Margareth Gorges

Margareth Gorges

21.09.2011 | 07:49

Griechische Zeitung berichtet über deutschen Plan B für Griechenland

Griechische Zeitung berichtet über deutschen Plan B für Griechenland

Die Athener Zeitung Kathimerini hat in ihrer heutigen Ausgabe einen Artikel veröffentlicht, der Einzelheiten über einen angeblich in Berlin vorbereiteten Plan B für Griechenland enthält. Die Informationen sind ernst zu nehmen, weil die gewöhnlich gut unterrichtete Zeitung auch über gute Quellen in Berlin verfügt. Die Frage ist allerdings, ob es sich bei diesem Plan B, aus dessen Existenz auch der deutsche Finanzminister Schäuble kein Geheimnis macht, um ein in Berlin aktiv angestrebtes Szenario handelt, oder das Papier vielmehr eine Drohkulisse ist, die den Druck auf die griechische Regierung verstärken soll, das drakonische Sparprogramm rasch umzusetzen, das die Troika aus EU-Kommission, EZB und IWF als Vorbedingung für die Auszahlung der nächsten Rate (von 8 Mrd. Euro) aus ihrem Rettungsfonds sieht. Von Niels Kadritzke
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Hinweise des Tages

Verantwortlich: Jens Berger | Heute unter anderem zu folgenden Themen: IWF sieht Weltwirtschaft in Gefahr; Eurokrise; Atypisch beschäftigt = typisch arm im Alter?; Pflegereform – Niedersächsischen Sozialministerin will Rentenkasse abschöpfen; Riester-Rente ist kein Erfolgsmodell; Eine neue Wirtschaftsarchitektur; Bahn wusste von höheren S21-Kosten; Bahnparadies Schweiz; Die Mär von der Abhängigkeit vom ausländischen Atomstrom ist widerlegt; Warum eigentlich darf “Mister Dax” ins Fernsehen?; Offener Brief an Bundeskanzlerin Merkel: Warum beleidigen Sie Menschen, die ein Grundrecht wahrnehmen?; zu guter Letzt: Unser Weg (JB)
 
Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:

  • IWF sieht Weltwirtschaft in Gefahr
  • Eurokrise
  • Atypisch beschäftigt = typisch arm im Alter?
  • Pflegereform – Niedersächsischen Sozialministerin will Rentenkasse abschöpfen
  • Riester-Rente ist kein Erfolgsmodell
  • Eine neue Wirtschaftsarchitektur
  • Bahn wusste von höheren S21-Kosten
  • Bahnparadies Schweiz
  • Die Mär von der Abhängigkeit vom ausländischen Atomstrom ist widerlegt
  • Piraten sind mehr als naive Netznerds
  • Warum eigentlich darf “Mister Dax” ins Fernsehen?
  • Offener Brief an Bundeskanzlerin Merkel
  • Zu guter Letzt: Unser Weg
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    Studie: Auslagerung zu Privaten ist oft teurer als in öffentlicher Regie.

    Die New York Times berichtet über eine Studie, deren Ergebnisse die übliche Behauptung widerlegen, die Privatisierung öffentlicher Einrichtungen bzw. die Auslagerung von öffentlicher Tätigkeit in den privaten Sektor sei billiger als dann, wenn der Staat die Leistungen mit eigenen Angestellten erbringt. Hier der Link zur so genannten POGO-Studie. Der falsche Eindruck, wonach die Auslagerung in den privaten Sektor den Staat weniger kostet, wird mit einem Trick erreicht. Albrecht Müller.
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    Kommentare
    blog1 schrieb am 21.09.2011 um 14:13
    Meine Einschätzung ist, dass der Plan B umgesetzt wird. Hierzu einige Anmerkungen:
    - Griechenland befindet sich in der Schuldenfalle. Die Schuldenquote beträgt aktuell 150% bezogen auf das BIP. Die Zinsen fressen den Staatshaushalt auf und geben keinen Spielraum für dringend benötigte Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Forschung.
    - Ein Haircut, also ein Schuldenschnitt ist unausweichlich. Ich schätze die Größenordnung auf ca. 50% ein, d. h. die Staatsschulden werden halbiert.
    -Der private Sektor (Banken, Versicherungen, Fonds) vor allem in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr massiv von Staatsanleihen getrennt. Es hat eine signifikante Verlagerung in den öffentlichen Sektor gegeben, von dem auch die EZB betroffen ist. Das Risiko einer partiellen Staatspleite ist somit beim Steuerzahler angekommen.
    -Bei den vermögenden Griechen hat es eine massive Kapitalflucht gegeben. Zeit zum Handeln war ja genug vorhanden.
    -Die Regierung Papandreou ist korrupt bis ins Mark und ist zusammen mit dem Clan Karamanlis verantwortlich für das Finanzdesaster in Griechenland. Die reichen Griechen haben doch in diesem Land niemals adäquat Steuern bezahlt.
    - Die aufoktroyierten Sparprogramme sind größtenteils nicht geeignet, Griechenland aus der Patsche zu helfen, weil sie die breite Bevölkerung treffen und damit Kaufkraft entziehen.
    -die beschlossenen Steuererhöhungen für die Reichen (z.B. Immobiliensteuer) sind nicht umsetzbar, weil eine funktionierende Steuereinzugsbürokratie nicht existent ist. Jetzt sollen auch noch 20.000 Staatsbedienstete entlassen werden. Wie soll das gehen? Das sind Placebos zur Beruhigung der EU-Geberländer und der griechischen Volksseele.
    - Wirklich helfen würde Griechenland ein gezieltes Investitionsprogramm, das die Stärken Griechenlands (z.B. Tourismus, Solarenergie) befördert. Das geht aber nur, wenn die korrupte Regierung abgewählt wird und der finanzielle Spielraum dafür vorhanden ist.
    - Es ist immer wieder von einem Primärsaldo die Rede. Erzielt nun ein Land einen Primärüberschuss d.h. mehr Einnahmen als Ausgaben ohne Berücksichtigung von Zinskosten bzw. Veränderungen im Vermögen (Schuldentilgung bzw. Privatisierungserlöse), ist der Saldo positiv. Nach meinen Informationen erzielt Griechenland einen Primärüberschuss von mehr als 2% bezogen auf das BIP. Das Problem besteht darin, dass der Realzins höher liegt als das reale Wachstum. Und genau hier muss angesetzt werden.
    -Ein Schlusswort zu den Banken. Eine Rekapitalisierung der griechischen Banken, die von dem Haircut betroffen sind, ist aus meiner Sicht unausweichlich. Die Rekapitalisierung muss allerdings einhergehen mit einer stringenten Regulierung und der Verpflichtung, das zur Verfügung gestellte Kapital ausschließlich an die Bevölkerung weiterzureichen. Der Class-Steagall-Act in den USA aus dem Jahre 1932 sowie weitere Reformschritte zur Regulierung des Bankensystems dienen hier durchaus als Blaupause, mit Modifikationen natürlich. Die Welt ist nicht stehen geblieben.
    Margareth Gorges schrieb am 21.09.2011 um 14:42
    Peter Bofinger bringt es auf den Punkt: Marktversagen statt Schuldenkrise.

    Bei Spiegel online erschien ein sehr lesenswerter Debattenbeitrag des Sachverständigenratsmitglieds Professor Bofinger mit dem Titel „Der fatale Irrtum der Stabilitätsfanatiker“. Bofinger zeigt in diesem Beitrag, wie falsch und von Ideologie getrieben deutsche Ökonomen von Weber über Stark und Issing bis Sinn die Lage analysieren und wie die Politik bis hoch zum Bundespräsidenten diesen Trampelpfaden „deutscher Ordnungspolitiker“ folgen. Wörtlich: „Die meisten deutschen Ökonomen haben ein unerschütterliches Vertrauen in die “Marktdisziplin”. In einer kollektiven Amnesie wird dabei völlig verdrängt, dass der größte Teil der heutigen Probleme nicht auf eine mangelnde Fiskaldisziplin, sondern vielmehr ein massives Marktversagen zurückzuführen ist.“
    Die Mehrheit unserer sich gleichschaltenden Medien kennt nur ein Etikett: „Schuldenkrise
    weiterlesen : www.nachdenkseiten.de/?p=10735
    Margareth Gorges
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