Margareth Gorges

Margareth Gorges

08.09.2010 | 09:41

NachDenkSeiten Hinweise des Tages 08.09.2010

Hinweise des Tages

Verantwortlich: Wolfgang Lieb | www.nachdenkseiten.de/?p=6675

Heute unter anderem zu folgenden Themen: Atom-Deal; Lobbyismus; 5,5 Milliarden Zinsgeschenk an deutsche Banken; bändigt das Ungeheuer; Finanzsteuer geht auch national; Obama legt Konjunkturprogramm auf; GEZ, die neue Super-Meldebehörde; Stuttgart 21: Lasst das Volk entscheiden; 1,35 Jobs in der Weiterbildung; Deutschland verliert den Anschluss; im Labyrinth der Buchstaben; Sarrazin, die Letzte; Hass gegen Sinti und Roma; politischer Streik in Frankreich; chinesisches Öl; langwieriges Desaster in Afghanistan; TV-Tipp; Volker Pispers zum Atomkompromiss. (KR/ WL)

  • Atom-Deal
  • Lobbyismus
  • Deutsche Banken erhalten 2010 ein Zinsgeschenk von bis zu 5,5 Mrd. Dollar
  • Zeise – Bändigt das Ungeheuer!
  • Finanzsteuer geht auch national
  • Obama will Eisenbahnlinien und Straßen bauen
  • Gebührenreform fordert ihren Preis: Die Super-Meldebehörde
  • Stuttgart 21: SPD-Politiker fordern: Lasst das Volk entscheiden!
  • Regierung: 1,35 Millionen Jobs in der Weiterbildungsbranche
  • OECD-Studie: Deutschland verliert bei der Bildung den Anschluss
  • Im Labyrinth der Buchstaben
  • Sarrazin, die Letzte
  • Letztens…da hatte ich einen seltsamen Traum
    Thilo Sarrazin redet gerade zum soundsovielten Male auf irgendeiner Veranstaltung über seine kruden, nationalistischen, zwischen Buchdeckel gepressten Vereinfachungen über Muslime, Unterschichtler, und Gutmenschen, garniert mit Äußerungen zur jüdischen Genetik. Alles ist wie gewohnt: Ein Teil des Saales jubelt enthemmt über jeden einzelnen seiner Sätze, als spräche der Erlöser persönlich. Die Übrigen schauen entweder angewidert oder wohlwollend zu. Plötzlich steht Sarrazin auf, tritt vor den Tisch, an dem er saß, zieht sein Jackett gerade und lockert die Krawatte ein wenig. Seine Züge entspannen sich und seine Mundpartie wird gerade, sodass er plötzlich aussieht wie ein freundlicher älterer Herr. Er greift zum Mikrofon, räuspert sich, schaut noch einmal endlos lange Sekunden in die Runde der Anwesenden und beginnt dann mit überraschend weicher, hörbar bewegter Stimme zu sprechen:
    „Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, gleich welcher Herkunft, Hautfarbe und Religion. Mein Experiment ist beendet. Die letzten Jahre waren eine Eulenspiegelei, eine Wallraffiade. Und jetzt ist Schluss…“
    Quelle: ad sinistram

  • Neues altes Feindbild: In Europa wächst der Hass gegen Sinti und Roma
  • Politischer Streik
  • Seltene Erden: Das chinesische Öl
  • Analysten bestätigen “langwieriges Desaster” in Afghanistan
  • TV-Tipp: SICKO, Dokumentarfilm von Michael Moore
  • Zu guter letzt: Volker Pispers zum Atomkompromiss
  •  

    Eine Ergänzung zum Presseclub: Von Höfers Frühschoppen bis zu Schönenborns Einheitsrunde

    Der Historiker Rudolf Reddig ergänzt den Text vom 2.September 2010 („Selbstgleichschaltung der Hauptmedien auf der Stufe der Ignoranz“) um einige interessante Gedanken. Albrecht Müller.
    Mehr…

     
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    Kommentare
    Margareth Gorges schrieb am 08.09.2010 um 11:55
    Das Alibi Meinungsfreiheit

    Das Recht auf freie Meinungsäußerung entstand nicht aus einem Impuls heraus, Meinung auch gegen wehrlose Gesellschaftsgruppen kundzutun. Es ist ein Kind der Furcht - einer Furcht, die man zuweilen vor der Macht haben musste und auch heute noch gelegentlich haben darf. Als es 1789 mittels der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte in die menschliche Historie trat, sollte es die Menschen von der Angst befreien, bei abweichender Meinung sanktioniert zu werden. Endlich sollte der Staatsbürger seinen Herren nicht mehr nach dem Mund reden müssen; endlich sollte man, wenigstens theoretisch, widersprechen und andere Ansichten als sein Fürst, sein Minister, sein Dienstherr, andere Ansichten als Adel und Klerus haben dürfen. Und das ohne Angst vor Bestrafung.

    Die Meinungsfreiheit ist ihrem Ursprung nach ein Akt der Widerrede gegenüber den Machthabern. Und sie besitzt somit ein revoltierendes Charakteristikum - sie ist hingegen kein selbstgerechtes Privileg, welches man gegen jene anwenden kann, die sich aufgrund ihrer sozialen Stellung, ohnehin nicht zu wehren wissen, sich auch gar nicht wehren können. Eine Meinung zu verfechten, ohne Bestrafung zu fürchten: das war als die Befugnis des einfachen Mannes gedacht, auch einem hohen Herrn, der von Geburt aus bevorzugt wurde oder durch glückliche Fügung zu hohen Meriten gelangte, die Stirn bieten zu können. Das Recht auf freie Meinungsäußerung war von freibrieflicher Beschaffenheit - nach und nach erkannte man allerdings, dass dieser Freibrief eingeschränkt gehört, dass nicht alles als freie Meinung durchgehen könne, wenn man den gesellschaftlichen Frieden wahren möchte. Hier kommen etwaige Gesetze ins Spiel, die es nicht als Meinung gelten lassen, wenn man verleumdet, betrügt, arglistig täuscht.

    von Roberto J. De Lapuente Hier weiterlesen...
    ad-sinistram.blogspot.com/2010/09/das-alibi-meinungsfreiheit.html
    Exilant schrieb am 08.09.2010 um 15:58
    Jetzt weiß ich auch, was ein "konservativer Anarchist" ist.
    hibou schrieb am 08.09.2010 um 16:00
    ganz deiner meinung, margaret... aber in vielen laendern schüchtern die machthaber ihre subjekte ein....
    "macht korrumpiert - drohender machtverlust noch mehr" (allah weiss, an wen ich dabei denke)
    Exilant schrieb am 08.09.2010 um 16:24
    Mein Satz um 15.58Uhr ist versehentlich hier gelandet. Er gehört woanders hin.
    Aber: Danke für den Kommentar!
    Margareth Gorges
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