Margareth Gorges

Margareth Gorges

19.10.2010 | 09:54

Türkischstämmiger Deutscher oder ein in Deutschland lebender Türke

Türkischstämmiger Deutscher oder ein in Deutschland lebender Türke
 
 Zweierlei Türken präsentierte Springer am Wochenende. Zwei Migrantenexemplare, die aus dem Nähkästchen plaudern - aus ihrem oder aus dem der Redaktion: man weiß es nicht so genau. "Wenn Türken Deutsche werden...", titelte man; darunter ein Foto eines türkischen Anzugträgers, den man mit Top überschreibt, noch weiter unten dann das Lichtbild eines türkischen Jedermanns, der mit Flop übertitelt wird. Wer sich als Türke Deutscher nennen darf, ist damit beantwortet; der Türke Özcan, Bezieher von Transferleistungen, ist jedenfalls gefloppt - Mission: Deutschwerden gescheitert.

Nun ist es ja ausreichend entblößend, dass man hier von Türken spricht, die Deutsche würden - hier wird Integration wenigstens mal als das bezeichnet, was sie nach dem Verständnis deutscher Integrationsdelegierter sein soll: Assimilierung! Verrat der Herkunft und der Wurzeln, Aufgabe der Traditionen und Bräuche! Integriert euch, werdet deutsch! Deutsche mit Anzug, doch ohne Hartz IV-Bescheid. Erol, der deutschere der beiden Türken, erzählt sein trauriges Schicksal, erzählt vom frühen Tod seines Vaters, den seine Mutter zunächst nicht verkraftete, weswegen sie eine Kur antrat; Deutsche Steuerzahler finanzieren türkischen Frauen Kur!, könnte eine passende Überschrift für kommende Schmähschriften sein - doch das nur am Rande. Mutter auf Kur und Erol landete "vorübergehend bei einer wohlhabenden deutschen Familie": von da ab wollte er "gut Deutsch sprechen, gut leben" - das war sein Erweckungserlebnis! Sein Deutscherweckungserlebnis! 

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