19
]
Oder vielleicht doch nicht? Vielleicht kann Bürgerprotest noch eine Umkehr erreichen?
Vor kurzem hatte mein werter Mitblogger hadie hier auf die Schließung des Thalia Theaters in Halle an der Saale hingewiesen und in diesem Zusammenhang völlig zu Recht von Sparwahn und Banausentum gesprochen. Nun, das Banausentum geht munter weiter. Im benachbarten Leipzig.
Vor einigen Wochen wurde die Schließung des Naturkundemuseums zu Leipzig angekündigt. Heute erfahre ich nun, dass darüber hinaus weiter massiv bei Umweltverbänden und gemeinnützigen Vereinen gespart werden soll. In einem Offenen Brief versuchen nun Betroffene und deren Unterstützer erneut die Öffentlichkeit zu erreichen. Während sich die Stadt bei diversen History-Events, wie dem „Lichterfest“, dass ganz richtig nur als Bohei oder Geschichtsfolklore bezeichnet werden kann, als Heldenstadt selbst beweihräuchert, werden ganz still und leise die Errungenschaften der ökologisch bewegten DDR-Opposition, deren Vertreter wesentlich zum Umbruch von 1989 beigetragen haben, abgewickelt. Nicht zu reden von den Millionen Euro, welche derzeit noch im City-Tunnel verbuddelt werden. Eine Stadt, die sich milliardenschwere Prestigeprojekte leisten kann, darf nicht ausgerechnet dort sparen, wo es um Bildung und eine lebenswerte Umwelt geht. Angebliche Sparzwänge möchte ich als Ausrede nicht länger akzeptieren, solange PolitikerInnen bzw. sie treibende Lobbys, Steuergelder in Größenordnungen zum Schaden Vieler und zum Nutzen Weniger, irgendwo in der Erde versenken.
Die Befürworter von Stuttgart 21 oder des Dresdner Verkehrszuges „Waldschlösschenbrücke“ mögen einmal schauen, wohin diese Großprojektitis führen kann. Freilich würden sie diese Zusammenhänge immer leugnen. Wissen wir!
Jedenfalls möchte ich diesen Blog-Beitrag nutzen, auf eine Online-Petition aufmerksam zu machen und dazu animieren, diese auch zu unterschreiben. Denn ich finde die geringe Zahl der bisherigen Mitzeichner ziemlich erschreckend. Vielleicht gibt es ja hier noch ein paar Leser die unterschreiben wollen und/oder den Link zur Petition an potenzielle Mitzeichner weiterleiten möchten.
|
|
Nun zahlen Umweltvereine, Naturschutzverbände u.a. un-profitäre Organisationen den Preis für BadBanks und neue Rüstungsgüter. Der Sarrazin hat in einem Recht: Deutschland schafft sich wirklich selbst ab, es kommt nur auf die Perspektive an.
|
|
|
Wenn der City-Tunnel dann fertig ist, wird Leipzig auch beringt sein. Wir schauen dann in Jahr10ten mal nach, wo die Stadt gelandet ist und stellen die Ergebnisse im Blessurwundemuseum aus.
|
|
|
"Blessurwundemuseum"
Bin begeistert von dieser Wortschöpfung. |
|
|
zur schließung des naturkundemuseums kommen ja die streichungen bei oper, gewandhaus, schauspiel. wobei es mir nicht zuerst um die streichungen geht, es geht um das verhalten der lokalpolitiker, die das alles natürlich kommen sahen, aber nichts, wirklich gar nichts unternommen haben. immer warten sie, bis das kind im brunnen liegt. mit dem tunnel werden sie es nicht herausholen (der ist ja noch erbe von ex-obm, ex-verkehrtminister tiefensee) allerdings muss man auch sagen, dass, als noch etwas möglich war, weder naturkundemuseum noch die kulturhäuser das thema in die öffentlichkeit gebracht haben. so gesehen haben auch die leipziger nur die stadtregierung, die sie verdienen.
die kürzungen bei den umweltverbänden hatte ich noch gar nicht mitbekommen. |
|
|
so gesehen haben auch die leipziger nur die stadtregierung, die sie verdienen.
