Manchmal reibt man sich aufgrund der Vergesslichkeit der schreibenden Zunft verwundert die Augen. Da entdecken die Leitartikler in dieser Woche doch glatt, dass die FDP eine populistische Partei und mit ihr kein Staat zu machen ist. Ei der Daus! Wer hätte das gedacht? Wo haben die Edelfedern eigentlich die letzten Jahre verbracht?
Die Süddeutsche Zeitung fasst die Berliner Entwicklungen der Woche heute unter der markigen Überschrift »Riskante Wende zur “Freien Populistischen Partei”« zusammen und reiht sich damit nahtlos in den Kanon der Verwunderten ein. Es gibt gute Gründe sich über den unverantwortlichen Populismus der FDP zu ärgern und gibt noch bessere Gründe, Angst vor den sich daraus ergebenden Folgen zu haben. Es gibt jedoch nicht einen einzigen Grund, sich über die FDP zu wundern. Sie vollzieht keine „riskante Wende“ in Sachen Populismus, sondern bleibt sich selbst im Kern treu – einzig das Ausmaß der Verwerflichkeit mag schockieren.
Als die FDP 2009 in die Regierung kam, blickte sie auf elf Jahre Oppositionszeit zurück. Als die FDP das letzte Mal bundespolitisch in der Verantwortung stand, machte ihr heutiger Generalsekretär gerade sein Abitur und ihr heutiger Parteivorsitzender vertrieb sich die Zeit beim Studium der Humanmedizin. Die politischen Lehr- und Gesellenjahre der heutigen Spitze kennen keine Regierungsverantwortung, sie waren geprägt durch die Opposition und die FDP war stets eine populistische Oppositionspartei. Mehr…
Hinweise des Tages II
Heute unter anderem zu folgenden Themen: Thomas Fricke – Mit Hilfspersonal durch die Krise; Wer die Rezession will, muss FDP wählen; In der Gefahrenzone; Wie oft sollen die Banken noch gerettet werden?; Banken drücken sich vor Hilfen für Griechenland; David McWilliams: Germany profited in boom so must deal with the bust; Arbeiten bis zum Umfallen: wie die Regierung Altersarmut verharmlost und befördert; Überwachung: Wir leben noch frei, aber nicht mehr lange; Menschenunwürdig: wie Flüchtlinge in Deutschland kaserniert werden; Frieden schaffen mit Chemiewaffen; Schlecht bezahlte TV-Mitarbeiter; zu guter Letzt: Merck schickt Mappus nach Brasilien (JB)
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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