Margareth Gorges

Margareth Gorges

13.04.2010 | 09:28

Wäre doch Stefan Raab auf dem attac-Bankentribunal gestürzt …

Wäre doch Stefan Raab auf dem attac-Bankentribunal gestürzt …

 Verantwortlich: Wolfgang Lieb |

… dann wäre in den deutschen Medien mit Sicherheit das attac-Bankentribunal wenigstens nebenbei erwähnt worden. Eine vorläufige Analyse des Medienechos. Wolfgang Lieb

Das attac-Bankentribunal war immerhin eine Veranstaltung mit ausverkaufter Volksbühne in Berlin, die auch in zahlreichen anderen Städten über Videoleinwände übertragen wurde. Und es ging um ein tief greifendes Thema, nämlich um die Analyse der Ursachen der schwersten Krise seit mindestens achtzig Jahren und um die Frage, wer dafür Verantwortung trägt und wie ein derartiger Kollaps künftig verhindert werden könnte.

Natürlich ist attac nicht der Nabel der Welt, aber schon der Versuch von überwiegend ehrenamtlich Engagierten eine breitere Debatte über die Finanzkrise mit dem Bankentribunal anzustoßen, hätte jedenfalls auch mediale Aufmerksamkeit und im Sinne der Meinungsvielfalt eine sachliche Berichterstattung über die auf dem Bankentribunal vorgetragenen Inhalte verdient.

Man stelle sich nur mal für einen Moment die Schlagzeilen und das Ausmaß der Berichterstattung vor, wenn sich Stefan Raab auf dem Bankentribunal durch einen Sturz verletzt hätte. Gar nicht daran zu denken, welcher Presswirbel entfacht worden wäre, wenn am Rande des Tribunals vor der Berliner Volksbühne wirklich nur rein zufällig ein Auto in Flammen aufgegangen wäre. Wetten, dass, dass selbst die BILD-Zeitung eingestiegen wäre. (Natürlich nur, um den Verdacht eines linksradikalen Umsturzes zu schüren.)

Die Welt, die FAZ haben bisher das abgelaufene Tribunal keiner Zeile Wert befunden.

Die ARD hat das Tribunal in der Abendschau von rbb als ein Lokalereignis mit einem 2.53-Minuten-Filmchen gewürdigt. Mit einer geradezu ärgerlichen Anmoderation, nach der „wir alle, die wir unsere Fernseher auf Pump kaufen“ an der Bankenkrise schuld seien. Bei ARD tageschau.de blieb meine Suchanfrage genauso erfolglos wie beim ZDF.

Laut infonitor Medienanalyse und Medienresonanzanlayse gab es in der Zeit vom 16. März bis 12. April 2010 insgesamt 84 Artikel in 50 Quellen. die Frankfurter Rundschau Printausgabe berichtete 11-mal und die FR-Online-Ausgabe 8-mal, Neues Deutschland 4-mal, taz.de und Tagesspiegel je 3-mal, Süddeutsche.de, stern.de, Spiegel Online, die junge Welt und 5 erfasste Lokalzeitungen 2-mal, Financial Times Deutschland, Zeit Online, Nürnberger Zeitung und eine Reihe Regionalzeitungen 1-mal.
Das war die ganze Ausbeute.

Die FTD titelt „Beinahe ein Freispruch für Ackermann“. Sie berichtet über die große Wut des Publikums, nennt einige Anklagepunkte, bekundet Mitleid mit Wolfgang Kaden, dem früheren Chef des „Manager Magazins“, und auf dem Tribunal „Pflichtverteidiger“ des Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann. Der Autor des Beitrags zeigt sich erstaunt über den letztlich milden Urteilsspruch: „Es dürfte Deutsche-Bank-Aktionäre geben, die ein solches Urteil gern unterschreiben.“

Ähnlich auch der Tenor auf stern.de: „Wie Attac plötzlich feige wurde“. Niemand sei schuldig oder freigesprochen worden und das sei eine „große Peinlichkeit für Attac“. Immerhin attestierte die Autorin Theresa Breuer eine auf „sehr hohem Niveau geführte Debatte“, um dann letztlich doch wieder nur das Stereotyp von der „altlinken Polemik“ auszupacken.

==>weiterlesen: www.nachdenkseiten.de/?p=5165#more-5165

 
Senden Bookmarken Drucken
Margareth Gorges
Mit dem Wissen wächst der Zweifel” (J.W.v.Goethe) www.NachDenkSeiten.de
Ort:
Homburg
Mitglied seit:
3 Jahre 15 Wochen
Zuletzt aktiv:
23.05.2012
Status:
Bloggerin
Aktivität:
Beiträge: 782
Kommentare: 392
Mein Projekt:
Logbuch
03:00
Fro hat gerade einen Kommentar geschrieben.
02:45
Hans-Jürgen Kapust hat gerade einen Kommentar geschrieben.
02:44
carsten plaug hat gerade einen Kommentar geschrieben.
02:31
carsten plaug hat gerade einen Kommentar geschrieben.
02:15
freedom of speech? hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

portlet_Phoenix-12.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG