Margareth Gorges

Margareth Gorges

29.01.2010 | 09:46

Post-Mindestlohn-Haben wir bald eine neue Form von Post„Beamten"?

Bundesverwaltungsgericht kippt Post-Mindestlohn. Haben wir bald eine neue Form von Post-„Beamten" ?

Verantwortlich: Wolfgang Lieb

Das Bundesverwaltungsgericht hat gestern der Klage der Post-Konkurrenten PIN Mail und TNT sowie des Arbeitgeberverbandes der Kurier-Express-Post-Dienste gegen die Postmindestlohn-Verordnung stattgegeben. In der Konsequenz heißt dies, dass in der gesamten Branchen für 200.000 Beschäftigte nunmehr kein allgemeinverbindlicher Mindestlohn (zwischen 8,00 und 9,80 Euro bei Briefzustellern) mehr existiert. Kommt es nicht rasch zu einem neuen Mindestlohn, werden wir bald eine ganz neue Form von Post-„Beamten“ haben, nämlich als staatlich alimentierte Mindestlöhner. Wolfgang Lieb

Das Bundesverwaltungsgericht hat gestern der Klage der Post-Konkurrenten PIN Mail und TNT sowie des Arbeitgeberverbandes der Kurier-Express-Post-Dienste stattgegeben. Die Postmindestlohnverordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales verletze das Recht der Kläger, weil das gesetzlich in § 1 Abs. 3a Satz 2 Arbeitnehmer-Entsendegesetz a.F. vorgeschriebene Beteiligungsverfahren nicht eingehalten worden sei. Das Ministerium hätte vor Erlass der Rechtsverordnung den klagenden Arbeitgebern und den (anderen) Parteien des Tarifvertrages Gelegenheit zur schriftlichen Stellungnahme geben müssen. Das sei nicht in dem vom Gesetz vorgeschriebenen Maße geschehen und damit seien die Beteiligungsrechte der Kläger verletzt.

In der Konsequenz heißt dies, dass in der gesamten Branchen nunmehr kein allgemeinverbindlicher Mindestlohn (zwischen 8,00 und 9,80 Euro bei Briefzustellern) mehr existiert. Der Präsident des selbst ernannten Arbeitgeberverbandes Neue Brief- und Zustelledienste (AGV-NBZ), Florian Gerster hat schon erklärt, dass etwa für TNT oder PIN ab sofort ein „Mindestlohn“ von 7,50 Euro im Westen und von 6,50 im Osten Deutschlands bezahlt würde. Im Klartext: die bisherigen Löhne werden um rd. 25 Prozent gekürzt.

Weiterlesen:  www.nachdenkseiten.de/?p=4484#more-4484

 
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Kommentare
Deaktivierter Nutzer schrieb am 29.01.2010 um 10:14
Das gute ist an Deutschland ist doch, wir Bürger kennen die Entscheidungen des Gerichts bereits im Voraus.
Verläßlich & regierungskonform unsere Staatsdiener.
Und jetzt?
Werden die Mieten, die Kosten der Grundversorgung auch um 25% gekürzt?
Wäre doch nur fair.
Margareth Gorges schrieb am 29.01.2010 um 10:28
Passend zu dieser Billiglohn Olympiade Deutschland ein Zitat:

Unternehmen, deren Existenz lediglich davon abhängt, ihren Beschäftigten weniger als einen zum Leben ausreichenden Lohn zu zahlen, sollen in diesem Land kein Recht mehr haben, weiter ihre Geschäfte zu betreiben. (…) Mit einem zum Leben ausreichenden Lohn meine ich mehr als das bloße Existenzminimum – ich meine Löhne, die ein anständiges Leben ermöglichen."

Das Zitat stammt von US-Präsident Franklin D. Roosevelt, aus einer Rede vor dem US-Kongress anlässlich der Verabschiedung des National Industrial Recovery Act am 16. Juni 1933.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 29.01.2010 um 10:49
Liebe Margareth Gorges,
danke für Ihren Blog. Für Ihr Engagement & Ihre Aufmerksamkeit.
Vielen Dank auch für Ihren Kommentar. Dieses Zitat kannte ich. Hätte es aber nicht exact schreiben können.
Roosevelt. Eine beeindruckende Persönllichkeit. Er war ein Yogi. Er war eng mit Paramahansa Yogananda befreundet. Und seine Geisteshaltung sollte Standard bei Deutschen Politikern sein.
Margareth Gorges schrieb am 29.01.2010 um 10:56
@ chrisamar danke sehr, wie Recht Sie haben, jedoch würde ein Roosevelt heute hier in Deutschland als LINKSEXTREMER von den Sprechblasen der INSM vertreten durch unsere Politker diffamiert werden.

Das Ziel ist doch eindeutig - und auch in diesem herausragenden Artikel auf den Punkt gebracht:

==>Ziel der Einführung von Hartz I-IV etc. ist der Aufbau des größten Niedriglohnsektors in der EU
www.nachdenkseiten.de/?p=4480
Deaktivierter Nutzer schrieb am 29.01.2010 um 11:24
Ja.Und wie einmalig falsch & dumm ist diese Wirschaftspolitik.
Margareth Gorges
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