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Warum wir nach der Abkehr von der Atomenergie jetzt auch das Öl-Zeitalter hinter uns lassen müssen
Auf dem Weg zu einer echten Energiewende, ist der Ausstieg aus der Atomenergie nur ein wichtiger Schritt. Wenn wir den Umbau hin zu einer Versorgung mit nachhaltigen, bezahlbaren und umweltfreundlichen Energien wirklich schaffen wollen, müssen wir schleunigst auch die Wende weg vom Öl einläuten.
Erdöl als Schmierstoff der Wirtschaft
Erdöl wird sinnbildlich zu Recht als „Schmierstoff“ unserer Wirtschaft bezeichnet. Noch immer ist es mit einem Anteil von ca. 35 Prozent am Primärenergieverbrauch der wichtigste Energieträger weltweit. Die modernen Gesellschaften haben einen großen Teil ihres Wohlstands darauf aufgebaut. Mobilität, unser moderner Lebensstil – all dies funktioniert momentan nur mit Öl. Wenn wir uns in unseren Wohnungen umschauen, werden wir kaum einen Gegenstand finden, bei dem Öl – sei es als Energieträger oder als Stofflieferant – keine Rolle spielt. Wir sind reglerechte Öljunkies, abhängig von der Droge Öl, die unser materielles Leben dominiert.
Peak Oil und die risikoreiche Tiefseeförderung
Öl ist eine endliche Ressource, die uns nur noch auf absehbare Zeit zur Verfügung steht. Es wird seit Jahrzehnten weniger Öl neu entdeckt, als wir verbrauchen. Es kommt gar nicht darauf an, wann der letzte Tropfen Öl verbraucht wird, sondern wann wir Peak Oil (d.h. der Zeitpunkt, ab dem die weltweite Ölförderrate zurückgeht) erreicht haben. Denn ab diesem Zeitpunkt werden die Preise immer weiter ansteigen. Viele Experten gehen davon aus, dass wir das Ölfördermaximum bald erreicht oder bereits hinter uns gelassen haben. Deshalb gehen die großen Ölkonzerne immer höhere Risiken ein, um auch die letzten Reserven aus dem Boden zu holen. Die Explosion auf der BP-Bohrinsel Deepwater Horizon im Golf von Mexiko hat uns die Folgen dieses Handelns erschreckend vor Augen geführt. Doch umgedacht wird nicht. Im Gegenteil: Die Förderung von Öl aus der Tiefsee geht jetzt erst richtig los.
Schmutziges Geschäft
Tankerhavarien und Bohrinselkatastrophen sind nur die medial wahrnehmbaren Spitzen der Schattenseite der Ölförderung. Für die Ölgewinnung werden Landschaften zerstört, Böden verseucht und Wälder abgeholzt. In Ecuador beispielsweise soll einer der artenreichsten Regelnwälder der Ölindustrie weichen.[1] Nachdem das Öl aus dem Boden geholt wurde, bleibt nichts als ödes, chemikalienverseuchtes Land zurück. U. a. in Kanada ist man dazu übergegangen Öl aus Schiefer und Sand zu pressen. Ein ineffizienter Vorgang, bei dem unter Einsatz vieler Chemikalien weite Landflächen zerstört und gigantische Erdmassen verbraucht werden. Abgesehen von der Naturzerstörung artet der Kampf ums Öl häufig in Konflikte oder Kriege aus. Die Verknappung des wichtigen Rohstoffes, wird viele Brandherde weiter anheizen und neue schaffen.
Wie geht es weiter?
Natürliche Herausforderungen und politische Krisen machen die Erschließung der verbleibenden Öl-Ressourcen schwieriger und teurer. Da die weltweite Bevölkerung stetig wächst, steigt gleichzeitig die Nachfrage nach Energie weiter an. Es stellt sich also die Frage, was nach dem Öl-Zeitalter kommt. Nur wer den Umstieg schnell schafft, wird seine Volkswirtschaft vor heftigen Preissteigerungen und bevorstehenden Ölschocks bewahren können. Dabei stehen zwei Strategien zur Auswahl: Weiterer Ausbau der atomaren und fossilen Energiegewinnung oder die Kombination von Energieeinsparung und Erneuerbare Energien.
100 % Erneuerbare Energien
Sowohl aus innenpolitischer (Wirtschaft, Versorgungssicherheit, Umwelt) als auch aus sicherheitspolitischer Sicht, kann nur den Erneuerbaren Energien die Zukunft gehören. Die dabei entstehenden Kosten, sind deutlich geringer, als die Folgekosten, wenn uns der Umstieg nicht gelingt. Ganz zu schweigen von den einzusparenden externen Kosten[2] und Subventionen, die immer noch in die atomaren und fossilen Energieträger fließen. Statt Pseudobekenntnisse, müssen die Fördermechanismen der Erneuerbaren Energien ausgeweitet und die bürokratischen Hemmnisse abgebaut werden. Erneuerbare Energien müssen uns nicht nur mit Strom, sondern auch mit Wärme versorgen. Wir müssen in die Kraftwärmekoppelung, intelligente Stromnetze und Speichertechnologien investieren und ambitionierte Programme zur Energieeffizienz und zur Gebäudesanierung umsetzen. Außerdem brauchen wir endlich die Konzepte, um die Wende „Weg vom Öl“ auch im Mobilitätssektor zu schaffen.[3]
Vor fünfzehn Jahren wurden die Befürworter der Erneuerbaren Energien auch in Deutschland noch verlacht. Doch allen voran Hermann Scheer war beseelt von der Vorstellung einer solaren Weltwirtschaft. Jetzt brauchen wieder eine Vision, Erfindungsgeist, kreative Ingenieure, mutige Unternehmer, die Alternativen zum Öl zu erweitern und uns endlich von der Öl-Droge zu befreien.
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Ich habe zum Thema Erdöl ein umfassendes Dossier erstellt, welches das Thesen dieses „Tachles“ vertieft und einen sachlichen Überblick über das gesamte Thema Erdöl geben soll. Das Dossier findet sich unter: www.marco-buelow.de/uploads/media/Marco_Buelow_Oel-Dossier_2011.pdf
[1] siehe Öl-Dossier, S. 25
[2] externe Kosten sind Kosten, wie Umwelt- oder Gesundheitsschäden, die nicht über den Marktpreis reguliert werden, sondern von der Allgemeinheit, d.h. von Staat und Steuerzahlern und den nachfolgenden Generationen getragen werden müssen
[3] Bioenergie ist dabei keine Lösung, denn sie bringt uns andere Probleme
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schade nur, dass sämtliche kräfte der erdölmaffia, jegliche bemühungen die alternativenergie fürdern, unterlaufen und unterbinden. so auch das bestreben der el-autoindustrie, der pyrolyseenergie, vergasungsenergie u.v.m.
elektroautos könnte es schon seit jahrzehnten geben, zu erschwinglichen preisen, aber die ölmaffia hat wie immer ale patente gekauft und versenkt. hier liegt das grösste problem. |
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ja - zumindest eines der grössten Probleme - es sind übrigens genau diese Ölfirmen (zumindest teilweise) die erhebliche Gelder in die Antiklimschutz-Kampagne investieren
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@pablito
Ja.... das ist wirklich eine mehr als große Plage..... |
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Wunderbar! Sie haben die Situation sehr gut erfasst. Vielleicht müssen wir noch einen Schritt weitergehen und auch in diesem Zusammenhang über die nachfolgend aufgezeigten Umstände diskutieren. Ich hatte das schon an anderer Stelle mehrmals gepostet und finde, eine Auseinandersetzung mit diesen fundamentalen Themen unumgänglich ist.