Ohne den Leipziger Sumpf genau zu kennen (von dem ich vermute, dass er dem in Dresden/Berlin/Hamburg/Stuttgart/München wesentlich ähnelt) - so gesehen: ja. Aber das hilft denen jetzt erst mal auch nicht. Es so zu sehen. |
|
|
schrieb am
19.10.2010 um 21:29
@mcmac
Ohne den Leipziger Sumpf genau zu kennen (von dem ich vermute, dass er dem in Dresden/Berlin/Hamburg/Stuttgart/München wesentlich ähnelt)- so gesehen: ja. Aber das hilft denen jetzt erst mal auch nicht. Es so zu sehen. ------------------------------------------------------------ Das sehe ich genauso! Die Fehlentscheidungen sind hauptsächlich in Berlin getroffen worden und nicht in den Kommunen. (Obwohl in den Kommunen auch viel Schei*e entschieden wird). |
|
|
das ist wohl wahr, mcmac, mich ärgert nur die einseitigkeit der schuldzuweisung - die nicht in diesem blog, jedoch zunehmend in der öffentlichen diskussion zu beobachten ist.
|
|
|
Liebe kay, d'accord.
Lieber sozenschreck, könnten wir uns in der Kürze darauf einigen, dass die Politik nicht wesentlich besser sein kann, als das Wirtschaften, auf welchem sie basiert (auch eingedenk Ihres Kommentars eine Etage tiefer)? |
|
|
Der "Sparwahn" in Leipzig und anderswo für Kultureinrichtungen, Freibäder, etc. verdeutlicht m. E. die Unfähigkeit unserer Politiker, weil sie eine saumäßige Steuerpolitik und Geldvergeudung gesetzlich angeordnet hatten.
Inzwischen haben sich ca. 1,8 Billionen € Schulden in den öffentlichen Haushalten aufsummiert. Hauptsächlich deshalb, weil wir über unsere Verhältnisse gelebt haben und dusselige Wahlversprechen finanzieren mußten. Allein der Schuldendienst für die anteiligen Schulden des Bundes aus diesen 1,8 Billionen € beträgt inzwischen ca. 40 mrd. €/Jahr. Viel mehr, als z. B. für die Landesverteidigung ausgegeben wird. Für die Bildung werden im Bundeshaushalt nur ca. 12 mrd. €/Jahr budgetiert! Wenn die Politik besser gearbeitet hätten, wäre es ganz leicht gewesen, statt 40 mrd./Jahr für den Schuldendienst lieber eine kräftige Aufstockung des Bildungsetats vorzunehmen oder die Schließung von Kultureinrichtumngen zu verhindern! Die Finanzmittel für die (alternativlose) Unterstützungt der Banken aufgrund der Finanzkrise verschärfen die noch Situation zusätzlich. Auch hier haben unsere angeblich so höchstschlauen Politiker kläglich versagt. Die Finanzkrise wäre durch gesetzlich angeordnete Kontrollen von Derivaten und Krediten vermeidbar gewesen, sofern unsere Politiker den Überblick und Sachverstand dazu gehabt hätten. Aber sie waren fachlich/sachlich zu schlecht aufgestellt. Sprich: Einfach zu blöde! Für mich ist deshalb keine der etablierten Pateien mit ihren Politikern mehr wählbar! Die sind einfach zu unfähig, bzw. zu dusselig! Ich würde mir gerne neue Parteien mit Politikern wünschen, die aus der Industrie kommen und hauptsächlich Wirtschaftsfachleute sind. Derartige Politiker wären ganz sicher fähiger, als die meisten verkrachten Existenzen der Politiker aus den Parteien der CDU/CSU/FDP/SPD/SED/Grünen! "Leider" werden solche Fachleute heute viel besser bezahlt, als unsere derzeitigen Politiker, weshalb es wohl schwer ist, diese für die Politik zu gewinnen. Aber unsere heutigen Politiknieten, die ihre Politikerkarrieren schon als Jugendsprecher von Gewerkschaften, als studierte Politologen, als Juristen oder Lehrer begonnen haben, verhindern durch ihr unzureichendes Wissen und den daraus abgeleiteten Fehlentscheidungen eine prosperierende Gesellschaft! Es gibt einfach zu viel von diesen Versagern in unseren Parlamenten. Mir streuben sich die Nackenhaare, wenn ich Leute in der Politik wie den Grüßonkel Wullf, Frau Merkel, Claudia Roth, Westerwelle, Siggi Pop oder Ernst sehe oder höre! Die müssen alle weg von der politischen Bühne! Seehofer habe ich vergessen! Leider sind unsere Medien nicht kritisch genug und tragen nichts zur Aufklärung für die Bevölkerung bei. Die sind schon immer ganz stolz, wenn sie einen Interviewtermin von diesen Politikversagern erhalten! Als Ergebnis ist die Schließung von Kultureinrichtungen wie in Leipzig, nur einer von vielen Indikatoren für dämliche Politiker! Fördert Fachleute in die Politik! ;-) |
|
|
Z.B Grube als Verkehrsminister?
