Maitol Krczstovczc

contentio, discordia, rebellio

20.10.2009 | 16:32

Stockholm-Syndrom

Nehmen wir einmal Wikipedia zu Hilfe:

"...In erster Linie manifestiert sich die Wahrnehmungsverzerrung, die zum Stockholm-Syndrom führt, darin, dass die subjektive Wahrnehmung der Geisel nur einen Teil der Gesamtsituation erfassen kann. Das Opfer erlebt eine Zurückhaltung der Einsatzkräfte vor Ort, es fühlt sich mit zunehmender Dauer der Entführung allein gelassen. Dagegen wird das Agieren der Geiselnehmer überproportional wahrgenommen, schon kleinste Zugeständnisse (das Anbieten von Nahrung, auf die Toilette gehen lassen oder Lockern von Fesselungen) werden als große Erleichterungen empfunden. Das Opfer erlebt eine Situation, in der es ausschließlich „Gutes“ von den Geiselnehmern erfährt. Es kommt zu der für Außenstehende subjektiv nicht nachvollziehbaren Folge, dass ein Opfer mehr Sympathie für seine Peiniger empfindet als für die (rettenden) Einsatzkräfte.
Täter werden sich Opfern gegenüber oftmals wohlwollend verhalten, weil sie die Opfer als Vermögenswerte ansehen oder um eine Eskalation der Situation zu vermeiden. Hieraus kann eine emotionale Bindung und Dankbarkeit von Opfern gegenüber Tätern entstehen...."

 

Damit ist für mich klar, Europa leidet zu einem großem Teil am Stockholm-Syndrom.

Anders kann ich mir die kaum vorhandene Reaktion unserer Politiker, Medien und sonstiger Organisationen auf das  Stockholmprogramm der EU  nicht erklären.

Wieder einmal werden Freiheiten durch eine angebliche Bedrohung durch äußere und innere Feinde in Geiselhaft genommen. Einheitliche Länderübergreifende Datenbanksammlungen und Verknüpfungen, noch mehr Kontrollen noch mehr und noch mehr und noch mehr.

 

„In den nächsten Jahren muss es der Union vor all em darum gehen, in einem Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts dem Bürger den größtmöglichen Nutzen zu bringen“, so Kommissionspräsident José Manuel Barroso. „Wir wollen die Rechte der Bürger stärken, für Erleichterungen im Alltag sorgen und ihren Schutz verbessern und dazu müssen wir wirksame und verantwortungsvolle Maßnahmen auf europaïsche Eben. In diesem Zusammenhang halte ich die Migrationspolitik für sehr wichtig. ergreifen. Dies sind unserer Meinung nach die Themen der Zukunft, die die Debatte im Rat und im Europäischen Parlament bestimmen sollten, damit der Europäische Rat im Dezember 2009 das Stockholmer Programm annehmen kann.“

Langsam bekomme ich Angst, Angst wenn irgendein EU-Kommissar oder -Politiker

das Wort Schutz und Migrationspolitik in den Mund nimmt. Ist dies doch immer mit noch mehr Überwachung und noch mehr Schikanen und Einschränkungen für Asylsuchende, Armutsflüchtlingen und mit mehr Polzei und Militär zum Schutze Europaa am Arsch der Welt verbunden.

Die Mitgliedstaaten sollen  Polizeidienste "fremder" Nationen im eigenen Land zulassen. Die Überwachung und die Ausspionierung in sozialen Netzwerken soll forciert werden etc.

 Die des Staaten überwachen quasi ohne wirksame Kontrolle, sammeln Daten ohne wirksame Kontrolle und was mit diesen Daten passiert, ........ man hat da ja schoin einiges erlebt und auch mitbekommen.

Das Primat sollte die EU eigentlich eher auf der Angleichung der sozialen Standards nach oben liegen, auf der guten Bildung der Kinder und Jugend, auf vielfdältige Möglichkeiten der Weiterbildung liegen. Die Kontrolle der Märkte, der Finanzwirtschaft sollte effektiv gestaltet werden. Der Umbau der europäischen Industrie in Richtung ökologische Nachhaltigkeit muß gefördert und unterstützt werden. Die Verschwendung der europäischen Steuergelder für Rüstungsgeschenke an Israel muß aufhören. Der Rüstungsexport muß aufhören. Die Medienkonzerte müßen entflochten werden. Die Ausbildung der Menschen in den Entwicklungsländern muß gefördert werden und nicht die Überschwemmung deren Märkte mit hochsubventionierten Lebensmittel aus der EU. Wenn man dies macht, hat man weniger Armutsflüchtlinge, weniger Kriegs- und Bürgerkriegsflüchtlinge und auch weniger sogeanannte Terroristen.

Aber leider bringt das ja der europäischen Groß- und Finanzindustrie, den Großbauern nicht soviel Einnahmen. und darum geht es doch letzendlich im Stockholmer Programm und dem Lissabonvertrag. Großaufträge für die Rüstungs- und Überwachungsindustrie, geringe Überwachung und Regelung der Finanzmärkte etc.

Der Bürger soll in Angst und Schrecken versetzt werden. Jemand der Angst hat zu reden oder auch zu handeln weil er befürchten muß beim kleinsten laut auf der Anklagebank zu sitzen, der wird dies auch nicht tun. Er wird wie eine Geisel sich mit den Geiselnehmern verbrüdern und nichts schlimmes mehr dabei empfinden.

 Demokratie und sozialer Wohlstand ade......

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
poor on ruhr schrieb am 20.10.2009 um 21:11
Guter und interessanter Blog, dem ich inhaltlich bezüglich Ihrer Wertung des Stockholmers Programm der EU zustimme.
Maitol Krczstovczc schrieb am 20.10.2009 um 21:28
@poor on ruhr,

machen Sie sich mal den Spaß und suchen Sie mit der Suxhmaschine Ihrer Wahl nach öffentlichen Diskussionen über das Stockholmer Programm. Sehr ernüchternt :-(
poor on ruhr schrieb am 21.10.2009 um 15:34
O. K. Danke für den Tip.
Maitol Krczstovczc
contentio, discordia atque rebellio
Mitglied seit:
2 Jahre 24 Wochen
Zuletzt aktiv:
23.05.2010
Status:
Blogger
Aktivität:
Beiträge: 15
Kommentare: 8
Mein Projekt:
Logbuch
22:40
Katharina N. hat gerade einen Blogbeitrag erstellt.
22:35
ideefix hat gerade einen Kommentar geschrieben.
22:33
SuzieQ hat gerade einen Kommentar geschrieben.
22:29
KarinL. hat gerade einen Kommentar geschrieben.
22:25
Winterkind hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Liebeshandlung - Eugenides

Berlinale

Freitag_Salon

PortletSalon_120216.png

Christian Kracht Imperium Kiepenheuer & Witsch 2012

256 Seiten. Gebunden.

18,99
 
In seinem neuen Roman erzählt Christian Kracht eine Aussteigergeschichte in den deutschen Kolonien der Südsee, indem er virtuos und gut gelaunt mit den Formen des historischen Abenteuerromans spielt - und erschafft so zugleich eine erstaunliche, immer wieder auch komische Studie über die Zerbrechlichkeit und Vermessenheit menschlichen Handelns >> mehr
Occupy

portlet_occupy.png

Rote Perlen

wir müssen reden

IGEL

portlet_IGEL.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Café Moskau

Ausgabe 07/12
16.02.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_05_06.jpg

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG