Maxomatify

Wort.Satz.Werk.

16.02.2012 | 13:32

Der Hunderjährige der aus dem Fenster stieg und verschwand. (Kritik)

 

Allan Karlsson büxt an seinem 100. Geburtstag aus dem Altenheim aus: Er hat einfach keine Lust auf die Fete, die ihm die Pflegeanstalt und die Stadtoberen zumuten wollen.

Aus seinem spontanen Ausbruch entwickelt sich ein rasanter und urkomischer Roman - im Stile eines Roadmovies. Das schwedische Unikat, der alte Schwede hatte nämlich schon immer seine eigenen Pläne, von denen er sich durch nichts abbringen lässt. Er begibt sich auf die nächste Reise seines bewegten Lebens und sieht es nicht ein, vor seinem stattlichen Alter zu kapitulieren – schließlich hat er in jüngeren Jahren bereits den Himalaya überwunden. Paradoxerweise findet sich Allan im Rückblick seines Lebens trotz vollkommen fehlenden politischen Interesses immer wieder in den nicht immer rühmlichen Sternstunden der Weltgeschichte wieder. So rettet er beispielsweise zufällig dem spanischen Diktator Franco das Leben, und spielt eine Rolle in der chinesischen Revolution um den Kommunistenführer Mao!  Mit mehr als einem Augenzwinkern erzählt der Autorendebütant Jonas Jonasson die irrwitzige Geschichte dieses alten Hasen, der sich „on the road“ mit einem Elefanten und anderen Exoten anfreundet.

Jonasson zeigt, dass es rund um die skandinavischen Autoren Mankell, Larsson und Adler-Olson samt ihrer düsteren Krimis, auch noch etwas zum Lachen gibt. Aber trotz jedes Schabernacks, wohnt diesem Buch eine Vielschichtigkeit inne: angehauchte Gesellschaftskritik trifft auf Geschichts-Chrashkurs, verpackt in einem Schelmenroman erster Güte. All das steckt im Wesen dieses, mit Verlaub gesagt, bewundernswerten alten Knackers Allan, dessen Leben sich zu lesen lohnt!

Auch für alle Leseratten jenseits der Skandinavienfans, ist dieses wertvolle Stück moderner Belletristik ein echter Lesegenuss. Denn außer einer ordentlichen Portion Humor einer Tasse Tee braucht dieses schöne Werk nicht mehr, um Ihnen eine riesen Freude zu machen!

 

 
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Maxomatify
Meines Zeichens Nachwuchsjournalist und bald Student, möchte ich hier meine ersten journalistischen Gehversuche bloggen. Über fundierte und konstruktive Kritik freue ich mich sehr - also viel Spaß beim Lesen!
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