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Unter der Überschrift „Das Unbehagen an der politisch-medialen Klasse“ schrieb unlängst Jürgen Habermas: „Die munteren Moderator(inn)en der zahlreichen Talkshows richten mit ihrem immer gleichen Personal einen Meinungsbrei an, der dem letzten Zuschauer die Hoffnung nimmt, es könne bei politischen Themen noch Gründe geben, die zählen. Manchmal zeigt der ARD-Presseclub, dass es auch anders geht.“.
Manchmal und leider eher dann, wenn sich diese Journalisten-Runde verplappert, möchte man nach der gestrigen Sendung hinzufügen. Was ansonsten von Journalisten mit Empörung zurück gewiesen wird, bestätigten der Bild-Kolumnist Hugo Müller-Vogg und das Mitglied der Chefredaktion des Stern, Hans-Ulrich Jörges eher nebenbei, nämlich dass es in Deutschland „Kampagnenjournalismus“ gibt. Von Wolfgang Lieb
Der gestrige ARD-Presseclub zum Thema „Der englische Skandal – Macht, Moral und Machenschaften der Boulevard-Blätter“ lieferte das gewohnte Bild, wenn Journalisten über Journalismus diskutieren. Es werden individuelle (charakterliche) Fehler eingeräumt, die Arbeitgeber (Verleger und Chefredakteure) verteidigt und im Übrigen die Qualität und Pluralität der deutschen Medienlandschaft im Vergleich zu anderen Ländern als vorbildlich hervorgehoben.
So wiegelte Hans-Ulrich Jörges ab, Springer sei nicht Murdoch und Friede Springer übe doch politische Zurückhaltung. Dass die Haupterbin Axel Springers und neben Liz Mohn mächtigste Medienfrau Deutschlands höchst freundschaftliche Beziehungen zur Kanzlerin hat und Merkel wiederum diese Beziehungen pflegt, hat er dabei allerdings unterschlagen. Friede Springer war z.B. nicht nur auf der Wahlfrauenliste der CDU bei der letzten Bundespräsidentenwahl, sie saß auch applaudierend auf der Gästetribüne des Bundestags als Angela Merkel zur Bundeskanzlerin gewählt wurde. So große Nähe gab es nicht einmal zwischen Cameron und Murdoch.

Quelle: stern.de
Hatte die Springer-Presse nicht einen wesentlichen medialen Anteil daran, dass bei der letzten Bundestagswahl Schwarz-Gelb gewählt wurde? Genauso wie Murdoch erst die Wahl Tony Blairs und dann von David Cameron beeinflusste. Wurde nicht etwa Angela Merkel von der Bild-Zeitung im Vorfeld der letzten Wahl als „mächtigsten Frau“ bejubelt?
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Hinweise des Tages
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Heute unter anderem zu folgenden Themen: Terroranschlag in Norwegen; Griechenland-Rettung: Der Bluff der Banken; EU-Unternehmensteuer: Wettlauf nach unten?; Stuttgart 21; Euro-Talfahrt stürzt Schweiz in Währungskrise; Palastrevolution – Wirtschaftsprüfer stürzen ihre eigene Führungsspitze; Dax-Chefs winken Pensionen von 580 Millionen Euro; Gründungszuschuss: Kürzungen bereits ab 1. November; Das Aus für den elektronischen Entgeltnachweis: (K)ein Grund zur Freude; Rendite statt Ausbau; Südwest-CDU will Autobahnen privatisieren; Hundt: Regierung soll gegen Urteil zu Meinungsfreiheit vorgehen; Ihr bösen Lobbyisten, Ihr guten Lobbyisten; Wie die Springerpresse und das ZDF eine neue Sarrazin-Debatte provozierten; Selbstläufer Steinbrück; Murdoch und die Politik – Geben und Nehmen; 20. Juli: Die Verteidigung der Feigheit; Jean Ziegler: Nicht gehaltene Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele; Zu guter Letzt: Das Sommergespräch als Urlaubsbeschaffungsmaßnahme für Fernsehjournalisten.
(JB/WL)
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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