Marxismus und die Grünen (aus: Eros Kosmos Logos, Krüger 1996,S. 245) Die einzige ernstzunehmende soziale Bewegung von globaler Natur ist bis heute die internationale Arbeiterbewegung (Marxismus), der ein großes und bleibendes Verdienst zukommt, die aber auch eine fatale Schwäche hat. Das Verdienst besteht in der Entdeckung eines gemeinsamen Zugs aller Menschen, unabhängig von Glaubensbekenntnis, Nationalität, Mythologie oder Geschlecht: Wir alle müssen unser körperliches Überleben durch gesellschaftliche Arbeit dieser oder jener Art sichern: Wir alle müssen essen. So sind wir aufgrund der gesellschaftlichen Arbeit alle im selben Boot, alle Weltbürger. Diese Bewegung war echt und ernsthaft und für sehr viele Menschen einleuchtend und glaubwürdig genug, um die ersten wirklich global gemeinten Revolutionen von Rußland bis China und bis nach Südamerika auszulösen. Soweit die wirklich anerkennenswerte Seite. Die fatale Schwäche bestand darin, daß diese Bewegung die höheren kulturellen Bestrebungen nicht nur auf die Grundlage des ökonomischen und materiellen Bereichs, der gesellschaftlichen Arbeit und des materiellen Austauschs stellen wollte, sondern sie darauf zu reduzieren versuchte; sie wollte Kultur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner reduzieren, auf materielle Produktion, materielle Werte und materielle Mittel, und alle Produktion höherer Art, insbesondere alles spirituelle, war nur noch Opium fürs Volk. Der Marxismus stellte also die Noosphäre nicht allein auf die Grundlage der Physiosphäre (was wegen des zusammengesetzten Charakters der Individualität entscheidend wichtig ist), sondern reduzierte die Noosphäre auf die Physiosphäre - was sich als derart abwegig herausstellte, daß sich die Evolution jetzt nach kaum einem Jahrhundert ernsthaft daran gemacht hat, diesen Irrtum aus der Welt zu schaffen. Da die reduktionistische Seite des Marxismus keinerlei Rückhalt im Kosmos fand, mußte das Ganze in eine religiöse Mythologie umgedeutet und dann unter imperialistischem Zwang durchgesetzt werden. Eine zweite große Bewegung, die eine gewisse Eignung als Träger einer Weltbürgerschaft besitzt oder zu besitzen vorgibt, ist die der Grünen. Ich habe sehr viel Sympathie für diese Bewegung, solange sie sich als ein Unterfangen neben anderen versteht, aber ich glaube, sie besitzt nicht im entferntesten die nötige Integrationskraft für eine globale Föderation von Weltbürgern, die sich ihre Grundsätze freiwillig zu eigen machen (unter Zwang vielleicht,aber das wäre kein ungehinderter globaler Diskurs, sondern wieder nur gewaltsame Einigkeit). Die Grünen machen im Grund den gleichen Fehler wie die Marxisten, weil sie die unbestrittene und unbestreitbare Tatsache, dass niedrigere Ebenen grundlegender sind als höhere, zum Anlaß einer Reduzierung des Höheren auf das Niedrigere nehmen. Aber das Grundlegendere ist allein nicht ausreichend für das Leben des Höheren und Tieferen. Wo die Marxisten alles auf materielle Austauschprozesse der Physiosphäre zurückzuführen versuchen, reduzieren die Grünen alles auf ökologische Austauschprozesse der Biosphäre. Das ist zwar ein Schritt über den Marxismus hinaus, bleibt aber eine Wissenschaft des kleinsten gemeinsamen Nenners, die zwar (wie der Marxismus) in ihrem Geltungsbereich wichtiges leistet, aber jenseits eines gewissen Punktes katastrophal wird und vor allem völlig außerstande ist, Weltbürgerschaft über diesen Punkt hinauszutreiben. Zu ihrer philosophischen Plattform machen die Grünen a) den Gedanken, daß die Kultursphäre oder Noosphäre Teil des größeren Ganzen der Biosphäre ist, und b) die Systemtheorie als Wissenschaft vom Gewebe des Lebens. Der genannte Gedanke ist, wie wir gesehen haben, schlicht falsch, und die Systemtheorie stellt, wie wir ebenfalls gesehen haben, eine etwas martkschreierische Form des subtilen Reduktionismus dar. Die Biosphäre ist grundlegender als die Noosphäre, aber eben deshalb nicht höher, sondern niedriger und seichter; und das Niedrigere kommt in aller Evolution zuerst, vor allem anderen. Die Grünen meinen nun, das Erste und Grundlegendste müsse auch das Letzte und Höchste sein - ein schwerer Irrtum, der dazu führt, daß sie wie die Marxisten die biomaterielle Dimension durchforsten und zu bereinigen versuchen, was dort nicht in Ordnung ist. So gut und begrüßenswert das ist, sie kommen darüber nicht hinaus, sie finden keine integrativen Ansätze zu einem tieferen Bewußtsein, zu höherem Umfangen, zu echter Gesamtschau, zu etwas wirklich Befreiendem - nur zu eher theoretischer und regressiver biosphärischer Indissoziation. Und wie die Marxisten haben sie für alle wahrhaft tieferen oder höheren Bestrebungen nichts anderes als das Vokabular des sozialen Reduktionismus parat: "Eskapismus", "Opium", "Illusionismus", "falsches Bewusstsein". Ein wirklich integrativer Ansatz, der von den tatsächlichen historischen Gegebenheiten unserer Zeit ausgeht, um eine Weltkultur zu schaffen, wird sicher auch für eine gerechtere Verteilung im materiell-ökonomischen Bereich und für tragbare ökologische Verhältnisse zu sorgen haben, also die Anliegen der Marxisten und der Grünen berücksichtigen. Aber er wird weit darüber hinausgehen müssen und sich ganz direkt und ohne jeden Reduktionismus auf die Noosphäre und ihre Verteilungsprobleme und Fehlentwicklungen einlassen... Gesellschaftliche Arbeit kann uns als Weltbürger insoweit einigen, als wir Materie gemeinsam haben - weiter nicht. Ökologische Vernunft kann uns als Weltbürger insofern einigen, als wir alle einen Körper haben - weiter nicht. Es wird einer Schau-Logik-Bewegung von gewaltiger Integrationskraft bedürfen, um uns als Weltbürger zentaurisch zu einigen, das heißt insofern, als uns Materie und Körper und Geist (ganz zu schweigen vom GEIST und dem Selbst, die all dem vorausgehen) gemeinsam sind. |
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Wunderbar! Sie haben die Situation sehr gut erfasst. Vielleicht müssen wir noch einen Schritt weitergehen und auch in diesem Zusammenhang über die nachfolgend aufgezeigten Umstände diskutieren. Ich hatte das schon an anderer Stelle mehrmals gepostet und finde, eine Auseinandersetzung mit diesen fundamentalen Themen unumgänglich ist.
Marxismus und die Grünen (aus: Eros Kosmos Logos, Krüger 1996,S. 245) Die einzige ernstzunehmende soziale Bewegung von globaler Natur ist bis heute die internationale Arbeiterbewegung (Marxismus), der ein großes und bleibendes Verdienst zukommt, die aber auch eine fatale Schwäche hat. Das Verdienst besteht in der Entdeckung eines gemeinsamen Zugs aller Menschen, unabhängig von Glaubensbekenntnis, Nationalität, Mythologie oder Geschlecht: Wir alle müssen unser körperliches Überleben durch gesellschaftliche Arbeit dieser oder jener Art sichern: Wir alle müssen essen. So sind wir aufgrund der gesellschaftlichen Arbeit alle im selben Boot, alle Weltbürger. Diese Bewegung war echt und ernsthaft und für sehr viele Menschen einleuchtend und glaubwürdig genug, um die ersten wirklich global gemeinten Revolutionen von Rußland bis China und bis nach Südamerika auszulösen. Soweit die wirklich anerkennenswerte Seite. Die fatale Schwäche bestand darin, daß diese Bewegung die höheren kulturellen Bestrebungen nicht nur auf die Grundlage des ökonomischen und materiellen Bereichs, der gesellschaftlichen Arbeit und des materiellen Austauschs stellen wollte, sondern sie darauf zu reduzieren versuchte; sie wollte Kultur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner reduzieren, auf materielle Produktion, materielle Werte und materielle Mittel, und alle Produktion höherer Art, insbesondere alles spirituelle, war nur noch Opium fürs Volk. Der Marxismus stellte also die Noosphäre nicht allein auf die Grundlage der Physiosphäre (was wegen des zusammengesetzten Charakters der Individualität entscheidend wichtig ist), sondern reduzierte die Noosphäre auf die Physiosphäre - was sich als derart abwegig herausstellte, daß sich die Evolution jetzt nach kaum einem Jahrhundert ernsthaft daran gemacht hat, diesen Irrtum aus der Welt zu schaffen. Da die reduktionistische Seite des Marxismus keinerlei Rückhalt im Kosmos fand, mußte das Ganze in eine religiöse Mythologie umgedeutet und dann unter imperialistischem Zwang durchgesetzt werden. Eine zweite große Bewegung, die eine gewisse Eignung als Träger einer Weltbürgerschaft besitzt oder zu besitzen vorgibt, ist die der Grünen. Ich habe sehr viel Sympathie für diese Bewegung, solange sie sich als ein Unterfangen neben anderen versteht, aber ich glaube, sie besitzt nicht im entferntesten die nötige Integrationskraft für eine globale Föderation von Weltbürgern, die sich ihre Grundsätze freiwillig zu eigen machen (unter Zwang vielleicht,aber das wäre kein ungehinderter globaler Diskurs, sondern wieder nur gewaltsame Einigkeit). Die Grünen machen im Grund den gleichen Fehler wie die Marxisten, weil sie die unbestrittene und unbestreitbare Tatsache, dass niedrigere Ebenen grundlegender sind als höhere, zum Anlaß einer Reduzierung des Höheren auf das Niedrigere nehmen. Aber das Grundlegendere ist allein nicht ausreichend für das Leben des Höheren und Tieferen. Wo die Marxisten alles auf materielle Austauschprozesse der Physiosphäre zurückzuführen versuchen, reduzieren die Grünen alles auf ökologische Austauschprozesse der Biosphäre. Das ist zwar ein Schritt über den Marxismus hinaus, bleibt aber eine Wissenschaft des kleinsten gemeinsamen Nenners, die zwar (wie der Marxismus) in ihrem Geltungsbereich wichtiges leistet, aber jenseits eines gewissen Punktes katastrophal wird und vor allem völlig außerstande ist, Weltbürgerschaft über diesen Punkt hinauszutreiben. Zu ihrer philosophischen Plattform machen die Grünen a) den Gedanken, daß die Kultursphäre oder Noosphäre Teil des größeren Ganzen der Biosphäre ist, und b) die Systemtheorie als Wissenschaft vom Gewebe des Lebens. Der genannte Gedanke ist, wie wir gesehen haben, schlicht falsch, und die Systemtheorie stellt, wie wir ebenfalls gesehen haben, eine etwas martkschreierische Form des subtilen Reduktionismus dar. Die Biosphäre ist grundlegender als die Noosphäre, aber eben deshalb nicht höher, sondern niedriger und seichter; und das Niedrigere kommt in aller Evolution zuerst, vor allem anderen. Die Grünen meinen nun, das Erste und Grundlegendste müsse auch das Letzte und Höchste sein - ein schwerer Irrtum, der dazu führt, daß sie wie die Marxisten die biomaterielle Dimension durchforsten und zu bereinigen versuchen, was dort nicht in Ordnung ist. So gut und begrüßenswert das ist, sie kommen darüber nicht hinaus, sie finden keine integrativen Ansätze zu einem tieferen Bewußtsein, zu höherem Umfangen, zu echter Gesamtschau, zu etwas wirklich Befreiendem - nur zu eher theoretischer und regressiver biosphärischer Indissoziation. Und wie die Marxisten haben sie für alle wahrhaft tieferen oder höheren Bestrebungen nichts anderes als das Vokabular des sozialen Reduktionismus parat: "Eskapismus", "Opium", "Illusionismus", "falsches Bewusstsein". Ein wirklich integrativer Ansatz, der von den tatsächlichen historischen Gegebenheiten unserer Zeit ausgeht, um eine Weltkultur zu schaffen, wird sicher auch für eine gerechtere Verteilung im materiell-ökonomischen Bereich und für tragbare ökologische Verhältnisse zu sorgen haben, also die Anliegen der Marxisten und der Grünen berücksichtigen. Aber er wird weit darüber hinausgehen müssen und sich ganz direkt und ohne jeden Reduktionismus auf die Noosphäre und ihre Verteilungsprobleme und Fehlentwicklungen einlassen... Gesellschaftliche Arbeit kann uns als Weltbürger insoweit einigen, als wir Materie gemeinsam haben - weiter nicht. Ökologische Vernunft kann uns als Weltbürger insofern einigen, als wir alle einen Körper haben - weiter nicht. Es wird einer Schau-Logik-Bewegung von gewaltiger Integrationskraft bedürfen, um uns als Weltbürger zentaurisch zu einigen, das heißt insofern, als uns Materie und Körper und Geist (ganz zu schweigen vom GEIST und dem Selbst, die all dem vorausgehen) gemeinsam sind. |
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Das Unternehmen, die Welt zu retten
Kann der Kapitalismus eine treibende Kraft für ein neues globales Bewusstsein werden? von Elizabeth Debold Schwerpunkt (Weltwirtschaft) Treten Sie einmal zurück, ganz weit zurück, und stellen Sie sich den majestätisch rotierenden Planeten, auf dem wir leben, vor. Welches Bild kommt Ihnen da in den Sinn? Die gefurchte, blauweiß marmorierte Murmel, welche die Astronauten als Erste erblickten, die sich so leuchtend klar von der unendlichen Schwärze des Weltraums abhebt? Oder die vertraute Form der Kontinente mit ihren grünen Tälern und Gebirgskämmen, die sich wie ein Rückgrat an der Erdoberfläche abzeichnen? Vielleicht sehen Sie auch das Spiel ursprünglicher Kräfte – Wasser und Wind – , die in Wolkenmustern über die Weiten von Land und Meer eilen und dabei stetig ihre Form verändern. Oder betrachten Sie die Lichter, die auf der dunklen Hälfte funkeln, verbunden durch die Elektrizität, die uns ermöglicht, mit jedermann überall und sofort zu kommunizieren? Spüren Sie vielleicht den unsicheren Allianzen von Demokratien, Sozialismen, Monarchien und Diktaturen nach; den ständig wieder aufflammenden Konflikten, die zu immer größeren Flächenbränden zu werden drohen, weil die Interessen der verschiedenen Kulturen und Menschen sich überall auf der Welt aneinander reiben? Nur wenige Jahrzehnte sind vergangen, seit die Raumfahrt uns die Augen für den großartigen Anblick unseres in der Leere schwebenden, gemeinsamen Zuhauses geöffnet hat. Doch inzwischen scheint unsere Welt so fragmentiert wie nie zuvor, und das, obwohl wir – ungeachtet unserer Nationalitäten, Religionen oder Ideologien – im Netz des Handels enger aneinander gebunden sind denn je. Handelsnetzwerke verbinden heute die Lofts der Park Avenue mit den Slums vor Nairobi. Die Entwicklung der kapitalistischen Wirtschaftskooperationen war ein gewaltiger evolutionärer Schritt in eine komplexe globale gegenseitige Abhängigkeit. Die gigantischen Unternehmen – Mitsubishi, Nestlé und DaimlerChrysler, einige sind sogar so bekannt, dass man nur noch ihre Akronyme benutzt, wie IBM, GE, GM oder HP – sind von Standortzwängen und nationaler Zugehörigkeit befreit und weiten ihren Einfluss von Boston bis nach Bangkok aus. Da sie in der Stratosphäre internationaler Kapitalmärkte operieren, haben sie so viel Macht und Reichtum angehäuft, dass sie es mit vielen Nationen aufnehmen können. Tatsächlich sind einundfünfzig der hundert größten Wirtschaftseinheiten dieser Welt multinationale Konzerne, und nur neunundvierzig sind echte unabhängige Staaten. Angefangen bei ihrem wirtschaftlichen Einfluss bis hin zu ihrer interkulturellen People-Power stellen die Wirtschaftskonzerne einen wirklichen Sprung in der menschlichen Fähigkeit dar, sich für einen gemeinsamen Zweck zu organisieren. Unternehmen sind im wahrsten Sinne des Wortes Triebfedern für die Transformation der modernen Welt, indem sie einen konstanten Bedarf an Kreativität und Innovation erzeugen. Alexander Graham Bell erfand das Telefon, daraus wurde die Firma Bell Telephone, aus der sich die Bell Laboratorien entwickelten, die den Transistor erfanden, der das elektronische Informationszeitalter einläutete. Praktisch endlos ist die Liste der Konsumgüter, die in einem Wimpernschlag der Evolution auftauchten – von Zahnpasta über flüssiges Bohnerwachs und Aspirin bis hin zu Kontaktlinsen. In weniger als einem Jahrhundert sind wir von der Pferdekutsche bis zum Geländewagen mit 4-Radantrieb gelangt, weil die Wirtschaft unerbittlich das Neue fordert, und dies immer schneller und noch schneller. Alle fünf Minuten entwickelt Disney ein neues Produkt und wirft es auf den Markt. Sony bringt stündlich drei neue Produkte heraus. 70 Prozent des Umsatzes von Hewlett-Packard wird durch Produkte generiert, die es vor einem Jahr noch gar nicht gab. Dieses ständige Drängen auf den Markt hat das menschliche Leben dramatisch verbessert und verändert – unsere Lebenserwartung hat sich verdoppelt, die Lebensqualität ist gestiegen, und der Horizont des Möglichen liegt jetzt irgendwo im Sternenhimmel. Gleichzeitig jedoch hat der von Profitgier getriebene Ansturm auf mehr Marktanteile unsäglichen Schaden für diesen Planeten und seine Bewohner verursacht. Der Energieriese Unocal wurde von burmesischen Dorfbewohnern kürzlich verklagt, weil das Militär von Myanmar, das der Konzern zur Überwachung von Bauarbeiten an der Gaspipeline im Land angeheuert hatte, "ermutigt" worden sei, sie zu Zwangsarbeit heranzuziehen, sie zu ermorden, zu vergewaltigen und zu foltern. Coca-Cola steht wegen Wasserverunreinigung und "Vorteilsnahme" bei Wasserknappheit unter der genauen Prüfung von Überwachungsorganisationen. Es ist wohl kaum erfrischend, wenn wir 1993 im Jahresbericht des Unternehmens lesen: "Wir in der Coca-Cola-Familie wachen jeden Morgen in dem Wissen auf, dass jeder einzelne der 5,6 Milliarden Menschen auf dieser Erde an diesem Tag durstig werden wird. Wenn wir es für diese 5,6 Milliarden Menschen unmöglich machen, Coca-Cola zu entkommen, dann sichern wir über viele Jahre unseren Erfolg. Alles andere ist keine Alternative." Die Dynamik der Unternehmensmaschinerie – angetrieben vom grundlegenden menschlichen Überlebenswillen und von Statusinteressen – ist so stark, dass eine Kursänderung kaum möglich zu sein scheint. "Wir marschieren nicht bloß in die Richtung einer Katastrophe", sagt der bekannte Unternehmensberater Dr. Ichak Adizes, "wir sprinten förmlich darauf zu." Nichtsdestotrotz arbeitet innerhalb dieser Unternehmen auch noch eine andere starke Kraft – eine unkalkulierbare menschliche Kraft. Die Menge und Vielfalt der Menschen, die dort, ungeachtet ihrer Nationen und Kasten, zusammenkommen, ist etwas ganz und gar Neues. Wal-Mart, der weltweit größte Arbeitgeber, hat über eine Million Mitarbeiter, und McDonald's beschäftigt vermutlich die meisten Jugendlichen dieser Welt, denn McDonald's gibt es überall. Wenn sich in einem globalisierenden Arbeitsmarkt immer mehr Menschen miteinander engagieren, wenn die Armen mit den Reichen auf Tuchfühlung gehen und eine Kultur die andere befruchtet, dann bildet sich Druck. Innerhalb und außerhalb dieser Unternehmen wächst das Wissen darum, wie sich kollektive Aktivitäten auf den Planeten und seine Bewohner auswirken, erwacht die Erkenntnis, dass wir eine Menschheit sind, die eine Welt bewohnt. Was wäre, wenn sich diese riesigen Einheiten kreativen Potenzials tausender Menschen, dieser neuen globalen Realität zunehmend bewusst würden? Diese Frage habe ich etwa dreißig Managern und Unternehmensberatern gestellt, die sich mit den Grundlagen der Unternehmensumstrukturierung befassen. Sie alle stimmen in der Einschätzung überein, dass dies – sollte die Wirtschaft erwachen und sich entsprechend verändern – beispiellose Auswirkungen hätte und die Welt auf eine Weise verändern würde, die wir uns nicht annähernd vorstellen können. Einige meinen sogar, dass dergleichen die Rahmenbedingungen für eine neue Ebene globalen Bewusstseins schaffen würde. Aber kann dieses alles verschlingende Ungeheuer, das so sehr in den wirtschaftlichen Systemen dieses Planeten eingebettet ist, sich selbst wirklich so grundsätzlich verändern? Was wäre nötig, um die Kreativität dieser mächtigen Handelsmaschinen zu befreien und ihrer Zerstörungskraft Einhalt zu gebieten? Auf dieser Ebene wurde noch nie zuvor bewusst Veränderung betrieben. Wird sie geschehen? Es kommt ganz darauf an, meinen diese bemerkenswerten Menschen: Eine weltweite Veränderung ist möglich, aber nur, wenn wir es wollen. Und dieses große "Wenn" wird bestimmen, welche Zukunft wir haben – oder auch, ob wir überhaupt eine Zukunft haben werden. weiter lesen www.wie.org/de/j16/elizabeth.asp?page=2 |
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Das Unternehmen, die Welt zu retten
Kann der Kapitalismus eine treibende Kraft für ein neues globales Bewusstsein werden? von Elizabeth Debold Schwerpunkt (Weltwirtschaft) Treten Sie einmal zurück, ganz weit zurück, und stellen Sie sich den majestätisch rotierenden Planeten, auf dem wir leben, vor. Welches Bild kommt Ihnen da in den Sinn? Die gefurchte, blauweiß marmorierte Murmel, welche die Astronauten als Erste erblickten, die sich so leuchtend klar von der unendlichen Schwärze des Weltraums abhebt? Oder die vertraute Form der Kontinente mit ihren grünen Tälern und Gebirgskämmen, die sich wie ein Rückgrat an der Erdoberfläche abzeichnen? Vielleicht sehen Sie auch das Spiel ursprünglicher Kräfte – Wasser und Wind – , die in Wolkenmustern über die Weiten von Land und Meer eilen und dabei stetig ihre Form verändern. Oder betrachten Sie die Lichter, die auf der dunklen Hälfte funkeln, verbunden durch die Elektrizität, die uns ermöglicht, mit jedermann überall und sofort zu kommunizieren? Spüren Sie vielleicht den unsicheren Allianzen von Demokratien, Sozialismen, Monarchien und Diktaturen nach; den ständig wieder aufflammenden Konflikten, die zu immer größeren Flächenbränden zu werden drohen, weil die Interessen der verschiedenen Kulturen und Menschen sich überall auf der Welt aneinander reiben? Nur wenige Jahrzehnte sind vergangen, seit die Raumfahrt uns die Augen für den großartigen Anblick unseres in der Leere schwebenden, gemeinsamen Zuhauses geöffnet hat. Doch inzwischen scheint unsere Welt so fragmentiert wie nie zuvor, und das, obwohl wir – ungeachtet unserer Nationalitäten, Religionen oder Ideologien – im Netz des Handels enger aneinander gebunden sind denn je. Handelsnetzwerke verbinden heute die Lofts der Park Avenue mit den Slums vor Nairobi. Die Entwicklung der kapitalistischen Wirtschaftskooperationen war ein gewaltiger evolutionärer Schritt in eine komplexe globale gegenseitige Abhängigkeit. Die gigantischen Unternehmen – Mitsubishi, Nestlé und DaimlerChrysler, einige sind sogar so bekannt, dass man nur noch ihre Akronyme benutzt, wie IBM, GE, GM oder HP – sind von Standortzwängen und nationaler Zugehörigkeit befreit und weiten ihren Einfluss von Boston bis nach Bangkok aus. Da sie in der Stratosphäre internationaler Kapitalmärkte operieren, haben sie so viel Macht und Reichtum angehäuft, dass sie es mit vielen Nationen aufnehmen können. Tatsächlich sind einundfünfzig der hundert größten Wirtschaftseinheiten dieser Welt multinationale Konzerne, und nur neunundvierzig sind echte unabhängige Staaten. Angefangen bei ihrem wirtschaftlichen Einfluss bis hin zu ihrer interkulturellen People-Power stellen die Wirtschaftskonzerne einen wirklichen Sprung in der menschlichen Fähigkeit dar, sich für einen gemeinsamen Zweck zu organisieren. Unternehmen sind im wahrsten Sinne des Wortes Triebfedern für die Transformation der modernen Welt, indem sie einen konstanten Bedarf an Kreativität und Innovation erzeugen. Alexander Graham Bell erfand das Telefon, daraus wurde die Firma Bell Telephone, aus der sich die Bell Laboratorien entwickelten, die den Transistor erfanden, der das elektronische Informationszeitalter einläutete. Praktisch endlos ist die Liste der Konsumgüter, die in einem Wimpernschlag der Evolution auftauchten – von Zahnpasta über flüssiges Bohnerwachs und Aspirin bis hin zu Kontaktlinsen. In weniger als einem Jahrhundert sind wir von der Pferdekutsche bis zum Geländewagen mit 4-Radantrieb gelangt, weil die Wirtschaft unerbittlich das Neue fordert, und dies immer schneller und noch schneller. Alle fünf Minuten entwickelt Disney ein neues Produkt und wirft es auf den Markt. Sony bringt stündlich drei neue Produkte heraus. 70 Prozent des Umsatzes von Hewlett-Packard wird durch Produkte generiert, die es vor einem Jahr noch gar nicht gab. Dieses ständige Drängen auf den Markt hat das menschliche Leben dramatisch verbessert und verändert – unsere Lebenserwartung hat sich verdoppelt, die Lebensqualität ist gestiegen, und der Horizont des Möglichen liegt jetzt irgendwo im Sternenhimmel. Gleichzeitig jedoch hat der von Profitgier getriebene Ansturm auf mehr Marktanteile unsäglichen Schaden für diesen Planeten und seine Bewohner verursacht. Der Energieriese Unocal wurde von burmesischen Dorfbewohnern kürzlich verklagt, weil das Militär von Myanmar, das der Konzern zur Überwachung von Bauarbeiten an der Gaspipeline im Land angeheuert hatte, "ermutigt" worden sei, sie zu Zwangsarbeit heranzuziehen, sie zu ermorden, zu vergewaltigen und zu foltern. Coca-Cola steht wegen Wasserverunreinigung und "Vorteilsnahme" bei Wasserknappheit unter der genauen Prüfung von Überwachungsorganisationen. Es ist wohl kaum erfrischend, wenn wir 1993 im Jahresbericht des Unternehmens lesen: "Wir in der Coca-Cola-Familie wachen jeden Morgen in dem Wissen auf, dass jeder einzelne der 5,6 Milliarden Menschen auf dieser Erde an diesem Tag durstig werden wird. Wenn wir es für diese 5,6 Milliarden Menschen unmöglich machen, Coca-Cola zu entkommen, dann sichern wir über viele Jahre unseren Erfolg. Alles andere ist keine Alternative." Die Dynamik der Unternehmensmaschinerie – angetrieben vom grundlegenden menschlichen Überlebenswillen und von Statusinteressen – ist so stark, dass eine Kursänderung kaum möglich zu sein scheint. "Wir marschieren nicht bloß in die Richtung einer Katastrophe", sagt der bekannte Unternehmensberater Dr. Ichak Adizes, "wir sprinten förmlich darauf zu." Nichtsdestotrotz arbeitet innerhalb dieser Unternehmen auch noch eine andere starke Kraft – eine unkalkulierbare menschliche Kraft. Die Menge und Vielfalt der Menschen, die dort, ungeachtet ihrer Nationen und Kasten, zusammenkommen, ist etwas ganz und gar Neues. Wal-Mart, der weltweit größte Arbeitgeber, hat über eine Million Mitarbeiter, und McDonald's beschäftigt vermutlich die meisten Jugendlichen dieser Welt, denn McDonald's gibt es überall. Wenn sich in einem globalisierenden Arbeitsmarkt immer mehr Menschen miteinander engagieren, wenn die Armen mit den Reichen auf Tuchfühlung gehen und eine Kultur die andere befruchtet, dann bildet sich Druck. Innerhalb und außerhalb dieser Unternehmen wächst das Wissen darum, wie sich kollektive Aktivitäten auf den Planeten und seine Bewohner auswirken, erwacht die Erkenntnis, dass wir eine Menschheit sind, die eine Welt bewohnt. Was wäre, wenn sich diese riesigen Einheiten kreativen Potenzials tausender Menschen, dieser neuen globalen Realität zunehmend bewusst würden? Diese Frage habe ich etwa dreißig Managern und Unternehmensberatern gestellt, die sich mit den Grundlagen der Unternehmensumstrukturierung befassen. Sie alle stimmen in der Einschätzung überein, dass dies – sollte die Wirtschaft erwachen und sich entsprechend verändern – beispiellose Auswirkungen hätte und die Welt auf eine Weise verändern würde, die wir uns nicht annähernd vorstellen können. Einige meinen sogar, dass dergleichen die Rahmenbedingungen für eine neue Ebene globalen Bewusstseins schaffen würde. Aber kann dieses alles verschlingende Ungeheuer, das so sehr in den wirtschaftlichen Systemen dieses Planeten eingebettet ist, sich selbst wirklich so grundsätzlich verändern? Was wäre nötig, um die Kreativität dieser mächtigen Handelsmaschinen zu befreien und ihrer Zerstörungskraft Einhalt zu gebieten? Auf dieser Ebene wurde noch nie zuvor bewusst Veränderung betrieben. Wird sie geschehen? Es kommt ganz darauf an, meinen diese bemerkenswerten Menschen: Eine weltweite Veränderung ist möglich, aber nur, wenn wir es wollen. Und dieses große "Wenn" wird bestimmen, welche Zukunft wir haben – oder auch, ob wir überhaupt eine Zukunft haben werden. weiter lesen www.wie.org/de/j16/elizabeth.asp?page=2 |
