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Mit der Logik auf Bleifuß

Politik | 08.05.2011 | 09:00 Michael Jäger
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08.05.2011 | 12:51 martinfrost
Lieber Herr Jäger, ein guter Artikel, den ich mit Gewinn gelesen haben. Jedoch stellen sich mir bzgl. des letzten Absatzes doch einige Fragen: Sie argumentieren, dass es letztlich hilfreich gewesen ist, in früheren Koalitionen Ziele erst nicht durchzusetzen, um dann später eine bessere Ausgangslage für Kompromisse zu haben? Diese Logik ist mir nicht ganz klar geworden, zumal Sie Beispiele bringen, die gar nichts mit früherer Regierungsverantwortung der Grünen zu tun haben. War es nicht vielmehr ein Problem der Grünen in Regierungsverantwortung, ebenso wie bei der LINKEN, dass Kompromisse nicht als eben solche markiert wurden, sondern man - wegen des "devianten" Rufs dieser Parteien - dachte, sich staatstragender zeigen zu müssen als alle anderen, indem man alles als Erfolg verkaufen muss? Liegt die Möglichkeit, dass die Grünen jetzt etwas durchsetzen können, nicht vielmehr an einer Verschiebung im medialen und politischen Diskurs? Und an der daraus resultierenden Stärke der Grünen? Ich glaube nicht, dass vergangene "geschluckte Kröten" damit etwas zu tun haben, zumal die Verschiebungen bislang noch äußerst fragil sind, und es fraglich ist, ob die Grünen ihre Sympathiewerte allzu lange als Pfund für einen Politikwechsel einsetzen können? Ich denke nicht, dass es ein verallgemeinerbarer Weg für kleine, alternativere Parteien (also v.a. die Grünen und DIE LINKE) ist, erstmal in Koalitionen unterzugehen, weil später daraus dann die Möglichkeit entsteht, bei größerer Stärke Kompromisse durchzusetzen. Bestes Beispiel ist wohl die Linke in Berlin, die in den Koalitionen sogar viele gute Details durchsetzen konnte, davon aber nicht im Geringsten profitiert hat.
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Politik | 06.11.2010 | 07:57 Tom Strohschneider
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06.11.2010 | 10:16 martinfrost
Das Papier von Gysi, Lötzsch und Ernst ist doch verhältnismäßig unspektakulär, es ist völlig zu Unrecht medial als "Kurskorrektur" diskutiert worden. Das Papier als eine Öffnung hin zu Regierungsbeteiligungen zu lesen, wäre übertrieben. Was sich geändert hat ist mit Sicherheit der Ton gegenüber Grünen und SPD, ein Schritt, der m.E. begrüßenswert ist, denn das ist ein erster Schritt von der "Kritik- zur Konzeptpartei", da stimme ich Ihnen, lieber Herr Strohschneider, voll und ganz zu. Doch inhaltlich fehlt es noch viel an Begriffsarbeit und Konzeptentwürfen, DIE LINKE muss sich, ebenso wie der gesamtgesellschaftlichen Linken, dafür noch eine ganze Menge Frage beantworten, z.B.: Welche Rolle kann eine Partei heutzutage im Prozess der "Mosaik-Linken" spielen? Inwieweit muss sie auch den Konflikt mit anderen Akteur/-innen der gesellschaftlichen Linken suchen können? Wie verhält sich die Partei dazu, dass sie der Logik der Sache entsprechend irgendwann auch im Bund wird regieren müssen? Wie könnte ein realistisches Regierungskonzept aussehen, welches sich als ein vertretbarer Kompromiss zwischen Politikwechsel und Anpassung ausnimmt? Um diese pragmatischen Fragen kohärent beantworten zu können, braucht es vor allem eines: einen funktionierenden "Sinngenerator" (G. Bollenbeck). Die Programmdebatte erfüllt m.E. genau diese Funktion gerade nicht, ob DL wirklich in der Lage ist, einen solchen Generator anzuwerfen, bleibt abzuwarten.
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Rock ohne Rotz

