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Wie kaum eine andere Galerie in Deutschland hat ‘Der Bogen’ in Arnsberg immer großen Wert auf die handwerkliche Erarbeitung von Künstlerbüchern gelegt. Von den Materialbüchern des Jürgen Diehl, über die »Schland-Box« von Peter Meilchen, bis hin zu den Haimo Hieronymus und A.J. Weigonis Erkundungen über die Möglichkeiten der Linie zwischen Schrift und Zeichnung findet sich eine Vielfalt des Ausdrucks, die ihres Gleichen sucht. Diese Tradition wird nun fortgesetzt durch Pia Bohr, Almuth Hickl, Birgit Jensen, Haimo Hieronymus, Stephanie Neuhaus und Denise Steger.
In der Menschheitsgeschichte ging die Entwicklung der Technik stets mit der des Geistes einher. Man kann nur erahnen, welch große Auswirkung die neue Technik im Buchdruck auf die Gesamtkultur gehabt hat, insbesondere aber auf Literatur und bildende Kunst. Mit dem Buchdruck ergibt sich über die Einzelsprachen hinaus ein interessantes Muster, ein System an Veränderungen, und zwar vom Latein zu den Volkssprachen zur Vermischung und schließlich zur Reinigung. Die Reinigung wäre sinnlos ohne die Vermischung, die Vermischung hängt zusammen mit der Verschiebung hin zum Schreiben in der Volkssprache anstatt in Latein. Die Menschen im Mittelalter haben sich darüber keine Gedanken gemacht. Da gibt es Latein für die Kommunikation der Eliten und die Volkssprache für alles andere. Aber sobald man zu schreiben und zu drucken beginnt, stellt man sich Fragen wie: Ist das elegant oder die hohe Form der Sprache?
Von der Kostbarkeit des geschriebenen Wortes und der Bücher haben die Menschen stets gewusst. Für die Buchtradition bedeutete das letzte Jahrhundert allerdings eine einschneidende Zäsur. Künstler– Maler– oder eben Künstlerbücher findet man nicht in einem Supermarkt für Bücher. Künstler sind individualistische Zeitgenossen, die ihre Arbeiten meist nicht professionell vermarkten, sonst hießen sie Händler. Weil die Bücher so selten sind und meist auch nur in kleinen Auflagen oder als Unikate erscheinen, werden diese limitierten Auflagen auch als ‘rare books’ bezeichnet. Das Künstlerbuch hat es beim Betrachter schwerer als das Bild. Was nicht zuletzt daran liegt, daß man es aufschlagen muß und nicht an die Wand nageln kann. Künstlerbücher sind so vielsprachig und vielschichtig wie die Sprache der modernen Kunst und wie die der menschlichen Kommunikation überhaupt. Wenn diese ausgestellt werden, so handelt es sich immer um einen Kompromiss, denn das Buch will gelesen, berührt werden, hier muß man es allerdings schonen. Künstlerbücher sind ein eigenständiges Genre der bildenden Kunst. Sie können als wertvolle Luxusausgaben mit Originalgraphik, Multiples oder unlimitierte Auflagen auf fotokopiertem Papier konzipiert sein.
Das Künstlerbuch gibt es seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Es ist eines der Ausdrucksmittel der Avantgarden der Moderne. Wo Komponisten Polystilistik, Polyrhythmik und Polymelodik erkundeten und Maler Perspektiven stürzten, experimentierten Dichter und Typographen, Visionisten und Philosophen an neuen Formen des Lesens. Stéphane Mallarmés »Le coup des dés...«, die typographischen Arbeiten von Marinetti oder Schwitters einerseits, Dubuffet und Matisse andererseits sind Grund– und Meilensteine dieser Kunst. Frankreichs große Meister der Malerei schufen die ersten großen Künstlerbücher in der Sprache der Maler, wie »Jazz« von Matisse gedruckt, oder das Unikat–Buch gemalt, beide zunächst angelehnt an die Tradition der illustrierten Bücher. Vor allem aber die Konzeptkunst gab dem Künstlerbuch einen Schub und sicherte ihm mit »Konkreter Poesie«, tautologischen und linguistischen Experimenten einen Platz in der Kunstgeschichte. „Es handelt sich um eine Reminiszenz an das Kalte und Philosophische, im Gegensatz zu den Werken, die vorrangig nach dem traditionellen Input über die Wahrnehmung des sichtbar–fühlbaren arbeiten", schrieb Germano Celant. Künstlerbücher werden seit 1960 als eigene Kunstgattung betrachtet. Künstler wie Dieter Roth, Daniel Spoerri oder Anselm Kiefer arbeiten auf unterschiedlichste Weise experimentell mit Büchern neben anderen Kunstgattungen wie Malerei oder Bildhauerei. Warja Lavater oder Barbara Fahrner gestalten ihre künstlerischen Aussagen ausschließlich in Buchform. Das Buch kann eigene Wege gehen, die Abseitigkeiten ausloten.
