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geschrieben am 18. Januar 2012 von Spiegelfechter
In einem so noch nie dagewesenen Rundumschlag senkte die Ratingagentur Standard & Poor´s letzten Freitag die Risikobewertung für Staatsanleihen von neun Eurostaaten. Auch wenn die neuen Bewertungen nach der zugrundeliegenden „Marktlogik“ noch nicht einmal inhaltlich zu beanstanden sind und auch die Begründung von Standard & Poor´s nicht von der Hand zu weisen ist, stellt sich hier die Frage, warum Politik und Medien die eng mit dem Finanzsystem verzahnten Ratingagenturen überhaupt als Schiedsrichter akzeptieren und für voll nehmen? Mehr als einmal lagen die Ratingagenturen mit ihrer Meinung komplett daneben. Es ist an der Zeit, dass sich die Politik von diesem Unsinn emanzipiert. Ratingagenturen sind nicht neutral, sondern interessengesteuert. Dabei vertreten sie jedoch nicht die Interessen der Allgemeinheit, sondern die des großen Geldes. Das darf ein demokratischer Staat nicht akzeptieren. Im folgenden Text soll es darum gehen, diese Aussagen auch zu belegen.
In der Öffentlichkeit wird Ratingagenturen meist zugebilligt, eine vermeintlich neutrale Einschätzung zur Sicherheit von Finanzprodukten abzugeben und im Falle der Bewertung von Staatsanleihen der Politik Empfehlungen zu geben, mit welchen Schritten sie dafür Sorge tragen kann, dass diese Papiere ein möglichst gutes Rating bekommen. Dieser Eindruck wird durch die mediale Berichterstattung gestützt, haben die Ratings der Agenturen doch mittlerweile einen ähnlich zweifelhaften Nachrichtenwert wie die Börsenkurse. So populär dieser Eindruck ist, so falsch ist er. Wer „Empfehlungen“ zu Finanzprodukten gibt, kann auch rechtlich für Fehlurteile haftbar gemacht werden. Wenn die Ratingagenturen nun aber auch rechtlich für ihre zahlreichen unsinnigen Empfehlungen haften müssten, gäbe es sie schon längst nicht mehr.
Zu den zahlreichen Fehleinschätzungen der Ratingagenturen empfehle ich den Artikel „Ratingagenturen – ein zutiefst korruptes System“ von Werner Rügemer mit zahlreichen Hintergrundinformationen und Fallbeispielen.
Auch die „Politikberatung“ ist den Agenturen nicht erlaubt, da die Politik sich ansonsten darauf berufen könnte, dass man doch sämtliche Wünsche der Agenturen erfüllt hätte und dies als Garantie für ein besseres Rating ins Feld führen könne. Stattdessen berufen sich die Ratingagenturen darauf, dass sie lediglich ihre „Meinung“ kundtun, und damit verbarrikadieren sie sich frecherweise auch noch hinter der verfassungsrechtlich garantierten Meinungsfreiheit. Wer sich die Begründung der S&P-Ratings zur Eurozone durchliest, die man eigentlich nur als „Politikberatung“ lesen kann, kann dies jedoch nur als zynischen Witz bezeichnen.
