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Empörendes Arrangement

Kultur | 28.01.2009 | 18:40 Frieder Otto Wolf
portrait
05.03.2009 | 23:24 Marumatilla
Bei allen tiefsinnigen und reflexartigen Auseinandersetzungen mit der Einstellung des Papstes und der politischen Wertung der kirchlichen Entwicklung, bleibt bei mir bisher der Eindruck, dass sich eine seltsame Falle auftut: die Forderung, am Instrument der Exkommunikation festzuhalten statt dieses Instrument des Bannstrahls generell abzuschaffen. Die Forderung fortschrittlicher Kräfte in der Kirche zur Wiedererteilung der Exkommunikation gegenüber den Pius-Brüdern erscheint mir als eine Falle, denn das ist die Legitimation eines Instruments. Welch teuflisches Ansinnen. Was ist eine Exkommunikation überhaupt? Es ist nach meinen Recherchen die Verweigerung der heiligen Sakramente, die Übergabe des Körpers an den Teufel zur Rettung des Geistes. Es ist die Anmaßung, jemanden in die Hölle schicken zu wollen. Wer - außer Gott - hätte das Recht, sich derartiges anzumassen und diese Art Gericht zu spielen. Ist das nicht der altbekannte Bannstrahl, der in früheren Zeiten auch den gesellschaftlichen Ausschluss bedeutete? Gleichzeitig aber ist es seltsam, dass es kein Recht geben soll, jemanden aus der Kirche auszuschließen, egal was er getan hat und an was er glaubt. Solange jemand die Kirchensteuer zahlt. Allerdings wird automatisch exkommuniziert, wer aus der Kirche austritt, unabhängig von seinem wirklichen Glauben. Während ein Kirchenausschluß eine menschliche Ebene ist, ist die Exkommunikation ein überirdischer Akt, der in die Sphäre von Himmel und Hölle eingreift. Die Exkommunikation soll übrigens auf den Apostel Paulus zurückgehen, der die Exkommunikation gegenüber jemandem ausgesprochen haben soll, der mit der Frau seines Vaters lebte. Die Abschaffung der Exkommunikation überhaupt wäre daher ein wirklicher Akt der Demut, ob nun aus religiöser oder atheistischer Sicht. Denn wer kann sich anmaßen, einem Menschen die Sakramente zu verweigern, wenn er die Beichte, die Kommunion, den Ehesegen möchte. Das sind sehr private Glaubensakte, die tatsächlich auch nicht weltlich kontrolliert werden können. Im übrigen gibt es sehr viele Menschen, die exkommuniziert sind. Dazu reichen andere Auffassungen in Punkto Partnerschaft, Geburtenkontrolle und ähnliches. Sie sind gebannt, um das frühere Wort der Exkommunkation zu verwenden. Die Exkommunikation der Pius-Bruderschaft bzw. des Holocaust-Leugners, ist daher tückisch. Folgerichtig wäre die generelle Abschaffung des Bannstrahls Exkommunikation durch Menschen. Logischer wäre die Frage eines Kirchenausschlusses und eine eindeutigen Distanzierung von einer derartigen Auffassung als mögliche christliche Spielart. Massenvernichtung, Rassenhass und Herrenmenschentum sind wohl nicht kongruend mit der Botschaft Christi, der die Gleichheit des Menschen vor Gott deklariert hat. Wer diese Basis verläßt, der verläßt sowohl das Neue Testament als auch die aufgeklärte Zivilisation.
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weinsztein hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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maxing hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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archinaut hat gerade einen Blogbeitrag erstellt.
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