Augenblicklichkeit der Aufmerksamkeit. Fast alle hergestellten Bilder sind heutigentags errechnete Bilder. So ist es vollkommen gleichgültig, ob ein Mensch oder eine Maschine rechnet. Der nicht errechnete Teil ist nicht errechenbar, es ist Spiel, kann so zur Kunst werden. Von Bedeutung ist nur, daß dabei die Verbindung von Schrift und Zahl zugrunde liegt und nicht mehr die von Schrift und Bild. Eine Bedeutung kann sich so erst im Prozess entwickeln, sie bleibt allerdings immer valent und vom Betrachter abhängig. Zwischen Text und Bild, sei es Holzschnitt, Radierung, Leimhochdruck, Zeichnung oder Gemälde, entstehen Welten der gegenseitigen Vereinnahmung, jenseits gegenseitiger oder angestrebter Illustration.
Bei jedem Künstlerbuch verfolgt Haimo Hieronymus zwei Gedanken: Authentizität des Materials und die Möglichkeit des Fertigmachens. Eine Sonderstellung nehmen die Bücher mit A.J. Weigoni ein, bei denen er als Formerfinder trifft stets auf einen Allegorienschöpfer trifft. Aus dieser Begegnung entsteht ein gegenseitig befruchtender Dialog zwischen bildender und lyrischer Kunst. Und so sollte man das neue Künstlerbuch »Prægnarien« verstehen. Hieß es früher „Wer nicht hören will, muß fühlen.“, könnte man jetzt einfach behaupten „Wer nicht fühlend sehen will, muß lesen.“
Idiosynkrasie, schrieb Jürgen Habermas in seiner "Theorie des kommunikativen Handelns", ist privatistisch und irrational. Letzterem zumindest scheinen A.J. Weigoni und Haimo Hieronymus zuzustimmen, wenn sie über ihr neues Künstlerbuch »Prægnarien« sagen, es habe nichts mit Logik zu tun.
Hieronymus mag das Individuelle des Strichs, empfindet im Glattgebügelten reiner Ideenkunst beliebige Langeweile und gähnende Austauschbarkeit. Weigoni verachtet die Bewertungskultur der Medien. Beide Artisten wollen als Künstler nicht bewundert, sondern in treusorgender Ironie betrachtet werden, ein Augenzwinkern nicht ausgeschlossen.
Als Formenfinder verknüpft Hieronymus bei dem Künstlerbuch »Prægnarien« Drahtzeichnungen von formierten und deformierten Figuren mit Prägedrucken. Bilder sind für ihn taktiler Stoff, kein abstraktes Anschauungsmaterial. Material, das zerstört werden kann, um es neu zu fügen, andere Gedanken zu formulieren, neue Zusammenhänge zu erschließen. Hieronymus zerlegt den Wert des Authentischen und differenziert klar nach dem, was anwesend und was anschaulich ist. Dabei entsteht ein subtiler Dialog zwischen Bild und Betrachter, zwischen Materie und Fügung. Anstatt eines beliebigen Dekors der Geschwindigkeit entsteht eine leise Schwingung, eine Vibration in der Oberfläche von Bild und Text. Diese fügt das Bild zusammen, nicht Linien oder Linienkonstrukte für sich: Sie sind eingebunden in eine Gesamtabsicht der Komposition. Aufgelöste Flächen in beständigem Schwingen, im Gespräch mit den Lineaturen.
