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Die Verarmung des Staates als strategischer Hebel
Verantwortlich: Albrecht Müller |
Gestern berichteten die Tagesthemen in einer beachtlich aufklärerischen Sendung unter anderem davon, dass „Kommunen und Landkreise gegen Steuersenkungspläne der Regierung“ sind. Es wurde gezeigt, zu welchen bürgerfeindlichen Ergebnissen die systematische Verarmung des Staates führt: immer geringere öffentliche Leistungen, höhere Gebühren, ungerechte Mehrbelastung jener, die nicht über viel Geld verfügen - und höhere Schulden für die Kommunen, wenn sie gegen den Trend steuern.
Die hinter der Verarmung des Staates steckende Strategie habe ich in „Meinungsmache“ ausführlich geschildert. Den Text des einschlägigen Kapitels 13 finden Sie weiter unten als Leseprobe. Albrecht Müller
Es gab einmal in der Bundesrepublik ganz andere Zeiten. Da wusste man, dass die ausreichende Versorgung mit öffentlichen Leistung für alle in unserem Land wichtig ist und dass sie besonders wichtig ist für die finanziell schwächeren Familien. Nur Reiche können sich einen armen Staat leisten - das war eine Aussage die sogar von Besserverdienenden mitgetragen wurde. „Insgesamt soll die Steuerreform eine bessere Versorgung unserer Bevölkerung mit Leistungen, die nur noch die öffentliche Hand erbringen kann, ermöglichen.“ Das war einer der Kernsätze eines Steuerreformprogramms der SPD.
Dann kam ein Inszenierter Meinungswandel gegen den Staat als Dienstleister. Heute liegt die Gesamtabgabenquote, das heißt das Aufkommen an Steuern und Sozialabgaben in Prozent des BIP, in Deutschland bei 39,3 Prozent und damit knapp unterhalb der 27 EU-Staaten mit 39,9 Prozent. Die Abgabenquote in Deutschland liegt niedriger als in den skandinavischen Staaten, in Belgien, in Frankreich, in Italien, in den Niederlanden und in Österreich. Dänemarks Abgabenquote liegt fast 10 Punkte über der deutschen, bei 49,1 Prozent, die schwedische bei 48,9%. - Aber wir sind eben auch um vieles schlechter versorgt als die Bürgerinnen und Bürger in anderen europäischen Staaten.
Es folgt der
Auszug aus Albrecht Müller: Meinungsmache. Wie Wirtschaft, Politik und Medien uns das Denken abgewöhnen wollen:
Kapitel 13
Die Verarmung des Staates als strategischer Hebel
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Dieses Land hat vor vielen Jahren damit begonnen die Fundamente seines Seins zu zerstören.
Offenen Auges hat Deutschland sich auf den Weg gemacht, irgendwann nur noch zweit, oder drittklassik zu sein. Und warum, weil die Gier Weniger, ins unermeßliche gestiegen ist und die Wenigen, in diesem Land das Geschehen bestimmen. Das Schlimme ist, dass wir es widerstandslos geschehen lassen. Wir sind ein Volk ohne Rückgrat geworden. Erdenbürger |
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schrieb am
13.01.2010 um 19:32
Einspruch. Ich glaube, wir waren es immer. Es fiel nur nicht auf, weil es uns über viele Jahre deutlich besser ging und der Normalbürger keinen Grund hatte, Einspruch zu erheben. Heute hat er, kann es aber immer noch nicht und schwimmt lieber im langsam austrocknenden Flussbett mit, bis er einfach an einer verrosteten Fahrradleiche hängen bleibt.
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@namenlos,
Sie haben recht. Die meisten haben kein Rückgrat. In den ganzen Jahren seit Entstehung der Bundesrepublik, gab es für die allermeisten Bundesbürger, nur ihren Blick auf das eigene ich innerhalb einer Firma. Das Schicksal eines Kollegen war meist zweitrangig. Schaffe, schaffe Scheinwelt bauen und nicht nach den anderen schauen. Oft waren es dann auch noch Leute, die dann mit dem Spruch kamen : " Geh doch rüber, wenn dir hier was nicht passt ". Aus solchen Sprücheklopfern wurden dann so nach und nach Kleinanleger, die jetzt durch die Krise, ihre Schlaumeierei teuer zu spüren bekommen. bei einigen derer suche ich nach meinem Mitleid, kann es aber nicht finden. Gruß Erdenbürger |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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