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Hier skandalisiert ein Blogger eine Praxis, die es in der DDR in den siebziger Jahren gegeben. hat. Allerdings in weit geringerem Umfang als es in den Medien berichtet wird. Ich habe darüber schon einmal versucht, zu recherchieren, es sind - nach Schätzungen - einige Hundert, wobei es auch Fälle gab, in denen Eltern ihre Kinder einfach verlassen haben. Und auch der ganz rechtsnormale Fall der Herausnahme der Kinder aus Familien, in denen Verwahrlosungsgefahr herrschte, wird vermischt mit den Fällen, die in der Tat politisch zu verurteilen sind. Der Tagesspiegel zum Thema
Der ehemalige Vertreter der BRD in der DDR, Otto Bräutigam, erklärte dazu, dass es eine sehr kurze Zeit war, in der die DDR-Administration solche Maßnahmen ergriff. Die DDR versuchte, international nicht in die Kritik zu kommen. Es ging um die Schlussakte von Helsinki. Dennoch war dieses Vorgehen zu Recht in der Kritik.
Eine Doktorandin hat sich des Themas angenommen: Marie Luise Warnecke Kurzbeschreibung der Arbeit
"Zwangsadoptionen in der DDR"
Ein 1991 in Berlin aufgefundener Aktenbestand bildet die Forschungsgrundlage der juristischen Dissertation von Marie-Luise Warnecke, in der die Problematik von in der DDR geschehenen Zwangsadoptionen erstmals wissenschaftlich untersucht worden ist.
Die im ersten Teil der Arbeit erfolgte Analyse der im Familiengesetzbuch der DDR vorgesehenen Eingriffsbefugnisse ergab, in welchem Maße ideologische Vorgaben für die Kindererziehung für die Auslegung dieser Normen maßgeblich waren.
Die sich im zweiten Teil anschließende Fallanalyse machte deutlich, dass den geographisch und zeitlich nicht zuordenbaren Vorgängen weder einheitliche Verfahrensmuster, noch etwaige allgemeinverbindliche Vorgaben des Ministeriums für Volksbildung zugrunde lagen. Nicht zuletzt auch deshalb ist von weitaus geringeren als den vielfach medial kolportierten Fallzahlen auszugehen.
In Spanien wurden Hunderttausende Kinder zwangsadoptiert.
Dieser Link führt zum Manuskript einer Sendung aus der Reihe „Gott und die Welt“ über den "Kinderhandel" und „Zwangsadoptionen“ unter dem Franco-Regime in Spanien.
Dort hat die katholische Kirche in großem Stil die Kinder von Franco-kritischen Eltern schon während der Geburt geraubt und an systemkonforme Eltern gegeben.
O -Ton : Die außerordentliche Verschmelzung von Staat und Kirche hat dazu geführt, dass die Umerziehung der Kinder von Franco-Gegnern eine Umerziehung der moralischen Werte war. Aber auch der politischen Prinzipen. Es war vor allem eine spirituelle, aber auch eine politische Umerziehung.
Dort wird von vielen Hunderttausend Kindern gesprochen.
O-Ton eines Betroffenen: „Ich weiß, dass Deutschland ein christliches Land ist. Der Papst ist ja auch Deutscher. Ich glaube, er würde sich schlecht fühlen, wenn er erfahren würde, wie sich seine Geistlichen hier verhalten. Bei seinem nächsten Besuch in Spanien könnte er zeigen, dass er es ernst meint mit der Nächstenliebe: Dass er endlich die Archive öffnen lässt.
Es ist ein unseliges Verhalten, dass uns niemand, kein Bischof, kein Kardinal, hier hilft. Ich will hier nicht den ganzen Klerus anklagen, ich weiß, dass es in einer so großen Institution immer zu Fehlverhalten kommt. Aber dass uns hier Leute blockieren, zeigt mir, dass sie schuldig sind.“
Anmerkung: Es geht mir nicht darum, „aufzurechnen“. Aber die totale Skandalisierung von Vorgängen in der DDR und die komplette Ignorierung solcher Vorgänge, wenn sie nicht ins ideologische Bild passen, ist mehr als eklatant.
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Sie schreiben bei jeder Kritik an der BRD, der USA, der katholischen Kirche, Ihren Lieblingsfeinden, auch die entsprechenden analogen Vorgänge in der DDR, UdSSR, Islam dazu, um für den gerechtten Ausgleich zu sorgen ?
In der SZ war auch zu lesen, daß diese Praxis verheimlicht und verschleiert wurde. Ihr Argument der Verwahrlosung ist lächerlich: es mag einige gegeben haben, aber das lädt ja geradezu zum Mißbrauch ein. Schaffen Sie es, eine Kritik an der DDR, UdSSR, Sozialismus, Islam stehen zu lassen, ohne sofort auf Ihre Lieblingsfeinde loszugehen ? Die sind nämlich die wirklich bösen, DDR, UdSSR sind die eigentlich Guten, und da war alles nicht so schlimm. Bei den wirklich Bösen dagegen ist alles schlimm. Viel Spaß noch |
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Mir ist nicht spaßig. Und wenn Sie richtig lesen, dann lesen Sie auch, dass diese Fälle politisch zu verurteilen sind.
Aber nachdem die unsägliche "Frau vom Check Point Charly" allen klar gemacht hat, dass es um "Wahrheit" in diesem Zusammenhang gar nicht mehr geht, gucke ich genau hin, wenn jemand zum hundertsten Mal Katrin Behr kolportiert. Es gibt zu wenig Betroffene, die sich melden. Warum melden die sich nicht? Es gab eine Doku in der ARD. Das waren mühsam zusammengesuchte Fälle. Das ist in Spanien anders. "Schaffen Sie es, eine Kritik an der DDR, UdSSR, Sozialismus, Islam stehen zu lassen, ohne sofort auf Ihre Lieblingsfeinde loszugehen ?" Ich gehe nicht los, wende mich nur gegen eine einseitige Betrachtung und genau die Sichtweise, die Sie hier niederlegen. "Bei den wirklich Bösen dagegen ist alles schlimm." So sehen Sie die Welt, scheint mir. |
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War es nicht Ihr Leningrad-Blogg, in dem Sie monierten, daß sofort Stalins Untaten angeführt werden ?
Was soll der Verweis auf Spanien bringen ? Hat die BRD damit was zu tun ? Angenommen, ich hätte in Ihrem Leningrad-Blog eine Liste von andernen ähnlichen Fällen gebracht, historische Beispiele, in denen Städte ausgehungert wurden. Was hätten Sie dann gesagt ? |
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Angenommen, es hätte ein ähnliches Beispielin einen anderen sozialistischen Staat gegeben. Hätten Sie das dann auch angeführt ? So wie Spanien ?
Oder müssen es immer Vergehen der Lieblingsfeinde sein ? |
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Es ist also eine einseitige Betrachtung, wenn ich nur die Zwangsadoptionen in der DDR, aber nicht sofort auch die in Spanien anführe ?
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Der Unterschied ist, dass es "Zwangsadoptionen" in diesem Maße einfach nicht gegeben hat. Darauf verweist die Promotion, die ich erwähnt habe. Das ist mein Punkt und nicht das Dagegenschießen.
Und - die Erschütterung je nach Medienlage und politische Richtung hat mich zum Verweis auf Spanien gebracht. Der Verweis auf Stalins Verbrechen im Leningrad-Blog hat auf Bekanntes erneut verwiesen, das sah sehr nach Ablenkung aus. |
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mal wieder magdas kram
deine blog ***** sind nur eine wüste sammlung fremder zitate und quellen. Der Kommentar wurde von der Moderation editiert. Bitte bleiben sie sachlich. |
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@ utgard - na, nun nicht einfach so ins Keifen verfallen. "Fremde Zitate" ist besonders schön. Man zitiert meist fremde Quellen. Sich selbst zitiert man weniger. Kommt aber auch vor.
Aber immerhin weiß ich jetzt, welches Umfeld Sie so besiedeln. |
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beim artikel über die belagerung leningrads war es der kursive teil über den rosinenbomberhype, der allein durch sein da-stehen mehr als eine million ziviler toter in ein billiges verhältnis setzte zu der medienkampagne rund um die rosinenbomber. hier sind es die zwangsadoptierten unter franco in aufrechnung zu jenen in der ddr.
das eigentlich geschilderte wird von ihnen in diesem und dem erwähnten vorigen artikel über den vergleichenden zusammenhang mit etwas anderem wahrgenommen und dargestellt. damit werden sie dem geschilderten UND dem damit verglichenen nicht gerecht! weder den ausgehungerten leningradern, noch zwangsadoptierten kindern wo auch immer. selbst positive erinnerungen an einen rosinenbomber, die mancher (noch oder inzwischen) haben mag, werden so ins moralische unrecht gesetzt, wenigstens indirekt. das problem sind aber NICHT die rosinenbomber, NICHT ein bericht über zwangsadoptionen in der ddr, ob es 2 oder 100 oder 10000 waren oder warum, spielt dabei gar keine rolle. und sie wissen das, werden aber nach jedem artikel genötigt, das klarzustellen ("Ja, gewiss, gewiss, gewiss...") fragen sie sich, wie das kommt? ich glaube, sie sind in eine falle der rosinenbomberhyper getappt. das problem ist, wie gesagt, nicht ein bericht über zwangsadoptierte in der ddr, sondern allein die frequenz, in der diese "rosinenbomben" im wahrnehmungshorizont des medienkonsumenten niederprasseln und die zwangsläufige verdrängung, die berichte über zwangsadoptierte unter franco oder pinochet oder millionen ausgehungerter zivilisten in leningrad oder gar deren hintergründe daraus erfahren, während eines zeitlich limitierten sendetages. das problem ist benannt, wenn man rosinenbomber & co als teil einer weiterreichenden politischen strategie empfindet, statt an eine zufällige häufung im freien programm freier medien zu glauben. das ist dann aber besser aufgehoben in einem artikel wie diesem: www.freitag.de/kultur/1132-auferstanden-als-ruine und das eigentliche käme in würde für sich an einer anderen stelle. |
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@magda, das obige
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"das problem ist benannt, wenn man rosinenbomber & co als teil einer weiterreichenden politischen strategie empfindet, statt an eine zufällige häufung im freien programm freier medien zu glauben." - Genau darum geht es Magda, Du schlägst die falsche.
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ich glaube auch, dass es ihr darum geht. und schlagen klingt sowieso anders. aber etwas am wie nervte mich so nachhaltig, das mußte mal angesprochen werden.
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"Schlagen" war auch nicht wörtlich gemeint. :)
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@ luddisback - danke für den Link. Ich hoffe, ich verstehe, was Sie meinen. Es fehlt sicherlich eine Metaebene in diesem Zusammenhang.
Ich fand den Beitrag von Matthias Steinle auch sehr einleuchtend. Aber - das ist eine andere, viel theoretischere Draufsicht, die Steinle da aufmacht. Aber ich gehe aus einer aktuellen Empörung heraus an die Sache. Und - ich bin nach wie vor - überzeugt, dass ich ein bestimmtes Unbehagen damit treffe und benenne - manchmal möglicherweise nicht so elegant wie Steinle. Ich halte das für eine Stilfrage. Kann man sich darauf einigen? |
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@magda
ich schrieb ebenso aus einer aktuellen empörung heraus. ich habe meine ansicht zum strickmuster dieser beiden artikel, so gut ich konnte, dargelegt. ob sie irgendwas davon gebrauchen wollen, bleibt natürlich ihre sache. und wer da recht hat kann ich nicht entscheiden. also ja, auf "stilfrage" können wir uns einigen, neuerliche empörungen nicht ausgeschlossen. bis dahin wünsche ich ihnen eine schöne woche. sonnig, wenn's geht. |
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@magda
Die Anmerkung, "nicht aufrechnen zu wollen", wirkt nicht überzeugend, denn Sie rechnen ja tatsächlich auf. Auch wenn es Zwangsadoptionen nur eine kurze Zeit gegeben haben soll, ist das schlimm genug. Aber wenigstens liefern Sie ja eine gewisse Auseinandersetzung mit den Thema. Bei Richard kann man tatsächlich nur von Skandalisierung ausgehen; eben, dass der Eindruck erweckt werden soll, so etwas sei in der DDR gang und gäbe und eben der Normalfall in einem sozialistischen Staat. So und nicht anders kommt das Kopieren der Passagen aus der SZ rüber. @Richard "Schaffen Sie es, eine Kritik an der DDR, UdSSR, Sozialismus, Islam stehen zu lassen, ohne sofort auf Ihre Lieblingsfeinde loszugehen ?" Da wäre ich vorsichtig Richard! Nach meiner Wahrnehmung machen Sie genau so etwas in der FC immer wieder. |
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@ miauxx - Ich will die Taten nicht aufrechnen, allerdings die Reaktionen, die rechne ich wohl auf.
"Auch wenn es Zwangsadoptionen nur eine kurze Zeit gegeben haben soll, ist das schlimm genug." Ja, gewiss, gewiss, gewiss... |
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Apropos aufrechnen: Es waren noch gar nicht genügend Meldungen über Misshandlungen, Missbräuche usw. in Heimen und Schulen Westdeutschlands in der Welt. Da meinten schon die ersten "Aufrechner", jetzt müssten aber auch die Heimkinder "Ost" entschädigt werden.
Nichts dagegen. Aber über die Verhältnisse in Jugendhaftanstalten ist ausreichend verhandelt worden. Jetzt grub man sie wieder aus, damit es was zum "aufrechnen" gibt. |
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1971. Ulrike Marie Meinhof: Bambule. Fürsorge – Sorge für wen? Auch als Fernsehspiel.
"Der Film kritisiert die autoritären Methoden der Heimerziehung (Fürsorgeerziehung) in einem Mädchenheim. Im Verlauf der Handlung kommt es zu einer Revolte der Heiminsassinnen gegen die unterdrückenden Strukturen.Der Film wurde erst ab 1994 gezeigt. |
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Zwangsadaptionen, Züchtigung und Disziplinierung in Kinderheimen, Psychiatrisierung und/oder Kriminalisierung von devianten Jugendlichen - das sind alles Seiten von Kinder- und Jugendpolitik, wie sie in den Gesellschaften der Moderne, ob bürgerlich oder 'proletarisch' praktiziert wurde. Beispiele gibt es genug, vom 19. Jh. bis in die jüngste Vergangenheit: nicht nur Spanien unter Franco, auch Nordamerika, Australien, Schweden, und so weiter. In manchen Ländern war das sozusagen eine Integrationsmethode. Und sooo weit weg sind wir ja auch heute davon nicht. Es veröffentlichen Leute Bücher, die von Leuten bejubelt werden, die bestimmten Menschen gern das Recht auf Fortpflanzung absprechen würden.
Du hältst dagegen, Magda, wenn hier einer mangels eigener Schreibmächtigkeit einen Zeitungsartikel ausreißt und unter empörtem Gegrummel an die Wand pinnt. Was nützt es? Manch einer hat nicht viel zum Protzen... |
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@ goedzak - Hast ja Recht .