Weigoni veranstaltet in diesen »Prægnarien« ein furioses Stimmenkonzert aus Reimen und Kalauern, den Tücken der deutschen Grammatik und ihren Wortzusammensetzungen. Es gibt in diesen Gedichten Buchstaben als etwas Hörbares und Buchstaben als etwas Sichtbares. In der künstlerischen Auseinandersetzung treffen sich Weigoni und Haimo Hieronymus regelmäßig an
der Grenzlinie, dort, wo Schrift in Zeichnung übergeht und dort, wo der Zeichenstift in die Notate übergeht. Unser Visualisierungssystem benutzt Linien, um die Dinge zu begrenzen und damit zu zeigen, daß sie da sind. Aber wenn das System nicht weiß, was etwas ist, dann kann es das auch nicht erkennen und dir sagen, was es ist. So ergibt sich für den Nutzer des Buches die Notwendigkeit der Begreifbarkeit eines Schattens
Weigoni und Hieronymus gehen daran, daß Exotische zu vereinnahmen und das Randständige in die Lyrik des 21. Jahrhundert in Form des Künstlerbuches »Prægnarien« einzugemeinden. Ausnahmeweise geben sie Habermas Recht, die Exekutive einer auf den privaten Raum ausgerichteten bürgerlichen Distinktionsmaschinerie hört gemeinhin auf den Namen "Guter Geschmack".
Wie bereits bei ihrem ersten Künstlerbuch »Schattenfluss« läßt sich auch bei ihrem neuen Künstlerbuch die Arbeit von Stephanie Neuhaus mit drei Schlagworten beleuchten: Nüchtern, beobachtend und pointiert.
In »Fund a Mente« geht sie einen Schritt weiter, nutzt Zinkplatten als Hochdruck und beschränkt sich konsequent auf die Trennschärfe zwischen Schwarz und Weiß. Der Titel verweist darauf, daß die Grundlagen der Betrachtung schwankend geworden sind, was bleibt sind Schnitte und Ausschnitte. Der Betrachter konstruiert seinen Sinnzusammenhang selbst.
Unabwendbar für Architekturen allemal, daß diese auf haltbaren Fundamenten ruhen, die nicht einfach dahingehen können. Eine statische Sicherheit finden. Über den Moment hinaus. Nach dem ersten ihrer Künstlerbücher, die sich mit ästhetischen Untersuchungen architektonischer Möglichkeiten und Grenzen ihrer Wahrnehmung befassen, "Favelas", schaut Stephanie Neuhaus nun unter die Gebäude und befragt mit »Fund a Mente« die wacklige Basis. Wie gewohnt rau und vereinfachend entstehen auf dem Weg des Schneidens von Zinktafeln geometrische Figuren, die ganz knapp an den Gewohnheiten unserer Betrachtung vorbeischrammen, an den Oberflächen glatter Kühle schmerzhafte Wunden hinterlassen und den Betrachter voller verwunderter Fragen zurücklassen. Da werden die Formen seltsam gestaucht, an fragwürdigen Stellen verstümmelt, manchmal scheinbar überlagert. Das gebrochene Schwarz der Drucke läßt das neue Künstlerbuch authentisch erscheinen, denn überall könnten diese Brüche entstehen. Mit der Zeit liest man sich sogar in diese eigene Ästhetik ein.
Stephanie Neuhaus ist auch mit ihrem neuen Buch ein weiterer Pflastersteinwurf gelungen, der absichtlich schmerzhaft auf die Augen zielt und wie ganz nebenbei mit Wucht trifft. Die Artistin verfolgt abermals das Ideal eines Künstlerbuches, sie untersucht das Wesen des Schlagschattens in ihren Schnitten. Ein Buch für Liebhaber der schwarzen Kunst.
Die Malerei sei „stumme Poesie“, die Poesie hingegen „beredte Malerei“, hieß es im klassischen Altertum, als man über den Wettbewerb der als verwandt betrachteten Künste nachdachte. Birgit Jensen ist Malerin. Sie verzichtet dabei auf den manuellen Duktus des Pinsels, indem sie sich des Siebdruckverfahrens bedient, das sie zu immer größeren Formaten ausreizt. Jensens Bilder sind schweigsam, und doch scheinen sie zu uns zu sprechen. Unsagbar schwer aber ist es, ihre Sprache in die Sprache der Laute und Schriftzeichen zu übersetzen. Völlig schlüssig ist daher in ihrer Arbeit die Auseinandersetzung mit Künstlerbüchern. Das Moment zeitgebundener Subjektivität, das in diesem Verfahren steckt, ist augenfällig. Es findet ein Korrektiv einzig in dem selbst wiederum schwer zu erfassenden Geist der Zeit, in der das Bild geschaffen wurde.
Die Künstlerbücher dieser Artistin sind so vielsprachig und vielschichtig wie die Sprache der modernen Kunst und übergreifend wie die der menschlichen Kommunikation überhaupt. Wenn diese ausgestellt werden, so handelt es sich immer um einen Kompromiss, denn das Buch will gelesen, berührt werden, hier muß man es allerdings schonen. Jensens Künstlerbücher sind ein eigenständiges Genre der bildenden Kunst.
Einer fragmentierten Welt eine neue Struktur durch Denkgitter geben, dieser Aufgabe stellt sich die Künstlerin Denise Steger. Die Flut der Bilder, die das Internetzeitalter bestimmt: Verkleinerungen und die dem entsprechende Vermehrung optischer Reize sowie die Schnelligkeit der Bildübermittlung - erfordern ein neues Sehen und ein anderes Denken, welches zukünftige Generationen sicher beherrschen werden. Ihre Werke brauchen dieses ‘neue Hinsehen’ als Voraussetzung für das Bildverständnis. Stegers Kunst liegt nicht in der Beschränkung, sondern darin, sich der Vielfalt zu stellen. Die Tendenzen der ‘Reduktion’ in der Kunst des 20. Jahrhunderts werden von ihr zu Beginn des 21. Jahrhunderts umgekehrt: Komplexität wird bei dieser Artistin zur formalen und inhaltlichen Grundlage.
Ihr Studium der Kunst-, Literatur und Musikwissenschaften an der Universität Bonn führte die Artistin zur Auseinandersetzung mit Kunstprinzipien des Mittelalters und systemtheoretischen Interpretationsansätzen. In ihren künstlerischen Arbeiten entwickelt sie Konzepte, in denen korrespondierende Bild- und Objektsysteme unter thematischen und persönlichen Aspekten ausgewählt und auf vielfältige Weise kombiniert werden. Diese Tätigkeiten erstrecken sich von kleinformatigen Zeichnungen über raumgreifenden Installationen bis hin zum Künstlerbuch.
In ihrem Künstlerbuch „Jonahan und sein Gebet“ schreibt Denise Steger zudem über die Verunsicherung unserer personalen Identität. Die in Linz am Rhein lebende Artistin inszeniert eine grandios groteske Figurenentblössungsshow, sie beschreibt einen Kleinbürger mit einer antisozialen Persönlichkeitsstörung, der in der Buchhaltung arbeitet. Diese Prosa lebt von einer erstaunlichen Schärfe der Wahrnehmung, das Unheimliche, das die Autorin sucht, wird so in eine Phantasiewelt ausgelagert und verliert gerade die Unheimlichkeit, die darin bestünde, dass diese Geschichte jederzeit und überall möglich ist.
„Jonahan und sein Gebet“ ist ein Dokument für das ausgekühlte, abgeklärt illusionslose Lebensgefühl einer Generation. Cool begegnen sich Menschen darin, gefangen im interessiert-desinteressierten Ichbezug, herrscht oft Berührungslosigkeit. Dieser lyrische Roman balanciert auf der ununterscheidbaren Grenze von wahrer und falscher Lebendigkeit, gutem und schlechtem Symptomen. Pluralisierte und individualisierte Gesellschaften fühlen sich durch Unverbindlichkeit verbunden. Abstand ist ihr Kennzeichen. Die Struktur der liberalisierten Arbeit - Isolierung, Austauschbarkeit, wenig Verbindlichkeit und hohes Risiko - bildet sich in diese Prosa ab. Der Tod lauert im Anderen von uns: im Objekt, dem gegenüber sich die modernen Menschen finden, oder im Spiegelbild, in das sie blicken.