Alltag | 18.10.2010 | 15:00 Verena Reygers
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19.10.2010 | 12:03 martinfrost
"You can't push me" ist ein wirklich guter Song, "Here with you" gefällt mir nicht so gut. Schade, dass es für die Band echt hart sein wird, das "Brave-Mädchen-Rock"-Image abzulegen und einfach als das wahrgenommen zu werden, was sie sind: Gute Musikerinnen, die keine furchtbar originelle (muss auch nicht immer sein), aber schön zu hörende Musik machen. Frauen in der Pop-Musik funktionieren leider immer noch nur in der Dichotomie real oder vermeindlich emanzipiertes "Bad Girl" oder nett anzusehendes, vorbildhaftes "Braves Mädchen" - doch wer will sich da wirklich entscheiden?
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Religion als Staatsraison

Politik | 06.10.2010 | 16:30 Magnus Klaue
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06.10.2010 | 19:50 martinfrost
"In Vergessenheit gerät dabei, dass gerade die Säkularisierung der Religionsausübung zu einem privaten Recht dem Islam, in dem Religion und staatliche Gewalt zusammenfallen, weitgehend unbekannt ist. Deshalb – nicht wegen seiner „kulturellen Fremdheit“ – lässt sich der Islam in der Tat nicht mit Christentum und Judentum gleichsetzen." Lieber Herr Klaue, sie unterschlagen in ihrer Argumentation, dass die Säkularisierung nicht schon immer Teil des Judentums oder des Christentums gewesen ist, sondern von liberalen Jüd/innen und Christ/innen und Religionskritiker/innen erst durchgesetzt werden musste. Dies war (und ist) ein höchst ungleichzeitiger Prozess. Ebenso verhält es sich mit dem Islam (einer höchst differenzierten Religion mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Auslegungen und Ausübungen), der eben genauso Säkularisierungsprozessen unterliegt wie alle anderen Religionen. Es wäre falsch, Judentum, Christentum und Islam gleichzusetzen, doch es ist durchaus wünschenswert, sich ganz konkret die diversen, gleichzeitigen und ungleichzeitigen Prozesse von Säkularisierung und auch Fundamentalisierung (die es ebenso bei allen Religionen gibt) anzuschauen und zu vergleichen. Letzteres wäre dann im Ggensatz zu Ihrem Statement sozialwissenschaftliches Vorgehen, keine arrogante Fremdzuschreibung.
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Schlaaand?

Politik | 02.10.2010 | 18:00 Klaus Raab
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03.10.2010 | 11:46 martinfrost
Das Problem mit dem so genannten Party-Patriotismus ist weniger, dass er alten "preußischen" Nationalismus reproduziert, sondern dass das Gesellschaftsmodell, welches diskursiv mit ihm verknüpft wurde, ein knallhart neoliberales ist (vgl. dafür z.B. meinen Artikel dazu in Heft 58 (1/2010) der kultuRRevolution. Zeitschrift für angewandte Diskurstheorie - falls ich mir die Eigenwerbung hier mal erlauben darf).
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Der Führer liest Karl May

Kultur | 19.09.2010 | 15:40 Erhard Schütz
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20.09.2010 | 10:15 martinfrost
Wobei das mit der Leser/-innenforschung ja so eine Sache ist, das ist bei Untersuchungen zum gegenwärtigen Leseverhalten schon ein methodisches Problem, geschweige denn in historischer Perspektive. Was die Leute gekauft haben, heißt nicht, dass sie es auch gelesen haben. Deutlich schwieriger zu untersuchen ist eben, was die Leute "unter der Hand" gelesen haben, was aufgrund der Zensur nicht in offiziellen Verkaufsstatistiken und auch nicht sichtbar im Bücherregal stehen konnte. Wobei die Untersuchung ja schon einige interessante Bestseller ausgewiesen hat.
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Neues aus dem Serverraum: Wenderomane

14.09.2010 | 17:22 Maike Hank
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14.09.2010 | 23:56 martinfrost
Eins ist mir noch eingefallen, kein richtiger Wenderoman, dennoch nico to read: "Soundtrack meiner Jugend" von Jan-Josef Liefers. Kein wahnsinnig tolles, aber ein sympathisches Buch.
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Neues aus dem Serverraum: Wenderomane

14.09.2010 | 17:22 Maike Hank
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14.09.2010 | 21:10 martinfrost
'Simple Storys' vom o.g. Ingo Schulze habe ich (vor längerer Zeit) gerne gelesen. Es ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die alle in der thüringischen Kleinstadt Altenburg spielen und unterschiedliche Protagonist/-innen in ihrem Alltag verfolgen. Nach und nach werden die Verbindungen zwischen den einzelnen Personen und den Kurzgeschichten deutlich. Zugegebenermaßen ist es der einzige Wenderoman, den ich gelesen habe.
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Ein Radikaler von Adel

Politik | 19.08.2010 | 06:00 Jürgen Rose
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19.08.2010 | 11:16 martinfrost
Was ich nicht verstehe: Warum eine Europäische Militärstrategie? Wie die Überlegungen in diese Richtung bereits aussehen, lässt sich bereits im Lissabon-Vertrag nachlesen und sieht alles andere als ve...
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19.08.2010 | 15:31 martinfrost
Das die Forderung "strukturelle Nichtangriffsfähigkeit" nicht diskutiert wird, liegt wohl daran, dass die hegemonialen Stimmen im gegenwärtigen mediopolitischen Diskurs kein Interesse daran haben, auf völkerrechtswidrige Angriffskriege zu verzichten - und dies mit den fadenscheinigen Begründungen von Bündnisfällen und globaler Verantwortung für Frieden und Demokratie. Dass dem nicht so ist hat schon vor Jahren das Weißbuch der BW, zuletzt der Fall Köhler gezeigt: Die BRD und mit ihr die BW hat handfeste ökonomische und politische Interessen in gewissen Regionen, so dass sie für deren Durchsetzung völkerrechtswidrige Kriege führt. Dies ändert auch eine europäische Einhegung der unterschiedlichen nationalen Rüstungsstrategien nicht, denn die Kräfteverhältnisse in der EU zeigen gerade nicht in Richtung Kriegsvermeidung und Deeskalation, im Gegenteil. Zu glaube, eine einheitliche Militärstrategie der EU würde dazu führen, dass keine Kriege geführt werden, ist eine Illusion. Und "strukturelle Nichtangriffsfähigkeit" heisst, dass ein Land rein technisch nicht in der Lage ist, einen Angriffskrieg zu führen - was meines Erachtens die beste Strategie ist, um Kriege als politisches Mittel zu vermeiden. Und da der Verteidigungsfall für die BRD nahezu ausgeschlossen ist, braucht es auch keine Wehrpflicht oder große Rüstungsausgaben, sondern nur Instandhaltung einer kleinen Berufsarmee, die parlamentarisch und juristisch klar definiert und kontrolliert wird.
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Ein Radikaler von Adel

Politik | 19.08.2010 | 06:00 Jürgen Rose
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19.08.2010 | 11:16 martinfrost
Was ich nicht verstehe: Warum eine Europäische Militärstrategie? Wie die Überlegungen in diese Richtung bereits aussehen, lässt sich bereits im Lissabon-Vertrag nachlesen und sieht alles andere als verteidigungsorientiert aus. Meines Erachtens ist die friedenspolitisch richtige Forderung "strukturelle Nichtangriffsfähigkeit" - europaweit. Um das zu Gewährleisten, braucht man keine Wehrpflicht, die jungen Menschen ein Jahr ihres Lebens raubt, keine großen Armeen und keine Eurofighter und Leopardpanzer, ebenso wenig wie Rüstungsindustrie. Geld ließe sich damit eine Menge sparen und ein solches Konzept von Verteidigungsarmee hätte dann auch etwas mit Demokratie und globaler Verantwortung für Frieden zu tun - im Gegensatz zu Beschwörungen von Bündnisfällen, die nachweislich vorgeschoben sind: als hätte die BRD und ihre Bundeswehr kein eigenes Interesse am Afghanistan-Krieg.
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weinsztein hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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Fro hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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