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Rune Denstad Langlos "Nord"

Es ist die Verantwortung, der sich Jomar Henriksen (Anders Baasmo Christiansen) zu entziehen scheint. Die Verantwortung für seinen Sohn, der mit Linnea, Jomars Traumfrau, hoch im Norden wohnt. Vielleicht liegt es daran, dass sein Freund Lasse mit ihr zusammen durchbrannte. Der Dokumentarfilmer Rune Denstad Langlo liefert mit seinem Spielfilmdebüt „Nord“ eine Art Off-Road Movie ab, das vollkommen entgegen der Kinonorm abläuft. Ohne wirklichen Beginn wird der Zuschauer in die Lebenssituation Jomars eingeführt, der nach einem Unfall seine Karriere als Skifahrer an den Nagel hängen muss. Von nun an liegt er als Liftwärter mehr im Bett, als dass er seiner Arbeit nachgeht. Dem Alkohol zugewandt, begegnet er Lasse entsprechend aggressiv, als dieser eines Tages vor seiner Tür steht. Nach eine Prügelei reden die beiden sogar und Lasse erzählt von Jomars Sohn. Doch der will nichts von alledem wissen. Als er seine Hütte beim rituellen Dosenfutterkochen abfackelt, zieht er bewaffnet mit einem 5-Liter-Kanister voller Hochprozentigem und einem Schneemobil Richtung Norden. Langlo inszeniert die Reise sehr malerisch und wortkarg, was Chistiansen wunderbar vermittelt. Der Film zeigt einen depressiven Mann, der auf seiner Reise viele skurrile Gestalten trifft. Ein einsames junges Mädchen, ein fröhlicher Panzerfahrer, ein Junge mit originellen Trinkgewohnheiten und der lebensmüde Greis Ailo weisen Jomar den Weg zurück ins Leben. Kurz vor Ende seines Trips, sagt Ailo zu Jomar „Das Eis bricht, es wird Frühling“. „Ist das nicht gefährlich?“, fragt Jomar. „Gefährlich oder nicht, das kommt ganz darauf an.“ Und so scheint auch Jomars Eis gebrochen zu sein. Er macht sich auf die letzte Etappe und der Film endet so unmittelbar, wie er begonnen hat. Ganz kinountypisch. Aber das macht ihn zu einem besonderen, wunderbaren Film.
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Leider ist es nur eine sehr kurze, kritikähnliche Beschreibung geworden. Und das auch noch viel zu spät. :) Aber in Magdeburg läuft der Film noch.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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