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Aus der heutigen TAZ BERLIN/FRANKFURT rtr | Bundespräsident Christian Wulff hat die Europäische Zentralbank wegen des Ankaufs von Staatsanleihen ungewöhnlich scharf kritisiert. Die obersten Hüter des Euro gingen über ihr Mandat hinaus, sagte Wulff am Mittwoch auf einer Konferenz von Wirtschaftsnobelpreisträgern in Lindau am Bodensee. "Dies kann auf Dauer nicht gutgehen und kann allenfalls übergangsweise toleriert werden. Auch die Währungshüter müssen schnell zu den vereinbarten Grundsätzen zurückkehren."
Er halte den massiven Aufkauf von Anleihen einzelner Staaten durch die EZB für rechtlich bedenklich, erklärte Wulff weiter. Der Artikel 123 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union verbiete der EZB den unmittelbaren Erwerb von Schuldtiteln, um die Unabhängigkeit der Notenbank zu sichern. "Dieses Verbot ergibt nur dann Sinn, wenn die Verantwortlichen es nicht durch umfangreiche Aufkäufe am Sekundärmarkt umgehen." Der indirekte Kauf von Staatsanleihen sei im Übrigen noch teurer als der direkte. Wieder verdienten Finanzmarktakteure Provisionen ohne jedes Risiko. Die EZB hat bislang für rund 110 Milliarden Euro Anleihen von Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Italien gekauft. Das im Mai 2010 gestartete und unlängst wiederbelebte Programm ist höchst umstritten. Kritik kommt vor allem aus Deutschland und insbesondere von der Bundesbank. Deren Ex-Chef Axel Weber hatte sich schon zu Beginn offen gegen die große Mehrheit des EZB-Rats gestellt. Sein Nachfolger Jens Weidmann folgt dieser Linie. Hart ins Gericht ging Wulff in Lindau auch mit der gesamten Finanzwirtschaft: "Der Finanzsektor muss wieder in eine dienende Rolle zurückfinden und zu einer nachhaltigen globalen Entwicklung beitragen." Starke und gut funktionierende Kapitalmärkte seien dafür notwendig, "Risiken zu beherrschen, anstatt sie zu schaffen". Eines der Grundprinzipien der Marktwirtschaft sei: "Risiko und Haftung gehen Hand in Hand". Wer Risiken eingehe, könne auch scheitern. "Dieses Prinzip muss auch für den Finanzsektor gelten, für kleine Anleger wie für große Finanzinstitute", mahnte das Staatsoberhaupt. Hier müsse Versäumtes dringend nachgeholt werden. Indirekt wandte sich Wulff auch gegen die Einführung so genannter Eurobonds, also gemeinsamer Staatsanleihen aller Euro-Länder. "Solidarität ist wesentlicher Teil der Europäischen Idee. Es ist allerdings ein Missverständnis, Solidarität allein an der Bereitschaft zu messen, andere finanziell zu unterstützen, für sie zu bürgen oder gar mit ihnen gemeinsam Schulden zu machen." Zu viel falsch verstandene Solidarität könne ein großer moralischer Fehler sein, mahnte der Präsident: "Auch der Bürge kann sich unmoralisch verhalten, wenn er die Insolvenz nur hinauszögert." Regierung sagt Nein zu Eurobonds Gefordert sei hier die Politik, die das Heft des Handels im Interesse der Menschen und der Zukunft der jungen Generation zurückgewinnen müsse, forderte Wulff: "Statt klare Leitplanken zu setzen, lassen sich Regierungen immer mehr von den globalen Finanzmärkten treiben. Immer öfter treffen sie eilig weitreichende Entscheidungen kurz vor Börsenöffnung, anstatt den Gang der Dinge längerfristig zu bestimmen." Die Politik dürfe sich nicht mehr länger "am Nasenring durch die Manege führen lassen, von Banken, von Rating-Agenturen oder sprunghaften Medien. Politik hat Gemeinwohl zu formulieren, auch mit Mut und Kraft im Konflikt mit Einzelinteressen". |
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hui - vielen Dank - da habe ich erst einmal einiges zu lesen und zu verdauen :)
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hui - vielen Dank - da habe ich erst einmal einiges zu lesen und zu verdauen :)
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hui - vielen Dank - da habe ich erst einmal einiges zu lesen und zu verdauen :)
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schrieb am
25.08.2011 um 07:01
>>In weniger als einem Jahrhundert sind wir von der Pferdekutsche bis zum Geländewagen mit 4-Radantrieb gelangt, weil die Wirtschaft unerbittlich das Neue fordert, und dies immer schneller und noch schneller. Alle fünf Minuten entwickelt Disney ein neues Produkt und wirft es auf den Markt. Sony bringt stündlich drei neue Produkte heraus. 70 Prozent des Umsatzes von Hewlett-Packard wird durch Produkte generiert, die es vor einem Jahr noch gar nicht gab.<<
Es braucht schon einen starken Glauben, den Wirtschaftswachstsumswahn in einen direkten Zusammenhang mit Diesem zu stellen: >>Dieses ständige Drängen auf den Markt hat das menschliche Leben dramatisch verbessert und verändert – unsere Lebenserwartung hat sich verdoppelt, die Lebensqualität ist gestiegen,…<< Die durchschnittliche Lebensdauer der Menschen ist im 19. Jahrhundert vor Allem wegen der flächendeckenden Impfaktionen gestiegen. Im 20. Jahrhundert ging die Lebensverlängerung mit weiteren medizinischen Fortschritten langsam voan. Grossen Anteil hatten auch die TBC-Reihenuntersuchungen. Die meisten medizinischen Fortschritte wurden keineswegs von der Profitgier initiiert, sondern von steuerfinanzierten Forschungen. Im 19. Jahrhundert verbrachten die Mehrzahl der Menschen in den Industrietstaaten drei viertel der wachen Zeit in lauten, düsteren, nach Schmieröl stinkenden Fabrikhallen. Viele litten an einer Fehlentwicklung des Skeletts, weil sie aufgrund der hohen Luftverschmutzung schon als Kinder zu wenig UV-Licht abbekommen hatten. Natürlich bot die Industrie ein Gegenmittel gegen den Kollateralschaden der Produktionsschlacht an: Zuerst Lebertran, später auf chemischem Wege hergestelltes D3: Auch mit industriell erzeugter Rachitis lässt sich Kapitalrendite generieren. In der 2. Hälfte des 20 Jahrhundert wurde bekannt, dass viele Menschen an den Folgen der industriellen Fehlernährung litten: Junkfood macht satt, enthält aber zuwenig von den vielen Substanzen, die der Körper für ein gesundes Leben braucht. Nachdem sich das nicht länger weglügen liess, wurde auch dieser Kollateralschaden flugs zu einer neuen Profitquelle: Vitamin- und Mineraltabletten gehören alternativlos zum täglichen Discountmampf. Nunmehr lässt sich kaum noch verschweigen, dass der Konkurrenzkrieg enorme Gesundheitsschäden durch den immer weiter zugenommen Arbeitsstress erzeugte. Dagegen wird voraussichtlich kein Mittel entwickelt werden: Man findet genug billige Verkäufer der Arbeitskraft, die noch nicht verheizt sind. Wir wissen, dass längeres Leben nicht automatisch Wohlbefinden und Lebensfreude bedeutet. Aber die pausenlose Propaganda macht den homo capitalisticus zu einem willigen Haustier, das seinen Herrn anhimmelt. „Lebensqualität“ bedeutet, in immer höherer Frequenz neue Produkte kaufen zu müssen, und um den Konsmismus am Laufen zu halten, sich immer mehr Arbeitsstress anzutun? Nur nicht drüber nachdenken, dann stimmt das schon…. Am Besten findet man den naturwissenschaftlichen Unterricht in der Schule ganz schrecklich und studiert anschliessend Betriebswirtschaft: Dann ist alles easy... |
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Genau, was wir brauchen ist eine beschleunigte Energiewende. Sehr wichtig wäre m.E., dass man so weit wie möglich energieautarke Haushalte, Gemeinden und Kommunen anstrebt. Das schafft Energieversorgungssicherheit und Unabhängikeit von den Konzernen. Das steht mir zu wenig im Fokus der Politik.
Nett auch die Aussicht für die Zukunft, die Energie für das Elektroauto kostengünstig über die Solaranlage auf dem Carport zu beziehen. Die deutsche Autoindustrie hat sich da aber anscheinend in eine Bremserrolle begeben (trotz Bürgersponsoring von einer Milliarde!), weil das Elektroauto die Automobilindustrie und „Anhang“ umkrempeln wird – da stehen viele Arbeitsplatz-und Gewinnverluste in Aussicht. Hier ein interessanter Beitrag aus der ZDF-Mediathek - auch etwas über Nutzen und Kosten... Meines Erachtens ein (wirtschaftlich) gefährliches Spiel der deutschen Automobilwirtschaft, sich da so zurückzuhalten – in anderen Ländern sind die Hersteller schon viel weiter. Aber leider sind die Dinger immer noch viel zu teuer – wahrscheinlich wegen der Entwicklungskosten... Zukünftig wird wahrscheinlich jeder Waschmaschinenhersteller ein einfaches Auto bauen können, wenn die Einzelkomponenten massenhaft auf dem Markt verfügbar sind... dann wird es billiger. Solartechnologie wird den Planeten revolutionieren.... Sieht gut aus – wenigstens das. Den schlauen Ingenieuren sei Dank. Weiter so. Gegen zukünftige Gewinnbeteiligung würde ich ein gezieltes Bürgersponsoring befürworten. ;-) |
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Filmlink vergessen: Die leise Revolution
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schrieb am
25.08.2011 um 06:38
>>Zukünftig wird wahrscheinlich jeder Waschmaschinenhersteller ein einfaches Auto bauen können,...<<
Die Waschmaschine auf Rädern? Genial, dann könnten die Zeiten im Stau zum Wäschewaschen genutzt werden. --- >>...die Energie für das Elektroauto kostengünstig über die Solaranlage auf dem Carport zu beziehen.<< Natürlich erfordert das auch die Bereitstellung von genügend Speicherkapazität für lichtarme Zeiten. (Du sollst ja nicht im Winter auf energieeffizientere Verkehrsmittel umsteigen) Insgesamt schon ziemlich viel Aufwand. Aber jeder technische Aufwand kann in Kapitalrendite umgewandelt werden, von daher ist das schon logisch. |
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Stimme ich zu. Ich halte es für fatal, dass bei der Liste des VCD (Autotest bezüglich Umweltfreundlichkeit) es nur ein deutsches Auto in die Top Ten geschafft hat
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Hallo Claudia, schaue dir den Film mal an – kann man auch nebenbei laufen lassen. Die, die heute – und das teilweise schon seit vielen Jahren – ein Elektromobil fahren, sind überaus zufrieden – auch mit der Energie-und Kosteneffizienz.
Die Ideen umweltfreundliche Energie zu erzeugen mehren sich täglich. Wegen Energie mache ich mir keine Sorgen. Und das Schöne ist, dass immer mehr Kleinanlagen gebaut werden, die mit dazu beitragen, den Menschen ein selbstbestimmtes konzernunabhängiges Leben zu ermöglichen. Die Sonne scheint für alle – auch im Winter. Selbst hier in Norddeutschland lohnen sich Solaranlagen. Und: Die technologische Entwicklung steht ja erst am Anfang... |
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aus der heutigen Zeit-Artikel
Der Wassermann Als Nestlé-Chef wurde Peter Brabeck-Letmathe zur Reizfigur der Globalisierungsgegner. Nun will er ein globales Problem lösen: Die Dürre www.zeit.de/2011/34/P-Brabeck |
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Zum Elektro-PKW-Hype:
Die Meinung, dass die Automobilindustriekonzerne die Bleifussgesellschaft nicht mit dem Elektromotor retten wollte, ist falsch. Die grossen Automobilkonzerne sind selbstverständlich bereit für den Plan, einen grossen Teil der „erneuerbaren“ Energie auf den Strassen zu verbrauchen, so wie sie auch den Chemierohstoff Erdöl innerhalb weniger Jahrzehnte in die Luft heizten. Nur haben sie in den 90er Jahren viel Geld in die automatisierte Produktion der herkömmlichen Fahrzeuge investiert. Bevor diese Anlagen umgebaut werden, sollen sie natürlich nach der Abschriebung noch Profit einfahren. Im Moment besteht also ein Synergieeffekt mit Ölkonzernen, die ihre Treibstoffsparte noch bis zum bitteren Ende ausreizen wollen, bevor sie sich auf ihre Chemiesparten zurückziehen. Dass das Thema: Energeieffizienz in der Moblität von Menschen und Gütern“ aus der Diskussion so verbissen ausgeklammert wird ist ein Erfolg der Automoblilwerbung. Im Frühjahr 2011 ankündigten diepolitischen Konzernstatthalter Trittin & Merkel an, man wolle jedem Käufer eines Elekto-PKW 5000 € aus Steuermitteln schenken. Seid also unbesorgt, liebe Bleifüssler: Das kommt. Eine Diskussion über „Mobilität“, zum Teil ausserhalb der Industriepropaganda fand hier statt. www.freitag.de/wissen/1044-der-halbierte-b-rgersteig?searchterm=der+halbierte+B%C3%BCrgersteig --- Wie weit die Diskussion konzernbeherrscht ist, zeigen zwei Beispile: - Dass zentrale Dampfkraftgrossanlagen durch zentrale „erneuerbare“ Grossanlagen ersetzt werden, wird kaum infrage gestellt. Es liegt auf der Hand, dass nur grosse Konzerne eine entsprechend grossen Verbraucherschar die Geldsummen aus der Tasche ziehen können, die dann z.B in „offshore-Windparks“ akkumuliert werden. - das Thema Energieeffizienz auf der Verbarusseite bleibt konsequent ausgeklammert. --- Bei Solarzellen sollte man kritisch hinschauen: Der Wirkungsgrad von Reinsiliziumzellen ist relativ niedrig. Weniger Fläche für die gleiche Stromausbeute würden Zellen aus Galliumarsenid(GaAS) verbrauchen, aber GaAS ist hochgiftig. Das wird in der Regel nicht dazugesagt. |
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schrieb am
25.08.2011 um 07:47
Leider sind mir wieder einige Tippfehler durchgerutscht.