Obwohl - die Italiener sind da schon weiter als wir. Die haben ja praktisch mit Ihrem Regierungschef gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Medien und Wirtschaft. Nichts für ungut... |
|
|
...mit ihrem Regierungschef...
sorry |
|
|
Zum Sparwahn in Hamburg gibt´s hier was;
www.freitag.de/community/blogs/plotzenhotz/sparmassnahmen-in-hamburg---oeffentlichen-bibliotheken-sind-betroffen |
|
|
der deutsche kulturrat rief anfang oktober zum protest gegen die kürzungen im kulturbereich auf und beleuchtete in der pressemitteilung auch einige hintergründe der kürzungswelle:
Pressemitteilung Aufruf zum Protest: Wider den Kultur-Kahlschlag! Mitgliederversammlung des Deutschen Kulturrates beschließt bundesweiten Aktionstag zum Erhalt der kulturellen Infrastruktur Berlin, den 01.10.2010. Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, hat in den letzten beiden Tagen in der Mitgliederversammlung und im Sprecherrat intensiv über die desaströse finanzielle Lage vieler Kultureinrichtungen in Deutschland diskutiert. Kultureinrichtungen werden im Zuge der Finanzkrise der öffentlichen Hände mit massiven Mittelkürzungen konfrontiert. Einige, wie das Altonaer Museum in Hamburg, sollen sogar geschlossen werden. Der Deutsche Kulturrat ruft wegen der Zunahme des Kulturabbaus in Deutschland zum öffentlichen Protest auf. Am 21. Mai 2011, dem Welttag der Kulturellen Vielfalt, planen wir ferner einen bundesweiten Aktionstag zum Schutz der kulturellen Infrastruktur. An diesem Tag sollen gezielte Aktionen in Städten und Gemeinden stattfinden. Der Aktionstag im kommenden Mai ist als ein Höhepunkt der landauf/landab bereits stattfindenden, vielfältigen Aktivitäten gegen den Kulturabbau geplant. Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: "Über die Kultureinrichtungen in Deutschland bricht eine Welle der Mittelkürzungen herein. Es ist absolut notwendig, dem Kultur-Kahlschlag mit sichtbarem, öffentlichem Widerstand entgegen zu treten. Wir rufen deshalb alle Künstler, Kulturschaffenden, Kultureinrichtungen und Kulturverbände sowie besonders alle Kulturnutzer zum Protest gegen den Kulturabbau auf. Wir wollen mit dem Ausrufen eines bundesweiten Aktionstages am 21. Mai 2011, am Welttag der Kulturellen Vielfalt, eine bundesweite Plattform wider den Kultur-Kahlschlag bieten. Gemeinsam gilt es nun, den Wert der Kultur herauszustellen und für den Erhalt der kulturellen Infrastruktur einzutreten." Web: www.kulturrat.de |
|
|
hallo jayne,
danke für die informationen. am donnerstag findet im kulturrathaus zu dresden eine podiumsveranstaltung zum sächsischen denkmalschutzgesetz statt. in diesem zusammenhang schwebt ja auch noch ein hoffentlich noch zu verhinderndes kulturbanausentum der schwarz-gelben koalition im raum. olaf zimmermann, das ist doch der mann, der aus protest gegen die kultur-banausen in seiner eigenen partei, der cdu, im zusammenhang mit der waldschlösschenbrücke, die mitgliedschaft gekündigt hatte, oder? |
|
|
glaub schon ...
und es gibt hier noch einige andere gesetze, wo mir das würgen ankommt, z.b. gedenkstättengesetz ... |
|
|
"am donnerstag findet im kulturrathaus zu dresden eine podiumsveranstaltung zum sächsischen denkmalschutzgesetz statt".
hier muss ich mich selbst berichtigen: "Sachsens Denkmalschutz auf der Kippe?" 21.10.2010, 19.00 Uhr Kleines Haus - Dresden Glacisstraße 28 |
|
|
das ist nicht mehr nur absurd: da jammern die selben es gibt zu wenig naturwissenschaftler in deutschland und schließen gleichzeitg solche einrichtungen. oh herr, schmeiß hirn vom himmel!
|
|
|
Für mich unbegreiflich wie man ein Stück deutscher Geschichte einfach so fallen lässt. Da brauchen wir uns bald nicht mehr wundern warum unsere Kinder immer abgestumpfter und materialistischer werden, wenn so mit unserer Kultur umgegangen wird. Deutschland schafft ab und fällt tief...
|
|
|
Auch bei üblen Sachen scheint zusammen zu wachsen, was zusammen gehört. Vielleicht hat das aber auch den Vorteil, dass man es so leichter zusammen bekämpfen kann. ....
|
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen