entwicklung, ihre Liebe und der Befreiungskampf in Polen – das alles ist vielschichtig erzählt.
Viele Debatten, die in der DDR nicht geführt wurden – um demokratische Verhältnisse bei den linken Kräften, um die Nation und vieles andere – kommen in dem breit verzweigten Buch zur Sprache.
Aktuelle wirtschaftliche-politische Fragen
Bei der jüngsten Lektüre erweiterte sich meine Aufmerksamkeit erneut als die bisher immer ein bisschen überflogene Familien-Erbschaftsgeschichte eine Rolle spielt. Da wird auch die Debatte um die wirtschaftlichen Konzepte und die gesellschaftliche Entwicklung, wie sie Ende des 19. Jahrhunderts auch schon einmal auf der Tagesordnung stand, aufgegriffen. .
Ein wirtschaftlicher Liberalismus, beeinflusst von einem simplen Darwinismus, wie er sich in dem Motto vom "Kampf ums Dasein" artikuliert, hat Parteigänger in der Familie: ...."dem gesunden persönlichen Interesse folgen, das allein verbürgt Fortschritt und Kultur des Gemeinwesens...." so argumentieren die Unternehmer beeinflusst von den englischen Philosophen.
Andere sehen es konträr: "Solidarität, Liebe und Würde - erst wenn wir im Namen dieser Dinge handeln, handeln wir als Menschen". So las ich die Wurzeln und Grundzüge der Debatten der Gegenwart in einer ganz anderen Zeit noch einmal nach.
Vielleicht ist das der Grund dafür, dass ich das Buch immer wieder gern und unter anderen Schwerpunkten lese. Dazu kommt, dass sich um die Geschichte von Bogumil und Barbara weitere hochspannende Schicksale ranken. Es ist Dramatik, es ist Liebe, es ist die Geschichte eines Landes und einer Epoche – es ist das ganze volle Leben. Deshalb bin ich immer wieder gern in diesem Buch.
Die drei Bände sind 1955 in Ostdeutschland bei Rütten&Loening und in Westdeutschland 1974 bei Ullstein erschienen.
Es gibt auch eine Rezension dazu:
www.zeit.de/1975/12/Schoene-alte-Welt-in-Polen
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..... Du machst einen wirklich neugierig, liebe Magda,
und etwas traurig, weil die Lesewunschliste so viel schneller wächst als die Erledigt-Liste..... |
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Ach, das ist nett, archinaut - die treue Seele liest das lange Teil.
Danke Dir. Der Roman ist eine lohnende Lektüre - auf jeden Fall. Und bei zvab gibts das auch noch preiswert. Aber man braucht Zeit. |
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...lange Bücher brauchen lange blogs,
oder ?-)) |
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Genau, genau, aber eben auch geduldige Leser.
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Wenn der Text so gut ist, darf er auch länger sein. Genau wie gute Bücher. Das hier hätte ich jetzt auch gerne.
Die Forsythe-Sage und ähnliches - das war ganz mein Geschmack. In meiner Familie verstand das keiner so recht. Vielleicht lasen sie auch zu langsam? Aber es stimmt, solche Bücher werden anscheinend nicht mehr geschrieben. Weil es keine Leser dafür gibt? Oder weil Autoren sich solche langfristige Bindung nicht mehr zutrauen? |
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Liebe Magda,
vielen Dank für diese spannende Buchbesprechung, nach deren Lektüre ich nachvollziehen konnte, warum Dir dieses Buch so viel bedeutet. Auch doe überzeugende Einordnung des Buchstoffes in den historischen Kontext hat mich sehr angesprochen. Fast kommt mir Dein Blog vor wie die Liebesgesichte zu einem Buch. Ein großer Blog aus Berlin-Pankow von der großen lieben Dame der Freitags-Community, der mich berührt hat. Auch die Liebe zu den Details hat mein Herz verzaubert. Klingt er doch fast wie Musik dieser Name Agnieszka, der sich auch in mein Herz eingegraben hat. :) Herzliche Grüße rr |
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Und hier kommt ruhrrot - wunderbar.
Freut mich wirklich sehr, wenn es so bei Dir ankommt. Ich habe mir auch viel Mühe gegeben und Freude gehabt beim Schreiben. Nebenbei: Das Schwierige bei so etwas ist immer, den Inhalt kurz nachzuerzählen und es nachher nicht nur dabei zu belassen. Gruß |
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Aber der Drewermann-Blog geht doch noch weiter, oder? (von wg. therapeutischer Bücher) Da les ich nämlich still mit und warte schon.
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liebe magda, du schreibst so eingenommen von dem buch, dass es den einen oder die andere mitreißen und vielleicht auch animieren kann, das werk in angriff zu nehmen.
meine lese-erfahrung ist eine andere. das buch kenne ich nicht. in jungen jahren konnten die wälzer gar nicht dick genug sein, etwa die brüder karamasow oder krieg und frieden oder der mann ohne eigenschaften (alle über 1000 seiten). im studium musste ich die lektüre einteilen. die zeit wurde knapp. es war zu viel pflichtlektüre im weg. meist wissenschaftliches oder was man so nannte. zum sprachenlernen fehlte ebenfalls die zeit, weil die pflicht zu anderen sprachübungen rief. danach auf dem eigenen sofa oder im eigenen sessel las ich dann wieder mit genuss. aber es war eine andere lektüre. lexikon-artikel aus dem großen brockhaus, gedichte und gedichtinterpretationen, aber auch den roman emma im englischen original (aus dem 18.jh.). als ich noch später dostojewskis raskolnikow mir vornahm auf der suche nach der faszination von dunnemals, fand ich nichts davon wieder. romane halte ich inzwischen, mit verlaub, für altväterlich, vor allem solche familienchroniken wie die buddenbrooks. zeugs aus einem anderen zeitalter. selbst galeano die offenen adern latein-amerikas ist mir schon zu wuchtig. am liebsten lese ich kurze prosa. noch lieber aphoristisches. zum beispiel die aphorismen von harlheinz deschner. wenn ich lese "... es ist die Geschichte eines Landes und einer Epoche - es ist das ganze volle Leben.", spreche ich nach: es ist geschichte, es ist geschichte. aber eine geschichte, die mir gegen den strich geht, weil sie die atombombe nicht kennt z.b. die vielen geschichten, aus der DIE geschichte sich angeblich ergibt... sorry, magda, ich bin ein undankbarer leser. |
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"meine lese-erfahrung ist eine andere. - das buch kenne ich nicht. " - Das sind ja Sätze.
Verstehe ich auch gar nicht, ich lese auch nicht andauernd diese längeren Lebenserzählungen. Ich lese zunehmend auch anderes. Aber, deshalb behalten diese Bücher für mich ihre Bedeutung. " es ist geschichte, es ist geschichte. aber eine geschichte, die mir gegen den strich geht, weil sie die atombombe nicht kennt z.b...." Verstehe ich nicht. Es ist eine Familiengeschichte, die mit dem 1. Weltkrieg endet. Was willst Du mir eigentlich sagen? Gerade "Nächte und Tage" ist ein - ich habe es schon beschrieben- so breites Zeitenpanorama. Was wissen wir von der polnischen Geschichte, von ihrem Kampf gegen die russische Fremdherrschaft, von den Bemühungen der Kräfte der Befreiung, auf der linkem und der rechten Seite. All das kommt vor in dem Buch und wenn ich das erste Buch Bogumil und Barbara in den Mittelpunkt gestellt habe, dann weil es mir so gefiel . Kurzerhand - die Atombombe ist ein in dem Roman aus guten Gründen sehr vernachlässigtes Thema. :-)) |
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schrieb am
13.04.2010 um 15:46
hallo magda, ich hab es auch mit yurens vorlieben beim lesen, und sie haben sich sogar ähnlich entwickelt über meine jetzt ca. fünfunddreißig leserjahre. yuren: "romane halte ich inzwischen, mit verlaub, für altväterlich, vor allem solche familienchroniken wie die buddenbrooks. zeugs aus einem anderen zeitalter." ja, ich lese am liebsten inzwischen krimis oder satirisches.
yuren: "am liebsten lese ich kurze prosa. noch lieber aphoristisches. zum beispiel die aphorismen von harlheinz deschner." geht mir auch so. albrecht fabri fällt mir da ein. und der lektor von rowohlt, machte die dnb-reihe, dann proff in essen, name fällt mir gerad nicht ein, deutschland-aphorismen in enzensbergers bibliothek bei eichborn. ab 300 seiten lese ich nur noch sachbücher, und nur solche, von denen ich vorher um ihre güte weiß. und mehr als 300 seiten literatur durfen mir nur autoren vorlegen, die ich an den fingern meiner linken hand abzählen kann. ach magda, dieses lesen, schlimme sache, was. schlimmer ist nur noch community-lesen-schreiben. lustig voran, rainer |
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@ rainer kühn - Geht mir ja inzwischen auch so, aber es gibt eben "alte Lieben" und Bücher, die man immer wieder...
Das ist doch das Thema und nicht "Rolle und Bedeutung von Familienchroniken und ihre Antiquitiertheit in postmodernen Zeiten". @ hibou - Dir geb ich gleich was mit Schuhe... Mensch... |
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schrieb am
13.04.2010 um 19:58
Magda, Du mußt mal ´nen richtigen Essay in die Datei hineinpfeifen, mit Anmerkungsapparat und Literaturverzeichnis.
Theoretische Vorüberlegung nicht vergessen, und dann ab in den virtuellen Papierkorb. ;-)) |
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liebe magda, ich gebe zu, dass ich sehr viele nationalgeschichten nicht kenne, alle die kämpfe gegen die bösen fremden aus allen himmelsrichtungen, und die tapferen nationalhelden, die den schrecklichen fremdherrschern widerstehen oder auch nicht.
von den 3 teilungen polens kam was im sogenannten geschichtsunterricht vor. mehr nicht. die heldentaten auf seiten der eroberer und auf seiten der heimatbefreier wiederholen sich seit ziemlich langer zeit in der weltgeschichte. damit kannst du keinen roman verteidigen. das ist nur was für die heimatlichen. das wird sehr bald abblättern wie schlechte farbe im falschen wetter. aber ich will dir deinen herzensroman nicht madig machen. er hat bestimmt seine qualitäten, wenn er dich seit langem schon begleitet. aber vielleicht hast du uns das nicht verraten, was ihn wirklich auszeichnet. |
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Sei nicht so hässlich zu mir. Der wissenschaftliche Apparatebau ist nicht mein Feld. Ich verderbe den Leuten nicht die Leselaune.
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"aber vielleicht hast du uns das nicht verraten, was ihn wirklich auszeichnet."
Nee, Du hast nicht gelesen. Die Liebe und das Leben auf dem Lande, die Debatten um die gesellschaftliche Entwicklung in Polen jener Zeit, eine Revolution und der Kampf gegen die russische Fremdherrschaft. Das Buch kennt in Polen jeder. Es ist nicht einfach nur so eine Schmonzette, die man abtut. Stilistisch ist es auch sehr elegant erzählt und die Übersetzung stimmt auch. Von daher ärgere mich jetzt nicht . |
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kurt marti? und ja :-)) das wasserzeichen der poesie von serenus brezengang! yurén les ich auch gern, magda ebenfalls :-))
aber nix gegen dicke waelzer, kann man sich gut unter die schuhe kleben ..... |
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ah sorry Magda ich fand Deinen blog sehr schön! Hab früher auch dicke Waelzer gelesen... Etwa "Die Höhlenkinder im Heimlichen Grund" (Uhh, wie da der Haussegen schief hing, als Peter das Bier erfand!), Heidi oder die Dinger vom Solschenyzin...Mein absolutes Lieblingsbuch war und ist "Moby Dick".
Aber wie Rainer mag ich jetzt auch Kurz- und Kürzestgeschichten, etwa die des berühmten aegyptischen Autors Nagib Machma: "Eifernd und fast geifernd sass Rahab am Ufer des Nils. Er war ein Mann und kam auch noch ohne Quellenangaben daher!" |
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@ hibou - Mein Blog ist nicht nur schön, sondern auch nützlich, denn er erspart Leuten mit kurzer Leitung das Lesen. So.
Aha - ja das Buch vom Moby Dick (heißt das jetzt nicht Moppel-Ich?) kenne ich auch. Ihr Lieben - auch ich lese eigentlich nur noch selten Belletristik und von den längeren Sachen - eben aus Gründen - nur noch das, was ich schon kenne. Aber Dein Romananfang lieber hibou ist schon sehr dicht am Leben dranne, vor allem am Community-Leben. Ich habs gleich erkannt, Du bist Moses in sein Körbchen..am Nil und belauschst das Eifern. Man ist ja auch beschlagen... Ich muss jetzt weg. |
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hibou fest im körbchen sitzt
und an mommentaren schwitzt |
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is kein anfang :-)) n ganzer roman hihi
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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