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Heute unter anderem zu folgenden Themen: „BILD-Verhör“ mit AWD-Gründer Maschmeyer; Garantiezins Riester-Rente in Gefahr; Zoff um Hartz-IV-Sätze ; in der Hartz-Falle; Tafeln am Rand ihrer Kapazitäten; warum der US-Arbeitsmarkt nicht aus dem Knick kommt; Paul Krugmann: Can Europe Be Saved?; Studie sieht Subventionen auf Rekordniveau; Futtermittel-Panscher meldet Insolvenz an; “Politik als Dienstleister der Futtermittelindustrie”; wie Behörden das Auskunftsrecht aushebeln; im Land der Niedertracht; wenn die NPD klingelt; CDU greift Ypsilanti an; Afghanistan: abziehen und aufräumen; “Lächerlich. Peinlich. CSU; Drohnen, Raubtiere, Höllenfeuer: Kerners Informationsarbeit; Water Makes Money – Wird der Film verboten?; “Welt”-Wirtschaftsgipfel; unbewältigte Vergangenheit – Die FDP und die Nazis. (MB/WL)
Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:
Anmerkung WL: Es gehört zu den banalsten Tricks der Öffentlichkeitsarbeit: Wirst Du in einem Medium kritisiert und könntest Du in einem Interview bei kritischen Fragen in die Defensive geraten, weil Du mit unangenehmen Fakten konfrontiert wirst, dann wähle Dir ein weiterverbreitetes (befreundetes) Medium, das Dir gewiss keine kritischen Fragen stellt und male ein Bild in schönsten Farben.
Vorausgesetzt natürlich, man findet ein solches speichelleckendes Medium.
Das hat Maschmeyer in der Bild-Zeitung gefunden. Was da als „Verhör“ bezeichnet wird, ist die Vorlage von Stichwörtern an Hand deren sich der Angegriffene mühelos aus der Schlinge ziehen kann.
Z.B. „Ist das von Ihnen gegründete Finanzberatungs-Unternehmen AWD eine „Drücker-Kolonne“? Darauf darf dann Maschmeyer antworten: „Nein. Der Begriff „Drücker-Kolonne“ passt zum Beispiel auf Staubsaugervertreter, die mit einem Bus in ein Wohngebiet gekarrt werden, von Tür zu Tür klingeln und den Kunden zum Sofortabschluss drängen.“
Das ist eine Antwort nach dem Prinzip: Wenn Dir ein Vorwurf gemacht wird, dann verweise auf andere, die noch viel schlimmer sind.
Oder: „Die angesprochenen Vorgänge sind ausnahmslos zehn Jahre alt und älter“. Die Frage ist allerdings, was hat Maschmeyer seit zehn Jahren getan, um den Leuten, die von seinen „Beratern“ hereingelegt wurden, zu helfen. Stattdessen hat er lieber feudale Feste für Promis inszeniert, die ein Mehrfaches von dem gekostet haben, was seine von ihm „optimierten Kunden“ ihr mühselig Erspartes gekostet hat.
Und besonders zynisch aus dem Munde eines Finanzjongleurs: „Leider ist es auch so, dass manche Anleger ihre Gewinne gerne privatisieren, Verluste jedoch sozialisieren wollen. Verantwortlich für Wertverluste sind die Initiatoren, nicht die Berater.“
Wer hat denn eigentlich die Gewinne der Finanzblase „privatisiert“ und die Verluste „sozialisiert“?
Die Opfer der AWD sind ein typisches Beispiel dafür, wie diese „Finanzoptimierer“ arbeiten, sie verkaufen ihren Kunden „faule“ Papiere, kassieren Provisionen und verkaufen die rein spekulativen „Werte“ und lassen ihre Kunden darauf hängen, dass ihre Forderungen aus der Geldanlage wertlos geworden sind. Sie haben kassiert, aber „verantwortlich“ für Wertverluste sind die von den „Finanzoptimierern“ Hereingelegten. Wie war doch noch das schöne Bild von Maschmeyer: Man muss die Rosen mit stinkender Jauche düngen, damit sie anschließend umso besser duften.
Dieses Bild trifft auf dieses Bild-„Verhör“ zu: Man schüttet Jauche auf die Leser und lässt Maschmeyer geradezu als Unschuldslamm verduften.
Wer nach diesem Interview immer noch nicht davon überzeugt ist, dass Bild ein Propaganda-Blatt der Finanzindustrie ist, dem ist nicht mehr zu helfen.
Dazu passt:
BGH beglückt Opfer von Schrottimmobilien
Mit kreditfinanzierten Eigentumswohnungen haben viele Anleger seit den 90ern ein finanzielles Desaster erlebt. Geschädigte haben nun Chancen auf Schadenersatz. Denn nach Ansicht der Richter wurden sie arglistig getäuscht.
Am Dienstag gaben die Karlsruher Richter gleich elf Geschädigten recht. Sie dürfen “unter anderem eine Bausparkasse auf Rückabwicklung kreditfinanzierter Immobilienkäufe in Anspruch nehmen”, hieß es in einer nach dem Urteil veröffentlichten Mitteilung des Bankensenats des BGH. Mit der Bausparkasse ist die Badenia gemeint, welche meist die überteuerten Wohnungen finanziert hatte. Sie gehört inzwischen zum Generali-Konzern.
Die Vermittler des Finanzierungsmodells erhielten hohe Provisionen. Sie bekamen dabei nicht nur die im Vertrag ausgewiesenen Vergütungen, sondern weitere versteckte Prämien von mehr als 20 Prozent. Darin sah der BGH jetzt eine “arglistige Täuschung der Anleger” und damit eine “Schadensersatzpflicht der Beklagten wegen vorvertraglicher Aufklärungspflichtverletzung”.
Die Grundsatzentscheidung ist für alle vergleichbaren offenen Fälle relevant.
Quelle: FTD
Anmerkung WL: Die Fälle zeigen, das Maschmeyers AWD keineswegs ein Einzelfall ist.
Nachlese zur Sendung zu Maschmeyer „Der Drückerkönig und die Politik“
Verantwortlich: Albrecht Müller | Druckversion | Beitrag versenden |
Der Film steht im Netz: ARD – Panorama: Der Drückerkönig und die Politik
Die Quote war sensationell. Vielleicht wollen Sie ihn anschauen und/oder weiterreichen. Lohnt sich.
Und für NDS-Freundinnen/e hier noch der Hinweis auf die NDS
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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