"Was nützt es? Manch einer hat nicht viel zum Protzen..." Hast ja Recht. Der Hintergrund ist bei mir, dass ich schon geraume Zeit mal über diese Geschichte in Spanien was schreiben wollte. Das fand ich nun wieder so erschreckend. Und da kam dies hier dazwischen mitsamt empörtem Aufschrei. |
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Das A und O richtigen Schreibens ist eine gute Orthografie, deshalb unter leichter Schamesröte die Berichtigung:
"ZwangsadOptionen, Züchtigung und" so weiter... |
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Wie ist es denn mit ökonomisch begründeten Zwangsadoptionen? Also typisch für den Kapitalismus ... und auch versteckt und skandalös.
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liebe magda, du schlägst ein thema an, das durchaus in die zeit und gegend passt. der häuptling der zwangsanstalt ist aus diesem land und besucht ja nun ganz offiziell im amte seine heimat. (wird der eigentlich mit militärischen ehren empfangen, wie sich das für häuptlinge gehört?)
wenn es in einrichtungen, die so von struktureller gewalt strotzen wie das militär oder die römische kirche, zu misshandlungen kommt, ist das kein unfall oder einzelfall, wie das dann gern hingestellt wird, sondern systemimmanent. es hört erst auf, wenn das system aufhört zu existieren. danke, dass du dartan erinnert hast. |
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In den Zusammenhang dieses Blogs stelle ich ausdrücklich:
Adoptionswahn als karitative Einrichtung oder eines besonders verqueren „Mäzenatentums“, etwa www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,616179,00.html oder adoption.about.com/od/adoptionissues/p/angelinajolie.htm oder www.tt.com/csp/cms/sites/tt/%C3%9Cberblick/Freizeit%C3%BCberblick/Stars/StarsContainer/3251090-8/angelina-jolie-kam-durch-tomb-raider-zur-adoptions-idee.csp Adoptionswahn als religiöser Wahn – begonnen von einer Sekte etwa www.tagesspiegel.de/politik/international/amerikanische-baptisten-sollen-kinder-auf-haiti-entfuehrt-haben/1677242.html und dann vollendet über www.sueddeutsche.de/leben/kinder-in-haiti-adoption-ist-keine-hilfe-1.66966 bis hin zu dem hier: oe1.orf.at/artikel/286319 Wenn Politik das Kind entdeckt … |
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Das "Aufrechnen" ist eine legitime Methode, um die Intentionen desjenigen zu prüfen, der ein Thema aufwirft. Es besteht doch bei Magda kein Zweifel, dass "Zwangsadoption" ein Herrschaftsinstrument der besonders üblen Form ist. Dann aber wäre das Thema als ein solches zu diskutieren. Die je verschiedenen Formen in der DDR, in Spanien, in Haiti wären auf ihre je speziellen Voraussetzungen und Auswirkungen hin zu untersuchen, aufzuklären, strafrechtlich zu verfolgen und wiedergutzumachen. In der Weise, wie Richard der Hayek das Thema aufwirft, geht es ihm nicht um die Diskussion von "Zwangsadoptionen", es ist ihm ein Mittel zum Zweck. Dies nachzuweisen ist eine der Intentionen von Magdas Blog.
Da diese Zwangsadoptionen geschehen sind und in vielerlei Hinsicht nicht "wiedergutzumachen" sind, haben solche Diskussionen nur dann einen Sinn, wenn daraus gelernt würde - beispielsweise mit welchen Mitteln und welchen Ressourcen eine Gesellschaft sich in Familienkrisen engagiert, um zu helfen. Das dies dringend notwendig ist, zeigt die finanzielle und seelische Armut in der viele Kinder in Deutschland aufwachsen und aus der neue Familiendramen entstehen, die nur weil sie nicht mehr mit "Zwangsadoptionen" reguliert werden, kein Stück besser sind. Eine solche suchende Intention kann ich weder bei Richard der Hayek, in dem von ihm zitierten Artikel, noch in dem unsäglichen Vroni-Schmonzes erkennen. Deshalb Dank an Magda fürs "Aufrechnen", von dem beginnend das Lernen anfängt. |
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@ Magda,
zum Vorwurf des Aufrechnens oder das Losgehen auf vermeintliche Lieblingsfeinde kann und möchte ich mich nicht äußern. Ich selbst erlebe es allerdings immer wieder in Gesprächen mit Bekannten, sobald sich ein Thema auf- milde ausgedrückt- Ungerechtigkeiten in der ehemaligen DDR entwickelt, dies zwar kritisch betrachtet wird, jedoch sofort Mißstände und Vergehen der BRD entgegen gehalten werden. Eine Aufrechnung der Handlungsweisen in und zwischen beiden deutschen Staaten ist eh nicht möglich. Ich denke, dieses sich jeweilige "Angesprochen fühlen" ist ein gewisser Generationskonflikt. Zum Thema möchte ich von einer lieben Kollegen berichten, die mir erzählte, dass sie erst nach langem Suchen ihre Mutter ausfindig machte. Wegen Ausreise- und Fluchtversuchen der leiblichen Eltern wurde sie in Kindertagen anderen Eltern anvertraut -zwangsadoptiert. Dort wuchs sie wohlbehütet in einem intakten Familienverbund auf und es ging ihr gut. Immerhin, erst im reifen Alter von vierzig Jahren, fand eine Familienzusammenführung statt, sie konnte noch ihren Bruder ausfindig machen und lernte ihre Halbgeschwister kennen. Die lange gesuchte Mutter blieb ihr jedoch weitestgehend fremd, lange Zeit zum Näherkennenlernen hatten sie nicht. Anderthalb Jahre blieb ihnen für das Aufarbeiten und Nachholen der verlorenen Zeit, dann verstarb die Mutter. Nun ist dies nur eine Geschichte, wie oft sich dies oder Schlimmeres in der ganzen Welt ereignet oder ereignet hat, lässt sich nicht in Worte und schon gar nicht in nur einem Blog fassen. Denkt man über dieses zigtausendfache Leid weltweit nach, kann mir nur übel werden. Herzliche Grüße Katharina N. |
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liebe magda,
nun bin ich zufällig über diesen artikel gestolpert und noch zufälliger eines der eineindeutig dokumentierten opfer dieser ideologisch motivierten adoptionspraxis. ich habe selbst auch immer versucht, mein eigenes erlebtes mit mir nicht bekannten, aber sicher existenten, ähnlich gelagerten fällen anderer politischer konfliktzonen zu vergleichen. sicherlich gibt es in nord-/südkorea, an der mexikanisch-/us-amerikanisch grenze oder in anderen weniger freundlich gesinnten systemgrenzen ähnliche tragödien. trotzdem sollten sie nun nicht überrascht sein, wenn ihnen hier in den kommentaren nun 'aufrechnungen' unterstellt werden. 'dramaturgisch' kann ich ihren kleinen sprung zum franco-regime nämlich ebenfalls kaum nachvollziehen und ich weiss überhaupt nicht, auf welche schlussfolgerung sie hinaus wollen… im übrigen, dass sich auf dokumentationen zum thema nicht freiwillig betroffene melden bedeutet keinesfalls, es gäbe nicht genug von ihnen. wenn sie die tv-sendungen zum thema aus den frühen 90gern noch einmal anschauen, werden sie feststellen, dass es den 'investigativen' journalisten fast ausschließlich um die emotionalen facetten und selten um den gesamten kontext der entsprechenden fälle ging… viele betroffene, die damals erst kurze zeit kenntnis von den hintergründen ihrer persönlichen geschichte hatten, waren völlig überfordert, damit plötzlich ÖFFENTLICH konfrontiert zu sein… so ist es sicherlich begrüßenswert, das nun endlich einmal eine historisch vollständige analyse vorgenommen werden soll (und sei es, in form einer promotion). die pure ankündigung dieser forschungsarbeit wäre sicher schon eine Meldung wert, - was aber soll dann dieser apfel/birnen-vergleich mit einem katholisch-faschistischen regime? nicht einmal die schlichtesten ihrer kollegen - bei rtl, vox oder sat 1, sind diesbezüglich jemals auf die fixe idee gekommen, etwa die ddr-zwangsadoptionen mit der lebensborn e.v.- rassenhygene im dritten reich zu vergleichen… und natürlich gibt es auch heute familientrennungen wegen viel trivialerer umstände (scientologe, zeugen jehovas, normales deutsches scheidungsrecht oder selbst die aktuellen vom hartz-gesetzen forcierten haushaltstrennungen, um etwa anspruchsberechtigt zu bleiben) alles sehr traurig, aber auch alles ausnahmslos unterschiedliche situationen! ja, die welt ist schlecht, sowieso! war das ihre botschaft? ein schönes wochenende noch wünscht a. grahm p.s. wen meinen sie eigentlich mit der "unsäglichen frau am checkpoint charly"? doch nicht etwa meine leiblich mutter, die dort über ein jahrzehnt immer zu meinen geburtstagen demonstrierte - das inkl. hungerstreik und anderer politischer aktionen, bis hin zur traumatisierung meines spätgeborenen halbbruders - und meine übersiedlung erreichen wollte? nein, das sind nur rhetorische fragen, sie brauchen NICHT darauf antworten! |