Eine Meinung hat jeder. Paul Krugman hat eine Meinung, Heiner Flassbeck hat eine Meinung, und die unzähligen Lobbyisten und „Analysten“ der Banken haben auch einen Meinung. Letztere deckt sich meist auch mit der Meinung der Ratingagenturen. Warum billigt man dann aber der Meinung dreier Finanzunternehmen sogar zu, eine Expertise zu sein, die indirekt Gesetzescharakter hat? Weiterlesen auf den NachDenkSeiten
Szenarien für die Zukunft Griechenlands
In der Zeitung Kathimerini erschien am letzten Sonntag ein Artikel, der herausarbeitet, wie sich aus Athener Sicht die „griechische Frage“ zu Beginn einer Woche darstellt, die von den meisten Kommentatoren als entscheidend für das weitere Schicksal des Landes angesehen wird. Im Mittelpunkt steht dabei das drohende Scheitern der sogenannten PSI+ -Verhandlungen zwischen der griechischen Regierung und ihren Gläubigern, repräsentiert durch Charles Dallara vom Institute of International Finance (IIF) und Jean Lemierre als Bevollmächtigten für die anderen privaten Gläubigergruppen. Dabei steht das Kürzel PSI für „private sector involvement“, während PSI+ bedeutet, dass auch nicht private Bondholder wie die EZB in die Umschuldung einbezogen werden könnten. Übertragung und Anmerkungen von Niels Kadritzke
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Es ist schon interessant zu beobachten, dass sich derzeit kein(e) namhafte(r) Politiker(in) damit hervortut, dies öffentlich auszusprechen. Die Frage des "Warum" ist hierbei entscheidend. Hat man zu viel Respekt bzw. Angst vor dem Faktischen, dass eben doch die Finanzmarktakteure "die Hosen an haben"? Die einzige wohltuende Ausnahme war gestern der neue Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz, der endlich einmal Kante gegenüber den Rating-Agenturen gezeigt hat. Diese sind nichts weiter, als ein selbst erschaffenes Perpetum Mobile, dass sich die Voraussetzungen für das eigene Machtpotential einfach selber erschafft.
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Es ist schon interessant zu beobachten, dass sich derzeit kein(e) namhafte(r) Politiker(in) damit hervortut, dies öffentlich auszusprechen. Die Frage des "Warum" ist hierbei entscheidend. Hat man zu viel Respekt bzw. Angst vor dem Faktischen, dass eben doch die Finanzmarktakteure "die Hosen an haben"? Die einzige wohltuende Ausnahme war gestern der neue Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz, der endlich einmal Kante gegenüber den Rating-Agenturen gezeigt hat. Diese sind nichts weiter, als ein selbst erschaffenes Perpetum Mobile, dass sich die Voraussetzungen für das eigene Machtpotential einfach selber erschafft.
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siehe dazu : Von einem selbstvergessenen SPD-Vorsitzenden
“Greifen die US-Rating-Agenturen gezielt den Euro an? Nein, sagt SPD-Chef Gabriel im Interview – und nimmt Standard & Poor’s sogar in Schutz. Die jüngsten Abwertungen seien nachvollziehbar und logische Folge der Euro-Politik von Kanzlerin Merkel: ´Ihr Spardiktat droht die Krise zu verschärfen.” So der SPD-Vorsitzende heute im Interview mit Spiegel-online. Da regt sich alles über Wulff auf. Alles schön und gut. Und richtig. Richtig auch die Kritik am Spardiktat der Kanzlerin. Aber gibt es derzeit wirklich einen verlogeneren Politiker als Gabriel? Oder soll man dieses Interview mit der Diagnose Selbstvergessenheit ad acta legen. hier lesen ! www.wirtschaftundgesellschaft.de/?p=1706 |
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Zur Frage "Aber gibt es derzeit wirklich einen verlogeneren Politiker als Gabriel?"
Wohl nicht, aber irgendwie muss er sich ja derzeit profilieren - notfalls mit allen Mitteln. Ich denke, die K-Frage der SPD bleibt spannend. Steinbrück ist zwar finanz- und wirtschaftskompetent, hat sich aber durch seine PR-Maschinerie mit Schmidt Schnauze nicht allzuviele Freunde in der SPD gemacht. Steinmeier ist ein bereits gescheiterter K-andidat und in meinen Augen einfach zu blass und zu langweilig. Und da sieht Gabriel natürlich seine Chance in der ihm üblichen emotionalen Polterei. |
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pardon was ? Steinbrück kompetent ??
Aus dem Versager Steinbrück wird auch weiterhin der erfolgreiche Retter gemacht – ein Musterbeispiel für die Möglichkeit der nahezu totalen Manipulation ==>www.nachdenkseiten.de/?p=6777 Anmerkung: Steinbrück ist zusammen mit der Bundeskanzlerin verantwortlich dafür, dass wir mit Hunderten von Milliarden belastet werden, mit denen die Wettschulden der Spieler im Finanzkasino beglichen werden. Als Steinbrück für die Förderung des Finanz...platzes Deutschland, für eine lasche Kontrolle und für „Produktinnovationen“ warb, war schon bekannt, dass deutsche Banken in Schwierigkeiten sind. Im Februar 2003 trafen sich Bundeskanzler, Bundesfinanzminister und Bundeswirtschaftsminister mit den Spitzen der Banken und Versicherungen zu einem Krisengespräch mit dem Ziel der Gründung einer Bad Bank. Das kam nicht zu Stande, weil das Treffen vom Handelsblatt bekannt gemacht wurde. Aber die Auslagerung fauler Forderungen in Zweckgesellschaften und ähnliche Bad Banks fand statt. So bei der Industriekreditbank IKB, so bei der Ende September 2003 gegründeten HRE. (In dem o.a. Link ist der ist der Artikel im Handelsblatt vom 24.2.2003 wiedergegeben. Immer noch lesenswert – vor allem für Menschen, die immer noch glauben, die Finanzkrise habe mit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers begonnen) Das alles wusste Peer Steinbrück. Und dennoch hat er behauptet, die Finanzkrise sei aus den USA über uns gekommen und sie habe ihn wie ein Springinsfeldteufel angesprungen! |
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und auch dieses zu Steinbrück !
Wenn Genosse Steinbrück Wall Street spielt – eine aufschlussreiche Skizze seiner teuren Politik findet sich bei Sahra Wagenknecht Wer Steinbrück kennt, wer die Kette seiner Misserfolge von der verlorenen Nordrhein-Westfalen Wahl bis zum Bankenrettungsschirm und der zig-Milliarden schweren Rettung der HRE noch zu erinnern im Stande ist, begreift nicht, wie man auch nur das Schwarze unter dem Fingernagel eines Gedankens darauf verwenden kann, diesen Mann zum Kanzlerkandidaten der SPD zu machen. Sahra Wagenknecht hat in ihrem neuen Buch „Freiheit statt Kapitalismus“ kompakt und faktenreich dokumentiert, wie Steinbrück und Eichel, Merkel und Schröder den „Finanzplatz Deutschland“ den Spekulanten geöffnet und uns Milliarden-Lasten aufgebürdet haben ==> HIER LESEN : www.nachdenkseiten.de/?p=9475 |
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Sahra Wagenknecht: Wer die Finanzmärkte entwaffnet muss keine Ratings fürchten
"Durch die verantwortungslose Krisenpolitik von Bundeskanzlerin Merkel hat die zerstörerische Macht der Ratingagenturen und Finanzmärkte noch zugenommen. Die Herabstufung des französischen Ratings wird jetzt sogar die Gefahr erhöhen, dass die Kosten für die Kreditaufnahme des Europäischen Rettungsfonds steigen. Das wird die Situation weiter verschärfen", erklärt die erste stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Sahra Wagenknecht, zum Verlust der Bestnote für Frankreich und Österreich durch die Ratingagentur Standard & Poor's. Wagenknecht weiter: "Die Macht der Ratingagenturen und Finanzmärkte muss gebrochen werden. Das geht aber nur, wenn man sie entwaffnet. Merkel benutzt sie stattdessen dazu, um den Ländern in ganz Europa brutale Kürzungsprogramme aufzuzwingen, während die Vermögen der Reichen und Profite der Großkonzerne verschont werden. Es wirkt sich immer katastrophaler aus, dass die Dauerkrise so Europa sozial und politisch immer weiter spalten kann. DIE LINKE fordert einen grundlegenden Kurswechsel. Die Kürzungsdiktate müssen aufhören, die öffentlichen Haushalte aus der Abhängigkeit von den Kapitalmärkten befreit werden. Über eine öffentliche europäische Bank sollten die Eurostaaten zinsgünstige Kredite bei der EZB erhalten. Gleichzeitig sind die Staatsschulden durch einen harten Schuldenschnitt und eine europaweite Vermögensabgabe für Millionäre drastisch zu senken. Langfristig muss die Finanzierung der öffentlichen Haushalte durch eine höhere Besteuerung von Reichen und großen Konzernen auf eine solide Grundlage gestellt werden." www.presseportal.de/pm/41150/2181177/sahra-wagenknecht-wer-die-finanzmaerkte-entwaffnet-muss-keine-ratings-fuerchten |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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