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Frank-Walter Steinmeier wirft seine Schatten hinter sich, sogar ein ganzes Schattenkabinett. Der Kandidat kompetänzelt durch das Sommerloch mit dem Charme eines auf offener Bundesstraße angefahrenen Mammuts. An mir liegt’s nicht: Ich bremse auch für Sozialdemokraten. Aber was soll man machen, wenn die SPD selber nicht mehr zu bremsen ist. Die sozialdemokratische Karre ist voll an die Wand gefahren. Und da diese Karre kein Dienstwagen der Regierung ist, besteht auch keine Hoffnung, daß irgendwer sie klaut.
Jeder weiß, daß Angela Merkel den nahenden September inklusive Wahlnacht einfach durchpennen könnte. Sie würde dennoch Kanzlerin bleiben. Das weiß auch jeder im Kompetenz-Team, aber das inkompetente Wahlvolk hat das gefälligst nicht zu wissen. Weshalb Franz Müntefering vor lauter Kompetenz-Überfluß das Wasser nicht mehr halten kann – gewissermaßen als sein eigenes Inkontinenz-Team – und in jeden Fernsehkanal die Botschaft abstrullt: „Angela Merkel kann im Kanzleramt schon mal die Koffer packen.“ Das macht sie ohnehin, weil sie als weltumkreisende Kanzlerin seit Jahren aus dem Koffer lebt. Doch auch, wenn sie kaum mal da ist, ist ihr Dasein als Kanzlerin dennoch ein gesichertes, auch nach dem 27. September. Genau darum ist sie doch der Deutschen liebste Kanzlerin: Eben, weil sie das Volk mit ihrer Anwesenheit in diesem Land nicht groß belästigt, auch wenn sie immer mal wieder zu einem kurzen Staatsbesuch in der Bundesrepublik auftaucht. Das ist ein fast schon übersinnliches Phänomen dieser quasi-virtuellen Kanzlerin: Sie ist zwar ständig verschwunden, hinterläßt aber keine Lücke. Was also sollte Steinmeier da füllen können? Einer, der selbst im Sommerloch in der Versenkung derart dahinschwindet, bis er in der demoskopischen Bodenlosigkeit kaum noch zu entdecken ist.
Wenn ich ein Herz ausschließlich zum Barmen hätte, würde ich diesmal aus lauter Herzerbarmen Steinmeier wählen. Hab ich doch stets für die sozial Schwachen in ihrem tiefen Elend ein Mitgefühl gehabt. Ein Mitgefühl, das Steinmeier nach schwer verhartzter Phase jetzt für sich selbst entdeckt. „Mein Hauptziel ist der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit“, so verspricht er es in alle Kameras. Ein Wahlversprechen, das ich ausnahmsweise mal glaube, denn die Arbeitslosigkeit, die er da bekämpfen will, ist seine eigene. Seine Entlassung als Minister ist nur eine Frage von Wochen, da die Agenda 2009 für ihn Tag für Tag näherrückt. Und so geht sein verzweifelter Kampf gegen den sozialen Abstieg nur noch darum zu verhindern, daß der Westerwelle ihm nicht seinen Job als Geschäftsführer beim Auswärtigen Amt wegschnappt.
Doch auch diese letzte Hoffnung wird träger und träger, womit der Begriff „Hoffnungsträger“ seine eigentliche Bedeutung erhält. Steinmeier und Müntefering führen die SPD nur noch als Abschreibungsunternehmen, und die Abwrackprämie wird der CDU gutgeschrieben. Auch in den Medien ist der Kandidat längst abgeschrieben. Inzwischen wird ein neuer hochgeschrieben, allerdings erst für die übernächste Bundestagswahl: „Er ist bekannt, beliebt – und zeigt als Bürgermeister in Berlin, wie man mit Linken regiert. Klaus Wowereit wäre der Gewinner, wenn die SPD die Wahl verliert. Er könnte die Partei aus dem Jammertal führen.“ So stand es kürzlich im „Stern“ in einer Wowi-Story. Und so ähnlich stand es auch im „Spiegel“. Und in der „FAZ“. Und in fast allen sommerlöchrigen Gazetten. Alle löcherten uns mit dem möglichen Kandidaten für die Wahl im Jahr 2013.
Damit ich nicht in den Verdacht gerate, allzufrüh einen möglichen Kandidaten nicht geschmäht zu haben, hier also gleich meine antiwowistische Absage:
Kennt Ihr das Land, wo bald in tiefer Nacht
in einem bundesweiten Nirgendwo
der alten SPD in Trauerreden wird gedacht,
weil durch des Wählers Niedertracht
in einer Urne sie zur letzten Ruhe ward gebracht.