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@ arne grahm schrieb am 18.09.2011 um 17:38
>>>wen meinen sie eigentlich mit der "unsäglichen frau am checkpoint charly"?<<< Was halten Sie denn von der medialen Verwertung Ihrer Geschichte im Vroni-Film? Nur darum ging es. >>>was aber soll dann dieser apfel/birnen-vergleich mit einem katholisch-faschistischen regime?<<< Dieser Vergleich, die DDR permanent als eine "Diktatur", gleich hinter der Hitler-Diktatur, als die 2. Diktatur in diesem Jahrhundert darzustellen, ist nicht Magdas Idee. Aufgrund dieser seit 20 Jahren andauernden Agit-Prop Anmache liegen die Nerven blank. Kleinkinder wurden zwangsgetöpft und deshalb rechtsradikal, die frühkindliche Erziehung in Krippen und Kindergärten führte unmittelbar zu Kindstötungen, usw. usf. Es nötigt mir großen Respekt ab, dass Sie sich zur Diskussion melden. |
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"Es nötigt mir großen Respekt ab, dass Sie sich zur Diskussion melden." Dem schließe ich mich an.
@arne grahm Glauben Sie mir, es geht Magda nicht darum, das zu verharmlosen, was Menschen wie Ihnen widerfahren ist. Sie zielt auf den propagandistischen, ideologischen und sogar auch kommerziellen Missbrauch, der unleugbar betrieben wird. Als ich eben ihren Kommentar las, musste ich an meinen kürzlich verstorbenen Schwiegervater denken. Er ist in Ostpreußen aufgewachsen, wohin seine Eltern in den 30er Jahren im Zuge irgendeiner Umsiedlungskampagne des Nazi-Staates aus dem Ruhrgebiet gezogen waren. Im Frühjahr 1945 erlebte er als 16jähriger die Vertreibungsverbrechen von Angesicht. Er hatte einen unauslöschlichen Polenhass in sich, der sich auf jeden Menschen aus Polen erstreckte, der ihm begegnete (allerdings ohne, dass er dies die Leute hätte offen spüren lassen). Wir hatten so das typische gespannte Schwiegervater/-sohn-Verhältnis, und ich habe in den ersten Jahre immer, wenn das Gespräch drauf kam, mit dem Üblichen argumentiert: auf die historischen Vorgänge und die deutschen Verbrechen hingewiesen, die dem vorausgegeangen waren usw. Dann gab es heftigen Streit. Irgendwann habe ich begriffen, dass ich dem Mann, der Schlimmes erlebt hatte, damit nicht gerecht wurde. Von da an habe ich meine unpersönliche Sachargumentation unterlassen und später auch still zugehört, als der alte Mann seinen Enkelinnen, als die alt genug dafür waren, von seinen Jugenderlebnissen erzählte. Unser Verhältnis hat sich über die Jahre gebessert. Ich bin heute noch froh, mich so verhalten zu haben. Von meinen Überzeugungen bin ich deshalb nicht abgerückt, und ich sehe auch keinen Widerspruch darin, einen konkreten Menschen zu akzeptieren, ihm seinen Schmerz und die daraus resultierenden Gefühle und Ansichten zuzubilligen, trotzdem aber seine Verallgemeinerungen und Versachlichungen nicht zu teilen. Es ist ein Unterschied, ob man auf Verbrechen und erlittenes Leid aus Empathie oder wegen eigenen Betroffenseins hinweist, sie sachlich historisch erörtern oder aber gezielt für tendenziöse ideologische Aussagen benutzen will. Erstes ist ein gutes Recht und wichtig, zweites notwendig und drittes kritikwürdig. |
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Sehr geehrter Herr Grahm,
warum sollte ich Ihnen nicht antworten. Ich habe Respekt vor einer solchen Meinungsäußerung. Mit der Frau vom Checkpoint-Charly meine ich nicht Ihre Mutter,sondern eine Frau, die Jutta Gallus heißt, jetzt Fleck, und die das Vorbild für den gleichnamigen Fernsehfilm ist. Die hatte zwei Töchter, von Söhnen habe ich dort nichts gehört, auch in der Fernsehdokumentation nicht, die nach dem Film ausgestrahlt worden ist. Deren originale Geschichte ist schon ein bisschen anders, als jene, die in der Televisionsgeschichte erzählt wird. Zur Dokumentation hat man sich wohl veranlasst gefühlt, weil die Geschichten doch sehr abweichen. Und der Fernsehfilm hat - in der Tat - der Sache Betroffener nicht gedient. die pure ankündigung dieser forschungsarbeit wäre sicher schon eine Meldung wert, - was aber soll dann dieser apfel/birnen-vergleich mit einem katholisch-faschistischen regime? " Die Doktorarbeit von Frau Warnecke ist inzwischen erschienen, aber sie ist teuer. www.amazon.de/Zwangsadoptionen-DDR-Marie-Luise-Warnecke/dp/3830516304 Frau Ulrike Poppe, Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur in Potsdam, hat kürzlich die Diktatur in Spanien mit der DDR verglichen. Und festgestellt, jetzt sei auch dort das Bedürfnis nach Aufarbeitung neu entfacht. Ist das nicht seltsam? Vergleiche und Gegenüberstellungen sind ein Mittel in jeder Diskussion, sei es, um die DDR in die Nähe einer Diktatur zu rücken, die viel grausamer und finsterer war, sei es, um auf anderes, politisch geduldetes und vertuschtes Unrecht zu verweisen, was ich immer mal hier tue. Das war ein Anlass für meinen Bezug auf Spanien und der andere der bevorstehende Besuch des Papstes in Deutschland. Er könnte die Archive öffnen lassen , fordern spanische Betroffene, wie ich oben erklärte. Persönliche Schicksale werden vor diesem medialen Grundton, der ohnehin alle Übel in die verflossene DDR verschiebt und die DDR ständig mit dem Hitlerreich in einen Topf wirft, nichts als "Beweismittel". Und - es entsteht zusätzlich der Verdacht, dass auch die massiven Missbrauchs- und Gewaltfälle in westdeutschen Kinderheimen bis in die 70er Jahre mal wieder hinter dieser Skandalisierung verschwinden sollen. beauftragte-missbrauch.de/course/view.php?id=28 Natürlich hat die Kommission auch die Verhältnisse in ostdeutschen Kinderheimen erforscht. Befragt wurde sie nur danach. Glauben Sie mir - es geht mir nicht darum, Dinge zu leugnen. Und schon gar nicht die DDR "schön" reden. Ich wende mich gegen einseitige Sichten, gegen eine Aufarbeitung, die wie ich schon schrieb, die Betroffenen nur instrumentalisiert. Das, was jetzt abläuft ist pure Ideologie. Es kommen Menschen mit Schicksalen in diese Räder, manche machen das mit Befriedigung wie Frau Gallus, Ihre Art damit umzugehen ist eine andere. Und ich beobachte, was sich medial abspielt, um eine öffentliche Meinung - nur noch in eine Richtung - zu schieben, nicht um wirklich aufzuarbeiten. Mit Gruß |
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Der Begriff "Zwangsadoption"ist mir zu pauschal.
Jeder einzelne Fall muss gesondert beleuchtet werden. Die Sachlage ist zu komplex. Es gibt Unterlagen die 3 oder 4 Fälle darstellen. Falls jemand Interesse hat poste ich die Linkadressen zu den Informations-Quellen. Dabularasa Signatur |
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@Rapanui:
"Was halten Sie denn von der medialen Verwertung Ihrer Geschichte im Vroni-Film?": ich habe mir die emotional aufgeladenen verwurstungen zum thema nie angeschaut, bin aber nicht überrascht, das sie offenbar so eindimensional sind, wie sie sind… man könnte jetzt einwenden, dass doch der gute zweck die mittel heiligt oder das komplexe sachverhalte, wenn sie anschlussfähig sein sollen, stets auf ein medienkompatibles format reduziert bzw. komprimiert werden, aber ich möchte den machern dieser 'utta danella'-inspirierten, seichten und belanglosen produktionen keine ausreden liefern… "Dieser Vergleich, die DDR permanent als eine "Diktatur", gleich hinter der Hitler-Diktatur, als die 2. Diktatur in diesem Jahrhundert darzustellen, ist nicht Magdas Idee": das die erde eine scheibe ist, war auch nicht meine idee, aber warum sollte ich sie mir zu eigen machen? ohne zweifel war die ddr eine auf restriktion und kontrolle basierende DIKTATUR und zwar ganz ohne gänsefüßchen. es geht mir aber überhaupt nicht um die wiederholung irgendwelcher pauschalurteile und ich kann auch nicht einschätzen, inwieweit 'zwangsgetöpfte' oder inmitten einer welt voller rechter winkel aufgewachsene, zu radikalen lebensentwürfen und weltbildern neigen. und - bloß weil einige durchgeknallte erzkonservative, heute entweder wieder damit beginnen 'väterchen stalin' zu glorifizieren, bzw. - auf der anderen seite - themen wie die zwangsadoptionen für sich zu nutzen trachten, werden weder die verbrechen und die rechtsbeugungen des ddr-regimes entschuldbar, noch stellen sich die 'retter vor der roten gefahr' damit ins bessere licht. die cdu hat der willi-brandt-regierung immer unterstellt, sie würde mit den ost-west-verhandlungen die ostdeutschen verraten und helmut kohl (als damaliger oppositionschef) hat in einem persönlichen brief an meine leibliche mutter den Eindruck erweckt, das im falle einer regierungsübernahme ein kompromissloser kampf um die zwangsadoptierten beginnen würde, na so'n quatsch! stattdessen wurde letzten endes durch die cdu-verhandlungsführer ein 'einigungsvertrag' ausgehandelt, der alles unrecht nachträglich legitimierte und quasi amnestierte. eine Veröffentlichung der details, dass die cdu heimlich ebenfalls mit sowjetischen regierungsvertretern verhandelte, wurde übrigens mit intensiven juristischen grabenkämpfen und unter vorgeblichem schutz der Privatsphäre des 'birnenförmigen altkanzlers' verhindert. aber auch das kann nicht bedeuten, das man sich heute die untertäglichen zustände einer arbeiter- und bauerndiktatur schönreden könnte. wegen einer falschen frisur oder einem falschen aufnäher, oder der schlichten teilnahme an einer 'falschen' veranstaltung mit berlinverbot, arbeitsplatzbindung oder sogar strafvollzug bedroht zu werden, mag zwar auch an einzelfälle bundesdeutscher justizskandale und die feuchten träume gewisser rollstuhlfahrer erinnern, aber zum glück existieren eben trotz 'cicero-affäre' und einschränkung von versammlungsfreiheit und auch trotz neoliberalem, moralisch-ethischem ausverkaufs, - immer noch freiräume und möglichkeiten der selbstverwirklichung, die es in der ddr nie gegeben hätte… ja ja, die welt ist schon ganz schön kompliziert, oder? ;-) |
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Wie oben gesagt, der Vorwurf des 'Schönredens' trifft hier die falsche.
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Darauf kann man sich einigen. :-))
Ich habe weiter oben geantwortet. |
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Mir ging es einfach um gewisse Schieflagen.
Jeder hat sein Feindbild. Es geht darum, wie stark man diesem sein Gehirn und sein Denken unterwirft. Magda schreibt kluge Artikel & Kommentare, aber stets Kritik an den gleichen Stellen, die ich oben aufzählte. Und Kritik am Gegenlager gibt es nie bzw wird konsequent bekämpft. Die Kenntnisnahme von Unmenschlichkeiten Stalins, verschiedenre sozialistischer Systeme ist pflichtschuldig, wenn es tausenprozentig sicher und gar nicht abzustreiten geht, gibt sie es zu, aber.... es folgt sofort die Relativierung: bei ihren Feindbildern gibt es oder gab es das auch, und wenn sie es nicht in der BRD findet, dann sucht sie halt solange, bis es da ist. Einfach zugestehen: das geht nicht. Was erwartet sich Magda von denen, die ihre Feindbilder hier verteidigen ? Die sollen doch ihren Ausführungen zustimmen, ja, Leningrad war schlimm, das war schlimm, das ist schlimm... Und wenn die dann stattdessen mit Stalins Verbrechen relativieren wollen, gilt das nicht. Aber sie selber macht genau das gleiche. Die üblichen Verdächtigen hier bestätigen sie natürlich, Geodzak & Co, ja, sie arbeitet seriös, rechnet nicht die Dinge selber auf, nur die Kommentare !? Hätte ich also gleich dazu schreiben sollen: selbstverständlich gab es in anderen Ländern das gleiche, schlimmeres, ähnliches, man darf also nciht so böse auf die arme, arme DDR sein ? Dann müßte Sie und die üblichen Verdächtigen aber bei ihrer Kritik am Kapitalismus, USA, Christentum gleich tun: selbstverständlich gibt es die kritisierten Zustände auch im Sozialismus, Islam, ist eigentlich ganz normal. Ihr lügt euch selber an, wenn ihr euch Objektivität ausstellt: ihr lasst Kritik an euren Lieblingen nur soweit zu, wie es absolut unvermeidbar ist, um selber aber auf eure Feindbilder gnadenlos, und natürlich berechtigt objektiv einzuschlagen und euch dann in eurer Aufgekärtheit & fantastischem Durchblick & wir sind die wenigen Guten, die den bösen Deppen die Welt erkären müssen zu suhlen. Viel Spass noch un viele Grüsse rdh |
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Kurz: den Kapitalismus, den Westen, USA, BRD, Christenttum darf man alleine kritisieren, Sozialismus, DDR, Stalin, Islam nur mit Hinweis daß alle so sind es deshalb nicht so schlimm ist und die eigentlich nichts dafür können.
