07.03.2011 | 11:48

Aufruf zum Mitmachen: Wir lesen "Zeitoun" von Dave Eggers

Liebe Community,

bereits Anfang Februar hatte ich hier angekündigt, dass das Buchblogprojekt – nachdem wir am Pynchon leider gescheitert sind – dennoch auf jeden Fall fortgesetzt werden soll. Ich habe deshalb ein wenig recherchiert und bin fündig geworden:

Vom amerikanischen Autor Dave Eggers, der 2000 das Buch A Heartbeaking Work of Staggering Genius (Ein herzzerreißendes Werk von umwerfender Genialität) veröffentlichte und unter anderem zum Film Where The Wild Things Are von Spike Jonze am Drehbuch mitgeschrieben hat, ist in Deutschland vor kurzem bei Kiepenheuer & Witsch der Tatsachenroman Zeitoun erschienen.

 

 

Der Klappentext:

Dave Eggers erzählt in seinem jüngsten, vielfach ausgezeichneten Werk die wahre Geschichte der amerikanisch-syrischen Familie Zeitoun, die nach dem Hurrikan Katrina unschuldig ins Visier der amerikanischen Terrorismusfahnder gerät. 

Als der Hurrikan Katrina sich im August 2005 New Orleans nähert, beschließt Abdulrahman Zeitoun, Vater von vier Kindern, seine Familie Schutz in Arizona suchen zu lassen, selbst aber in der Stadt zu bleiben, um sein Haus und die Arbeitsstätten seines Malerbetriebes im Auge zu behalten. In den Tagen nach dem Sturm fährt er mit seinem Kanu durch die überflutete Nachbarschaft und hilft, wo er kann. Am 6. September wird Zeitoun ohne Angabe von Gründen von der Nationalgarde verhaftet und zunächst in ein provisorisches Gefängnis gesteckt, wo er unter unmenschlichen Bedingungen und ohne Kontaktmöglichkeit nach außen festgehalten wird. Für seine Familie bleibt Zeitoun spurlos verschwunden. Erst nach Wochen erreicht sie auf Umwegen ein Lebenszeichen und sie beginnen, um Zeitouns Freilassung zu kämpfen.

Drei Jahre arbeitete Dave Eggers an diesem Buch, das in enger Kooperation mit der Familie Zeitoun entstanden und glänzend recherchiert ist. Ein berührendes, bewegendes Buch über eine Familie, die unschuldig in das Räderwerk eines unbarmherzigen Systems gerät. Indem der große amerikanische Autor Dave Eggers leise Töne anschlägt, nur erzählt, was sich zugetragen hat, nicht wertet, erzielt er durchschlagende Wirkung.

 


Der Verlag KiWi hat mir auf Anfrage ein paar Exemplare zukommen lassen (Anmerkung: hier handelt es sich nicht um eine finanzierte Kooparation, die Initiative ging von mir aus und wir bekommen lediglich die Bücher) und so möchte ich sieben von Euch dazu einladen, gemeinsam mit mir das Buch zu lesen und mit mir zu schreiben über das Gelesene, über das, was Ihr damit verbindet und auch, wie Ihr es in Euren Alltag eingebettet wahrgenommen habt. 

Für weitere Informationen zum Konzept verweise ich auf den Beitrag, mit dem seinerzeit das Projekt ins Leben gerufen wurde.

Ihr könnt Euch bis zum kommenden Sonntag in den Kommentaren zum Mitmachen melden. Wenn mehr als sieben von Euch Interesse daran haben, entscheidet am nächsten Montag das Los.

Eine wichtige Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass Ihr von Mitte März bis Mitte April  wirklich Zeit für das Projekt habt und vor allem auch mitmacht. (Das Buch hat 347 Seiten.)

Es gibt aber keinen Grund traurig zu sein, wenn Euch das Buch nicht zusagt oder Ihr keine Zeit habt: wir werden danach weitere Bücher gemeinsam lesen und diese werden dann durchaus auch von deutschen Autor_innen geschrieben worden sein.

 

                                                                                   ...

Zu guter Letzt noch ein Aufruf in eigener Sache: lesen&bloggen ist als Projektbezeichung und Tag ziemlich banal. Vielleicht hat jemand von Euch eine Idee, wie man das Ganze nennen könnte? Ich freue mich über Vorschlägen in den Kommentaren.


