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NRW: Schwarz-Gelb abgestraft – linke Mehrheit – Regierung offen
Verantwortlich: Wolfgang Lieb |
Rüttgers und seine Partei sind um über 10 % mit 34,6 % auf das schlechteste Ergebnis abgestürzt. Die FDP hat sich gegenüber 2005 minimal verbessert (6,7%); gemessen an der Bundestagswahl vom September ist sie allerdings um über 8% abgesackt. Die SPD ist gemessen an ihrer epochalen Niederlage vor 5 Jahren (Peer Steinbrück erzielte 37,1%) noch einmal um über 2% zurückgegangen, aber gegenüber der Europawahl (25,6%) oder der Bundestagswahl (28,5%) hat sie sich mit 34,5% etwas erholt. Die Grünen haben mit 12,1% ihr bestes Ergebnis erzielt und ihren Stimmenanteil seit der letzten Landtagswahl fast verdoppelt. Die Linke ist sicher in den NRW-Landtag gekommen (5,6%) und sitzt nun nach NRW in 13 Landtagen. Die Wahlbeteiligung ist auf 59,3% und damit auf den zweitschlechtesten Wert zurückgegangen. Der Wahlverdruss nimmt weiter zu.
Welche Regierungskoalition es geben wird, ist offen.
Da die FDP (bisher) sowohl die „Ampel“ als auch „Jamaika“ ausgeschlossen hat, ergibt sich folgende Konstellationen: Rot-Grün und Schwarz-Grün sind gleichauf, haben aber mit jeweils zusammen 90 Sitzen jeweils keine Mehrheit [PDF - 70 KB].
Die SPD muss sich also entscheiden: Entweder Große Koalition oder einen Politikwechsel mit den Grünen und der Linken – sei es als Duldung oder als Koalition.
von Wolfgang Lieb hier weiter: www.nachdenkseiten.de/?p=5500#more-5500
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Das mit der linken Mehrheit sehe ich auch so: aber ob das mit den Clementanhängern der NRW-Spd machbar ist, ist offen. Jamaika hat sich nach der dubiosen Saarlandkoalition wohl erledigt, Ampeln sind Blendwerke ohne politische Realität. Interessant ist, das die SPD eine Umkehrung der letzten NRW-Wahl erlebt: ein bei einer schlechten Bundesregierung geliehener Sieg. Kraft sollte aber nicht vergessen, das sie zu 2005 nochmal 2,5 Prozent verloren hat: das heisst wohl, das Ex-Spd-Wähler weg von Rüttgers sind, aber gleich zu Grünen und Linken. Die SPD hat eine Machtoption gewonnen, nicht mehr. Ohne inhaltliche Erneuerung wird die Talfahrt nicht aufhören. Zu Rüttgers muss wohl nichts mehr gesagt werden: die Biographie spricht für sich. Die FDP reduziert sich auf ihre Stammwähler und die Linke zwingt SPD und Grüne, sich zu bekennen: das allein rechtfertigt ihre Existenz und Erfolge.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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