Dann steht am Grabe einer, den man Wowi nennt
und der voll Trauer in die Urne flennt.
Zumindest, sag ich mal: Er tut so.
Denn innerlich, da grinst er: Ja, das ist auch gut so.
Oh wie hat Wowereit es weit gebracht!
Ein Bubiface mit dem Gefühl für Show.
Wenn alle Steinmeiers erst gründlich durchgekracht
und alle Müntes ausgelagert ruhen im Depot,
erstrahlt rot-rot ein Stern in still unheil’ger Nacht,
und in der Krippe im Berliner Stall erwacht
der holde Knabe: Wowi lacht.
Er kichert: „Ja, das wollt’ ich absolut so!“
Da frag ich mich schon jetzt: Ist das auch gut so?
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Dank Schröders und Steineimers Agenda 2010 haben wir Angela bis 2013. Kein Wandel, nirgends. Höchstens Schlafwandeln des Witze-...ääh, Vize-Kanzlers. Die Medien bauen bereits Wowi auf, weil Frank-Walter stetig abbaut...
Ursula Schmidt suchte erst Ruhe, dann ihr Auto und schließlich Ausreden in Spanien, nun steht sie erneut im Schatten des Kabinetts. Ulla-la-la fever forever, das kann man nur noch chronische Ullaritis nennen... Die Bundeskanzlerin ist noch immer in der Welt unterwegs, im eigenen Land aber zu wenig zu sehen und zu hören? Ich dachte deshalb lange Zeit, dass Schäuble die Merkel meinte, wenn er vom "Bundestrojaner" sprach... |
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Herrlich, herrlich Herr Buchholz, ach man ist getröstet und sagt sich: Wenigstens das Kabarett wird nicht arbeitslos.
Das mit dem Wowi muss man ernst nehmen, der will tatsächlich Bundesparty werden. Na, mal sehen. Jedenfalls den Tag verschönt haben Sie schon mal. Das ist doch auch gut (so) |
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Ich bin für ein klares Konzept: Null-Toleranz mit der jetzigen SPD, CDU, FDP.
Unsere Umwelt muss sauber bleiben. |
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Aber bitte auch kein Zwischen- oder Endlager in meiner Nähe...
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Der Selbstdarsteller Wowi als grosser Integrator einer linken Opposition von Links über SPD bis Grüne. Wissen das Gysi, Lafontaine und Roth schon?
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Nicht umsonst hat man in der SPD den "Wandel durch Annäherung" konzipiert. Nun eben Wandel zur Spartenpartei, durch zahlenmäßige Annäherung an die FDP.
Wenn das erreicht ist, kommt die Zeit für ein neues (altes) politisches Projekt: "Überholen ohne Einzuholen". |
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macht es spass den kuebel der ironie ueber die spd auszukippen?
ich wuensche all denen, die sich im moment an diesem wettbewerb beteiligen, dass sie auch nach dem 27. september ihre freude behalten moegen. |
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"Demoskopische Bodenlosigkeit": Das ist ein guter Begriff. In der Tat halte ich das, was die Demoskopen und Medien uns mehrfach wöchentlich präsentieren für bodenlos. Machen Sie so weiter ist die Wahl bald wirklich entschieden.
Das Problem der Demoskopie ist erstens, dass sie viel zu häufig angewendet wird. Was sollen wöchentliche, tägliche, stündliche Umfrageergebnisse? Sie bringen Klicks und Quote, ok. Deshalb werden sie gemacht, das ist das Problem. Davon abgesehen verhindern sie, den Blick aufs wesentliche zu lenken und greifen meiner Meinung nach Unverhältnismäßig in den Wahlkampf ein. In der Wahlkampfarena gibt es auch Zahlen zu bestaunen: 28 Prozent der Nutzer meinen, Steinmeier könne das Ruder nicht herumreißen. Das ist nicht viel, kann sich aber noch ändern. Der Unterschied: Es besteht kein Anspruch auf Universalität. Die Abstimmung steht für sich und kann nicht auf die Zustimmung für SPD oder Steinmeier umgemünzt werden. Außerdem basiert die Abstimmung auf Argumenten. |
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Oh, entschuldigen Sie bitte.
Mit dem "Blick auf das Wesentliche" meine ich die Inhalte der Politik, mit Abstrichen die Personen. Jetzt dürfte es klarer sein... |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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