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FDP lockt die SPD ins Schachmatt
Verantwortlich: Wolfgang Lieb |
Die FDP in NRW macht ein vergiftetes Lockangebot: Die FDP ist unter bestimmten Bedingungen zu Sondierungsgesprächen mit SPD und Grünen über die Bildung einer Ampel-Koalition in Nordrhein-Westfalen bereit. Solange sich SPD und Grüne eine Koalition mit der Linken offenhielten, sei Rot-Grün für die Liberalen kein Gesprächspartner. “Sollten sie das klären, ist das natürlich möglich”, sagte Pinkwart. Dazu müssten die zuständigen Gremien von SPD und Grünen beschließen, keine Gespräche mit der Linkspartei über die Bildung einer Koalition zu führen. Sobald SPD und Grüne mit der Linken geredet hätten, werde es keine Gespräche mit der FDP geben. Um vom eigenen Wortbruch abzulenken, lockt die FDP nun die SPD in die „Wortbruch“-Falle. Wenn die SPD darauf einginge, hätte sie sich politisch der FDP oder der CDU ausgeliefert.
„Für uns gilt weiter der Grundsatz „Verlässlichkeit statt Beliebigkeit“. Die nordrhein-westfälische FDP will die erfolgreiche Koalition aus FDP und CDU weiter fortsetzen. Wir werden keine Koalition mit Parteien eingehen, die Bündnisse mit rechtsextremen oder linksextremen Parteien nicht eindeutig ausschließen. Daher kommen für uns Koalitionen mit Grünen oder SPD nicht in Frage“, so hat es ein a.o. Landesparteitag der FDP eine Woche vor der NRW-Wahl in einem Wahlaufruf beschlossen [PDF - 20 KB].
Weder die Grünen noch Hannelore Kraft, die Spitzenkandidatin der SPD, Hannelore Kraft haben eine Kooperation mit der Linken, die ja für die FDP als „linksextrem“ gilt, gänzlich ausgeschlossen. Das Wählervotum ist bekannt: Schwarz-Gelb wurde abgestraft, im Düsseldorfer Landtag gibt es eine linke Mehrheit.
Wenn Grüne und SPD auf das Lockangebot der FDP eingingen, hätte Pinkwart (und Rüttgers) nach der Wahl erreicht, was sie vor der Wahl nicht geschafft haben, nämlich Hannelore Kraft eine mögliche Machtoption und damit eine starke Verhandlungsposition gegenüber allen im Landtag vertretenen Parteien aus der Hand zu schlagen.
Würden die Gremien der SPD – wie es die FDP verlangt – beschließen, keine Gespräche mit der Linkspartei zu führen, dann wäre Hannelore Kraft auf Gedeih und Verderb der FDP oder der CDU ausgeliefert. Sie hätte jede Verhandlungsmacht verloren, denn ein Zurück von einem solchen Beschluss der SPD gäbe es nicht mehr, ansonsten würde Hannelore Kraft fertig gemacht, wie ihre hessische Kollegin Andrea Ypsilanti.
Dann stellte entweder die CDU den Ministerpräsidenten oder die FDP bliebe in der Regierung und diese beiden Parteien könnten der SPD ihre Bedingungen diktieren und ihre politischen Positionen maximal durchsetzen. Von den schönen Wahlversprechungen der SPD (oder – bei einer Ampel – der Grünen) bliebe nicht mehr viel übrig. Die SPD hätte sich ein weiteres Mal ins Schachmatt manövriert.
Der Wortbruch von SPD und Grünen gegenüber ihren inhaltlichen Wahlversprechen wäre vorprogrammiert.
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Sowas würde gar nicht lange gut gehen. Die FDP müßte sich zu einer sozialliberalen Partei wandeln, aber wie sollte das gehen? Sie müßten Leute wie Burkhard Hirsch, Gerhart Baum und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger in mehrfacher Ausführung haben, damit das gut gehen könnte. Es wäre also mit einer derartigen Selbstverleugnung der heutigen Beton-FDP verbunden, wenn es zu einer rot-grün-gelben Koalition kommen sollte, das ich mir das kaum vorstellen kann. Wenn aber doch, wem würde das was bringen?
Die SPD darf das nicht mitmachen, es wäre fast ähnlich zu ihrem Schaden wie ein Bündnis Schwarz-Rot. Das müßten sie ja noch irgendwie in Erinnerung haben. |
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Ich frage mich sowieso, wei eine vernünftige frau wie Sabine Leutheusser-Schnarrenberger noch Mitglied der FDP sein kann. Die ehemalige Bürgerechtspartei FDP gibt es nicht mehr. Das hat Hildegard Hamm-Brücher 2002 erkannt und ihre Konsequenzen gezogen.
Grundsätzlich glaube ich, dass in einer solchen Situation wie in NRW alle demokratischen Parteien miteinander reden müssen. Der Erpressungsversuch der FDP ist wahnwitzig und spricht für ihren immer noch währenden Größenwahn. Die Regierungsfähigkeit der Linken in NRW bezweifel ich massiv. Gerade in NRW. Die Hauruckmethode bei der Forderung politischer Ziele, die auch Frau Beuermann noch am Wahlabend wieder zelebriert hat ist gruselig. Die Bevölkerung hat es erkannt. Die Linke stellt die richtigen Fragen (immerhin), hat aber keine Antworten. Da können sie von den Linken im Osten noch ne Menge lernen, die sind nämlich zum größten Teil in der Realpolitik angekommen. Wenn sie auch die Altlasten eine totalitären Regimes noch mit sich rumtragen. Die Linke muss ihren Richtungsstreit führen und entscheiden. Allerdings ist es auch mehr als frech nach den Skandalen und dem Filz der bisherigen Regierung, wenn CDU und FDP die Linke als undemokratisch darstellt. Immer schön an die eigne Nase fassen. Was aus NRW wird, ist mir ein Rätsel. Es ist eine Gradwanderung. Schmecken wil mir keine der möglichen Machtoptionen. |
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Die Mehrheit liegt links
Zwei große Verlierer gibt es bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen: Jürgen Rüttgers und Guido Westerwelle. Und einen großen Gewinner: Eine strukturelle rot-rot-grüne Mehrheit. Die Wahl wurde daher sowohl im Land als auch im Bund verloren. Für Ersteres ist vor allem Jürgen Rüttgers verantwortlich, für Letzteres hingegen Guido Westerwelle. Die strukturelle Mehrheit liegt auf absehbare Zeit im rot-rot-grünen Lager. Auch wenn einige Spitzenfunktionäre der Linken in NRW mit guten Gründen ein gewisses Misstrauen erwecken und die Partei daher im Moment nicht regierungsfähig erscheinen mag, so sind ihre Wähler keineswegs Bürger mit extremistischen Ansichten. Eine Tabuisierung dieser Koalitionsmöglichkeit verspricht mittelfristig keinen Erfolg, da sie lediglich die Weigerung bedeutet, die neue Realität wahrzunehmen. Quelle: FTD www.ftd.de/politik/deutschland/:nach-nrw-wahl-die-mehrheit-liegt-links/50113073.html Anmerkung : Der Autor, Joachim Behnke, ist Professor für Politikwissenschaft an der Zeppelin-Universität Friedrichshafen. |
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Ich stimme dir voll zu Kalle Wirsch:
" Ich frage mich sowieso, wei eine vernünftige frau wie Sabine Leutheusser-Schnarrenberger noch Mitglied der FDP sein kann. Die ehemalige Bürgerechtspartei FDP gibt es nicht mehr." Ja, das fragt man sich. Andererseits ist es gut, das die noch ein paar wenige Linksliberale dort haben, wenn Westerwelle & Co ausgedient haben, wäre auch ein Richtungswechsel vielleicht wieder möglich. Manchmal denke ich, wenn die gesamte Piratenpartei in die FDP eintreten würde, könnte das in diese Richtung gehen. Versuche in der Vergangenheit gab es, durch Masseneintritte diesbezüglich was zu bewirken, hat es aber leider nicht. Trotzdem war´s den Versuch wert. "Die Regierungsfähigkeit der Linken in NRW bezweifel ich massiv. Gerade in NRW. Die Hauruckmethode bei der Forderung politischer Ziele, die auch Frau Beuermann noch am Wahlabend wieder zelebriert hat ist gruselig. " Darin liegt ein großes Problem. Es ist (und war schon immer) schwierig mit DKPisten, K-Gruppen-Chaoten u. a. Idioten, deren Lebensentwurf in der Praxis darin mündete sich gegenseitig fertig zu machen und einem Politkokon des Größenwahns zu leben, eine vernünftige Politik zu gestalten. Es sind nicht die politischen Forderungen, da ist nichts extremistisches auszumachen, es sind das Personal, was die Probleme schafft. |
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Ein sehr interessanter Artikel der FTD.
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Willy Brandt sagte einmal:
"Kleine Partein haben eine besondere Anziehungskraft auf Querulanten und Neurotiker........" dscha, und irgendwie denke ich dieser Tage ich habe ein Déjà-vu Erlebnis. Vor ca 30 Jahren versammelten sich die sogenannten "Chaoten" bei den Grünen. Und die Presse hat diese Linksradikalen fast identisch niedergemacht: NIE REGIERUNGSFÄHIG DIESES PACK :::. Übrigens der gewaltige Straßenkämpfer Joschka machte super Karriere als Aussenminister - heute Lobbyist und der RAF Anwalt Schily wurde sogar Innenminister :)) |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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