Diese Literatur ist als eine Art Geigerzähler zu betrachten, welche die psychischen Strahlungen in einer endsolidarisierten Gesellschaft registriert. Steger schildert die entleerende Postmoderne, in der sich Anstößiges mit Visionärem vermengt, die Banalität mit der Schwermut. Sie ist bevölkert von Egomanen ohne Ego, von Erotomanen ohne Eros. Dabei beschreibt sie die Lebenswelt am ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhundert mit einer klinischen Kühle und Sterilität als operiere sie den Patienten am offenen Herzen. Steger konstatiert, daß die Folgen der sogenannten Globalisierung auch im Rheinland angekommen sind, sie beschreibt den Zustand des Verschwindens, das aus der Welt und aus dem eigenen Leben.
Vom Standpunkt einer Skulpturistin wird diese Ausstellung konterkariert von Pia Bohr. Was sich bei ihren Solo–Projekten Lundaland, Gift und dem Remix–Album La Folie Angelique musikalisch entfaltet, setzt sich auch in ihrer Arbeit als Bildhauerin fort. Biomorphe Formen beherrschen ihre Bildsprache. Diese Artistin nimmt Bezug auf neue Tendenzen in der künstlerischen Auseinandersetzung mit Aspekten des Lebendigen und konzentriert sich dabei besonders auf Holzskulpturen, die explizit biologisches Formenvokabular darstellen. Das Geometrische tritt zurück, in manchen Plastiken verschwindet es sogar ganz. Diese freien Formen wirken wie ein Antidot auf jene Ornamentik, die sie auch in ihren Songs vermeidet, weil sie lediglich um ihrer selbst Willen bestehen.
Wie Almuth Hickl, Haimo Hieronymus und Pia Bohr haben sich hier nicht zufällig einige Hungertuchpreisträger zusammengefunden. Auf der Finissage am 4. Februar werden die neuen Preisträger Eva Kurowski, Denise Steger und Joachim Paul dazustossen.
Regalien - Was uns verbindet, ist das Papier -
Vernissage: 15. Januar 2012, 17.00 Uhr
Einführung: J.C. Albers
+ eine poetische Performance von Phillip Bracht & A.J. Weigoni
Künstlerbücher und Arbeiten aus dem Umfeld von
Pia Bohr, Almuth Hickl, Haimo Hieronymus, Karl-Heinz Hosse, Birgit Jensen, Stephanie Neuhaus, Ulrich Johannes Müller, Florian Müller, Yanic Roßmann und Denise Steger
Dauer der Ausstellung: 16.01 - 04.02. 2012
Werkstattgalerie DER BOGEN | Möhnestraße 59 | 59755 Arnsberg-Neheim
Finissage: 4. Februar 2012, ab 20.00 Uhr
mit der Verleihung des Künstlerpreises ‘Das Hungertuch’.
An: Denise Steger, bildende Kunst; Joachim Paul, Essay; Eva Kurowski, Musik.
Mit einer Lesung von Joachim Paul
+ einem Konzert von Eva Kurowski und Hartmut Kracht.
Vorschau:
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Fühlte mich etwas überfordert, nun allen Künstler- und Kunstbeschreibungen zu folgen ... aber es ist ja ursprünglich ein Essay zu der konkreten Ausstellung.
"Künstler sind individualistische Zeitgenossen, die ihre Arbeiten meist nicht professionell vermarkten, sonst hießen sie Händler." Ja, so sollte das Verständnis sein. "Bilder sind für ihn taktiler Stoff, kein abstraktes Anschauungsmaterial." Schön, wenn das Ganze, wenn Alles nicht nur das Objekt, sondern die Kunst ist. Und wenn sich das in einem Buch verbindet. Auch wenn das Buch an sich ein taktiler Gegenstand ist, welcher sodann vermittels der in ihm gedruckten Zeichen etwas geistiges mit sich führt, so ist es doch zunächst nur Medium, Transportmittel. Interessant, auch im Hinblick auf die Typologie des Buches, und besonders schön also ist es, wenn sich mit dem Kunstbuch Inhalte und Darreichung, Geistiges und Physisches, eine Symbiose eingehen. "In der Menschheitsgeschichte ging die Entwicklung der Technik stets mit der des Geistes einher." Ich weiß nicht ... Ich glaube, dass "der" Geist nicht selten auch erst auf die Möglichkeiten und v.a. Konsequenzen technischer Entwicklungen kommen muss(te), als diese schon anfingen, sich ihre Wege zu suchen ... |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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