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Verantwortlich: Albrecht Müller |
NachDenkSeiten Leser machen uns auf Privatisierungsabsichten in Dresden und Wiesbaden aufmerksam. Auch in vielen anderen Orten sind so genannte Investoren unterwegs, die an der Krankheit von Menschen Renditen von 15 % verdienen wollen. Meine Frau und meine Familie sind Opfer der dazu notwendigen Rationalisierung geworden. In der Nachbarschaft von Dresden. Wenn dieses Opfer überhaupt einen Sinn haben soll, dann den, dass wir uns dagegen wehren, wenn immer mehr Aktionäre an der Krankheit von Menschen verdienen wollen. Deshalb konkret die Bitte an die NachDenkSeiten-Leser in Dresden und Wiesbaden, und an alle, die Freunde in Dresden und Wiesbaden haben, sich für die Erhaltung des öffentlichen Eigentum an ihren Kliniken zu engagieren. In Dresden steht am 29. Januar ein Bürgerentscheid an. Näheres folgt unten.
Das öffentliche Eigentum an Krankenhäusern ist keine Garantie dafür, dass dort nicht geschlampt und nicht rationalisiert wird. Aber die Privatisierung und die in diesem Bereich gängigen Renditevorstellungen erhöhen den Druck auf eine unerträgliche Rationalisierung. Auf konkrete Vorgänge haben wir am 24. März 2011 aufmerksam gemacht.
Der private Betrieb von Kliniken ist auch aus marktwirtschaftlicher Sicht nicht angebracht. Es gibt in diesem Bereich – von großen Städten abgesehen – in der Regel keinen Wettbewerb. Die Klinik eines Kreises z.B. ist in der Regel ein Monopolbetrieb. Und wenn es Wettbewerb gibt, dann wirkt sich dieser in der Regel nicht zu Gunsten der Patienten aus. Außer den privaten Interessen der Aktionäre und der Manager gibt es keine Gründe für die Privatisierung.
Sie erscheint übrigens auch meist nur deshalb wirtschaftlich attraktiv, weil bei diesem Vorgang die Einkommen und sozialen Leistungen für die Arbeitnehmer zusammengestrichen werden. Häufig werden dabei Lasten auf den Fiskus und die Sozialversicherungen verschoben.
Die Privatisierung von Kliniken läuft trotz schlechter Erfahrungen deshalb noch weiter, weil Konzerne wie die Rhön Klinikum AG, die Sana Kliniken AG, die Helios Kliniken GmbH, die Asklepios Klinken, u.a.m. das Geschäft der Beeinflussung politischer Gremien wie auch der lokalen und regionalen Medien bestens beherrschen. Sie sind trainiert in Lobbyarbeit und Öffentlichkeitsarbeit. Umso wichtiger ist Ihr bürgerschaftliches Engagement gegen diese Machenschaften.
Es folgen jetzt Informationen zu einer anstehenden Entscheidung in A. Dresden und B. Wiesbaden: Mehr…
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"Die Klinik eines Kreises z.B. ist in der Regel ein Monopolbetrieb. Und wenn es Wettbewerb gibt, dann wirkt sich dieser in der Regel nicht zu Gunsten der Patienten aus. Außer den privaten Interessen der Aktionäre und der Manager gibt es keine Gründe für die Privatisierung."
Das nenne ich Volltreffer. Danke! |
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Ganz wichtiges Thema, Frau Gorges. Vielleicht stimmt ja, dass es in vielen Kommunen und auf höherer Landesebene an Demokraten fehlt, die sagen, wir wollen wissen, was und wie da privatisiert wird und vor allem, für wen.
Den Stadtkämmerern und Bürgermeistern geht es um Entlastung von Sanierungs- und Modernisierungskosten, die sie mehr oder minder absichtlich vergaßen, kontinuierlich als Rücklagen einzustellen , die sie selbst neuerdings lieber als freiwerdende Investitionen in die Rekommunalisierung der Energiewirtschaft stecken möchten (neue Versorgungsstrukturen für Parteileute inklusive). Da hoffen sie auf "Gewinne" für ihre oft dysfunktional aufgeblähten Verwaltungen. - Um die Krankenversorgung geht es ihnen nicht, denn die wird bei uns über Kassen abgegolten. Aber in den neuen privaten Zentren zieht die Zusatz- und Wellnessmedizin ein, als Belegarztsystem, als Abteilung, die dann auch private Gewinne aus Nicht-Kassenleistungen abwirft. Sehr aufschlussreich, dass in den betroffenen Kommunen meist eine übergroße Mehrheit der etablierten Parteien in dieser Frage in eine Richtung läuft. Sind die Bürger Opposition leid, oder sind es die, sich zunehmend professionalisiernden Kommunalpolitiker (Richtungen spielen keine große Rolle mehr) der Parteien, die das über Gremienarbeit still, unauffällig und gemeinschaftlich regeln möchten? Die Privatklinikbetreiber streben natürlich das Monopol in den Versorgungsgebieten an und die Krankenhäuser der Maximalversorgung sind ein wesentlicher Angriffspunkt, weil von dort auch die Medizin der Region mit bestimmt wird. Das stärkt in der Zukunft die Marktmacht. Oberflächlich jammern Politiker in den Räten, es bestehe Investitionsstau und der Investor löse diesen akuten Stau mit einem Schlag auf. Dahinter stehen natürlich die Outsorcing- und Economy of Scale-Denkansätze der Krankenhausbetreiber und der Gewinn aus einer "mobileren" und "flexibleren" Personalgestaltung. Das Spiel ist hier kein anderes, als jenes mit der Verwertung großer Stadtareale durch Otto-ECE. LG Christoph Leusch |
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Nachtrag Privatisierung von Kliniken: Befragungserfolg in Dresden und Florian Gerster wirbt in Wiesbaden für Privatisierung
Am 23.1. hatten wir Sie gebeten, sich für Kliniken im öffentlichen Eigentum und gegen die Privatisierung zu engagieren. Mit Hinweis Nr. 5 von heute haben wir vom Befragungserfolg in Dresden berichtet. Näheres hier und hier. Dort wie in anderen Regionen geht der Kampf weiter. Die Privatisierungsbefürworter arbeiten mit massiver PR, mit im Geschäft der unselige Florian Gerster. Mehr… www.nachdenkseiten.de/?p=12068#more-12068 |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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