Martin Buchholz

Martin Buchholz

07.03.2009 | 11:12

Ein Männerpoem zum Frauentag




normal">I.



normal">Ein einziger Frauentag im Jahr –



normal">da sagt man als Mann: Okay, das geht klar!



normal">Ansonsten haben wir Männer das Sagen



normal">an allen restlichen Männertagen.



normal"> 



normal">So haben wir Männer permanent uns’re Tage.



normal">(Und hört man da je von uns eine Klage?)



normal">Das ist die Regel – die gilt ohne Termin.



normal">Und die Regel ist eindeutig maskulin.



normal"> Nur, daß in der Regel die Frau’n dafür bluten.



normal">Das wär’ einem Mann auch nicht zuzumuten.



normal">Denn ein wahrer Kerl übersteht seine Tage



normal">mit Gehirn-Tampon, ohne Slip-Einlage.



normal">II.



normal"> „Ehret die Frauen! Sie flechten und weben



normal">himmlische Rosen ins irdische Leben.“



normal">Ein Webfehler ist es, der heftig hier schillert,



normal">derweil Schillers Fritze das Weib killekillert.



normal"> 



normal">Ist die Rose noch jung und zart in der Blüte



normal">erquickt sie dem Knaben Gemächt’ und Gemüte.



normal">Dann lockt er bald mutig (am Anfang noch zager)



normal">das Röslein rot auf das Lotterlager.



normal"> Auch von späten Knaben, sogar von ganz alten,



normal">wurde die Frau gern auf Lager gehalten.



normal">Und im Hause hielt man sie dann meist danach,



normal">weshalb man auch von Haushaltung sprach.



normal"> 



normal">Doch immer mehr Frauen wollten raus aus dem Haus.



normal">Gehalten zu werden, hielt frau nicht mehr aus.



normal">Sie ließ sich nicht mehr halten vom Alten.



normal">Und so wurde sie ziemlich ungehalten.



normal"> Plötzlich erkannte die Frau den Mann



normal">nicht mehr als Frauenhalter an,



normal">und damit verlor sie  ihren
einzigen Halt.



normal">Die Frau wurde haltlos. Und wir spürten es bald.



normal"> 



normal">Als haltlose Wesen in heft’ger Erregung



normal">Setze sich frau von selbst in Bewegung.



normal">Die Frauen liefen uns einfach davon



normal">im frauenbewegten Marathon.



normal"> Und wir Männer wimmerten bei dem Gerenn’:



normal">Wo laufense denn? Wo laufense denn?



normal">Frauenbewegung – wir fügten uns drein.



normal">Aber mußte es gleich so ein Tempo sein?



normal">III.



normal">Meiner liebwerten Leserin schick’ ich zum Schluß



normal">von Hand ‘nen gehauchten Lufti-kuß.



normal">Und der einen, nach der ich besonders mich sehne,



normal">der flüstere ich: Guten Morgen, Du Schöne!


Auf daß jeder Tag ein Frauentag werde!


normal">Es säh’ bestimmt freundlicher aus auf der Erde!



normal">Ich sag’s mal einfach im Klartext als Mann:



normal">Es gibt viel zu emanzen! Packen wir’s an!
 
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Kommentare
Tessa schrieb am 07.03.2009 um 11:38
Solche Texten erhellen meinen (morgigen) Frauentag um so viel mehr als Diskussionen um das Binnen-I und die Erinnerung an die Einführung des Frauenwahlrechts. Danke dafür :) Denn Sie haben recht: Ein Frauentag sollte als solcher gefeiert werden, gerne zusammen mit den Männern, und keinesfalls als Emanzentag.
Ich bin gespannt was Angela, Ursula & Co. sich für morgen einfallen lassen. Bewirkt hat Frau Merkel aus meiner Sicht für den Stand von Frauen in Politik und Wirtschaft so gut wie nichts, Frau von der Leyen macht fast ausschließlich Familienpolitik, aber kaum Frauenpolitik. Dazu empfehle ich den Text von Susanne Klingner: Viel Make-up. Über die Verwechslung von Frauen- mit Familienpolitik.
Magda schrieb am 07.03.2009 um 13:08
Das ist doch wunderbar.
Oder auch: Gar nicht schlecht für eine Nichtfrau.
Ich dachte schon, hier findet nischt statt, aber nun dieses Werk.
Also wir haben früher immer Frauentag mit den Männern gefeiert und die haben sich - entgegen den heute klischierten Bildern - auch nicht mit Schürzchen vorsätzlich entstellt und den Frauen nichts als Kaffee eingegossen. Es war freundlicher manchmal zwischen den Geschlechtern. Nichtsdestotrotz - anzupacken gibt es immer was.

Mit allerbesten frauenbewegten Grüßen.
Anna Dorothea schrieb am 07.03.2009 um 13:48
Sehr schön! Danke dafür, es macht Hoffnung, dass es auch noch mehr Männer gibt, die was begriffen haben.

@ Tessa:

Habe mir gleich den Text von Susanne Klingner aufgerufen, danke für den Link. Gut und wahr.

Auszug: "In Deutschland dagegen sind von 200 Dax-Vorständen gerade mal zwei Frauen."

Tja. Wieder weise ich auf die Situation in eigener Sache hin: Bei den Zeitungen/ Zeitschriften in Deutschland sieht es nicht besser aus. Wo sind Frauen Chefredakteure? Wo Ressortleiter? Das hat nichts mit familiären Situationen etc. zu tun, sondern mit Netzwerken.

Nehmen wir hier in Hamburg die "Hamburger Morgenpost", eine ehemals, heute nur noch partiell, linke Boulevardzeitung (das gibts!), deren Struktur ich gut kenne: Die Zeitung wird von intelligenten und kompetenten Frauen vollgeschrieben, an den Schaltstellen sitzen aber nur Männer. Das war schon immer so, und ich fürchte, das bleibt erst mal so. Ausnahme: Das TV- und Reiseressort.

Ich würde das jetzt gern, gemäss meinem eigenen Anspruch, das alles mit Humor sehen. Aber ich beobachte das schon so lange und bei so vielen Medien, es gelingt mir nicht mehr. Höchstens mit Galgenhumor.

Da kann ich mich nur an HIlde Domin halten: "Nicht müde werden und dem Wunder, ..., wie einem Vogel, die Hand hin halten..."
WOanders schrieb am 08.03.2009 um 21:43
...da ich auch über die Texte von Dekadenz lachen kann wie "Geh Bier holen du Lappen" auch hier ein :-),
WOanders schrieb am 08.03.2009 um 21:44
ups einmal war zuviel!
Martin Buchholz
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