>>- das Thema Energieeffizienz auf der Verbarusseite bleibt konsequent ausgeklammert. << = - das Thema Energieeffizienz auf der Verbrauchsseite bleibt konsequent ausgeklammert. Die anderen Tippfehler wirken hoffentlich nicht verständnishemmend. |
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Es ist gut auch bei den Erneuerbaren zu differenzieren - auch die PV hat ihre Schattenseite. Sie sind schon viel effizienter geworden, dennoch ist der "Ökopreis" für sie wegen bestimmter zu verwendener Materialien immer noch zu hoch. Der größte Vorteil der Erneuerbaren aber ist, dass ihre Grundressource (ausser bei Bioenergie) kostenlos und nahezu endlos zur Verfügung steht. Selbst wenn die dennoch benötigte Technik zur Umwandlung auch "Ökokosten" einfordert - werden die immer geringer. Die "Ökokosten" für die fossilen und nuklearen Energiequellen werde dagegen immer höher.
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schrieb am
26.08.2011 um 07:10
>>Die "Ökokosten" für die fossilen und nuklearen Energiequellen werden dagegen immer höher.<<
Das, lieber Herr Bülow, stelle ich keineswegs infrage. Auch dass "regenerative Energiequellen" ZEITLICH sehr viel länger nutzbar sind als fossile Brennstoffe oder Urankernspaltung steht ausser Frage. Wassergefälle, Wind, Tageslicht und Heizen mit "Biomasse" beruhen auf der Primärenergie des Fusionsreaktors Sonne, und der hat nach heutigen Schätzungen eine Restlaufzeit von ca. 4 500 000 000 Jahren. Das heisst aber noch nicht, dass diese ENERGIEMENGE PRO TAG unbegrenzt ist. Was mich an der Diskussion stört, ist die einseitige Ausrichtung auf die Erzeugerseite, die den teilweise sehr irrationalen, einseitig auf Kapitalrendite ausgerichteten Umgang mit Energie bis auf wenige Randbereiche ausspart. Dazu habe ich auch in der FC in vorangegangenen Diskussionen schon geschrieben. Einige Leute versuchen Panik zu erzeugen, weil China bei der Elektrifizierung des Strassenverkehrs einen Schritt weiter sei als die EU. Dabei wird geflissentlich verschwiegen, dass parallel dazu die Kernkraftkapazität von derzeit 10,8 Gigawatt auf 40 GW im Jahre 2015 ausgebaut wird und bis 2020 80 GW Kernkraftleistung verfügbar sein sollen. Wenn nämlich der neue Elektroenergie-Grossverbraucher Strassenverkehr in Nutzungskonkurrenz zu anderen Verbrauchern tritt, kann er den Preis in die Höhe treiben. Es ist der gleiche Mechanismus wie beim Erdöl: Ohne die gigantische Ölverbrennung auf den Strassen wäre der Rohölpreis niedriger. --- Die Antwort auf Frage, wieviel Energie wir für Wohlbefinden und Lebensfreude tatsächlich brauchen, erstaunt immer wieder, wenn sie nur mal gestellt und rational durchdacht wird. Mit ein bisschen Vernunft sind wir in der Lage, einen Teil der heutigen Quellen für Elektroenergie ersatzlos stillzulegen. Damit muss der Umstieg vom irrationalen zum rationalen Umgang mit Energie auf der ERZEUGUNGS- UND VERBRAUCHSSEITE gar nicht so teuer sein wie man uns glauben machen will. --- Noch ein Aspekt: Wenn man versucht, technische Diskussionen GEBRAUCHSWERT- statt RENDITEWACHSTUM-orientiert zu führen, wird oft die "Arbeitsplatz"-Keule geschwungen. Die Antwort darauf liegt auf der Hand: Stressreduzierende Verteilung der Arbeit verbessert die Fähigkeit zu Lebensfreude. --- einige Stichworte: - Rohstoffkreisläufe - Vergleich des Energieverbrauches pro Personenkilometer/Tonnenkilometer der Systeme Kautschukreifen/Asphalt und Metallrad/Metallschiene (dazu darf man nicht Automobilmanager fragen: Die wissen, warum sie darüber nichts wissen können dürfen) - "Mobilität" als Worthülse: Wachstum der technischen Bewegung von Menschen und Gütern als renditeschaffender Faktor ohne realen Bezug zu Gesundheit&Wohlbefinden und Lebensfreude - Niedervoltschalter und standby in der Elektronik - Lichtvergeudung |
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schrieb am
26.08.2011 um 07:39
Noch eine Anmerkung:
Dieses könnte als "regenerativfeindlich" missdeutet werden: >>Es liegt auf der Hand, dass nur grosse Konzerne eine entsprechend grossen Verbraucherschar die Geldsummen aus der Tasche ziehen können, die dann z.B in „offshore-Windparks“ akkumuliert werden.<< Windenergie ist nicht an einem bestimmten Punkt verfügbar, sondern eher regional. Statt grosse, zentralistische "Windparks" dorthin zu bauen wo die Grundstücke billig sind und dann mit teuren neuen Hochspannungsleitungen ans Netz zu bringen, halte ich es für rationeller, in für Windkraft geeigneten Regionen Windräder verbrauchsnahe an Ortsrändern aufzustellen. (In Süddeutschland kommen auch exponierte Landschaftspunkte infrage.) In noch höherem Masse gilt das für Photovoltaik: Alle Gebäudedächer, auch öffentliche Gebäude, können mit Solarzellen ausgerüstet werden. Als Verteiler fungieren dann eben die Stadtwerke. Auch Laufwasserkraft ist mit einer Vielzahl von kleinen Anlagen nutzbar, die keineswegs einen Wasserlauf vollständig absperren. Dezentrale, verbrauchernahe Erzeugung spart den Bau von neuen, teuren Hochspannungsleitungen, weil die Erzeugungsorte ja schon ins Netz integriert sind. Das liefe natürlich den Interessen der Stromkonzerne zuwider: Sie würden möglicherweise auf den Gründungszweck der ursprünglichen "Überlandwerke" reduziert werden: Verteiler, nicht Erzeuger. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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