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Unsinn, von mir aus kannst du alles in die Tonne kloppen. Und was ist mit dir? Fehlt dir dann nicht was? Woran willst du dann rumnörgeln?
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Mensch Streifi, aber nicht in die Biotonne.
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Aha.
Ich nörgle also rum. Mir stößt diese Einseitigkeit auf. Habe ich, glaube ich, zum Ausdruck gebracht. Ihr Urteil "in die Tonne kloppen" soll besondere Überzeugungskraft ausdrücken. Was soll mir fehlen ? Sicher habe ich den Artikel deshalb gebracht, weil ich wußte, daß er eure Fraktion aufstachelt. Ich war gespannt, was kommt. Es hat mein Urteil bestätigt: das haben Sie knapp über dem ja gelesen. In der Time war doch vor Zeiten das Foto von dem afghanischen Mädchen, dem Nase und Ohren abgeschnitten wurden. Aber auch in der Bibel steht doch, die Frau soll dem Manne untertan sein. Und die war doch auch Vorbild für den Koran. Also ist die Bibel mindestens mitschuld. An der Berliner Mauer wurden sogenannte Republikflüchtlinge erschossen. Ja, aber das war notwendig, um die UDSSR vom dritten Weltkrieg abzuhalten. Und das darf man ihre nicht ankreiden, daß sie sonst angegriffen hätte, sondern das war ihr gutes Recht, und drum war die Mauer nicht so schlimm. |
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Nein - mich stört die Art, wie diese Kritik sich äußert. Aber, wenn Sie schon den Islam zusammen mit Sozialismus, DDR und Stalin nennen, dann ist das auch eine Liste, die was aussagt.
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@ Hayek - "An der Berliner Mauer wurden sogenannte Republikflüchtlinge erschossen. Ja, aber das war notwendig, um die UDSSR vom dritten Weltkrieg abzuhalten. Und das darf man ihre nicht ankreiden, daß sie sonst angegriffen hätte, sondern das war ihr gutes Recht, und drum war die Mauer nicht so schlimm."
Nee, guter Hayek, das ist nun ganz und gar Ihre Interpretation. Sie machen logische Ketten auf, die auch die "hartgesottensten" Mauerverteidiger so nicht aufmachen. |
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Die Liste der Linken, die man nicht kritisieren darf.
Das sagt aus, daß ich kein Linker bin. Bei mir gibt es keine solche Liste. Wenn die BRD, das Christentum oder was auch immer kritisiert wird, fange ich nicht sofort an, solche Kritik zu relativieren: aber Stalin hat auch, im Islam gibt es erst recht, in der DDR doch auch. Was ist der Unterschied zwischen Kapitalismus und Kommunismus ? Im Kapitalismus beutet der Mensch den Menschen aus, im Kommunismus ist es umgekehrt. Viele Gruesse rdh |
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Mit diesem "Argument" wurde die Berliner Mauer hier verteidigt. Wohl nicht von Ihnen, aber einer der üblichen Verdächtigen. Es war, glaube ich, im Blog von Lutz Herden oder Herder zu diesem Thema.
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@ Richard der Hayek
lese gerne ihre Argumentation. Danke ! |
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@ Hayek
Ich erkläre Ihnen gern noch einmal die Methode und den Standpunkt. Es gibt keinen politischen Zustand, der es verdiente apologetisch verteidigt zu werden. Das betrifft vergangene, gegenwärtige und auch die zukünftigen. Eine Methode damit umzugehen wäre der Nihilismus. Eine andere und das ist die von mir bevorzugte - einen jeweiligen Zustand möglichst sorgfältig aus seinen geschichtlichen, ökonomischen, politischen, kulturellen,... Zusammenhängen zu beleuchten und dazu einen Standpunkt einzunehmen. Dieser Standpunkt kann nicht objektiv sein, ich selbst bin ein Ergebnis der Umstände, die ich beleuchten will. Mit diesem Paradoxon gilt es umzugehen. Ich habe die "Mauer" während ihres Bestehens als einen politischen Zustand akzeptiert und verteidigt. Die Gründe kann ich Ihnen nennen, der wichtigste- ich war überzeugt, dass der Sozialismus die bessere Art ist, eine Gesellschaft einzurichten. Dazu ist es notwendig, bis die Grundlagen der sozialistischen Gesellschaft entwickelt sind, den Übergangszustand ggf. auch mit Gewalt zu verteidigen. Eines der konkreten Ergebnisse dieser Auffassung ist das hier diskutierte Verfahren der Zwangsadoption. Es gibt keinen einzigen Grund der Rechtfertigung für das daraus entstandene Leid. Da ich das für mich persönlich sehr ernst nehme, entsteht daraus ein wenig komfortabler innerer Zustand von Schuld und Selbstzweifel. Auch wenn ich eine solche Schuld persönlich nicht habe und auch bezweifle, dass ich die Nerven für die Exekution solcher Verfahren gehabt hätte. Aber niemand sollte sich da sicher sein. Aus dieser Erfahrung heraus, ist es mir ein tiefes Bedürfnis die Heuchelei heutiger Selbstrechtfertigung des Lebens in einem vorgefundenen äußerst kritikwürdigen Zustand anzugreifen. Das diese widerliche Heuchelei die entscheidende Triebkraft für Schwerverdiener wie Maschmeyers Vroni und Geschichtsknopperers ist, daran habe ich keinen Zweifel. Wenn jemand diese Muster kolportiert, wie Sie das hier tun, dann müssen Sie meine Kritik ertragen. |
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@rapanui
respekt! |
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@ Rapanui - "Aus dieser Erfahrung heraus, ist es mir ein tiefes Bedürfnis die Heuchelei heutiger Selbstrechtfertigung des Lebens in einem vorgefundenen äußerst kritikwürdigen Zustand anzugreifen."
Ja, das ist verallgemeinernder als meine - manchmal auch aus einem Kränkungs- und Ungerechtigkeitsgefühl - entstandenen Anmerkungen. Nebenher: Ich war zu DDR-Zeiten weit weniger bereit, die Mauer zu "rechtfertigen". Erst jetzt nach der Wende, wo diese dauernden spitzen "Aufschreie" kommen, neige ich auch zu solchen hin und wieder. Gruß |
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Sehr interessant.
Und welche Kritik heuchlerisch und welche angebracht ist, das bestimmen Sie ? @Magda hätten Sie ihren Spanien-Adoptiv-Blog früher gebracht, hätten Sie dann, vielleicht in einem Halbsatz auf die gleiche Methode in der DDR hingewiesen, oder wäre dieser Blog per se schon unheuchlerisch genug gewesen ? Sie könnte mir wesentlich weiterhelfen, wenn einer von Ihnen einen Blog über die DDR-Zwangsadoption schreiben würden, der Ihrer Meinung nach nicht heuchlerisch, kein spitzer Aufschrei, sondern der Sache angemessen ist, also "sorgfältig aus seinen geschichtlichen, ökonomischen, politischen, kulturellen,... Zusammenhängen zu beleuchtet." Ein Versuch vielleicht ? Die DDR-Führung, die alle paar Jahre durch freie Wahl mit weit über 90% der Stimmen bestätigt wurde, hatte aus irgendeinem Grund den Verdacht, daß es doch nicht ungewichtige Gegenströmungen gab. Auch war sie natürlich der verlogenen kapitalistischen Propaganda ausgesetzt. Deshalb wurde ein riesiger Überwachungsapparat namens Stasi aufgebaut, um eventuelle Opposition schon im Kein zu ersticken. So wurden auch die Wahlergebnisse gesichert und zahllose Arbeitsplätze geschaffen. In Rahmen dieser Überwachung wurde in einer gewissen Zeit ein paar Jahre lang Kinder aus oppositionellen Familien entfernt und in regimetreue Familien überführt, um den weiteren Aufbau des Sozialismus nicht zu gefährden. Nach internationalem Druck wurde diese Praxis wieder eingestellt. Dieser Druck kam natürlich nicht aus anderen kommunistischen Staaten, die waren genügend selber mit ihren Wahlergebnissen als Ausdruck genuinen Volkswillens beschäftigt, sondern von den verlogenen kapitalistischen Staaten. Diesen ging es nciht um die Menschen als solche, sondern sie heuchelten nur Humanität vor, um dem real existierenden Sozialismus Schwierigkeiten zu bereiten. Die DDR-Führung dagegen war dankbar für den Hinweis und sorgte sich um ihre Bevölkerung. Beleg dafür sind die viel zahlreicheren Zwangsadoptionen in Spanien zur Franco-Zeit. Da diese in der kaptitalistischen Presse bis heute nicht artikuliert werden, ist es nicht gestattet, auf die DDR-Zwangsadoptionen hinzuweisen. |
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schrieb am
19.09.2011 um 14:40
Heucheln: Dem Charakter ein sauberes Hemd anziehen. Nicht mehr aber auch nicht weniger wollte Magda sagen - bin ich nun auch " ein üblicher Verdächtiger " ?