Danke und mit lieben Grüßen
Maike

 
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Kommentare
goedzak schrieb am 07.03.2011 um 12:16
BlubbBlubb, äh, bookblog wollt' ich sagen (sorry, hab grad den Mund voll). Ach, nee, is ja noch banaler.
Scream Queen schrieb am 07.03.2011 um 12:23
"Where the Wild Things Are" ist nicht von Spike Lee, sondern von Spike Jonze.
Maike Hank schrieb am 07.03.2011 um 12:44
Liebe Scream Queen: Ja, selbstverständlich! Ein Fehler im Affekt, den ich sofort korrigiere. Danke!
ebertus schrieb am 07.03.2011 um 13:38
Nach dem unten verlinkten Beitrag in der Zeit wollte ich mir dieses Buch eigentlich selbst kaufen, mache aber gern auch hier mit. Zumal sich meinerseits und dahingehend die vielfachen USA-Besuche vielleicht ein wenig positiv auswirken; nicht zuletzt zwei Besuche in New Orleans, der letzte erst 2004, also im Jahr vor Katrina.

www.zeit.de/2011/09/L-B-Eggers
Maike Hank schrieb am 07.03.2011 um 14:10
Ah, das ist toll, denn jemand, der vor Ort dort war, wenngleich davor, weiß ja ganz Anderes zu berichten!
Der ZEIT-Artikel hängt bereits seit ein paar Tagen als Photokopie hinter meinem Schreibtisch. Richtig gut fand ich ihn allerdings nicht.
ebertus schrieb am 07.03.2011 um 21:26
"Richtig gut" ist sicher relativ, gar sehr subjektiv. Da hilft nur selbst lesen.

Mich hat diese Rezension einer Aufarbeitung der Realität an ein Buch erinnert, gelesen Mitte der 90er, in der Zeit als die eigenen Kinder ebenfalls im Alter der Akteure dort waren:

www.silkes-ecke.de/Silkes_Buecher-Ecke/html/kinder_nicht_mehr.html

Zeit auch hier ggf. zum Nachlesen, Neulesen. Die Realitäten - und nicht nur "drüben" - sind mittlerweile nicht besser, eher noch kritischer geworden; und das sehr umfassend, bis weit hinein in die sog. Mittelschicht.
Joachim Petrick schrieb am 07.03.2011 um 14:05
Liebe Maike,
Du zeigst einma mehr mit diesem Blog, dass Begeisterung als Kern von Engagement ansteckend ist.
Danke!

"Zu guter Letzt noch ein Aufruf in eigener Sache: lesen&bloggen ist als Projektbezeichung und Tag ziemlich banal. Vielleicht hat jemand von Euch eine Idee, wie man das Ganze nennen könnte? Ich freue mich über Vorschlägen in den Kommentaren."

Wie wäre es mit"

"Literabloogle"

tschüss
JP
Maike Hank schrieb am 07.03.2011 um 14:11
Was mich zu Literablog führt..
Streifzug schrieb am 07.03.2011 um 15:48
"Literablog" liest sich so abgekniffen. Wie wäre es mit "lesen&schreiben" :)

Passend zu jedem besprochenen Buch können persönliche, kleine Motivkarten "gebastelt" werden, welche dann letzlich eine multisozialmediale Buchcollage auf einer Seite ergeben. Der Renner auf der nächsten Frankfurter Buchmesse.
Librarian schrieb am 07.03.2011 um 14:24
Ich würde mich gerne beteiligen und sollte auch ausreichend Zeit finden können um das Buch zu lesen und etwas dazu zu schreiben.
KalleWirsch schrieb am 07.03.2011 um 14:59
Ich finde lesen&bloggen eigentlich ganz gut. Trifft es doch un d man kann es sich gut merken.

Leider habe ich gerade in dieser Zeit zu viel zu tun. Schade!
koslowski schrieb am 07.03.2011 um 15:21
Habe Lust und Zeit zum Mitmachen. Vorschlag: „FC Lesegesellschaft “.
koslowski schrieb am 07.03.2011 um 18:27
... oder "FC Lese&SchreibGesellschaft"
koslowski schrieb am 08.03.2011 um 09:46
Schade, aber meine Frau hat mir gestern Abend erklärt, dass ich doch keine Zeit habe. Also bitte meine Anmeldung stornieren.
Richard der Hayek schrieb am 07.03.2011 um 20:00
Ich weiß nicht ob ich es durchhalte.
Wenn ihr noch keine 7 Samurai seid, mache ich mit.
Sonst nicht: will keinen verdrängen, der vielleicht schon dabeibleibt.
cms schrieb am 08.03.2011 um 00:34
Schade, ich würde gerne mitmachen, aber werde einfach nicht die Zeit dazu haben. Aber viel Spaß und gutes Lesen und Schreiben wünsche ich Euch.
KalleWirsch schrieb am 08.03.2011 um 10:54
Wieviel Seiten sind es denn?
Maike Hank schrieb am 08.03.2011 um 12:42
347

(ich frage mich gerade, wohin die Zahl in meinem Text oben verschwunden ist, die stand da nämlich..)
Ehemaliger Nutzer schrieb am 23.03.2011 um 10:29
@Maike Hank

Ein paar Vorschläge:

-booklooker-

-books&more-

-bookvip-

oder einfach nur -vib-
=very important books

Gruß Augenstern
Maike Hank
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