Martina Kausch

Blog von Martina Kausch

15.05.2009 | 10:39

Und die im Dunkeln, die sieht man nicht

Irgendwo las ich in einem Kommentar eine Äußerung, in der jemand schrieb, dass er oder sie vor weit aufgerissenem Mund schon gar nicht mehr seinen / ihren Kopf so schütteln könne, wie er / sie es wolle und müsse.

Klar, es geht um Zensursula, unsere kompetente Familienministerin mit einer beruflichen Perspektive ins Gesundheitsministerium. Und es geht um sog. Fakten, die bislang noch keiner Überprüfung stand gehalten haben, Fakten, die dazu verwendet werden, auf eine populistische Art und Weise (und mit Blick auf den bevorstehenden Wahlkampf) auf Stimmenfängerei zu gehen.

Und es geht um Politiker, die irgendwann und irgendwo ihre Courage haben liegen lassen, die nur auf die eventuellen Wahlergebnisse schielend sich mit auf die Spur der Stimmenjagd begeben. Diese Politiker werden von mehr oder weniger fragwürdigen Organisationen unterstützt, deren Intentionen sehr schnell erkennbar werden, studiert man deren Texte zu dem Thema "Kinderpornografie".

Auf direktzu.de schreibtUrsula von der Leyen u.a.

Dass die geplanten Zugangssperren dem Grundgesetz entsprechen, darüber ist sich die Bundesregierung einig, was uns übrigens auch unabhängige Experten bestätigen. Ich bin mir daher sicher, dass unser Vorgehen gegen Kinderpornografie im Internet rechtlich einwandfrei ist und helfen wird, die Verbreitung dieser grauenhaften Bilder im Internet einzudämmen.

(Zynismus ein) Moment... es geht hier um Bilder und nicht um Kinder! Die Bilder sollen eingedämmt werden, von denen wir hier tagtäglich in Unmengen überflutet werden. Manchmal komme ich schon gar nicht mehr zum Atmen in Anbetracht der Bilder, die sich auf beinahe jeder Website zeigen...(Zynismus aus)

Die meisten "kinderpornografischen" Übergriffe finden im engsten Familien- bzw. Bekanntenkreis statt. Oft ist es der nette Onkel von nebenan, oder aber der Vater oder der Bruder... das ist der echte Missbrauch, und Bilder sind da wahrlich das geringere Übel.

Es scheint inzwischen nur noch um die Bilder zu gehen und die dahinter stehende Sperrabsicht, ein - wie Experten inzwischen schon bestätigen - erster Schritt in die beliebige Zensur von unbeliebten Internetseiten. Das Leid der Kinder, die Narben ihre Seelen und ihre psychischen Schädigungen für den Rest ihres Lebens - das scheint kaum einen offiziellen Vertreter der obigen Klasse zu interessieren. Das ist ja auch ein Thema, das sich längst nicht so reißerisch auf dem politischen Parkett verkaufen lässt.

Würde Ursula von der Leyen ihre Aktion wirklich ernst meinen, dann würde sie schnellstmöglich dafür sorgen, dass entsprechende Beratungszentren und Anlaufstellen schnellstmöglich aus dem Boden schießen - Stellen, die dazu dienen, gerade den betroffenen Kindern einen Schutz zu bieten bzw. Präventivarbeit zu leisten.

Komisch, je länger ich mir das Drama ansehe, um so häufiger kommt mir eine Sequenz aus dem Film "Orientexpress" in den Sinn, in der die begnadete Schauspielerin Bergmann von den kleinen Negerkindlein spricht, um die sie sich in Afrika gekümmert hätte.. die mit ihren großen braunen Kulleraugen... und die weiteren Ermittlungen ergeben, dass alles erlogen war und sie ein Teil der Mördergruppe war.

 

Ein Beitrag aus meinem Webblog

 
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Kommentare
Megan Fox-Smith schrieb am 11.12.2009 um 00:02
"Die im Dunkeln sieht man nicht" heißt es nicht umsonst in Brechts "Dreigroschenoper"
Martina Kausch
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