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Das überlasse ich Ihnen.
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Herr Hayek, niemand - auch nicht Herr Herden hat behauptet, an der Mauer hätte man Menschen erschießen müssen, um den Frieden zu retten.
Sie behaupten das. Die Argumente gingen um die Gründe für den Mauerbau und ihre Funktion als "Staatsgrenze". Aber, das Fass mache ich jetzt auch nicht mehr auf. Sie sind nicht redlich in Ihrer Argumentation. |
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mir geht das hier nicht aus dem kopf. ich bin beim medienkritischen teil ganz bei magda, denn ich sehe die instrumentalisierung bestimmter aspekte der (ddr-)geschichte in den medien auch, und ich sehe sie auch kritisch.
aber ich verstehe auch sehr gut was richard umtreibt, und an seiner polemik, auf die ich hier antworte, ist einiges wahres dran. was die instrumentalisierung der opfer angeht, teile ich seine meinung. auch ich habe das empfinden, dass das schicksal von zwangsadoptierten in der ddr herabgewürdigt wird erstens durch den unzulässigen zahlenmäßigen vergleich (der für jedes einzelne schicksal so gar keine rolle spielt) und eben einfach den vergleich mit den zwangsadoptierten unter franco, über die die staatsnahen medien leider nicht berichten. deswegen, weil sie benutzt werden vorzuzeigen, was das fernsehen bringt und was nicht. ich bin bei diesem satz angelangt: man darf die instrumentalisierung von geschichtlichen ereignissen/opfern nicht bekämpfen, indem man die opfer erneut instrumentalisiert. es muß einen anderen weg geben, dinge aufzuzeigen. sonst streitet man sich hier solange über die entstehenden mißverständnisse, bis sie beiderseits zu knallharten dogmen und unauflösbaren vorurteilen verhärtet sind. und den leuten, die sich darüber freuen, gönne ich das grinsen nicht. |
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@ luddisback - "was die instrumentalisierung der opfer angeht, teile ich seine meinung".
Da gehe ich nicht mehr mit. Hayek tut das viel mehr als ich. Ich habe reagiert. Mein Blog reagiert ja auf den seinen. Er verweist nur auf Kritikwürdiges, das ihm ins Bild passt. Das Problem ist eher, wie man dem entgegentritt ohne selbst mit "Aufzählungen" zu operieren. Das geht möglicherweise in der - mit dem obigen Link - angedeuteten Ebene der Objektivierung. Aber ich stehe da nicht so "drüber". |
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"Hayek tut das viel mehr als ich."
Das ist richtig. Mir geht es darum daß ihre es auch macht. Und zwar fast immer ein bischen. Und mich kritisiert, als ob ihr es nicht tun würdet. Also, wann schreibst du deinen korrekten Artikel über die Zwangsadoptionen in der DDR, mit Hintergründen und Zusammenhängen, wie Rapanui fordert ? Du kennst dich da viel besser aus. Ich sage dir jetzt schon, wann du und ihr alle zusammen, diesen Blog schreibt: nie. Dazu seid ihr zu voreingenommen, das habt ihr nicht drauf. Ihr sucht immer nur beim Feindbild und macht euch selber Objetivität und Ausgeglichenheit vor. Sicher stellen die Medien den Kapitalismus und den "freien" Westen oft zu positiv dar. Aber das ist kein Grund, daß ihr hier das Gleiche von der anderen Seite macht und jegliche Kritik an euren Idealbildern so anzugehen. Wenn hier eine vernünftige Plattform sein soll, dann muß berechtigte Kritik daran auch sein. Oder sagt es dann halt direkt, wie es ist: ihr kopiert die Methoden der Bild von links, zum Ausgleich, weil ihr das für euer seelisches Gleichgewicht braucht. |
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@richard der hayek
"Oder sagt es dann halt direkt, wie es ist: ihr kopiert die Methoden der Bild von links, zum Ausgleich, weil ihr das für euer seelisches Gleichgewicht braucht." da ich wohl damit auch angesprochen bin, möchte ich die distanzierung meinerseits erwidern: ich habe kein bedürfnis, die fehler des untergegangenen, real existiert habenden sozialismus zu verschweigen und die lehren, die in ihnen stecken, nicht zu ziehen. ich halte diese fehler für wichtige gründe, den untergegangenen sozialismus ganz zurecht mit dem zusatz "real existierend" zu versehen, und nicht unwesentlich waren sie zurecht auch totengräber dieses systems, mit dem ich mich nicht identifiziere. das hält mich nicht davon ab, die grundsätzliche verlogenheit des jetzigen herrschaftsgebildes zu erkennen und aus gründen der menschlichkeit, meines empfindens für gerechtigkeit oder auch einfachen überlegungen, den erhalt des planeten betreffend, abzulehnen. das geht darüber hinaus: "Sicher stellen die Medien den Kapitalismus und den "freien" Westen oft zu positiv dar." ich begrüße ihre postings als stachel im bequemen fleisch alten denkens, aber - sie hatten schon ganz recht - auf dem gleichen floß sitzen wir zwei beiden nicht. vielleicht hilft ihnen das weiter bei dem scheinbar schwierigen unterfangen zu begreifen, dass man nicht zwangsläufig die ddr zurück haben will, wenn man die jetzigen zustände für überkommen hält. dafür viel glück. danach können sie herausfinden, wofür sie eigentlich sind bzw. können sie es dann hier oder anderswo verraten. |
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"Also, wann schreibst du deinen korrekten Artikel über die Zwangsadoptionen in der DDR, mit Hintergründen und Zusammenhängen, wie Rapanui fordert ? Du kennst dich da viel besser aus."
Wenn ich die Doktorarbeit gelesen habe, die aber teuer zu erwerben ist. Ich muss sie mir ausleihen. Ich habe auch kritische Beiträge und Kommentare über die DDR und das verflossene sozialistische System geschrieben. Zuletzt in Michael Jägers Blog über die Hausbesetzer-Geschichte. Ich schreibe viel und es ist legitim, dass Sie sich aussuchen, was sie von mir lesen wollen. Aber - behaupten Sie dann nicht Dinge, die Sie nicht in der Form belegen können. Wenns sein muss, stelle ich Ihnen paar Sachen zusammen. |
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Ich stelle gerade fest, dass wir jetzt bei der hierarchischen Rollenverteilung: Inquisitor-West, Befragte-Ost angekommen sind.
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Der Ausgangspunkt war Inquisition-Ost an Beschuldigter-West: wie kommt rdh dazu, Negatives von der DDR zu posten.
Mach dir nicht zu viel Stress, lass den Blog sein und kritisiere lieber den Papst oder sonst was. Allmählich wird es mir egal. Dann ist es hier halt ein Gegengewicht und zusammen mit der Bild ausgewogen. |
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@ Richard der Hayek schrieb am 23.09.2011 um 19:54
>>>Der Ausgangspunkt war Inquisition-Ost an Beschuldigter-West: wie kommt rdh dazu, Negatives von der DDR zu posten.<<< Nein, Ihr Beitrag war, um in der hier benutzten Konstellation zu bleiben, von vornherein Inquisition West. Aus dem Nichts heraus, ohne sich die geringste Arbeit zu machen - sie äußern keine eigenen Gedanken - munitionieren Sie sich irgendwo auf und erstellen einen Blog über Zwangsadoptionen. Ich will Ihnen an einem Beispiel aus dieser Woche im DLF zeigen, wie diese Inquisition funktioniert. In Sachsen-Anhalt hat das Kultusministerium gemeinsam mit dem British Council ein Angebot für Englischlehrer entwickelt, um diese weiterzubilden. Die Qualität des Englisch-Unterrichtes ist signifikant schlechter als in anderen Bundesländern. www.dradio.de/dlf/sendungen/campus/1559399/ Was macht der Redakteur aus diesem Thema? Eine Inquisition West. Der Kultusminister bleibt sachlich und konstruktiv. Er hat ein Problem erkannt und eine interessante Lösung gefunden. Der Redakteur des DLF eifert. Die Anmoderation ist derart tendenziös, dass das sachliche Anliegen des Beitrages hinter dem feststehenden Urteil verschwindet. Jede Frage des Redakteurs haut in die gleiche Kerbe. Und so geht es Tag für Tag. |
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Ich habs mir angesehen, Rapanui.
Meine Güte. Ich habe Anglistik studiert zusammen mit Lehrerstudentinnen und -studenten. Die Ausbildung war gut. Wir haben sehr viel Phonetik gemacht, gerade wegen der Aussprache. Und auch sehr viel Lexikologie. Wir hatten sehr viele englische Lektoren. Die Eindimensionalität kam eher bei der Vermittlung von Literatur und Geschichte. Und sicherlich ist eine Sprachstudienreise immer gut. Aber, das interessiert niemanden. Ich kann mir vorstellen, dass es in der Didaktik neue Wege gibt, die laufend vermittelt werden müssen. Aber das in diesem pauschal-herablassenden Unterton zu präsentieren - da hast Du Recht, das ist absolut "typisch". Ich habe vor Jahr und Tag mal einen Beitrag dazu geschrieben - ellenlang. www.freitag.de/community/blogs/magda/es-haengt-mir-zum-halse-raus- Ich glaube, Du hast auch kommentiert, damals. Gruß |
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@ Magda
>>>Ich glaube, Du hast auch kommentiert, damals.<<< Ich war damals der Meinung, dass ich diese Belehrungen weitgehend ignorieren kann. Meine alltägliche Erfahrung mit Kollegen, Freunden und Verwandschaft aus dem Westen rechtfertigt eine solche Aufregung nicht, weil ich diesen Umgang als gleichberechtigt erlebe. Um so sonderbarer der anhaltende Propagandaauftrag an die Medien. Dadurch entsteht bei mir ein Misstrauen, wenn diese DDR-Themen vorgebracht werden. Das Misstrauen begründet sich nicht im Thema selbst, die Diskussion selbst ist notwendig, aber die Zielrichtung ist immer dieselbe: Produktion von ausreichend Distanz, um die eigenen Verhältnisse der Kritik zu entziehen. Genau deshalb ist es zu Beginn der Diskussion legitim den Vergleich als taktisches Mittel zur Hilfe zu nehmen. |
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"Das Misstrauen begründet sich nicht im Thema selbst, die Diskussion selbst ist notwendig, aber die Zielrichtung ist immer dieselbe: Produktion von ausreichend Distanz, um die eigenen Verhältnisse der Kritik zu entziehen."
So erlebe ich das auch. Ich finde, das verhindert eher die Auseinandersetzung mit der DDR. |
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@ Magda
>>>So erlebe ich das auch. Ich finde, das verhindert eher die Auseinandersetzung mit der DDR.<<< So ist es. Es gibt eine Reihe von persönlichen Schlüsselerlebnissen, die bei mir dazu führten, die Verhältnisse der DDR grundsätzlich kritisch zu sehen. Diese Erkenntnisse produzieren aber folgerichtig erhebliche Kritik an den gegenwärtigen Verhältnissen. Sie schreiben immer sehr konkret biografisch über diese persönlichen Erfahrungen und mich beeindruckt diese anschauliche Darstellung sehr. Ich kann und möchte das so nicht tun. |
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Guten Morgen Magda,
Zwangsadaptionen in diesem Ausmaß während des Franco-Regimes waren mir neu. Vielen Dank für die Informationen. Gerade vor diesem Hintergrund Zahlen aufzurechnen (Wir waren schlecht, aber die waren schlechter) ist natürlich schwierig und tut meiner Meinung nach allen zwangsadoptierten Kindern und ihren leiblichen Eltern unrecht. Egal ob in Baden Württemberg oder Neuseeland. Aber darum geht es Ihnen ja nicht, wie sie ja auch schreiben. Ein Aspekt, der vielleicht auch ins Thema passt. Vielleicht wurde hierüber schon diskutiert, und ich habe es überlesen. Auch in der damaligen BRD gab es Zwangsadoptionen von sogenannten "Besatzerkinder" oder "Brown Babies" , Kindern von deutschen Frauen und afro-amerikanischen GIs: videos.arte.tv/de/videos/brown_babies-4112904.html In damaligen Fernseh-Interviews werden die Mütter von -wahrscheinlich öffentlich rechtlichen Reportern- gefragt, ob sie ihre Kinder nicht in den Zirkus geben wollten.... Viele Mütter hielten den gesellschaftlichen und politischen Druck der damaligen persil-reinen 50er Jahre nicht stand und gaben ihre Kinder zur Auslands-Adoption frei. |
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Hallo Doris,
Aufrechnen entsteht , wenn nur noch zu einer Seite hin "abgerechnet" wird. Da ist man nicht immer elegant. Außerdem hat es vielleicht was zu tun mit dem "Systemvergleich"-Reflex. Die Geschichte mit den Besatzerkindern kenne ich ein bisschen. Ich erinnere mich - im Zusammenhang mit den Debatten um die Zustände in Kinderheimen - dass auch über Mütter von unehelichen Kindern generell berichtet wurde. Man nötigte sie oft, ihre Kinder ins Heim zu geben. Meine Mutter verfolgte das mit erschrecktem Abstand. Denn wir waren zwei Kinder von französischen Vätern und meine Mutter war ganz allein mit ihnen. Übrigens: In den siebziger Jahren erschien ein Buch von Franz Josef Degenhardt "Die Misshandlung". Das hat - im Hintergrund - auch mit der Debatte um diese "Zwangsadoptionen" zu tun. Das Buch erschien in der DDR und im Klappentext war ein Verweis darauf. Deshalb verorte ich diese Adoptions-Debatten in diese Zeit. Ich denke auch, dass einige von diesen Fällen nicht eindeutig sind. Grausam waren manchmal die Eltern, die ihre Kinder allein ließen. Deshalb denke ich, ist diese Promotionsarbeit dazu recht hilfreich. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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